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Veröffentlicht am 04.03.2025

Tolle Geschichte für Jung und Alt

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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In Rußstadt leben Cleo und ihre Schwester Gwynnie im Signalturm der Stadt. Ihre Eltern sind bei einem großen Feuer vor einigen Jahren gestorben. Die Stadt heißt nicht umsonst Rußstadt, denn die Kohle bestimmt ...

In Rußstadt leben Cleo und ihre Schwester Gwynnie im Signalturm der Stadt. Ihre Eltern sind bei einem großen Feuer vor einigen Jahren gestorben. Die Stadt heißt nicht umsonst Rußstadt, denn die Kohle bestimmt das Leben der Einwohner. Dementsprechend ist auch die Luftqualität. Sonne hat noch keiner der Einwohner je gesehen, denn der Himmel ist immer verdunkelt. Die Stadt liegt außerdem in einem Talkessel und umso tiefer die Menschen leben, umso schlechter ist die Luft.
Gwynnies Aufgabe ist es jeden Tag mit einer Signalfarbe den Rußgehalt zu bestimmen und weiterzugeben. Cleo arbeitet in einer Maschinenfabrik und liebt es Dinge zu reparieren. Es ist jedoch verboten, veraltete Maschinen wieder instand zu setzen, um diese wieder nutzen zu können. Denn nur die Schornsteinfeger dürfen Kamine kehren und Brände löschen, sowie Geräte kontrollieren und reparieren. Cleos Traum ist es selbst einmal Schornsteinfegerin zu werden, doch dieser Job wird vererbt und nur bestimmte angesehene Familien in Rußstadt dürfen den Beruf ausüben. Als die Parade der Schornsteinfeger stattfindet, bricht jedoch ein Brand in einer der ärmlichen Gegenden aus. Cleo hilft ohne Nachzudenken und löscht den Brand. Sie soll dafür schwer bestraft werden, denn es ist nur Schornsteinfegern erlaubt einzugreifen. Die Menschen sind empört und Tosca Liebkind, die oberste der Schornsteinfegergilde erkennt, wie beliebt Cleo bei den einfachen Leuten ist. Daher erlaubt sie ihr die Ausbildung zur Schonsteinfegerin, was vor allem der führenden Familie Glanzruß ein Dorn im Auge ist. Schafft sie die Prüfung allerdings nicht, verlieren Cleo und Gwynnie ihr Zuhause....

Der Schreibstil ist dem jugendlichen Leser angepasst. Die Autorin hat eine faszinierende und interessante Welt erschaffen, die ich mir sehr gut vorstellen konnte. Durch ihre detailgetreue und sehr bildhafte Beschreibung weckt sie Rußstadt vor meinen Augen zum Leben. Die Symbolik, die hinter dem Aufbau der Stadt und den verschiedenen Gesellschaftsschichten dargestellt wird, beinhaltet zusätzlich jede Menge Gesellschaftskritik. Denn die Industriellen, die ganz oben am Berg um den Talkessel wohnen, haben saubere Luft und unterdrücken mit der Macht der Kohle alle anderen in Rußstadt. Sie halten sie klein und unwissend. Jeder Fortschritt wird verboten und verfolgt. Einzig die Schornsteinfeger haben noch etwas mehr Rechte, als die gewöhnlichen Bürger.
Aber in der Geschichte geht es auch um Freundschaft, Zivilcourage und Umweltschutz. Cleo ist eine tolle Protagonistin, die nicht nur klug ist, sondern auch hilfsbereit. Mit ihrem Aufstieg zur Schornsteinfegerin erkennt sie einige gravierende Missstände und Lücken im System.

Zu erwähnen sind auch die liebevollen Illustrationen von Melanie Korte. Innerhalb der Klappe befindet sich außerdem noch ein toller Stadtplan.
Bei der Beschreibung des Buches steht unter anderem eine dystopische Young Adult Trilogie. Also Liebesgeschichte gibt es hier definitiv keine, was ich eigentlich immer mit einem YA Roman verbinde. Aber vielleicht verstehe ich das auch falsch...

"Lichterloh" hat für mich absolut zurecht 2022 den Literaturpreis der Hamburger Kulturbehörde im Bereich Kinder- und Jugendbuch gewonnen.
Der Epilog weckt bereits die Neugierde und Vorfreude auf den zweiten Band, der im Juli erscheinen wird.

Fazit:
"Lichterloh - Stadt unter Ruß" ist ein wunderbarer Auftakt einer Trilogie für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die aber genauso für junggeblieben Erwachsene passt, die gerne Dystopien lesen oder einfach eine tolle Geschichte erleben möchten.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Ärztin einer neuen Zeit

Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit
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Ganz besonders gefreut habe ich mich auf den neuen Roman von Svea Lenz alias Nicole C. Vosseler. Nach ihrer Stewardessen Dilogie war ich äußerst gespannt auf "Lebensträume", der mich auf eine Zeitreise ...

Ganz besonders gefreut habe ich mich auf den neuen Roman von Svea Lenz alias Nicole C. Vosseler. Nach ihrer Stewardessen Dilogie war ich äußerst gespannt auf "Lebensträume", der mich auf eine Zeitreise in die Sechziger Jahre führt.
Es ist das Jahr 1961 und Vicky studiert Medizin in Westberlin, lebt jedoch im Osten bei ihrer Mutter, die als OP-Schwester in der Charité arbeitet. Zukünftig als Ärztin im berühmten Krankenhaus zu arbeiten, ist auch Vickys Traum. Um die Studiengebühren bezahlen zu können, jobbt sie in einer Westberliner Fleischerei und pendelt jeden Tag zwischen Ost und West. Gemeinsam mit ihrem Freund Achim, der ebenfalls Medizin studiert, möchte sie ihre Zukunft gestalten. Doch dann wird im August 1961 über Nacht die Mauer gebaut und Vickys und Achims Träume zerplatzen wie eine Seifenblase. Die Berufsaussichten haben sich für die Beiden rasant geändert und so flüchten sie in den Westen. Doch Achim betätigt sich in Westberlin als Fluchthelfer und wird verhaftet.
Eine Rückkehr in den Osten ist Vicky als Republiksflüchtling nicht möglich und der Berufseinstieg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Sie benötigt noch ihre Approbation, um als Ärztin arbeiten zu können. Eine Chance, die fehlenden Praxiseinheiten, die sie dafür noch benötigt zu bekommen, ist kaum möglich. Durch Zufall kommt Vicky zu einem Unfall auf der Flughafenautobahn zurecht und leistet perfekte Erste Hilfe. Daraufhin wird ihr vom hinzukommenden Arzt der Flughafenambulanz Frankfurt ein Job als Medizinalassistentin angeboten. Der Traum Chirurgin zu werden rückt damit in weite Ferne, doch Vicky benötigt dringend einen Job und sagt zu. Als einzige Frau in der Flughafenambulanz braucht sie jedoch eine harte Schale - vor allem gegen Pfleger Ansgar, der von weiblichen Ärztinnen so gar nichts hält. Aber auch Dr. Borkeloh scheint nicht wirklich begeistert zu sein, obwohl es an Ärzten und Pfleger wirklich mangelt und die Ausstattung in der Ambulanz alles andere als richtig professionell ist.

Ich habe sofort in die Geschichte gefunden und mit Vicky mitgefiebert, die in den zehn Jahren, die wir sie begleiten viele Hochs und Tiefs erlebt. Sie ist eine einfühlsame junge Frau, deren Traum durch den Mauerbau einen gewaltigen Riss bekommen hat. Zusätzlich vermisst sie Achim und hat keine Ahnung, was mit ihm geschehen ist und ob er noch lebt. In der Flughafenambulanz kann sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren und alle anderen Gedanken ausschalten. Als Leserin ist man bei vielen Notfällen hautnah dabei. Durch die oftmals prekären Umstände in der Flughafenambulanz setzt sie sich für einen neuen Rettungswagen und später beim Umbau des Flughafens für eine erweitere Klinik ein. Sie hat Mut und versucht ihrem Lebenstraum näher zu kommen.

Die Figuren sind authentisch und haben Ecken und Kanten. Vicky ist eine kluge junge Frau, die sich nicht von ihren Zielen abbringen lässt. Sie ist in ihrer knappen Freizeit auch unentgeltlich als Gynäkologin im Rotlichtmillieu unterwegs und wird bald zur guten Freundin der Mädchen. Nicht zu vergessen, dass die Pille in Deutschland ab 1961 an verheiratete Frauen ausgegeben werden konnte und Vicky sich auch dazu Gedanken macht.

Svea Lenz hat den Zeitgeist wunderbar eingefangen. Die Bundesrepublik befindet sich im Wirtschaftsaufschwung. Die Sechziger Jahre erzählen aber auch von politischen Aufständen, wie dem Vietnamkrieg, den Auschwitzprozessen und den Studentenaufstände, dem Besuch von John F. Kennedy und den späteren Mordanschlag, sowie den Aufständen beim Besuch von Schah Reza Pahlawi. All diese historischen Themen hat Svea Lenz in ihren fiktiven Roman hineingepackt und wunderbar verwoben.

Über jeden Kapitelanfang steht ein Titel eines Liedes aus dieser Zeit, Sehr schnell hatte ich die Songs in den Ohren und summte fröhlich mit.

Fazit:
Wie schon bei meiner geliebten Dilogie um die Stewardessen, vergebe ich hier ebenfalls 5 Sterne für einen weiteren grandiosen Roman der Autorin. Eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Komplexer Roman, der es zu einem Highlight schafft

Der Gott des Waldes
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Die komplexe Geschichte ist so aufgebaut, dass man beim Lesen dabei bleiben oder kein weiteres Buch parallel lesen sollte. Und falls man es trotzdem macht, wird man bald das andere Buch liegen lassen, ...

Die komplexe Geschichte ist so aufgebaut, dass man beim Lesen dabei bleiben oder kein weiteres Buch parallel lesen sollte. Und falls man es trotzdem macht, wird man bald das andere Buch liegen lassen, denn man möchte hier einfach nur weiterlesen und herausfinden, was passiert ist.
Es gibt viele Handlungsstränge und Zeitebenen zwischen 1961 und 1975, die sich mit beiden Fällen beschäftigen, nämlich dem Verschwinden von Barbara van Laar und ihrem Bruder "Bear", der 14 Jahre zuvor ebenfalls spurlos in den Wäldern der Adirondack Mountains verschwunden ist. Zusätzlich gibt es auch Rückblicke in das Jahr 1950, als Alice Peter Laar III. kennenlernt.

Das Naturreservoir gehört seit einigen Generationen der Familie Van Laar, die ein Sommercamp darauf eingerichtet haben. Jedes Jahr werden Kinder aus wohlhabenden Familien eingeladen, um die Ferien im Camp Emerson zu verbringen und zu lernen, wie man in der Wildnis überlebt.
Peter Laar III. und seine Frau Alice, die sich seit dem Verschwinden ihres Sohnes "Bear" mit Tabletten und Alkohol auf den Füßen hält, leben oberhalb des Feriencamps in ihrem Haus "Self Reliance". Ihre Tochter Barbara ist ein schwieriges Kind, die von ihren Eltern jedoch kaum wahrgenommen wird. Als sie den Wunsch äußert am Feriencamp teilnehmen zu wollen, stimmen diese zu, bevor es nach den Ferien in ein strenges Internat für schwererziehbare Kinder gehen soll. Der Wunsch kommt ihrem Vater sehr gelegen, denn bei der alljährlichen großen "Blackfly Goodbye Party" mit Geschäftspartnern, Künstlern und Möchtegern Stars würde Barbara nur stören.
Doch dann ist Barbara plötzlich verschwunden - wie vor 14 Jahren ihr Bruder. Bear wurde nie gefunden, ein "Schuldiger" jedoch verurteilt.

Neben den Van Laars spielen auch die Betreuer:innen des Camps und Tracy, ein Mädchen aus demselben Haus, in dem Barbara untergebracht und zu ihrer Freundin wurde, eine wichtige Rolle.

Durch den Wechsel der Zeiten und Sichtweisen der einzelnen Figuren, die aus ihrer Perspektive erzählen, wird Spannung aufgebaut. Über jeden Kapitel sieht man einen Zeitstrang und den Namen der erzählenden Person. Diese wechseln zwischen 1961 und 1975 und den Tagen und Monaten vor dem Verschwinden der beiden Kinder hin und her. Das verlangt Konzentration, bringt aber auch Spannung in den Roman.
Liz Moore lässt uns aber auch hinter die Fassade der oberen Schicht schauen, die Dekadenz der Gäste auf "Self Reliance" und der Familie Van Laar, dem sein Ruf und guter Name wichtiger sind, als seine Familienangehörigen. Mit welcher Arroganz er seine Frau klein hält, die Suche nach "Bear" in die falsche Richtung treibt und seine Tochter am besten aus seiner Familie entfernen würde, lässt einem den Atem stocken.

"Ein seltenes Juwel, ....über Familien der allerbesten - und allerschlimmsten Art"
(Paula Hawkins)

Eine weitere sehr interessante Figur ist Judyta Luptack, eine Ermittlerin aus dem New Yorker Bureau of Criminal Investigation, die erst kürzlich im Rang aufgestiegen ist und von ihren männlichen Kollegen trotzdem nicht ernst genommen wird. Ihre gute Kombinationsgabe, ihr Spürsinn und ihre Intelligenz fallen auch ihrem Vorgesetzten beim BCI, Denny Hayes auf, der sie unterstützt.

Durch den Genre-Twist, der bereits bei "Long Bright River" von der Autorin angewandt wurde, lässt sich das Buch sehr schwer einordnen. Es ist ein gesellschaftskritischer Roman, hat Krimi- und Thrillervibes und lässt sich trotzdem nicht in eine Kategorie eingliedern. Für mich sind diese Art Geschichten meistens Spannungsromane, die knapp an einem Thriller oder Krimi vorbeischrammen und zusätzliche wichtige Themen beinhalten.

Das Setting in den Wäldern der Adirondacks ist perfekt gewählt und wird gut dargestellt. Es gibt auch einen Plan des Camp Emerson und des Van-Laar Naturreservates auf der Innenseite zu Beginn und am Ende des Buches.
Vermisst habe ich hingegen ein Personenverzeichnis bei der Anzahl an Figuren.

Die Zeit rund um die Sechziger und Siebziger Jahre mag ich generell sehr und hier merkt man diesen Zeitraum vor allem bei der Suche nach den Kindern und den Ermittlungen der Polizei.
Beeindruckend ist die facettenreiche und bildhafte Darstellung der verschiedenen Charaktere, bei denen man das Gefühl hat, sie alle persönlich zu kennen. Besonders die weiblichen Figuren sind sehr interessant und faszinierend dargestellt. Sie treiben die Geschichte voran und werden doch von einer von Männer dominierenden Welt klein gehalten.


Fazit:
Ein vielschichtiger Genre-Mix aus Gesellschaftsroman und Thriller, sehr komplex, aber auch sehr einnehmend und spannend. Ein Roman, dem man nicht so schnell wieder vergisst. Großes Kino!

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Einsatz auf Hell Island

Last Line of Defense, Band 2 - Die Bedrohung
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Der zweite Band um die jugendlichen Agenten der Last Line of Defense führt uns diesmal auf eine kleine Insel vor Marokko, genannt "Hell Island". Und der Name ist auch Programm.
Als es von einem der besten ...

Der zweite Band um die jugendlichen Agenten der Last Line of Defense führt uns diesmal auf eine kleine Insel vor Marokko, genannt "Hell Island". Und der Name ist auch Programm.
Als es von einem der besten Leute aus Team Alpha der Last Line of Defense, der zu einem Undercover Einsatz als Kundschafter auf Hell Island geschickt wurde, plötzlich kein Lebenszeichen mehr gibt, werden unsere Agenten vom Team Omega erstmals nach ihrem erfolgreichen Einsatz in Argentinien auf eine neue Mission geschickt. Sie sollen nicht nur herausfinden, was aus ihrem verdeckten Ermittler geworden ist, sondern vor allem, was die Geheimorganisation vor hat, auf die Jayden, Erik und Lenny im ersten Teil gestoßen sind. Diese scheint auf dieser besagten "Hell Island" unter dem Decknamen MOEBIUS etwas Großes zu planen. Die Idee, die Identität von drei jugendlichen Straftätern anzunehmen, die den drei Agenten ähnlich sehen, gelingt. Jayden, Erik und Lenny werden mit dreiunddreißig anderen auf die schwer abgeschirmte Insel gebracht, wo sie versuchen ihre wahre Identität zu verschleiern und herauszufinden, was dort passiert....

Action kann Gruber und so stecken wir bald mitten drin in einem rasanten Versteckspiel, welches mich an die Seiten fesselte. Dadurch, dass wir die drei Charaktere bereits aus dem ersten Band etwas besser kennen, benötigt bei "Die Bedrohung" es keiner genaueren Vorstellung mehr. Trotzdem beginnt es, nachdem die drei jugendlichen Spione auf der Insel angekommen sind, etwas langsamer. Jayden, Eric und Lenny müssen sich mit der Umgebung und dem Programm bekannt machen und überlegen, was hier eigentlich gespielt wird und wie sie gegen die Pläne von MOEBIUS vorgehen können. Danach beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Bedrohung ist größer, als gedacht...

Es kommt wieder zu einigen atemberaubenden Verfolgungsjagden, verhängnisvollen Missionen und es gibt viele überraschende Twists. Wir haben es mit toughen Helden zu tun, die sich à la James Bond in jedes Abenteuer stürzen, um die große Gefahr, die von MOEBIUS ausgeht, zu stoppen. Dabei bleiben aber die drei jugendlichen Spione Menschen mit Ecken und Kanten.
Im April erscheint schon der dritte und letzte Band dieser Jugendspionage-Thrillerreihe. Weil das Geheimnis um Jaydens Vergangenheit diesmal nur angerissen wurde, hoffe ich, dass es im Abschlussband endlich gelöst wird.

Wer Gruber kennt weiß, dass sein Schreibstil fesselt, egal ob Thriller, Abenteuerroman für die Jugend oder Horror. Auch wenn ich wieder "nur" 4 Sterne vergebe, hat mich "Die Bedrohung" sehr gut unterhalten und ich kann die Reihe für Jugendliche, die Spannung und Action mögen, empfehlen.

Fazit:
Ein temporeicher und kurzweiliger Jugendthriller mit viel Action und Abenteuern. Die drei jugendlichen Spione bleiben trotzdem greifbar und sind sympathische Helden. Ich bin schon gespannt auf den Abschlussband und Grubers Auflösung.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Schwächer als der erste Teil

Die Brandung – Leichenfischer
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Der zweite Band der deutsch-dänischen Krimireihe um Kommissar Ohlsen Ohlsen und der Archäologin und ehemaligen Polizistin Fria Svensson spielt wieder im Grenzgebiet.
Während archäologischen Ausgrabungen ...

Der zweite Band der deutsch-dänischen Krimireihe um Kommissar Ohlsen Ohlsen und der Archäologin und ehemaligen Polizistin Fria Svensson spielt wieder im Grenzgebiet.
Während archäologischen Ausgrabungen stößt ein Baggerfahrer auf eine weibliche Leiche. Das Grab der Frau ist mit senkrechtstehenden Pfählen in einer Art Schiffform angelegt worden. Zusätzlich liegen noch Grabbeigaben bei, die jedoch in einem Billigladen in der Gegenwart gekauft worden sind. Fria erkennt auf den ersten Blick, dass die Leichen nach einem alten Wikinger Ritual bestattet wurden.
Frias Bruder Troels leitet die Ermittlungen in Dänemark, als auf der deutschen Seite ebenfalls eine weibliche Leiche in einem ähnlichen Grab gefunden wird. Kommissar Ohlsen bindet Fria mit ein und erhofft sich weitere Einblicke in die archäologischen Funde.
Doch wie hängen all die Figuren aus den verschiedenen Kapiteln zusammen? Und was inspiriert den Täter?

Für mich ist "Leichenfischer" der zweite Teil der Reihe, der jedoch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Trotzdem haben mich die ersten und teilweise sehr kurzen Kapitel leicht verwirrt. Es wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt: einem Stalker, einer Frau, die gefangen gehalten wird, ein einsam gelegenes Haus, wo eine junge und geistig behinderte Frau mit ihrem Kind bei einem Mann lebt, der sich seltsam verhält. Man hat also mehr als genug Fragezeichen im Kopf und hat keine Ahnung wohin uns die Autorin führen will. Dabei gab es diesmal leider auch einige Längen und die Fälle konnten mich nicht so packen, wie im ersten Teil.

Frias Familienumfeld finde ich sehr spannend. Sie stammt aus einer Polizistenfamilie und hat selbst ihre Karriere dort ad acta gelegt, um sich der Archäologie zu widmen. In der Zwischenzeit ist sie die Leiterin des dänischen Museums für Archäologie in Ørerup. Trotzdem kommt aber doch immer wieder ihr Ermittler-Gen durch. Sowohl auf deutscher, als auch auf dänischer Seite versucht sie mit zu ermitteln, was nicht immer gut ankommt.
Frias WG-Mitbewohner Marten ist ein sehr schräger Charakter und der dreibeinige Hund Bølle ein richtig Süßer.
Kommissar Ohlen ist ein typischer Ermittler des Genres: alleinstehend mit Fernbeziehung, ein Workaholic ohne Privatleben.
Die Autorin versteht es wieder meisterhaft falsche Spuren zu legen. Der Schreibstil ist dialoglastig und lässt sich gut lesen.
Die sehr kurzen Kapitel sollen mehr Spannung aufbauen, lassen aber kein intensives Eintauchen zu und so blieben die Figuren oftmals blass. Die Beschreibung der Gegend, die sehr unterschiedlich zu meinem eigenen Zuhause ist, finde ich wieder sehr interessant dargestellt. Lokalkolorit ist auf jeden Fall vorhanden.

Die Auflösung finde ich zwar schlüssig, aber irgendwie konstruiert. Mir hat der erste Band der neuen deutsch-dänischen Krimreihe besser gefallen und ich bin noch am überlegen, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

Fazit:
Der zweite Teil des deutsch-dänischen Grenzkrimis hatte für mich zu viele Längen und verwirrte zu Beginn mit sehr sprunghaften kurzen Kapiteln und zu vielen Figuren. Es war jedoch schön Fria und Ohlsen wieder zu begegnen. Ob ich den nächsten Band lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht.

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