Komplexer Krimi um den Jurakonflikt
SpiegelbergNeben der Solothurn-Reihe des Autors lese ich auch diese um Cora Johannis, einer freischaffenden Journalistin, die früher in Krisengebieten unterwegs war. Der Vorgängerband "Blutlauenen" gehört zu einen ...
Neben der Solothurn-Reihe des Autors lese ich auch diese um Cora Johannis, einer freischaffenden Journalistin, die früher in Krisengebieten unterwegs war. Der Vorgängerband "Blutlauenen" gehört zu einen meiner absoluten Lieblings-Krimis.
"Spiegelberg" ist nun der dritte Band der Reihe, der allerdings auch alleinstehend gelesen werden kann.
Bereits mit dem starken Prolog sind wir mitten drin im Geschehen, auch wenn dieser in der Vergangenheit spielt. Diese Szene ist im Endeffekt eine der Schlüsselszenen und wird erst ganz am Ende aufgelöst.
Danach sind wir in der Gegenwart in der Cora Johannis soeben ihre Therapie beendet hat und auf eine ehemalige Freundin aus ihrer Zeit in Marokko trifft. Francois Gravier ist die ehemalige Botschafterin Frankreichs und wird demnächst, während eines schweizerisch-französischen Festaktes, in Solothurn weilen. Cora und Francois verabreden sich, doch kurz nach der Feier wird die Diplomatin schwer verletzt am Fuße einer Treppe gefunden. Bevor sie das Bewusstsein verliert, spricht sie mit Cora und bittet sie "Camille zu schützen". Cora hat keine Ahnung, wer diese Camille sein soll und beginnt nachzuforschen. Sie ist erstmals verwirrt, als sie erfährt, dass Camille vor zwanzig Jahren verstorben ist. Ihr Versprechen will sie jedoch halten und ihre berufliche Neugierde lässt sie zusätzlich nicht los.
Cora hat jedoch bei ihren Nachforschungen, die sie in den Kanton Jura und die Freiberge führen, bald das Gefühl verfolgt zu werden. Sie entdeckt einige undurchsichtige Begebenheiten, die in der Vergangenheit passiert sind und die alle mit dem Jurakonflikt zu tun haben. Dabei stößt sie in ein Wespennest.
Bald überschlagen sich die Ereignisse und Cora ist immer mitten drin, was bei der Polizei nicht wirklich gut ankommt.
Christof Gasser erzählt im Vergangenheitsstrang über die Spannungen und Konflikte der Eidgenossen, dem Jurakonflikt, der in den Achtziger Jahren nochmals aufgeflammt ist. Es gelingt ihm sehr anschaulich die Ereignisse aus den beiden Zeitsträngen miteinander zu verknüpfen. Daraus entsteht ein spannender Krimi mit geschichtlichen und politischen Hintergründen, die den roten Faden bilden. Dazu kommt eine turbulente Familiengeschichte und ein Erbstreit.
Christof Gassers Schreibstil ist rasant, ausdrucksstark und lässt sich sehr flüssig lesen. Interessante und authentische Figuren geben dem Krimi zusätzliches Potential. Der Spannungsbogen ist konstant hoch. Die bildhafte Beschreibung bringt uns auch diese Region näher, die rau und unwirtlich wirkt, wie seine Einwohner.
Fazit:
"Spiegelberg" ist der dritte Teil um Cora Johannis und genauso spannend, wie die beiden Vorgänger, wobei "Blutlauenen" noch immer meine Favorit bleibt. Nebenbei erfährt man mehr über die Konflikte der Jurafrage. Wieder großartig umgesetzt!