Familienzwistigkeiten
Mord im PlanetariumKaum habe ich den schmalen Adventroman von Beate Maly gelesen, bei dem sich Ernestine und Anton zu einer Kunstauktion ins Semmeringgebiet begeben, bin ich wieder mit den beiden in Wien gelandet. Und diesmal ...
Kaum habe ich den schmalen Adventroman von Beate Maly gelesen, bei dem sich Ernestine und Anton zu einer Kunstauktion ins Semmeringgebiet begeben, bin ich wieder mit den beiden in Wien gelandet. Und diesmal gibt es auch wieder Mordermittlungen...
1927 wird am Messegelände das erste Planetarium in Wien eröffnet. Ernestine hat Karten für die Eröffnungsfeier, die nur für geladene Gäste bestimmt ist. Natürlich sollen auch Anton, Heide und Erich, sowie Rosa und Fritzi mitkommen. Während sich Anton und die Kinder lieber ein Eis holen, als sich die Sondervorstellung anzusehen, bleibt Ernestine mit Heide und Erich im Saal. Als das Licht nach der Vorführung angeht, gibt es einen Toten: Konrad Faber. Noch vor der Vorführung kam es zu einem Streit und einer Rangelei zwischen den Faber-Brüdern, die sich nicht ausstehen können. Konrad, der angesehene Arzt, und Matthias, der Inhaber der familieneigenen Stofffabrik, sind sich spinnefeind. Aber nicht nur die Zwillingsbrüder hassen sich - die ganze Familie Faber ist eine einzige Schlangengrube.
Sie sind außerdem für Erich, der direkt zu ermitteln beginnt, alles andere als kooperativ. Als es zu einem weiteren Todesfall in der Familie kommt, hat er alle Hände voll zu tun, den Fall aufzulösen.
Während Erich ermittelt, kommt es in Wien zu schweren Unruhen. Nach dem "Schattendorf-Prozess", bei dem die Schützen, die bei einer Versammlung ein kleines Kind und einen alten Mann erschossen haben, freigesprochen wurden, sind die Menschen erzürnt. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen, die mit dem Brand des Justizpalastes und vielen Toten und Verletzten endet. Als Ernestine erfährt, dass Anton unterwegs ist, um Rosa und Fritzi zu suchen, die auf den Weg zum Schwedenplatz sind, um ein Eis zu essen, wird sie nervös. Schweben ihre Lieben in Gefahr?
Mit der Julirevolte und den Aufständen im Juli 1927 erschafft Beate Maly diesmal eine etwas ernstere Stimmung. Der Antisemitismus ist immer mehr zu spüren und als Leser fragt man sich, wie es wohl mit der Familie weitergehen wird.
Trotzdem verliert auch der zehnte Band nicht an Leichtigkeit und mit der jungen Apothekergehilfin Ilse und dem kleinen Julian kommen zwei neue Figuren hinzu. Der Wiener Schmäh und die lebendigen Figuren schaffen auch diesmal wieder eine sehr ganz besondere Atmosphäre, die ich bei dieser Reihe sehr mag. Die historischen Ereignisse, die Beate Maly mit einbezogen hat, sind hervorragend recherchiert und lässt uns diese Zeit lebendig werden.
Fazit:
Ein spannender zehnter Fall, der viel Historisches im Kriminalfall beinhaltet und spannend erzählt ist. Wieder ein sehr atmosphärischer Wiener Cosy-Crime, den ich sehr gerne gelesen habe und der diesmal auch viele ernstere Seiten anschlägt.