Cover-Bild Der andere Arthur
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 377
  • Ersterscheinung: 22.01.2026
  • ISBN: 9783406843334
Liz Moore

Der andere Arthur

Roman
Cornelius Hartz (Übersetzer)

Wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann

Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der junge Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die doch etwas Entscheidendes verbindet. «Der andere Arthur» ist ein Roman über zerbrochene Lebensentwürfe, echte Freundschaften und unerwartete Neuanfänge, in dem Liz Moore zwei Außenseiter zu Helden einer tief berührenden Geschichte macht.

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Charaktere die im Kopf und Herzen bleiben

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„Das Erste, was du über mich wissen musst: Ich bin unglaublich dick.“

Dieser Satz, gesprochen mit einem schweren, fast mühsamen Atmen des Sprechers, hat mich sofort mitten in Arthurs Welt gezogen. Arthur ...

„Das Erste, was du über mich wissen musst: Ich bin unglaublich dick.“

Dieser Satz, gesprochen mit einem schweren, fast mühsamen Atmen des Sprechers, hat mich sofort mitten in Arthurs Welt gezogen. Arthur wiegt fast 300 Kilo, verlässt sein Haus nicht mehr und lebt in einer Einsamkeit, die man beim Hören förmlich greifen kann.

Worum geht es? 📖
Arthur ist ein ehemaliger Uni-Dozent, hochintelligent und isoliert von der Außenwelt. Sein einziger sind Briefe an eine alte Freundin, der er ein Leben vorgaukelt, das er gar nicht führt. Parallel dazu lernen wir den 18-jährigen Cal kennen, dessen Leben durch die Alkoholsucht seiner Mutter aus den Fugen gerät. Und dann ist da noch Yolanda, eine junge, schwangere Frau, die beginnt, in Arthurs vernachlässigtem Haus – und seinem Herzen – aufzuräumen.

Meine Empfindungen: 🤎
Ich habe Arthur so schnell ins Herz geschlossen. Seine Scham, die Gedanken, in denen er sich verfängt, und diese aufgestaute Angst waren für mich so nachvollziehbar und spürbar. Aber auch Cals Verzweiflung und Yolandas Stärke haben mich tief berührt und ich habe mich zu allen dreien verbunden gefühlt.

Ich habe mit ihnen gelitten und mich bei den hoffnungsvollen Momenten gefreut, als wären sie meine eigenen Freunde. Ich liebe den Schreibstil der Autorin, weil er mich direkt so in das Leben der Protagonisten gesogen hat. Alles hat sich echt und authentisch angefühlt.

Fazit:
Was für eine schöne, traurige und gleichzeitig hoffnungsvolle Geschichte. Ich bin so beeindruckt von dem Buch, dass ich nach diesem Erlebnis jetzt unbedingt „Gott des Waldes“ von Liz Moore lesen muss, von dem ich auch schon so viel gutes gehört habe.

Bewertung: 5/5 ⭐️
(Hörbuch-Empfehlung: Die Sprecher verkörpern die Charaktere ideal!)

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Eine bewegende Geschichte über Einsamkeit und Verlust

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Einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail erzählt Liz Wood die Geschichte von den Außenseitern Arthur und Kel. Die beiden sind komplett unterschiedliche Personen und doch teilen sie eines: die Einsamkeit.

Arthur ...

Einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail erzählt Liz Wood die Geschichte von den Außenseitern Arthur und Kel. Die beiden sind komplett unterschiedliche Personen und doch teilen sie eines: die Einsamkeit.

Arthur ist ein ehemaliger Professor, er hat sich aus der Gesellschaft zurückgezogen und wegen seines Gewichts seit zehn Jahren das Haus nicht mehr verlassen. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt sind die Mitarbeiter der Lieferdienste, die ihn wöchentlich versorgen.

Der jugendliche Kel hingegen ist auf den ersten Blick hin gut in die Gesellschaft eingebunden. Als Sportler ist er ein wichtiges Mitglied seines Teams, er hat einen kleinen Freundeskreis und gelegentlich auch eine Freundin. Doch keiner von ihnen weiß, wie es bei ihm Zuhause wirklich aussieht - damit steht er ganz alleine da.

Wir begleiten Arthur und Kel auf ihrem Weg aufeinander zu und raus aus der Einsamkeit. Mich haben beide Schicksale sehr berührt und ich bin gerne in die Gedanken- und Lebenswelt der Figuren eingetaucht. Auch wenn der Grundton der Geschichte eher melancholisch ist, blitzen immer wieder Hoffnungsfunken auf.

Fazit: ein stiller und unaufgeregter Roman, der durch seine psychologische Tiefe und die fein ausgearbeiteten Charaktere überzeugt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Intensiv und aufwühlend

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Liz Moore hat „Der andere Arthur" (Originaltitel: „Heft“) schon 2012 geschrieben und in den USA veröffentlicht. Es ist ihr zweites Buch, das jetzt auf Deutsch erschienen ist. Bei so etwas bin ich immer ...

Liz Moore hat „Der andere Arthur" (Originaltitel: „Heft“) schon 2012 geschrieben und in den USA veröffentlicht. Es ist ihr zweites Buch, das jetzt auf Deutsch erschienen ist. Bei so etwas bin ich immer skeptisch, aber neugierig bin ich auch.

Hier ist man sofort gefesselt. Arthur wiegt über 200 kg und hat resigniert. Er benutzt einfach nur noch das Erdgeschoss seines Hauses, lässt sich alles liefern, was er braucht und geht nicht mehr nach draußen. Er erzählt selbst, offen und schonungslos, wie es dazu kam, wie er sich in diesem Leben eingerichtet hat und wie es ihn aus der Bahn geworfen hat, als plötzlich Charlene bei ihm angerufen hat. Charlene war mal eine ganz besondere Studentin für ihn, jetzt braucht sie Hilfe für ihren Sohn. Sie hat einen Sohn?

Charlene hatte nicht sehr viel Glück im Leben. Ihr Sohn Kel ist es gewohnt, nicht auf Rosen gebettet zu sein und verlässt sich auf sein Talent für Sport. Er könnte ein Stipendium bekommen und Footballstar werden, nur hat er nicht den üblichen familiären Rückhalt eines Stipendiatsschülers.

Auch Kel erzählt persönlich, wie es ihm ergeht. Das ist anfangs die übliche Geschichte vom Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der nicht viel von Schule hält, aber im Sport glänzt. Schule, Partys, Drogen, Mädchen, dann auch noch die Mutter und wer mag der Vater sein? Das hat mich zunächst ein bisschen gelangweilt, aber irgendwann wird es doch sehr dramatisch und auch berührend.

Uve Teschner und Timmo Niesner lesen die Rollen von Arthur und Kel abwechselnd und machen das großartig. Uve Teschner verkörpert perfekt den abgeklärten Literaturprofessor, der sich kaum bewegen kann und weiß, es ist sein eigener Fehler. Und Timmo Niesner ist ein wunderbarer Kel, ein Junge, der ein Ziel hat, aber den seine Probleme zu erdrücken drohen.

Dieses Buch packt einen sofort auf der Gefühlsebene. Man sieht den Figuren mitten ins Herz und leidet mit. Es ist ein intensives Leseerlebnis. Alle haben große Probleme, machen Fehler, wollen aber eigentlich nur Gutes. Und dann stellt sich auch noch allmählich heraus, dass es jedem von ihnen guttut, über seinen Schatten zu springen und Neues zu wagen.

Es ist ein schönes Buch, das einen aufwühlt, überrascht, unterhält und von dem man sich wünscht, dass es nicht aufhört.

Es dauert 10 Stunden und 27 Minuten. Viel zu kurz.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Wie können sich verschiedene Leben miteinander verknüpfen?

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Wie können sich verschiedene Leben miteinander verknüpfen?

Nachdem “Der Gott des Waldes” mein absolutes Highlight in 2025 war, war ich sehr auf das neue Buch von Liz Moore gespannt. Und es war wieder ...

Wie können sich verschiedene Leben miteinander verknüpfen?

Nachdem “Der Gott des Waldes” mein absolutes Highlight in 2025 war, war ich sehr auf das neue Buch von Liz Moore gespannt. Und es war wieder absolute Klasse.

Diesmal ist es zwar kein Krimi, aber dennoch mindestens genauso mitreißend - nur eben auf eine emotionale Art und Weise.

Der ehemalige Literaturprofessor Arthur Opp lebt stark übergewichtig und vollkommen zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn. Nur wenige Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und ein Sportstipendium, während er sich zugleich um seine kranke Mutter sorgt. Als diese, eine frühere Studentin Arthurs, ihn um Hilfe bittet, kreuzen sich die Wege der beiden Außenseiter.

Wir lesen das Buch aus den beiden Perspektiven von Arthur und Kel. Ich muss gestehen, dass ich Kel noch etwas lieber gelesen habe. Dennoch ist es sehr spannend, beide Leben etwas näher zu beleuchten und zu verstehen, wie Charlene, die Mutter von Kel, diese beiden Männer zusammenführt, ohne dass sie selbst davon wissen.

Die Figuren erhalten ausreichend Raum, sich zu entfalten, sodass ihre Unsicherheiten, Träume und Ängste glaubwürdig und passend zur jeweiligen Person dargestellt werden. So kann man sich direkt in die Charaktere hineinversetzen und bestimmte Handlungen verstehen.

Zugleich wirft die Geschichte einige Fragen auf: Was macht man mit seinem Leben, wenn man sich darin gefangen fühlt? Welche Impulse braucht es, um auszubrechen und neue Wege zu gehen? Wie kann man sein Leben ändern, wenn man weiterkommen möchte?

Das Buch ist sehr gefühlvoll, intensiv und nimmt den Leser mit auf eine Reise, über die man noch lange nachdenken wird.

ISBN: 978-3406843334
Autorin: Liz Moore
Verlag: C.H. Beck
ET: 09.02.26
Umfang: 377 Seiten

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Wenn Nähe heilt: Über Einsamkeit, Schuld und stille Neuanfänge

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Der andere Arthur ist ein stilles, zutiefst menschliches Buch – eines, das nicht laut berührt, sondern leise unter die Haut geht und dort bleibt.
Liz Moore erzählt von zwei Menschen, deren Leben auf den ...

Der andere Arthur ist ein stilles, zutiefst menschliches Buch – eines, das nicht laut berührt, sondern leise unter die Haut geht und dort bleibt.
Liz Moore erzählt von zwei Menschen, deren Leben auf den ersten Blick kaum gegensätzlicher sein könnten: Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, körperlich gefangen in seinem Haus, in seinem Gewicht, in seiner Vergangenheit – und Kel, ein junger Mann am Beginn seines Lebens, voller Hoffnung, aber ebenso belastet von Verantwortung, Armut und Angst. Zwei Lebenswelten, die nichts miteinander zu tun haben sollten – und doch tief miteinander verbunden sind.
Was diesen Roman so außergewöhnlich macht, ist die Innensicht der Figuren. Du bist nicht Beobachter:in – du bist mitten in ihren Gedanken, Ängsten, Erinnerungen und Schuldgefühlen. Traumata werden nicht erklärt, sondern erlebbar gemacht. Ihre Langzeitwirkungen, ihre Vererbung über Generationen hinweg, die stillen Prägungen, die sich in Körpern, Entscheidungen und Lebensentwürfen festsetzen – all das ist fein verwoben, ohne je theoretisch zu wirken.
Besonders eindrücklich ist Arthurs Geschichte: die stille Aufgabe des Lebens, die Resignation, das langsame Verschwinden aus der Welt – und zugleich diese kaum greifbare, fragile Hoffnung, die durch die Verbindung zu Kels Mutter wieder aufscheint. Die zarte, vorsichtige Zuwendung, trotz Distanz, Lügen, jahrelangem Schweigen – voller Ambivalenz, Schuld, Sehnsucht und unausgesprochener Wahrheit. Nichts daran ist kitschig, nichts konstruiert. Es fühlt sich echt an. Schmerzhaft echt.
Die Sprache ist ruhig, präzise, empathisch – nie pathetisch, nie überladen. Moore schreibt so, dass man nicht nur liest, sondern fühlt. Die Trostlosigkeit, die Einsamkeit, die kleinen Gesten der Menschlichkeit, die stillen Momente von Nähe – alles ist sprachlich erlebbar und emotional tief verankert.
Dieses Buch erzählt von zerbrochenen Lebensentwürfen, transgenerationalen Traumata, Einsamkeit und Schuld, Fürsorge als Rettung, Hoffnung in absoluter Dunkelheit, Verbindung als Überlebensstrategie.
Und vor allem davon, dass Heilung manchmal nicht in der Selbstrettung beginnt, sondern in der Hinwendung zum Anderen.
Ein Roman, der nicht laut tröstet – sondern leise trägt.
Ein Buch, das zeigt, wie Menschlichkeit selbst dort entsteht, wo Leben längst aufgegeben scheint.
Tief, warm, schmerzhaft, schön.
Ganz klar: 5 Sterne. Ein außergewöhnlicher Roman.

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