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Veröffentlicht am 22.02.2024

Macht einfach sprachlos!

The Woman in Me
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Das Buch von Britney Spears hat schon bei Erscheinen meine Neugierde geweckt. Ich bin zwar kein Fan der Sängerin, mag aber ein paar ihrer Lieder und habe natürlich auch einiges über ihr Leben über die ...

Das Buch von Britney Spears hat schon bei Erscheinen meine Neugierde geweckt. Ich bin zwar kein Fan der Sängerin, mag aber ein paar ihrer Lieder und habe natürlich auch einiges über ihr Leben über die Medien mitbekommen.
Nachdem ich einige Rezensionen und Videos zu ihrer Lebensgeschichte gesehen habe, wollte ich ihre Biografie unbedingt lesen.

Schon von klein auf ist Musik und Tanz wichtig für Britney. So ist auch nicht verwunderlich, dass sie eines Tages wirklich auf der Bühne landet. Als Kind und Teenager war sie, wie so viele andere bekannte Musiker:innen und Schauspieler:innen, beim sogenannten Mickey Mouse Club. Dort verliebte sie sich später auch in Justin Timberlake. Zwischen den Zeilen kann man immer noch herauslesen, dass er ihr das Herz brach. Ein Vorfall, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte, hat mich entsetzt und lässt Justin nun für mich in einem ganz anderen Licht dastehen...

Wie man ohne Folgen einen Menschen für so lange Zeit der Freiheit berauben und einsperren kann, lässt mich noch immer entsetzt zurück. 13 Jahre war Britney ihrem alkoholkranken Vater und dem amerikanischen Staat ausgeliefert. Ihr Vater hat sie entmündigt und ihr jegliche Selbstbestimmung genommen. Einzig das Geld, der von ihm vorgeschriebenen Auftritte, hat er genommen und ein Leben in Saus und Braus geführt, während Britney von einem Auftritt zum nächsten hetzten musste. Statt seine Tochter nach einer gescheiterten Ehe und einer Wochenbettdepression zu unterstützen, hat er sie für verrückt erklärt und wurde von seiner Frau, die sich von ihm getrennt hatte, als Britney ein Kind war, noch unterstützt. Diese Frau und Mutter, die genau wusste, was er ihr und den Kindern damals angetan hat....es macht einfach nur sprachlos!

Wie die Musikindustrie und die Medien zu dieser Zeit mit Britney umgegangen ist, ist schändlich.
Als Frau war und ist man den männlichen Produzenten, Journalisten usw. wirklich ausgeliefert. Kein männlicher Sänger oder Schauspieler wird für seine Aktionen so vor den Pranger gestellt, denn für sie gelten andere Maßstäbe. Männer bekommen andere Interviewfragen, können unzählige Affären haben, Drogenexzesse abliefern oder Zimmer zertrümmern und werden nicht als verrückt hingestellt - wobei Britney diese Dinge gar nicht getan hat! Trotzdem wurde sie als verrückt abgestempelt und eingesperrt.

Dadurch, dass die Biografie mehrere Jahrzehnte abdeckt und nicht wirklich viele Seiten hat, leidet sie ein wenig unter Oberflächlichkeit. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und es gibt auch einige Fehler in der deutschen Ausgabe (trotz oder gerade deswegen?) der vielen Übersetzer und dem Zeitdruck. Die Biografie wurde weltweit am selben Tag veröffentlicht, was vielleicht als Erklärung herhalten kann, aber einen so großen Verlag nicht passieren dürfte!

Diese Biografie ist erschütternd und aufwühlend. Dass sich Britneys Söhne von ihr abgewandt haben, obwohl sie alles für die Beiden gab, ist traurig. Ich wünsche Britney alles Glück der Welt und dass sie Hilfe bekommt, nach allem was sie bisher durchmachen musste.

Eine Bewertung möchte ich hier nicht abgeben, denn wie soll man das Leben eines anderen Menschen wirklich bewerten?

Fazit:
Bewegend, aufwühlend und schockierend! Ein Leben, welches niemand haben möchte.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Tolle Fortsetzung

Aurelia und die Melodie des Todes
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Es ist ein unfreundlicher Herbst im Jahre 1871. Wien versinkt unter einer Nebeldecke, als sich der Ziegelbaron Meinrad Auerbach aus dem Fenster stürzt. Die Polizei nimmt den "Unfall" als Selbstmord auf, ...

Es ist ein unfreundlicher Herbst im Jahre 1871. Wien versinkt unter einer Nebeldecke, als sich der Ziegelbaron Meinrad Auerbach aus dem Fenster stürzt. Die Polizei nimmt den "Unfall" als Selbstmord auf, denn Auerbach ist einer jener Männer, die sich bei der Auftragsvergabe zur nahenden Weltaustellung 1873 in Wien verkalkuliert zu haben scheint. Kurz nach Auerbachs Tod wird in der Nähe seines Hauses ein mit einem Wiener Würfel (Pfasterstein) erschlagener Werkelmann gefunden. Haben die beiden Toten miteinander zu tun, obwohl sie aus völlig verschiedenen Schichten kommen? Oder ist ihr Tod Zufall?

Der zweite Band dieser historischen Krimireihe ist auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes gut verständlich. Grafentochter Aurelia von Kolowitz liebt es ihre spitze Feder zu zücken und unter Pseudonym böse Karikaturen für den Figaro zu veröffentlichen. Dabei ist sie auch immer auf den Laufenden, was sich in ihrem Umkreis so tut und steckt liebend gerne ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen.
Im ersten Band ist sie Polizeiagent Janek Pokorny bei der Aufklärung eines Mordfalles "zuhilfe" gekommen und er weiß, wo Aurelia auftaucht, ist ein verzwickter Kriminalfall nicht weit.
Diesmal wird die Grafentochter bei der Schwester des ermordeten Ziegelbarons zu einer Séance eingeladen. Die merkwürdige Frau, die als Medium fungiert, warnt die Hausherrin vor einer großen Gefahr. Aurelia ist beunruhigt und versucht mehr über diese omonöse Frau zu erfahren. Das hört sich jetzt alles etwas wirr an, aber wie die Fälle schlussendlich alle zusammenhängen, müsst ihr selbst herausfinden.....

Die Geschichte wird diesmal nicht nur aus der Sicht von Aurelia und Janek erzählt, sondern wir erhalten auch Einblicke durch weitere Personen und deren Gedanken. Die Figuren sind - bis hin zu den kleinsten Nebencharakteren - so lebendig beschrieben, dass ich sie wirklich bildhaft vor Augen hatte.
Neben der quirligen Aurelia, mag ich auch Janek sehr. Er möchte endlich zeigen, was in ihm steckt, denn Janek kämpft als kaiserlicher Polizeiagent noch immer um Anerkennung. Außerdem hat er sich in die Grafentochter verguckt, obwohl er weiß, dass die Standesunterschiede zu groß sind, um daraus mehr werden zu können.

Genau diese sozialen extrem unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu dieser Zeit in Wien, hat die Autorin wieder sehr gut dargestellt. Generell beschreibt sie das historische Wien in all ihren Romanen und Krimis sehr bildhaft und lebendig. Man erkennt, dass sie sich oft mit dieser Zeit beschäftigt und viel recherchiert hat.

Die Autorin führt den Leser gekonnt auf falsche Spuren. Mit einem Verdacht lag ich sogar richtig, auch wenn ich nicht die Hintergründe erahnen konnte. Der Kriminalfall ist viel komplexer und wird zum Ende hin noch richtig spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Fazit:
Mir hat auch der zweite Band dieser historischen Krimireihe sehr gut gefallen. Aurelia und Janek sind tolle Charaktere und die Atmosphäre von Wien während der k.u.k. Zeit hat die Autorin wieder großartig eingefangen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Aurelia.

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Veröffentlicht am 17.02.2024

Empfehlung für Locked-in und Spiele Fans

Die Burg
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Mit ihrem neuen Thriller "Die Burg" hat sich Ursula Poznanski wieder einem äußerst aktuellen Thema gewidmet. Es geht um die künstliche Intelligenz und was passieren kann, wenn diese plötzlich ein Eigenleben ...

Mit ihrem neuen Thriller "Die Burg" hat sich Ursula Poznanski wieder einem äußerst aktuellen Thema gewidmet. Es geht um die künstliche Intelligenz und was passieren kann, wenn diese plötzlich ein Eigenleben bekommt.
Der Untertitel "Die KI kennt den Ausweg, Mitleid kennt sie nicht" hat auch bei mir Gänsehaut hinterlassen, denn so ganz geheuer ist mir das Thema Künstliche Intelligenz auch nicht.

Mit dem Setting einer alten Burg und einem Escape-Room, der alle Facetten spielt, hat mich die Autorin aber sofort gefangen genommen.
Milliadär Nevio hat seinen Traum Wirklichkeit werden lassen und eine alte verfallene Burg restauriert. In den unterirdischen Verliesen und Geheimgängen wurde eine hochmoderne Escape Welt erschaffen, die die zukünftigen Besucher in Staunen versetzen und ihnen das Gruseln lernen soll. Durch eine künstliche Intelligenz können die Besucher individuell durch besondere Schlagwörter ihre Escape Welt bestimmen und so exklusive Abenteuer genießen.
Kurz vor der Eröffnung lädt Burgherr Nevio eine exklusive Gruppe von Menschen zu sich auf Burg Greiffenau ein, um seine neue "Unterwelt" für einen Probelauf zu testen. Dazu hat er Influencerin Yvonne Rothe, den Unternehmer Maxim Ascher, der selbst eigene Escpae-Rooms betreibt, den Kunsthistoriker und Mittelalterexperten Lothar Malerski, die Rätselkoryphäe Petra Seifert und den ehemaliger Olympiaschwimmer und C-Promy Emil Strauss eingeladen.
Neben den auserwählten Gästen lernen wir auch das Personal kennen, welches die Escape-Welt managt. Neben Alissa, die die Gäste und die Abläufe auf der Burg koordiniert, gibt es die IT-Mitarbeiter und Sicherheitsberater Jannek, Chris, Fuxo und Sam, die die künstliche Intelligenz, die sie KIsmet nennen, erschaffen haben. Während Alissa im "Kommandozentrum" die Gruppe virtuell begleitet, schließen sich Jannek und Nevio den Teilnehmern der Escape Room Tour an. Diese beginnt vielversprechend, denn die Rätsel unterhalb der Burg sind voller Abenteuer, Fantasie und der allerneuersten Technik. Doch dann beginnt KIsmet, ein Eigenleben zu entwickeln und plötzlich wird aus Spiel Ernst....

Als Leser begleiten wir beiden Gruppen und erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Aus dem Blickwinkel der Spieler ist es Maxim, aus dessen Sicht überwiegend erzählt wird, während wir durch Alissa erfahren, was sich hinter den Kulissen abspielt.
Für mich sind die Figuren und die Charakterdarstellung noch immer das große Manko der Autorin. Bereits in vielen ihrer anderen Romane waren die Figuren mein Kritikpunkt. Sie sind mir zu oberflächlich.
Dafür ist das Setting grandios und die Atmosphäre ist düster und beklemmend.
Ein Thriller war "Die Burg" für mich trotzdem nicht. Mich erinnerte die Geschichte durch die verschiedenen Rollenspiele eher an "Erebos", was ich damals regelrecht verschlungen habe. Auch hier vermischt Ursula Poznanski gekonnt Mittelalter-Setting, düstere Fantasy und Spannung. Wer Locked-in Szenarien liebt, kann hier auf jeden Fall zugreifen!

Der eher jugendlich gehaltene Schreibstil erinnert mehr an ihre Jugendbücher, was mich aber nicht störte. Ich liebte es in die virtuelle Welt einzutauchen, mich durch dunkle Wälder oder mittelalterliche Peststädte zu kampfen, kryptische Nachrichten zu entschlüssen oder in letzter Sekunde dem Grauen davon zulaufen. All das hat mich an die Geschichte gefesselt.
Natürlich steht im Mittelpunkt, wie und ob es die Spieler schaffen aus der Burg und der KI zu entkommen. Während die Geschichte sehr spannend begann, gab es im Mittelteil dann doch einige kleine Längen. Das Ende ist überraschend und passte für mich.
Ursula Poznanski zeigt mit "Der Burg" auf, was künstliche Intelligenz alles anrichten kann und regt ihre Leser zum Nachdenken an.

Fazit:
Ursula Poznanski hat sich wieder einem sehr aktuellen Thema gewidmet. Die düstere Atmosphäre und die virtuellen Spielchen haben mich sehr gut unterhalten. Als Thriller empfand ich den Roman hingegen nicht, sondern als eine sehr unterhaltsame Geschichte mit gruseligen Elementen und einem Tick Mittelalterfeeling. Insgesamt fand ich "Die Burg" gut gelungen.

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Veröffentlicht am 14.02.2024

Die Suche

Der Tag, an dem du verschwindest
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Mit "Der Tag, an dem du verschwindest" geht sie in eine etwas andere Richtung als bei ihrem Roman "Solange sich die Wellen brechen", wo sie über das Surfen und dem zu sich selbst finden der Protagonistin ...

Mit "Der Tag, an dem du verschwindest" geht sie in eine etwas andere Richtung als bei ihrem Roman "Solange sich die Wellen brechen", wo sie über das Surfen und dem zu sich selbst finden der Protagonistin schreibt.

In diesem Spannungsroman ist wiederum der Ausgangspunkt Australien und die wunderschöne Byron Bay im Osten des Landes. Dort trifft Molly auf die etwa gleichaltrige Emily und freundet sich mit ihr an. Emily ist eine sehr stille und zurückgezogene junge Frau. Molly versucht sie aus ihrem Schneckenhaus zu holen und gemeinsam lernen sie drei Jungs einer Surfer Clique kennen: Shane, Buz und Alec. Letzterer ist Franzose und gerade in Australien unterwegs. Molly verguckt sich in Alec und wird eifersüchtig, als sie eine Zeichnung von Emily in seinem Skizzenbuch entdeckt. Nach einem Streit mit Emily ist diese plötzlich verschwunden, so wie auch Alec, der anscheinend das Land verlassen hat. Die Suche nach Mollys Freundin bleibt erfolglos.

Auch zehn Jahre später ist das Rätsel um Emilys Verschwinden nicht aufgeklärt, als Emily plötzlich in den Nachrichten Alec entdeckt. In Biarizz in Frankreich wurde eine Bar durch einen Molotow Cocktail verwüstet und Molly ist sich sicher, dass der Mann, der sich von der Reporterin abgewandt hat, Alec war. Sie recherchiert und findet ihn unter dem Namen Christophe Durand wieder. Er ist Inhaber einer Galerie. Überstürzt kauft sie sich ein Flugticket nach Biarizz, um sich diesen Christoph Duran näher anzusehen...

Die Handlung ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt und erzählt die Geschichte vor dem Verschwinden von Emily in Australien und der Suche von Molly in der Gegenwart in Frankreich. Am Ende sind wir wieder in Australien und erfahren, was an dem Tag passierte, als Emily verschwand. Die meisten Kapitel sind aus der Sicht von Molly erzählt, aber auch einige aus der Sichtweise von Emily und Christophe.

Ein toller Plot und vorallem auch ein wunderbar bildhaft dargestelltes und atmosphärisches Setting. Den Strand von Bayron Bay hatte ich wirklich vor Augen, aber auch das eher kalte und stürmische Biarizz im November. Man begleitet Emily durch die Gassen des mondänen Seebads, welches außerhalb der Saison eher rauh und kalt wirkt und mir Gänsehaut bereitet hat.

Die Figuren im Roman sind reduziert und vorallem Molly und Alec sind sehr gut charakterisiert. Man erfährt so einiges über ihr Leben und ihre Gefühlswelt.
Leider fehlte es mir vorallem in der Mitte des Romans an Spannung. In Biarizz hatte ich das Gefühl genauso planlos wie Molly in der Geschichte herumzuirren. Ihre Verhaltensweisen fand ich manchmal nicht wirklich nachvollziehbar. Das begann eigentlich schon mit der sehr überstürzten Abreise nach Biarizz - ich meine Frankreich ist nicht gerade um die Ecke von Australien aus. Aber auch das weitere eher planlose Verhalten bei der Suche kam bei mir nicht richtig an.
Im letzten Drittel wurde es dann aber richtig spannend und ich war neugierig, was hinter Emilys Verschwinden steckt. Die Auflösung ist logisch und gelungen.

Noch ein Wort zum Cover:
Darauf sieht man das Cape Byron Lighthouse, welches auch in der Geschichte ein besondere Rolle spielt. Außerdem weckt es Fernweh in mir, denn ich liebe Leuchttürme.

Fazit:
Der Spannungsroman hat einen tollen Plot und die Autorin besticht durch eine sehr bildhafte und atmosphärische Beschreibung des Settings. Leider war mir die Spannung, vorallem in der Mitte, zu wenig. Im letzten Drittel wird dann richtig Gas gegeben und ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen.

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Leider keine Leseempfehlung für wahre Thrillerfans

Zimmer 55
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Ich liebe Schweden-Krimis und der Klappentext von "Zimmer 55" hörte sich wirklich super spannend an. Leider kann die Umsetzung nicht mithalten, obwohl die ersten Kapitel des Thrillers wirklich gut begonnen ...

Ich liebe Schweden-Krimis und der Klappentext von "Zimmer 55" hörte sich wirklich super spannend an. Leider kann die Umsetzung nicht mithalten, obwohl die ersten Kapitel des Thrillers wirklich gut begonnen haben.

Anna Varga, frisch promovierte Psychologin, lässt Stockholm hinter sich, um in Dalarna an der Klinik für Forensische Psychiatrie zu arbeiten. Eine Stelle in der renommierten Klinik Särna war schon immer ihr großer Wunsch und nach dem Ende ihrer Beziehung, freut sie sich auf einen Neuanfang. Außerdem arbeitet dort auch Lina, Annas beste Freundin, die schon länger dazu drängt nach Särna zu kommen.

Kaum in der Klinik angekommen, fällt Anna eine mysteriöse Botschaft auf ihrem Spiegel auf. „Nimm dich vor den Anderen und Zimmer 55 in Acht.“ Sie erfährt außerdem, dass ihre Vorgängerin, deren Job sie bekommt, spurlos verschwunden ist. Das Klinikpersonal hält sich bedeckt, was das Verschwinden der ehemaligen Psychologin angeht. Weiters soll ein ganz besonderer Neuzugang für Anna eine berufliche Herausforderung werden.
Auch in ihrer neuen Wohnung, die mir beim Lesen äußerstes Unbehagen bereitet hat, erhält sie anonyme Briefe. Somit scheint der Neubeginn in Dalarna nicht so einfach zu werden....

Die Kapitel sind äußerst kurz und sind oft nur eine halbe Seite lang. So kommt man zwar zügig durch das Buch, aber der eher emotionslose Schreibstil hat meine Lesefreude dann doch etwas eingeschränkt. Außerdem fühlt man sich oftmals mitten aus der Szene gerissen, während es an anderer Stelle wieder weitergeht. Dadurch bekommt man schwer Zugang zu den Charakteren.
Die Atmosphäre ist düster und passt perfekt zum Setting. Die Figuren sind durchwegs unsympathisch, was mich aber nicht allzu sehr störte. Das Gegenteil waren jedoch so einige Schreib- und Übersetzungsfehler (ich sage nur "Balkonkrieg" statt "Balkankrieg" - wo ist hier bitte das Lektorat?), sowie leider auch genug Logikfehler.

Die Polizei und die Presse spielen neben der Klinikhandlung eine Rolle, jedoch empfand ich diese eher mehr als Lückenfüller. Wirklich logische Zusammenhänge konnte ich nicht wirklich erkennen.
Genervt haben mich einige spicy Szenen, die ich in einem Thriller nicht brauche. Außerdem wurden sowohl die Krankenschwestern, als auch die Ärztinnen so klischeehaft beschrieben, dass der notgeile Arzt leichtes Spiel mit ihnen hatte. Und das kommt noch dazu von einer Autorin! Nein, danke!

Das Ende kommt zu abrupt und hier hätte ich gerne etwas mehr dazu erfahren, denn die Hintergrundgeschichte zur Auflösung war interessant. Warum man allerdings Jahrezehnte dazu brauchte, bis Anna endlich die Lösung fand, erschloss sich mir auch nicht wirklich.

Fazit:
Man hätte aus diesem Setting und der Geschichte wirklich viel rausholen können, was der Autorin leider nicht gelungen ist. Von mir gibt es vorallem für eingefleischte Thrillerfans keine Leseempfehlung!

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