Profilbild von tinstamp

tinstamp

Lesejury Star
offline

tinstamp ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tinstamp über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2023

Wer die passende Urlaubslektüre sucht, ist hier richtig

Die kleine Eismanufaktur in Amalfi (Kleine Läden in Amalfi 1)
0

"Die kleine Eismanufaktur in Amalfi" ist ein Roman für alle, die dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren oder sich vorher darauf einstimmen wollen. Ich schwelgte in den wunderschönen Bildern der Amalfiküste, ...

"Die kleine Eismanufaktur in Amalfi" ist ein Roman für alle, die dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren oder sich vorher darauf einstimmen wollen. Ich schwelgte in den wunderschönen Bildern der Amalfiküste, die ich mir neben der Leküre ansah. Einfach traumhaft schön!

Dieser Roman ist der erste Teil einer Buchreihe von Roberta Gregorio über drei Freundinnen, die in Amalfi im Palazzo La Fontana ihre Läden führen. Im kleinen Eisladen verzaubert Livia mit ihren köstlichen Kreationen Einheimische und Urlauber. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters führt sie ihren Beruf mit großer Leidenschaft aus. Ihre besten Freundinnen Carolina und Diletta sind immer an ihrer Seite und haben ihre Läden gleich nebenan. Für Freizeit bleibt Livia kaum Zeit. Eines Abends lernt sie auf der Piazza vor der Gelateria einen Mann kennen, der Livia nicht mehr aus dem Kopf geht. Auch Marios Herz klopft schneller, wenn er an die Eisverkäuferin denkt. Ein Eisliebhaber ist er jedoch keiner - er mag kein Eis. Trotzdem probiert er Livias Kreation und die beiden nähern sich immer mehr an. Doch Livia hat das Gefühl, dass ihr Mario etwas verheimlicht....

Roberta Gregoria hat mich von Beginn an den ganz besonderen Flair der Amalfiküste spüren lassen. Obwohl ich noch nie in Amalfi und Umgebung war, hatte ich das Gefühl als Zuschauer vor Ort zu sein. Ich roch das Meer, hatte die malerische Landschaft vor Augen und bekam Lust auf einen Limoncelli oder eine der leckeren Eiskreationen von Livia.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lässt sich ausgesprochen angenehm lesen. Die Seiten flogen nur so dahin.
Die Figuren sind liebevoll gezeichnet - bis hin zu den Nebencharakteren.
Livia, die die Leidenschaft für die Eisherstellung von ihrem Vater geerbt hat; Filippa, die Großmutter, die für ihre Enkelin immer ein Fels in der Brandung ist und Andrea, der Pförtner, der stets zuvorkommend und der seiner Liebe treu geblieben ist. Carolina und Diletta sind Freundinnen, wie man sic sich wünscht. Sie sind immer füreinander da. Und dann ist da noch Mario, der nicht wirklich weiß, wohin er gehört und was wahre Liebe wirklich bedeutet.
Zwar ist die Liebesgeschichte ziemlich vorhersehbar, aber das erwartet man auch bei Wohlfühlromanen, wie diesen. Ich habe hier eindeutig auch bekommen, was ich gesucht hatte. Einzig die Handlung um Nonna Filippa und Pförtner Andrea war mir ein bisschen zu kitschig, auch wenn mir generell Liebesgeschichte bei älteren Figuren gut gefallen.

Jedes Kapitel beginnt mit einer ehemaligen neuen Eiskreation, die Livias Vater hergestellt hat und die dazugehörige Erinnerung an diesen Augenblick. So lernt man den Vater besser kennen, der viel zu früh verstorben ist.

Ein toller Wohlfühlroman, der einem zu 100% Urlaubs- und Sommerfeeling bringt!

Cover:

von links nach rechts:
das ungarische und das bulgarische Cover

Eigentlich hatte ich nach einem italienischen Originalcover gesucht. Nachdem ich die Autorin gegoogelt habe, erfuhr ich, dass sie Deutsche ist und seit vielen Jahren in Südtitalien lebt.

Fazit:
Wer einen Wohlfühlroman sucht, der die Urlaubssehnsucht weckt, der muss hier auf jeden Fall zugreifen! Man bekommt bei dieser Geschichte bildhafte Landschaftsbeschreibungen geliefert, sowie sympathische Figuren, mit denen man am liebsten gemeinsam auf der Piazza zusammensitzt und Eis isst. Zum Füße hochlegen und träumen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2023

Eine Hommage an die Küche

Wiener Melange für zwei
0

Auf diesen Roman von Nadine Fauland hab ich mich sehr gefreut. Inhaltsangabe und das schöne Cover mit den Kaffeetassen haben mich sehr angsprochen. Als "Coffeeholic" und Österreicherin empfand ich "Wiener ...

Auf diesen Roman von Nadine Fauland hab ich mich sehr gefreut. Inhaltsangabe und das schöne Cover mit den Kaffeetassen haben mich sehr angsprochen. Als "Coffeeholic" und Österreicherin empfand ich "Wiener Melange für zwei" als perfekte Lektüre. So ganz wurde sie es leider dann doch nicht...

Lissy betreibt in Wien einen Lieferservice der besonderen Art. Sie kocht nach dem Gefühlen der Gäste, die sich per Mail an den "Pizzakummerkasten" wenden. Zugeschnitten auf die jeweilige Nachricht erhält jeder Kunde sein individuelles Menü. Lissy, ihr Koch Pierre und Lehrling Max geben sich dabei ganz besondere Mühe ihren Gästen mit ihren kulinarischen Genüssen den Kummer zu vertreiben. Doch bei Matthias greift Lissy daneben. Er hinterlässt eine schlechte Bewertung, die Lissy vollkommen aus dem Gleichgewicht bringt. Deshalb versucht sie Matthias, den sie "Mr. Crunch" nennt, etwas Neues zu kochen und bringt ihm ihr neues Menü bis vor die Tür.

Ich hatte anfangs ein paar Probleme in die Geschichte zu kommen. Ich musste mich zuerst an die langen, verschachtelten Sätze, die jedoch mit einem wunderschönen poetischen Schreibstil erzählt werden, gewöhnen. Mit Hunger sollte man diesen Roman auf keinen Fall lesen!
Man bekommt laufend leckere Kreationen vorgesetzt und selbst nachdem man gut gegessen hat, läuft einem bei den bildhaften Beschreibungen das Wasser im Mund zusammen. Obwohl ich selbst nicht wirklich ein Genuss-Esser bin und auch nicht gerne koche, musste ich mich zusammenreißen, nicht den Kühlschrank zu plündern. Ich denke aber auch, dass genau diese Eigenschaften von mir auch dazu beitragen, dass ich für "Wiener Melange für zwei" nur eine durchschnittliche Bewertung geben kann. Hier geht es wirklich fast nur ums Essen....und das ist nicht wirklich meine Thema.
Daneben beschreibt die Autorin unsere wunderschöne Hauptstadt und was vielen vielleicht aufstoßen wird: die Geschichte spielt während der Pandemie und des Lockdown. Mich störte es nicht wirklich.

Lissy ist eine lebensfrohe und humorvolle Person, die ihren Kunden liebevolle Spitznamen gibt. Pierre ist der typisch klischeehafte französische Koch, der mit Genuss und Liebe kocht. Mit Max erlebt man immer wieder lustige Situationen, die den Roman auflockern, genauso wie Lissy's beste Freundinnen Lenka und Angi. Matthias ist hingegen unfreundlich, wirkt unnahbar und knurrig. Er befindet sich zur Zeit in einer schwierigen Lebensphase, in der er nur schlecht Hilfe annehmen kann.
Positiv möchte ich anmerken, dass der Verlag österreichische Wörter nicht eingedeutscht hat. Dies hätte den Wiener Charme nämlich komplett ruiniert. Danke, Bastei Lübbe!

Nochmals betonen muss ich den wunderbaren poetischen Schreibstil und die tollen Metapher, die Nadine Fauland immer wieder einbaut. Dabei greift sie auch ernste Themen auf, die der Süße einen kleinen bitteren Nachgeschmack geben. Die Liebesgeschichte spielt natürlich auch eine größerer Rolle, wobei diese außergewöhnlich ist und sich nicht in die 08/15 Lovestories einreiht. Warum? Das müsst ihr selbst lesen!

Fazit:
Eine Hommage an das Essen und Kochen mit Wiener Charme und einer nicht alltäglichen Liebesgeschichte. Für mich leider nicht das erwartete Highlight, aber eine wunderschön poetische Geschichte, die das Leben trotz Pandemie feiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2023

Großartiger erster Teil

Geteiltes Land – Zwischen Angst und Freiheit
0

Der erste Band dieser Trilogie von Farina Eden hat mich wirklich sehr überrascht! Einige Geschichten über die Zeit kurz vor dem Mauerbau und der Trennung von Ost- und Westdeutschland habe ich bereits gelesen, ...

Der erste Band dieser Trilogie von Farina Eden hat mich wirklich sehr überrascht! Einige Geschichten über die Zeit kurz vor dem Mauerbau und der Trennung von Ost- und Westdeutschland habe ich bereits gelesen, doch "Geteiltes Land" hat mich wirklich aufgewühlt und absolut gefesselt!

Die Schwestern Gesine und Sonja leben mit ihrer schwangeren Mutter in Ost-Berlin. Ihr Vater, der gelegentlich zu Besuch kommt, lebt schon längere Zeit im Westen der Hauptstadt. Obwohl sich die Eltern getrennt haben, pflegen sie ein gutes Verhältnis zueinander. Sonja, die jüngere Schwester, träumt davon endlich im Westen bei ihrem Vater zu wohnen, während sich Gesine um ihre Mutter und um das kommmende Geschwisterchen sorgt. Ihr zuliebe hält sie sich mit negativen Äußerungen gegenüber der DDR zurück. Sonja fällt der Stasi hingegen bald auf. Sie rebelliert immer wieder während des Unterrichts gegen die Vorgaben des Staates. Ihre Tante Elise, die als Lehrerin an der selben Schule unterrichtet, kann sie noch vor dem Schulverweis retten. Elise steht dem System positiv gegenüber. Dabei gerät sie jedoch immer mehr in die Fänge eines Stasi-Mannes und schrickt schlussendlich nicht davor zurück auch Freunde und Familie zu verraten.
Als Gesine bei einem Besuch bei ihrem Vater Max in Westberlin den Studenten Peter kennenlernt, verlieben sich die beiden. Gesine möchte zuerst ihre Ausbildung beenden, bevor sie ebenfalls in den Westen zu Peter geht. Doch dann wird ihr gemeinsames Glück über Nacht durch den Bau der Mauer zerstört....

In diesem ersten Teil begleiten wir die Familie Richter von 1960 bis 1963. Die Autorin erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Als Leser können wir deshalb die einzelnen Gefühlslagen sehr real miterleben. Man spürt die Angst und den Schrecken, als Familien über Nacht auseinandergerisssen werden. Trauer und Entsetzen wechseln sich mit Hoffnung ab.
Als Leser erhält man einen Einblick in ein Regime, in dem es keine freie Meinungsäußerung, Schul- und Berufswahl gibt. Unvorhersehbare Wendungen erhöhen dabei die Spannung und haben mich oftmals fassungslos den Kopf schütteln lassen. Gesine erlebt unmenschliche Schikanen. Diesbezüglich habe ich bereits in "Kranichland" von Anja Baumheier gelesen. Die Methoden der Stasi, wie Isolation, Schlafentzug und psychische Spielchen haben mich schon bei der damaligen Lektüre fassungslos gemacht.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich an die Geschichte gefesselt hat. Die Charaktere sind deatilliert gezeichnet und lebendig. Die politischen Zusammenhänge werden sehr gut erklärt. Die Handlung, mit ihren unvorhersehbaren Wendungen, ist fesselnd, dramatisch und aufwühlend.

Farina Eden wurde zu dieser Geschichte durch wahre Begebenheiten in ihrer eigenen Familie und Bekanntenkreis inspiriert. Der zweite Band liegt bereits hier!

Fazit:
Ein sehr emotionaler Roman über die deutsch-deutsche Geschichte, der aufwühlt und diese Zeit näher bringt. Eine spannende Zeitreise, toll recherchiert und absolut lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2023

Gelungener Auftakt der Dilogie

Eifelfrauen: Das Haus der Füchsin
0

Brigitte Riebes neuer Roman ist natürlich sofort auf meine Wunschliste gehüpft, nachdem ich den ersten Teil der neuen "Eifelfrauen Dilogie" in der Vorschau gesehen habe. Mit "Das Haus der Füchsin" ist ...

Brigitte Riebes neuer Roman ist natürlich sofort auf meine Wunschliste gehüpft, nachdem ich den ersten Teil der neuen "Eifelfrauen Dilogie" in der Vorschau gesehen habe. Mit "Das Haus der Füchsin" ist ihr wieder eine grandiose Geschichte gelungen.

Diesmal befinden wir uns in der Eifel in den 20iger und 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Tabakfabrikantenfamilie Fuchs aus Trier feiert die Verlobung ihres Sohnes Heinrich und die Volljährigkeit ihrer Tochter Johanna. Plötzlich taucht eine fremde Frau auf und gibt bekannt, dass Johanna den kleinen Hof ihrer Tante Lisbeth geerbt hat. Ihre Eltern weichen den Fragen ihrer einzigen Tochter über die ihr unbekannten Tante immer wieder aus. Diese scheint das schwarze Schaf der Familie gewesen zu sein.

Johanna ist jedoch fest entschlossen, sich ihr mögliches Erbe anzusehen und dann erst ihre Entscheidung zu treffen. Bevor jedoch Haus und Land an Johanna geht, muss sie eine Bedingung erfüllen. Sie muss ein halbes Jahr auf dem Hof leben und sich um die Tiere kümmern.
Im Erbe der unbekannten Tante sieht Johanna die Möglichkeit der Bevormundnung ihrer Eltern zu entkommen. Als sie den kleinen Hof mitten in Altenburg, umgeben von blühenden Apfel- und Kirschbäumen, sowie die Tiere, die sie versorgen soll sieht, verliebt sie sich augenblicklich in diesen wunderschönen Flecken Erde. Johanna gewöhnt sich bald an die ungewohnte schwere Arbeit. Die Einwohner des Dorfes beäugen sie jedoch skeptisch, denn ihre Tante war eine Außenseiterin. „Das Haus der Füchsin” , so wird das Häuschen Nummer 18 genannt. Ein Ort, so verwunschen wie seine damalige Besitzerin. Nur Kätt, die Nachbarin und Lisbeths Freundin, sowie die Dorfhebamme Eva, unterstützen Johanna. Doch wer war Lisbeth Fuchs wirklich? Und warum wird ihr Name in der Familie so beharrlich totgeschwiegen?

Wir begleiten Johanna, ihre Familie und Freunde von 1920 bis 1938. Die politische Lage verändert nicht nur Johannas Leben, sondern besonders das ihrer jüdischen Familienangehörigen. Ich habe mit ihnen allen gebangt und mitgelitten und mich über Arroganz und Rechtsradikalismus geärgert. Die Autorin schildert die politischen Geschehnisse, wie die Inflation und das Erstarken des Nationalsozialismuses, äußerst bildhaft. Zahlreiche Wendungen erhöhen die Spannung und lassen den Leser oftmals sprachlos zurück.

Die Charaktere sind bis hin zu den Nebenfiguren lebendig dargestellt und besitzen Tiefe. Johanna ist eine starke junge Frau. Sie ist mutig und stellt sich den neuen Herausforderungen. Zusätzlich muss sie mit Ablehnung, einer aussichtslosen Liebe und Bosheiten zurechtkommen. Stärke geben ihr ihre beiden Freundinnen Kätt und Eva, sowie die Füchsin, die sie abends öfters besucht. Diese spielt in der Geschichte ebenfalls eine wichtige Rolle.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist ausdrucksstark, einfühlsam und atmosphärisch. Von der ersten Seite an taucht man in die Geschichte ein. Das historische Zeitgeschehen ist in die Handlung perfekt eingebunden.

Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt dieser Dilogie, die in die schöne Eifel führt. Brigitte Riebe hat wiederum eine faszinierende Geschichte geschrieben, die große Vorfreude auf den zweiten Teil macht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2023

Der bisher schwächste Elsberg

°C – Celsius
0

Marc Elsberg bringt in seinem Wissenschaftsthriller immer brandaktuelle Themen ein. Dieses Mal hat er sich der Klimakrise gewidmet - ein hochbrisantes Thema und aktueller geht es kaum.
Als plötzlich große ...

Marc Elsberg bringt in seinem Wissenschaftsthriller immer brandaktuelle Themen ein. Dieses Mal hat er sich der Klimakrise gewidmet - ein hochbrisantes Thema und aktueller geht es kaum.
Als plötzlich große schwarze Flugobjekte über dem chinesischen Luftraum entdeckt werden, denken alle an einen Angriff. Die amerikanische Flotte ist in Alarmbereitschaft. Einzig eine Klimawissenschaftlerin des Climate Control Center der UNO erkennt, dass dies keine Kampfdrohnen sind, sondern unbekannte Flugobjekte, die höher als Flugzege steigen können und somit in die Atmosphäre gelangen. Diese Flugobjekte setzen in großer Höhe chemische Substanzen frei, die wie ein großer "Sonnenschirm" wirken und auf der ganzen Welt die Temperaturen senken.

Zur selben Zeit wird die Weltpresse nach China auf den Mount Everest eingeladen und das Ziel dieser Aktion vorgestellt. China versucht damit eine kontrollierte Absenkung der weltweiten Durchschnittstemperatur und wirft gleichzeitig den westlichen Nationen vor, dass sie ihre Pflichten zum Klimaschutz in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt haben. Das Climate Control Center der UNO und viele UN-Mitgliedsstaaten äußern Bedenken und fordern China auf, das Programm sofort zu stoppen. Es kommt zur Bildung einer Gegenallianz, die ihr eigenes Geoengineering-Programm vorstellt.
Weiters bekommt einer der Journalisten am Mount Everest einen sieben Jahre alten Film zugespielt, der dieselben Flugobjekte zeigt. Der Film wurde nie veröffentlicht und die meisten der eingesetzten Schauspieler sind nicht mehr am Leben.....

Marc Elsberg fragt sich in seinem Roman, was passieren könnte, wenn ein Staat das Weltklima an sich reißen möchte. Dies hat er in meinen Augen allerdings etwas ungeschickt gemacht, obwohl klar ersichtlich ist, dass er etwas davon versteht und sich mit Thema sehr beschäftigt hat.
Schon der Start war etwas holprig! Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, jedoch lernen wir in schneller Folge einen Protagonisten nach dem anderen kennen und wechseln zusätzlich die Kontinente. Wir wechseln zwischen China, den USA, Deutschland, Kenia, Uganda... Kaum hat man sich eingelesen, bekommt man eine andere Figur in einem anderen Land vorgesetzt. Mit der Zeit wiederholen sich die wichtigsten Personen, trotzdem bleibt die Anzahl der Charaktere sehr hoch. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches ist deshalb wirklich hilfreich.

Am meisten haben mir es aber die nicht gekenntzeichneten Zeitsprünge schwer gemacht. Die Geschichte ist sehr komplex (wie immer bei Elsberg). Durch diese unkontrollierten Zeitsprünge hatte ich manchmal wirklich Probleme zu erkennen, was bereits passiert ist und was nicht. Zusätzlich gibt es noch zwei Filme, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Diese werden ebenfalls erzählt. Als Leser erhält man diese Informationen genauso erzählt, wie den Rest der Handlung - bis man bemerkt, dass dies nicht die Realität ist. Erst nach einigen Seiten heißt es dann: Hoppla, dass war ein Film. Das hat mich sehr irritiert. Aber damit nicht genug...wir bekommen nochmals einen Film vorgesetzt, ohne zu wissen, dass es einer ist. Im Endeffekt sind wir zum Schluss genauso gescheit, wie am Anfang. Natürlich können wir nicht in die Zukunft sehen, aber ich hatte nicht erwartet, dass uns Elsberg ein Szenario vorsetzt, dass schlussendlich im Sand verläuft....

Positiv ist, dass es der Autor wieder schafft, viele beängstigende Fakten aufzuzeigen, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Man erhält ebenfalls Einblicke in verschiedene Ansichten einzelner Personen und die Auswirkungen der Klimakatastrophe auf das Leben rund um den Erdball.

Fazit:
Für mich der leider bisher schwächste Elsberg...stellenweise zu langatmig und zu verwirrend. Man bekommt das Gefühl, dass sich der Autor mit Steigerung der Seitenanzahl immer mehr verzettelt. Was anfangs noch interessant zu lesen ist, wird zusehends verwirrend und zäh. Wer noch keinen Elsberg kennt, dem würde ich raten ein anderes Buch des Autoren zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere