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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Witzige Verwechslung

Falsche Nummer, richtiger Mann
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Durch eine Nachricht auf ihrem Handy, von der May glaubt, dass sie von ihrer Schwester stammt, besucht sie eine zwielichtige Bikerbar. Mit ihrem Vorstadt-Outfit und einem Chihuahua unter dem Arm fällt ...

Durch eine Nachricht auf ihrem Handy, von der May glaubt, dass sie von ihrer Schwester stammt, besucht sie eine zwielichtige Bikerbar. Mit ihrem Vorstadt-Outfit und einem Chihuahua unter dem Arm fällt sie auf, wie ein bunter Hund. Prompt gerät sie in eine Schießerei, aus der sie nur knapp von einem bärtigen Fremden gerettet wird. Der gefährlich aussehende Fremde entpuppt sich als Chef einer privaten Sicherheitsfirma, den Bourbon Street Boys, der Undercover ermittelte. Leider ist für May die Gefahr noch nicht vorüber, so dass sie auf die Hilfe der Bourbon Street Boys angewiesen ist.
Die Protagonistin May Wexler wird durch einen dummen Zufall aus ihrer heilen rosa Vorstadtwelt in die kriminelle Unterwelt katapultiert. Sehr unterhaltsam ist, wie sie versucht, mit dem Kulturschock klarzukommen. Mit ihrer chaotischen und direkten Art wirkt sie sehr sympathisch.
Der Schreibstil liest sich leicht und locker. Das Buch ist witzig geschrieben und ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Einen kleinen Abzug gibt es von mir dafür, dass manche Charaktere, wie Ozzie, etwas zu geheimnisvoll waren oder mir ihre Motive fehlten. Aber möglicherweise wird das in den folgenden Teilen klarer.

Der Auftakt der Reihe um die Bourbon Street Boys macht Spaß und bietet unterhaltsame Lesestunden. Ich bin gespannt auf die nächsten Teile.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Harter Stoff

Das Blut der Hirsche
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Zack Herry ist wieder da. Er scheint sein Leben endlich wieder im Griff zu haben und hat seine schwere Drogensucht überwunden. Wie fragil dieser Frieden ist, weiß er nur in seinem Innersten selbst.
Doch ...

Zack Herry ist wieder da. Er scheint sein Leben endlich wieder im Griff zu haben und hat seine schwere Drogensucht überwunden. Wie fragil dieser Frieden ist, weiß er nur in seinem Innersten selbst.
Doch in dem neuesten Fall der Sondereinheit geht es ausgerechnet um eine neue Designerdroge. Sechs Jugendliche werden nach einer Party auf einer Insel im Schärengarten grausam zugerichtet aufgefunden. Scheinbar hatten sie alle eine neue Partydroge „Bambi“ im Blut, die sie zu dieser entsetzlichen Tat getrieben hat. Zack Herry und seine Einheit laufen auf Hochtouren, damit nicht noch weitere Jugendliche der Droge zu Opfer fallen.

Dies ist bereits der dritte Teil des Autorenduos Mons Kallentoft und Markus Lutteman um den jungen Kommissar Zack Herry. Wie auch in den beiden Vorgängern geben die Autoren dem Leser keine Zeit zum Durchatmen. Die Handlung ist trotz verschiedener Handlungsstränge dicht gewebt und hochspannend. Auch drogenfrei agiert Zack Herry wie ein Getriebener, wobei er selbst nicht genau weiß, was ihn antreibt. Die Handlung ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Schockmomente und überraschende Wendungen sind an der Tagesordnung, so dass man als Leser manchmal sprachlos zurückbleibt. Die buchübergreifende Rahmenhandlung beantwortet in diesem Teil einige Fragen und wirft wieder neue auf. So kann man nur mit Spannung auf den nächsten Teil warten.

Ich kann diese Buch und die gesamte Reihe ausnahmslos weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Interessante Käfertour

Rosi & Mücke - Eine Käferfreundschaft
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Rosi und Mücke sind zwei Käferfreunde, die sich gemeinsam auf so manche abenteuerliche Reise begeben. „Die erste Reise“ ist der zweite Teil dieser Kinderbuchserie um die beiden Freunde.
Rosenkäfer Rosi ...

Rosi und Mücke sind zwei Käferfreunde, die sich gemeinsam auf so manche abenteuerliche Reise begeben. „Die erste Reise“ ist der zweite Teil dieser Kinderbuchserie um die beiden Freunde.
Rosenkäfer Rosi und Waldlaufkäfer Mücke treffen auf ihrer kleinen Expedition auf verschiedene heimische Tier- und Pflanzenarten und erfahren in jedem der kurzen Kapitel etwas Spezielles über das jeweilige Tier oder die Pflanze. Dabei werden sogar Vorgänge, wie die Photosynthese, einfach und verständlich mithilfe von Bildern erklärt.
Kleineren Kindern muss man beim Vorlesen natürlich noch einiges nebenbei erklären, aber ansonsten sind die Sprache und die Erläuterungen durchaus kindgerecht. Selbst als Erwachsener lernt man beim Lesen dieses Kinderbuches eine Menge.
Die Illustrationen sind total niedlich und veranschaulichen den Text. Im Glossar findet man noch richtige Fotos zu den Pflanzen und Tieren, so dass die Kinder eine genauere Vorstellung bekommen und die Tiere und Pflanzen auch in der „echten“ Natur wiedererkennen können.
Das Buch ist wirklich interessant und sehr liebevoll gestaltet. Der naturwissenschaftliche Teil überwiegt etwas über der fiktiven Käfergeschichte, aber das mindert nicht den Lesespaß.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Tolle Fortsetzung und Steigerung zum ersten Teil

Gut Greifenau - Nachtfeuer
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Der zweite Teil „Nachtfeuer“ der Trilogie um das hinterpommersche Landgut Greifenau schließt nahtlos an den ersten Band an. Doch eine Verschnaufpause wird dem Leser nach dem Cliffhanger des ersten Teils ...

Der zweite Teil „Nachtfeuer“ der Trilogie um das hinterpommersche Landgut Greifenau schließt nahtlos an den ersten Band an. Doch eine Verschnaufpause wird dem Leser nach dem Cliffhanger des ersten Teils nicht gewährt. Im Vergleich zum ersten Band ist diese Fortsetzung viel temporeicher und die Handlungsdichte hat deutlich zugenommen. Es geht wirklich Schlag auf Schlag und die Autorin schockt den Leser mit mancher dramatischen Wendung.

Band 2 umfasst in seinem Handlungsrahmen die Jahre des ersten Weltkrieges. Die Figuren sind reifer und erwachsener geworden und haben sich in vieler Hinsicht weiterentwickelt. Mir hat besonders gefallen, dass auch vormalige Nebenfiguren viel Raum für eigene interessante Geschichten bekommen haben. Das bringt den Leser noch näher an die Charaktere heran. Das Zeitkolorit hat Hanna Caspian mit vielen kleinen Details wirklich perfekt eingefangen. Der Kontext zu den tatsächlichen historischen Ereignissen wird verständlich erläutert und ist hervorragend in die Familiengeschichte eingebettet. Die einzelnen Handlungsstränge greifen stimmig ineinander und weben ein Netz, in dem der Leser absolut gefangen ist.
Das Ende ist natürlich wieder so gestaltet, dass man um den dritten Teil überhaupt nicht herumkommt. Zu Glück ist die Wartezeit nicht allzu lang.

Der zweite Band war für mich persönlich noch eine Steigerung des ersten Bandes. Der Vergleich mit Downton Abbey muss auf keinen Fall gescheut werden. Ich freue mich auf die Fortsetzung und kann diese hochspannende Familiensaga nur wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Polizistin wider Willen

Tod am Aphroditefelsen
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Sophia Perikles, die Tochter des zypriotischen Botschafters in London, freut sich nach ihrem Studium auf ihre zukünftige Stelle im zypriotischen Innenministerium. Doch die aktuelle Wahl hat das politische ...

Sophia Perikles, die Tochter des zypriotischen Botschafters in London, freut sich nach ihrem Studium auf ihre zukünftige Stelle im zypriotischen Innenministerium. Doch die aktuelle Wahl hat das politische Blatt gewendet und so erfährt sie nach ihrer Ankunft auf der wunderschönen Insel, dass sie als Junior Officer in einen abgelegenen Polizeiposten ins letzte Dorf vor der Grenze zum türkischen Teil versetzt wurde. Sofia glaubt noch an einen Irrtum, aber zu ihrem Leidwesen ist die Versetzung todernst gemeint. Sie hat sich noch nicht einmal richtig von ihrem Kulturschock erholt, da stolpert sie schon in ihre erste Leiche. Und trotz ihres Widerwillens fühlt sie doch eine gewisse Berufsehre als Polizistin und sie beginnt zu ermitteln.
Trotz ihrer verwöhnten Art schließt man Sofia recht schnell ans Herz. Sie fügt sich recht schnell den Gegebenheiten und macht ganz pragmatisch das Beste daraus. Auch mit ihren begrenzten Ressourcen und dem mangelnden Vertrauen in sie als Polizistin folgt sie ihrem Instinkt und gibt sich nicht aus Bequemlichkeit mit der einfachen Lösung zufrieden.
Die Besonderheiten und die Geschichte der Republik Zypern werden im Hintergrund verständlich erläutert. Sehr liebevoll sind auch die Eigenarten und das Lebensgefühl der Einwohner dargestellt. Mir hat der lockere Schreibstil des Autors sehr gut gefallen. Der trockene Humor zog sich durch das ganze Buch und sorgte für hervorragende Unterhaltung.
Ich bekam beim Lesen sofort Fernweh und konnte Sofias Liebe zur Insel absolut nachvollziehen. Ich hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Sofia und den Bewohnern von Kato Koutrafas.