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Veröffentlicht am 15.09.2016

spannender Japan Krimi

Shinigami Games
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"Shingami Games" ist der dritte Teil der Reihe um Inspektorin Yuka Sato und spielt in Tokyo. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen, konnte aber trotzdem relativ gut in den Handlung einsteigen. ...

"Shingami Games" ist der dritte Teil der Reihe um Inspektorin Yuka Sato und spielt in Tokyo. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen, konnte aber trotzdem relativ gut in den Handlung einsteigen. Verwirrend waren für mich anfangs die vielen Protagonisten und die Namen, hier war die Personenliste am Anfang hilfreich, auf der die wichtigsten Akteure genannt werden. Auch wenn man ohne Vorkenntnisse einsteigen kann würde ich trotzdem empfehlen die Reihe von Anfang an zu lesen, um sich mit Yuka Sato und ihrem Umfeld vertraut zu machen.

Yuka Sato ist mit ihrem Kollegen und guten Freund Iwaki auf der morgendlichen Joggingtour, als Iwaki plötzlich zusammenbricht. Ein Schuss aus dem Hinterhalt hat ihn getötet, doch der Mord ist nur der Anfang eines bösen Spieles, das der Mörder mit Yuka Sato spielen will. Per email gibt der "Shinigami" jeden Tag neue verschlüsselte Hinweise auf das nächste Opfer bzw. den Ort, an dem er zuschlagen wird. Für Yuka Sato beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, will sie das jeweilige Opfer retten und den Mord verhindern. Wer verbirgt sich hinter dem Shinigami?

Die Geschichte beginnt gleich mit dem ersten Mord, man lernt Yuka Sato sowie ihre Kollegen kennen. Yuka blieb mir lange Zeit zu blass, ich bin an sie nicht herangekommen. Mit dem Vorwissen aus den vorangehende Teilen wäre es sich anders gewesen. Die Handlung ist in sieben Runden, die Endrunde und mehrere Unterkapitel aufgeteilt, was mir gut gefallen hat, denn so verliert man nicht den Überblick und kann in Ruhe Runde für Runde lesen. Im Verlauf der Story lernt man viel über die Kultur Japans als auch wichtige Sehenswürdigkeiten und Orte. Orte, die ich auf google nachgeschaut habe. Das Japan-Feeling kommt sehr gut rüber, auch der Schreibstil an sich hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: Spannender Teil einer Reihe mit Japan-Feeling, ich denke ich werde die anderen beiden Teile auch noch lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

ein neuer Fall für Commissario Meier

Sicht Unsichtbar - Der dritte Fall für Schnyder&Meier
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"Sicht Unsichtbar" ist der dritte Fall für "Commissario" Werner Meier der Kapo Waldstadt. Auch wenn sich jeder Teil für sich lesen lässt empfehle ich, die Vorgänger unbedingt zu lesen, um sich mit den ...

"Sicht Unsichtbar" ist der dritte Fall für "Commissario" Werner Meier der Kapo Waldstadt. Auch wenn sich jeder Teil für sich lesen lässt empfehle ich, die Vorgänger unbedingt zu lesen, um sich mit den Protagonisten und ihrem Umfeld vertraut zu machen. Wie in den anderen Teilen gibt es auch hier wieder jede Menge Nebendarsteller, einige bekannte, aber auch viele neue Gesichter. Ohne wenigstens das "Stammbesetzung" und die Vorgeschichte zu kennen ist es evtl. etwas knifflig, den Überblick über alle Personen beizubehalten.

Nach dem letzten turbulenten Fall, in dem Zitas neugeborener Sohn Finn gekidnappt wurde, sind einige Monate ins Land gezogen. Finn ist 9 Monate alt und soll getauft werden, Helen, bei der Zita und Meyer immer noch wohnen lässt es sich nicht nehmen, ein großes Fest auszurichten. Dumm nur dass ausgerechnet an diesem Tag eine Leiche am Greifensee gefunden wird. Meier muss das Fest verlassen um zu ermitteln. Bei dem Toten handelt es sich um Johan Havemann, den Besitzer der Pension Seeblick am Greifensee. Wenige Tage zuvor hatte er einen Disput mit dem Ranger des Naturschutzgebietes Silberbirke, klar dass Birk in den Fokus der Ermittler gerät, zumal er nicht auffindbar ist. Im Streit ging es um das Prestigeprojekt VillageGreen, das die Einwohner von Waldbach in Befürworter und Gegner spaltet. Die einen sehen darin einen allgemeinen Aufschwung der dem Ort zugute kommt, die anderen fürchten um das Naturschutzgebiet. Meier und seine Truppe haben mit den Ermittlungen alle Hände voll zu tun....

Wie schon bei den anderen beiden Teilen ist die Krimihandlung stark mit dem Privatleben von Zita und Meyer verknüpft. Die Einwohner von Waldbach sind mir inzwischen ans Herz gewachsen, da man sie mit jedem neuen Teil ein stückweit mehr kennenlernt. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und schön ausgearbeitet, sie wirken lebensecht und sind mehr oder weniger skurril. Jeder hat seine Eigenheiten und das Beziehungsgeflecht ist in dem kleinen Ort sehr dicht, ein jeder kennt jeden und weiß um dessen Geheimnisse.

Bei Zita und Meyer geht es gewohnt turbulent zu, die beiden so unterschiedlichen Charaktere ecken immer wieder an, sind sich über die Rolle die jeder in der Beziehung innehat noch nicht so richtig klar, bzw. gehen die Erwartungen auseinander. So kommt es dass Meier aus Mangel an einem Babysitter Klein-Finn mit zur Arbeit nehmen muss. Was nicht jeder seiner Kollegen prickelnd findet. Die ehemalige Wetterfee ScarLett hat in diesem Teil eine kleinere Rolle, dafür ist diesemal Meiers Hexenschuss der Running Gag und die Haare von Kollegin Beanie Barras ziehen sich wie der rote Faden durch die Story und sorgen für so einige Lacher. Überhaupt findet sich wieder Situationskomik vom Feinsten, aber hier möchte ich nicht allzu viel verraten.

Gabriela Kasperski schafft eine wunderschön dichte Atmosphäre, fast meint man den Greifensee und das Naturschutzgebiet vor sich zu sehen. Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft und detailliert, aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln bekommt man als Leser einen umfassenden Einblick in die Gedankenwelt und die Geschehnisse, doch was den Täter angeht tappte ich bis zuletzt im Dunklen.

Fazit: Ein weiterer gelungener Teil der Reihe um Zita und Meier, eine kleine Welt in die ich beim lesen wunderbar abtauchen konnte. Freue mich schon auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 15.09.2016

ganz großes Kino

Die Salbenmacherin und der Bettelknabe
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"Die Salbenmacherin und der Bettelknabe" ist der zweite Teil der Reihe um Olivera aus dem fernen Konstantinopel, die ihre neue Heimat in Nürnberg gefunden hat. Wir schreiben das Jahr 1409. Nach den schlimmen ...

"Die Salbenmacherin und der Bettelknabe" ist der zweite Teil der Reihe um Olivera aus dem fernen Konstantinopel, die ihre neue Heimat in Nürnberg gefunden hat. Wir schreiben das Jahr 1409. Nach den schlimmen Erlebnissen in Tübingen hat Olivera in Götz einen verlässlichen Partner gefunden, die beiden versuchen sich eine neue Existenz aufzubauen. Götz möchte der neue Apothekarius der Stadt werden und Olivera bereitet Salben und Tränke zu, die bei den Patriziern heiß begehrt sind. Doch die Erinnerung an ihren Mann Laurenz und die damaligen schrecklichen Ereignisse hängen wie eine dunkle Wolke über den beiden.

Parallel läuft der Strang über den Waisenjungen Jona, der mit kleinen Diebstählen und Betteleien zu überleben versucht. In Nürnberg verlässt ihn sein Glück, da er ohne Erlaubnis bettelt wird er zum Arbeitsdienst an der neuen Stadtmauer verdonnert. Sein Schicksal teilen viele andere Betteljungen, sie verrichten den ganzen Tag schwerste körperliche Arbeit und bekommen nur unzureichend Essen. Für Jona steht schnell fest, dass er hier weg muss. Zusammen mit Caspar, mit dem er sich angefreundet hat, gelingt den beiden die Flucht. Als ein Fremder ihnen Arbeit verspricht, rennen die beiden in ihr Unglück, sie landen in den Fängen von Teufelsanbetern. Als Jona versucht zu fliehen, wird er niedergeschlagen, schwer verletzt kann sich mit letzter Kraft bei einem Haus verstecken. Dem Haus von Götz und Olivera....

Ich bin ein großer Fan von den Historischen Romanen von Silvia Stolzenburg, habe fast alle gelesen und war auf die Fortsetzung der Geschichte um Olivera schon mächtig gespannt. Tja, was soll ich sagen? Der zweite Teil hat mir noch besser gefallen als der erste, ich war von Beginn an gefesselt. Es geht auch gleich spannend los mit einem Prolog, der erst mal mit der Geschichte nichts zu tun hat, aber die grausame Realität der damaligen Zeit verdeutlicht. Wie in ihren anderen Romanen ist die Geschichte farbenprächtig und lebendig, man erhält beim lesen einen wunderbareren Einblick in die längst vergessene Zeit. Angefangen bei der genauen Beschreibungen der Stadt und Wohnsituation, der Kleidung oder den Gebräuchen. Die Menschen waren auf das Wohlwollen der Patrizier angewiesen, so kommt Olivera in große Not, als sie eine Abtreibung durchführen soll. Egal wie sie sich entscheidet, ihre ganze Existenz hängt davon ab.

Besonders interessant waren für mich die medizinischen Details und die Schilderung über die Zubereitung der Salben und Tränke, mit denen Olivera ihr Geld verdient.

Der Autorin gelingt es, viel Atmosphäre aufzubauen, ich konnte beim lesen tief in die Geschichte eintauchen und hatte Kopfkino vom feinsten. Die Beschreibungen sind so detailliert, dass ich die Stadt mit ihren Bewohnern vor meinem inneren Auge gesehen habe. Dazu kommt die Handlung, die schon fast ein Krimi ist.

Die Spannung ist von Beginn an hoch und steigert sich enorm, die Ereignisse überschlagen sich und durch die Perspektivwechsel entsteht eine eigene Dynamik. Hier kommt definitiv keine Langeweile auf.

Fazit: Ganz großes Kino, ich habe jede einzelne Seite genossen. Authentische, schön gezeichnete Figuren, eine spannende Handlung und ein anspruchsvoller, der Zeit angepasster Schreibstil machen das Buch zu meinem Highlight der Historischen Romane 2016. Ich bin gespannt welche Abenteuer Olivera im nächsten Teil erwarten und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vincents dritter Fall

Wolfsspinne
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Düsseldorf: Die Promi Wirtin Melli Franck wird in ihrem Lokal getötet und brutal vergewaltigt, Vincent und sein Team ermitteln in dem Fall. Eine erste Spur führt zu einem gefeuerten Angestellten, aber ...

Düsseldorf: Die Promi Wirtin Melli Franck wird in ihrem Lokal getötet und brutal vergewaltigt, Vincent und sein Team ermitteln in dem Fall. Eine erste Spur führt zu einem gefeuerten Angestellten, aber auch Mellis Beziehung zu einem prominenten Fernsehmoderator war nicht unproblematisch. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, letztlich auch ins Drogenmilieu.

Teil 3 der Reihe um den Düsseldorfer Ermittler Vinent Veih beschäftigt sich mit einem brandaktuellen Thema, dem NSU. Horst Eckert hat hier wieder mal einen spannenden Thriller mit brisantem Inhalt geschrieben, beim lesen verschwimmen Fiktion und Fakten. Der Autor hat das Thema sehr gut umgesetzt, es fesselt von der ersten Seite an und beleuchtet verschiedene Aspekte. Seien es eingeschleuste Ermittler, die Rolle der Geheimdienste oder des Verfassungsschutzes, Parallelen zur Realität sind erkennbar.

Vincent hat es in diesem Fall nicht leicht, denn jemand aus den eigenen Reihen versucht ihn auszubooten, so dass er an allen Fronten kämpfen muss. Welche Rolle spielt der eingeschleuste Ermittler Ronny?

Vincent Veih und sein Umfeld waren mir aus den vorigen Bänden bekannt, dazu kommen eine Vielzahl an neuen Figuren, allesamt sehr gut charakterisiert. Die Charaktere wirken authentisch, die Dialoge sind lebendig. Ein Geheimnis um Vincents Abstammung wird gelüftet, fast zumindest, ein Rest Ungewissheit bleibt. Die Handlung in der Gegenwart wechselt sich mit einer Ebene in der Vergangenheit ab, durch die man als Leser über mehr Infos verfügt als Veih und langsam eine Ahnung bekommt wo die Zusammenhänge sind.

Fazit: Ich fand "Wolfsspinne" beängstigend realistisch, super spannend und nachdenklich machend, ein Thriller der es in sich hat. Ich hoffe dass es noch einen weiteren Fall für Vincent Che Veih geben wird.


Veröffentlicht am 15.09.2016

Mord in Hallstadt

Tod im Salzkammergut
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"Tod im Salzkammergut" ist der sechste Fall für BND-Agent Michael Schröck. Ich habe die Vorgänger nicht gelesen, konnte aber gut in die Handlung einsteigen. Nachdem der deutsche Honorarkunsul Bechstein ...

"Tod im Salzkammergut" ist der sechste Fall für BND-Agent Michael Schröck. Ich habe die Vorgänger nicht gelesen, konnte aber gut in die Handlung einsteigen. Nachdem der deutsche Honorarkunsul Bechstein auf dem Hallstatter Friedhof tot zusammenbrach und festgestellt wurde, dass er zweimal vergiftet wurde, wird Schröck nach Hallstadt beordert um den Fall zu untersuchen. Die Einheimischen machen es dem Deutschen nicht leicht, die ersten Tage kommt er kaum an Informationen. Parallel zu Schröck stellt auch der Bodyguard von Bechstein Nachforschungen an, es knabbert schwer an seiner Berufsehre, dass sein Boss vor seinen Augen vergiftet werden konnte.

Edwin Haberfellner startet mit einem anschaulichen Prolog, der den Tod Bechsteins beschreibt. Man ist hautnah dabei und erlebt das Ableben minutiös, bis letztlich die Lichter ausgehen. Der Schreibstil ist leicht, so dass sich die Seiten wie von selbst lesen. Schröck begleitet man bei seinen Nachforschungen zum Tod, es gibt einige Kandidaten sowohl aus dem privaten als auch geschäftlichen Umfeld des Konsuls, die von seinem Tod profitieren.

Mit Hilfe des Bodyguards Joe und einer Zufallsbegegnung kann Schröck den Mord lückenlos aufklären. Der Autor beschreibt die Landschaft und Hallstadt schön detailliert, so dass Lokalkolorit aufkommt und ich die Umgebung bildhaft vor Augen hatte. Allerdings bin ich an Schröck als Person nicht herangekommen, er blieb für meinen Geschmack zu blass. Die wenigen Hintergrundinfos zu seiner Person reichten mir nicht, um mir ein Bild von ihm machen zu können. Hier empfiehlt es sich wahrscheinlich, die Reihe von Anfang an zu lesen. Ein wenig habe ich auch die Spannung vermisst, der Krimi ist eher geruhsam ohne große Spannungskurve.

Fazit: Ein gemütlicher Regiokrimi für zwischendurch, für Fans des Genres zu empfehlen.