Beeindruckend
Wild wuchernAuf nur rund 200 Seiten wird vor uns rasend schnell in Ausschnitten das so unterschiedlich verlaufene Leben zweier Cousinen aufgeblättert, an deren Ende beide auf einer einsamen Almhütte in Tirol vereint ...
Auf nur rund 200 Seiten wird vor uns rasend schnell in Ausschnitten das so unterschiedlich verlaufene Leben zweier Cousinen aufgeblättert, an deren Ende beide auf einer einsamen Almhütte in Tirol vereint sind – die Eremitin Johanna und die Städterin Marie. Etwas Märchenhaftes wohnt der Geschichte inne. Ein klein wenig fühle ich mich an Johanna Spyris Heidi erinnert oder an das Grimmsche Märchen von Frau Holle, mit deren Figuren Goldmarie und Pechmarie sich und die Cousine die eine Protagonistin Marie selbst vergleicht. Beide schleppen Traumata aus der Vergangenheit mit sich herum, die eine aus der Kindheit herrührend, die andere aus ihrem Erwachsenenleben als Ehefrau. Um was es konkret geht, wird erst nach und nach sichtbar, wie es sich für einen guten Roman gehört. Auf jeden Fall sind die Vergangenheiten beider Frauen jede für sich furchtbar und in ihrer Familie wurzelnd. Dazu passend sind die Schilderungen von Naturereignissen in den Bergen und Erlebnisse mit Tieren. Alles ist so bildhaft, dass man sich als Leser in das Geschehen hineinversetzt fühlt. Eigentlich gar nicht so recht zum Thema passend und dennoch so gelungen ist der erfrischende und humorvolle Schreibstil, mit dem die Autorin alles von Marie als Erzählerin schildern lässt. Frisch von der Leber weg, wie ihr der Schnabel gewachsen ist legt sie los. Eingestreut ist viel österreichischer Sprech, den ich immer wieder gerne lese und der die Personen so authentisch macht.
Dieses Buch zu lesen, macht einfach Spaß.