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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2023

Feminismus trifft Mythologie

We Will Give You Hell
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Woher kommt diese unbändige Wut in einigen von uns? Hell kann ebenfalls kaum an sich halten und entführt uns auf der Reise nach sich selbst in die Wälder Schwedens. Damit legt Lina Frisch ein erfrischendes ...

Woher kommt diese unbändige Wut in einigen von uns? Hell kann ebenfalls kaum an sich halten und entführt uns auf der Reise nach sich selbst in die Wälder Schwedens. Damit legt Lina Frisch ein erfrischendes Setting mit einer ruhigen und zugleich schaurigen Atmosphäre vor.

Die Geschichte wird durch zahlreiche Dialoge lebendig, die sich flüssig lesen lassen. Allerdings führte dies auch dazu, dass sehr viel geredet, aber wenig getan wurde. Auf die Action, die ich erwartet hatte, habe ich bis zum letzten Viertel des Buches warten müssen.

Hell ist eine Figur, die sich nicht davor scheut, das Unbekannte zu entdecken und Fragen zu stellen. Dennoch wirkte sie teilweise ziemlich leichtgläubig und naiv, wobei ich als Leserin den Blick schon viel weiter geöffnet hatte. Dagegen haben einige andere Frauen deutlich mehr zu bieten. Sie sind nicht so leicht zu durchschauen und tragen jede für sich ein Päckchen aus der Vergangenheit.

Die Geschichte wirkte auf mich doch sehr “gesteuert”, weshalb die wichtige Wendung keine Überraschung mehr für mich war. Dennoch steckt hinter der Idee der Autorin eine ausgefeilte, interessante Idee.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Idee mit dem Gefühl der Wut im Mittelpunkt gerne gelesen habe und dies auch zum Nachdenken angeregt hat. Für mich war es allerdings eher ein atmosphärischer Roman, als dass Spannung aufkam.

Veröffentlicht am 02.04.2023

Brutale Romantasy trifft Lyrik

Das Reich der 9 Geisterwesen
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Mit dieser Geschichte lädt Jana Stehr in eine dunkle Fantasywelt der besonderen Art ein. Sie erschafft sich ihr eigenes Reich und eigene Wesen, wobei kleine Übersichten zu Beginn des Buches helfen, sich ...

Mit dieser Geschichte lädt Jana Stehr in eine dunkle Fantasywelt der besonderen Art ein. Sie erschafft sich ihr eigenes Reich und eigene Wesen, wobei kleine Übersichten zu Beginn des Buches helfen, sich in der Welt zurechtzufinden. So fiel mir der Einstieg noch schwer, musste erstmal in meinem Kopf sortieren.

Aber nach einigen kurzen Kapiteln konnte mich die Autorin mit ihrer lyrischen, rhythmischen und zugleich brutalen Art zu schreiben abholen. So spielt auch das Schriftbild hier eine große Rolle. Durchgestrichene Zeilen entfalten die Persönlichkeit der Blutfüchsin Thyri, womit die Diskrepanz zwischen ihrem wahrhaften Denken und den Gedanken, die sie haben sollte, zum Ausdruck gebracht wird. Die anderen Figuren stehen Thyri keineswegs nach, sie haben Ecken und Kanten, sind schwer einzuschätzen und vor allem wandlungsfähig. Lediglich bei Varin, aus dessen Sicht abwechselnd zu Thyri erzählt wird, habe ich auf eine eindeutigere Entwicklung gehofft. So hätten die Figuren noch etwas zugänglicher für mich sein können.

Der Fokus liegt, auch wenn das Setting eine Geisterwelt ist, auf einer Liebesgeschichte. Diese hält eine emotionale Zerreißprobe parat. Stehr versteht es, Spannungsmomente aufzubauen. So bleibt der Nervenkitzel bis zum furiosen, unabsehbaren Finale erhalten. So kann ich das Buch jedem Fantasieinteressierten ans Herz legen, insofern er der Autorin etwas Zeit einräumt, sich in die Geschichte entführen zu lassen.

Veröffentlicht am 02.04.2023

Poetische Worte über Liebe und Schmerz

Jetzt sind wir echt (Jetzt-Trilogie, Band 1)
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Die Second- Chance- Lovestory von Gabriella Santos de Lima überrollt ihre Leser mit einer poetischen Wortgewalt, wie man sie selten zu lesen bekommt. Genau dieser metaphorische und euphemistische Schreibstil ...

Die Second- Chance- Lovestory von Gabriella Santos de Lima überrollt ihre Leser mit einer poetischen Wortgewalt, wie man sie selten zu lesen bekommt. Genau dieser metaphorische und euphemistische Schreibstil machen die Realität um Lucy und Gregor zu etwas Besonderem.

Lucy ist eine sehr ambitionierte junge Frau, die ihre Ziele genau vor Augen hat. Als Gregor wieder in ihrem Leben auftaucht, wirbelt er alles durcheinander. Durch die wechselnde Sicht der beiden Figuren konnte ich die Gefühle und Gedanken der beiden miterleben und dabei leiden, lächeln und bangen. Die Kapitel aus der Vergangenheit versuchen wie ein Puzzle an den Leser heranzutragen, was damals vorgefallen ist, weshalb die Spannung zwischen ihnen besteht.

Ab der Hälfte hat mich die Geschichte etwas verloren, da ich Lucys Entscheidungen und Handlungen teilweise nicht mehr nachvollziehen konnte. Es fühlte sich wie ein auf der Stelle treten an. Hinzu kam ein kleines Drama zum Ende hin, dass für mich völlig überflüssig erschien. Die Geschichte lebt von der Kunst der Worte, wie kann es dann zu einer Situation kommen, die so einfach hätte gelöst werden können, wenn Figuren miteinander reden.

Insgesamt konnte Gabriella mich mit ihren Worten in der Geschichte gefangen halten, doch handlungstechnisch hat es mich mit zunehmender Lesedauer unzufriedener gestimmt. Die Lektüre bleibt aber eine gute Wahl für jeden, der den Fokus auf die Sprache und tiefe Gefühle legt.

Veröffentlicht am 17.03.2023

Rache statt Lösung

The truth behind your lies
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Die Geschichte klang für mich aufgrund der aktuellen Themen wie die Selbstdarstellung im Internet und Mobbing sehr interessant, gescheitert ist es dann aber an der Umsetzung.
Schnell erfährt man als ...

Die Geschichte klang für mich aufgrund der aktuellen Themen wie die Selbstdarstellung im Internet und Mobbing sehr interessant, gescheitert ist es dann aber an der Umsetzung.
Schnell erfährt man als Leser zügig die Eigenheiten und Probleme der Jugendgruppe, die in einer Hütte im Wald ihren Schulabschluss feiert. Zur Verfügung gestellt wurde die Hütte von Mitschüler Jan, die das Eigentum seines Onkels ist. Jan verspürt Racheglüste gegenüber der Truppe, inwiefern genau er Mobbingopfer von der Truppe wurde, bleibt über die ganze Länge des Buches offen. Das sind Details, die ich gerne erfahren hätte, wenn ich ein Buch lese, indem es hauptsächlich um Jans Rachegelüste geht. Für mich war Jan weird und nicht greifbar.
Generell musste ich mich auch wundern, wie wenig Handlungs- und Problemlösungskompetenz diese Menschen haben. Es bestehen viele Probleme – ob mit sich selbst oder mit anderen – wirkliche Lösungsversuche gibt es nicht. Rache und Missgunst ist hier das prägnante Motiv. Weshalb mir auch die moralische Message zu kurz kam.
Spannung entwickelt sich ebenfalls nicht. Jan ist von Beginn an ziemlich in seinem Wahn von Rache festgefahren, weshalb sein Stalking der Gruppe in der Handlung viel Raum einnimmt.
Insgesamt bin ich sehr enttäuscht, da ich bei der Idee nicht erwartet hatte, dass die Umsetzung so oberflächlich bleibt und die jungen Erwachsenen sich derart beschränkte Verhaltensweisen an den Tag legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2023

Abtauchen in eine andere Welt

Daughter of Heaven 1: Where Angels Fall
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In diesem ersten Teil treten Figuren aus Magdalena Gammels voriger Dilogie “Juniper Moon” auf. Daher empfiehlt es sich, diese Reihe zuerst zu lesen, um Zusammenhänge besser herstellen zu können.

Die ...

In diesem ersten Teil treten Figuren aus Magdalena Gammels voriger Dilogie “Juniper Moon” auf. Daher empfiehlt es sich, diese Reihe zuerst zu lesen, um Zusammenhänge besser herstellen zu können.

Die Autorin führt die Lesenden mit Liebe zu Detail in ihre Welt ein. Mit dem Himmel Aeternitum, dem Reich der Engel, schafft sie den Kontrast zu Arcanum, dem Reich der Hexen und Dämonen. Ich hatte beim Lesen stets einen Film vor Augen.
Doch auch wenn mit dem Worldbuilding und einer turbulenten Storyline die Grundvoraussetzungen für eine fesselnde Geschichte gegeben sind, habe ich nie mitgefiebert. Das liegt an der Darstellung der Protagonistin Elodie, zu der ich bis zum Ende keinen Anschluss gefunden habe. Zwar schildert sie häufig ihre Gedanken und wächst an sich selbst, aber was sie im Wesen ausmacht, konnte ich nicht fassen. Auch der Love Interest Raphael hat mir zu wenig Facetten gezeigt, aber immerhin konnte er mit seiner feschen Art mehr Sympathiepunkte einheimsen.
In der Geschichte ist immer was los – es gibt Auf und Abs sowie Überraschungen. Insbesondere das Ende ist turbulent und lässt den finalen Teil der Dilogie herbeisehnen. 3,5*