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Veröffentlicht am 29.06.2025

Liebeseiche

Der Mordclub von Shaftesbury – Die Tote fällt nicht weit vom Stamm
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Nach ihrer Hochzeit sind Penelope und Sam zusammengezogen. Sie haben Sams Tierarztpraxis eingerichtet und wollen nun weitere Renovierungen durchführen, um ein paar Zimmer vermieten zu können. Penelope ...

Nach ihrer Hochzeit sind Penelope und Sam zusammengezogen. Sie haben Sams Tierarztpraxis eingerichtet und wollen nun weitere Renovierungen durchführen, um ein paar Zimmer vermieten zu können. Penelope betreibt weiterhin ihre Partnervermittlungsagentur. Auch Sams Tochter Lily führt sich in der neuen Umgebung wohl. Es könnte alles so schön sein, wenn nicht eine Dorfbewohnerin tot am Fuße der Liebeseiche läge. Gerade die, welche mit schöner Regelmäßigkeit den Wettbewerb um den schönsten Liebesbrief gewinnt. Wettbewerb? Ehe Penelope es sich versieht, hat sie den Vorsitz über die Jury übernommen. Doch wieso wurde die Leiter manipuliert, die an dem Baum lehnte?

Zum vierten Mal bekommt es Penelope St. James in Shaftesbury mit einem ungeklärten Todesfall zu tun. Seit ihrem Umzug ist einiges geschehen, was letztlich zu ihrer Hochzeit geführt hat. Nie hätte sie gedacht, dass sie als Städterin mal auf dem Land wohnt, einen Tierarzt heiratet und auch noch glücklich ist. Sie hätte sich auch nie vorstellen können, für was man alle seinen Wettbewerb durchführen kann. Nun also Liebesbriefe. Sollte da jemand neidisch gewesen sein, weil die Verstorbene zu Lebzeiten auf den Sieg abonniert war? Oder ist das zu einfach gedacht? Penelope beginnt Nachforschungen anzustellen.

Es ist schön zu lesen, wie gut Penelope St. James sich in Shaftesbury eingerichtet hat. Sie ist angekommen, die Bewohner des Ortes haben sie quasi adoptiert. Dadurch geht natürlich der Witz des Anfangs ein wenig verloren. Man vermisst ein ermittlerisches Chaos. Dafür hat man die niedliche Menagerie von Tieren, die für Penelope noch eine gewisse Herausforderung bedeuten. Wegen des Wettbewerb vermitteln sich potentielle Partner sich gewissermaßen selbst. So hat man eher eine Beschreibung eines idyllischen Ortes mit seinen liebenswerten und manchmal etwas skurrilen Bewohnern. Das liest sich sehr angenehm, auch wegen der Hauptpersonen, die einem mit jedem Buch mehr ans Herz gewachsen sind.

Veröffentlicht am 28.06.2025

Das Mädchen

Kräheninsel
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Polizist Luca arbeitet auf der kleinen Insel Hitra. Er trauert um seine Frau, die seine große Liebe war. Die Wache ist nur an ein paar Tagen pro Woche besetzt. Doch als die sechszehnjährige Jessica auf ...

Polizist Luca arbeitet auf der kleinen Insel Hitra. Er trauert um seine Frau, die seine große Liebe war. Die Wache ist nur an ein paar Tagen pro Woche besetzt. Doch als die sechszehnjährige Jessica auf einem Boot tot aufgefunden wird, ist das ruhige Inselleben erstmal vorbei. Mia Krüger, die eigentlich nicht mehr bei der Osloer Polizei ist, nimmt sich des Falles als Beraterin an. Ihr ehemaliger Kollege Holger Munch wird auch zu dem Fall beordert und gemeinsam mit anderen Beamten bilden sie eine Sonderkommission. Nachdem sich Hinweise auf den achtjährigen Jonathan finden, der vor drei Jahren verschwand, gestalten sich die Ermittlungen noch fieberhafter.

In diesem Fall ermitteln Mia Krüger und Holger Munch zum fünften Mal gemeinsam. Nachdem Mia die letzten Fälle doch sehr zugesetzt haben, geht sie nun einigermaßen erholt ans Werk. Das Schicksal des kleinen Jonathan lässt ihr keine Ruhe. Natürlich müssen sie auch herausfinden, wer Jessica getötet hat. Die junge Frau hatte es nicht ganz leicht, sie musste schnell erwachsen werden. Dennoch wollte sie mit ihren Freundinnen Spaß haben. Ist ihr etwa die Party kurz vor ihrem Ableben zum Verhängnis geworden? Krüger und Munch stehen vor einem Rätsel.

Wenn man die Reihe ein wenig aus den Augen verloren hat, kann man hier gut den Wiedereinstieg wagen. Allerdings gehen die Nachforschungen etwas sehr langsam voran und manchmal ist es auch recht schwierig Mias Eingebungen zu folgen. Im Verlauf wird es zum Glück spannender, wenn man sich mittig auch mal fragt, ob es einen Bruch gibt, der überrascht und nachher ein wenig in der Luft hängt. Die Lösung ist dann überraschend und wirkt leicht abwegig. Dagegen werden Spuren aufgebaut, die dann im Sande verlaufen. Das ist zwar normal, aber wenn ihnen so viel Raum gewährt wird, erstaunt es doch. Alles in allem eine kurzweilige Lektüre, die gut für ein Sommerwochenende geeignet ist.

Veröffentlicht am 27.06.2025

Die Mauer

Der Tunnelbauer
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Im Jahr 1961 lebt es sich in der DDR auch nicht so schlecht. Der Staat sorgt für alles, die Familien halten zusammen und die Jugend-Cliquen auch. Von Ost-Berlin kommt man noch nach West-Berlin. Wenn man ...

Im Jahr 1961 lebt es sich in der DDR auch nicht so schlecht. Der Staat sorgt für alles, die Familien halten zusammen und die Jugend-Cliquen auch. Von Ost-Berlin kommt man noch nach West-Berlin. Wenn man Geld hat kann man dort einkaufen und man kann auch in West-Berlin arbeiten oder studieren. Jedoch verschwinden immer mehr Bürger aus der DDR, gerade die gut ausgebildeten. Nach dem Schulabschluss machen Achim und seine Freunde einen letzten gemeinsamen Urlaub an der See. Ein einschneidendes Ereignis dort lässt auch in Achim den Entschluss reifen zu fliehen. Er schafft es so gerade raus und dann kommt die Nachricht, dass über Nacht eine Mauer gebaut wurde.

Wie lebten die Menschen Anfang der 1960er in der DDR? In den Jahren nach dem Krieg haben sie sich schon ein wenig eingerichtet. Einige glauben an den real existierenden Sozialismus. Viele leben ihr Leben. Und doch sind einige unzufrieden. Solange es noch ein paar Schlupflöcher in der Grenze gibt, ist alles nicht so schlecht. Auch nicht für Achim, jedenfalls bis zu jenem Urlaub. Danach kommen die Jugendlichen zum ersten Mal in Kontakt mit der Staatsmacht. Danach beginnt Achim wirklich sich zu fragen, ob das für immer sein Land sein kann. Und er macht sich auch den Weg nach drüben.

Das Buch wird für Jugendliche ab dreizehn Jahren empfohlen, es ist aber auch für Erwachsene empfehlenswert. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und dadurch liest man die Erzählung mit noch größerer Aufmerksamkeit. Man empfindet die wachsende Beklemmung, die größere Einengung des Lebens und die Bedrohung von Menschen, die nur geringfügig abweichen, durch den Staat. So lösen sich die, die sich damit nicht abfinden können und wollen, langsam von dem, was ihre Heimat sein sollte. Spannend und beeindruckend auch der Teil des Romans, in dem Achim viel riskiert, um weiteren Menschen zur Flucht zu verhelfen. Immer gefährlicher und schwieriger wurde es Fremde und Freunde rauszuholen. Irgendwann war die Grenze so abgeschottet, dass es kaum mehr möglich war. Gefesselt kann man kaum von dem Buch lassen, wenn man einmal angefangen hat. Einige Informationen am Ende des Buches erzählen von den echten Tunnelbauern, deren Mut und Zielstrebigkeit heute noch beeindruckend ist.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Der Taucher

Twist
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Der Journalist Anthony Fennell war früher auch als Romancier bekannt. Nach ersten Erfolgen hat er allerdings nichts mehr zustande gebracht, was er hätte zur Veröffentlichung geben wollen. Nun hält er sich ...

Der Journalist Anthony Fennell war früher auch als Romancier bekannt. Nach ersten Erfolgen hat er allerdings nichts mehr zustande gebracht, was er hätte zur Veröffentlichung geben wollen. Nun hält er sich mit Reportagen über Wasser. Sein neuester Auftrag führt ihn im Jahr 2019 an die Afrikanische Küste. Dort soll er an Bord eines Kabelreparaturschiffes gehen, um über die Arbeit der Mannschaft zu berichten. Auf der Georges Lecomte lernt er den Missionschef John Conway kennen, der ebenso aus Irland stammt wie Fennell. Dass die modernsten Datenströme über prosaische Seekabel laufen und diese durch äußere Einflüsse oder überhaupt auch brechen können, lernte Fennell erst durch die Recherche.

Auch wenn die Handlung im Jahr 2019 einsetzt, ist das gewählte Thema aus heutiger Sicht sehr interessant. Inzwischen musste man sich damit beschäftigen, was unter der Meeresoberfläche so alles liegt und was eben auch kaputt gehen kann, sei es durch Verschleiß oder durch mutwillige Zerstörung. In diesem Roman kann man auch erfahren, dass es Probleme auch schon vor diesen unruhigen Zeiten gab und wie sie angegangen wurden. Anthony Fennell empfindet schnell Sympathie für John Conway, wohl wegen der gemeinsamen Heimat. Und so gewinnt er Einblick in die Arbeit auf dem Schiff und auch in Conway Leben.

Dieses Hörbuch wird gekonnt vorgetragen von Robert Frank. Er bringt einem die handelnden Personen nahe. Fennell und Conway haben jeweils ihren eigenen Blick aufs Leben. Eine gewisse Melancholie umweht ihre Gedanken, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Fennells Schreiben ist zum Broterwerb geworden. Bei Conway, der auch Apnoetaucher ist, bekommt man doch manchmal den Eindruck, dass ihm die Tiefe der See mehr gibt als die Menschen oberhalb des Meeresspiegels. Zwar entwickelt der Roman auch Spannungselemente, doch hat man eher ein ruhiges literarisches Denkspiel über Seekabel, ihre Bedeutung und die speziellen Menschen, die sich um sie kümmern. Das ist fesselnd geschrieben und fasziniert auch beim Hören. Hervorzuheben ist auch die Covergestaltung, durch die man einen Eindruck vom Aufbau solcher Seekabel gewinnt.

Veröffentlicht am 25.06.2025

Schokolade

Bretonische Versuchungen
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Kommissar Dupin will, genauer gesagt, hat die Anweisung, endlich seine Phobie gegen Aufenthalte auf dem Meer zu überwinden. Er steht quasi schon mit einem Bein auf dem Boot als sein Telefon läutet. Er ...

Kommissar Dupin will, genauer gesagt, hat die Anweisung, endlich seine Phobie gegen Aufenthalte auf dem Meer zu überwinden. Er steht quasi schon mit einem Bein auf dem Boot als sein Telefon läutet. Er könnte kaum glücklicher sein. Das Glück währt allerdings nicht lange, denn es gab einen Mord. Die Mitinhaberin einer Confiserie ist in einem Bottich mit flüssiger Schokolade ertrunken. Ein grausamer Tod. Dupin und seine Kollegin Nolwenn eilen an den Tatort. Die Verstorbene und ihre zwei Geschwister führten die für ihre hervorragenden Schokoladenkreationen bekannte Firma. Schnell stellt sich heraus, dass es in letzter Zeit Unstimmigkeiten in der Firma gab.

In seinem vierzehnten Fall taucht Kommissar Dupin gemeinsam mit seinem Team in die geheimnisvolle Welt der Schokoladenherstellung ein. Da gibt es mehr zu erfahren als er geahnt hat und auch mehr zu verkosten. Die Schokolade ist viel mehr und kann auch viel mehr. Zart schmelzend zergeht sie im Mund und entfaltet ihre vielfältigen Aromen. Unglaublich, dass einer Produzentin solcher Köstlichkeiten jemand nach dem Leben trachten könnte. Und dennoch ist der Mord geschehen. Zunächst müssen natürlich die überlebenden Geschwister befragt werden. Und auch die engsten Mitarbeiter könnten vielleicht etwas zu verbergen haben. Bis auf weiteres ist für Dupin jeder Gedanke an Schlaf gestrichen.

In der Welt von Kommissar Dupin führt man sich immer beinahe wie zu Hause. Man sieht das Meer, den Strand, die idyllischen Orte. Man riecht förmlich den Duft der Schokolade, man bekommt Appetit bei den Beschreibungen der köstlichen Speisen. Besonders interessant sind die Ausführungen über den Anbau, die Ernte, den Transport der Kakaobohnen und die Herstellung der Schokolade. Ob es allerdings so realistisch, dass der leitende Ermittler so völlig auf Schlaf verzichtet? Und wäre es nicht auch spannend, wenn gewisse Ereignisse im Zusammenhang mit dem Genuss der Schokolade einen Zusammenhang mit dem Fall ergeben hätten. Und doch ist die Lektüre ein echter Genuss. Man freut sich, Dupin, Nolwenn und die anderen wiederzutreffen. Bei den Beschreibungen des Essens läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und es wächst die Sehnsucht, sich die Orte mal im Rahmen eines Urlaubs anzuschauen. Diese Reihe darf gerne noch lange weitergehen.