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Veröffentlicht am 03.05.2025

Geschafft

Nebelstunde
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Die Polizistin Hanna Duncker denkt, sie hat es geschafft. Ihr Vater wird rehabilitiert und der gesuchte Mörder sitzt auf der Anklagebank. Sie ist allerdings überrascht, wie schwer es ihr fällt, dem Prozess ...

Die Polizistin Hanna Duncker denkt, sie hat es geschafft. Ihr Vater wird rehabilitiert und der gesuchte Mörder sitzt auf der Anklagebank. Sie ist allerdings überrascht, wie schwer es ihr fällt, dem Prozess beizuwohnen. Da findet Hannas ehemalige Nachbarin Ingrid einen Bekannten tot in seiner Wohnung. Hanna und ihr Kollege Erik beginnen mit den Ermittlungen. Zunächst sieht alles nach einem Selbstmord aus, denn der ältere Herr hatte vor kurzem eine niederschmetternde Diagnose erhalten. Doch bald mehren sich Hinweise, dass wohl doch fremde Hände im Spiel waren. Es stellt sich ebenfalls heraus, dass der Verstorbene nicht so beliebt war wie zuerst gedacht. Als Hanna auch noch eine bedrohliche Nachricht erhält, gerät sie in Zweifel.

Mit ihrem vierten Fall hofft Hanna Duncker, dass ein Prozess die Schatten der Vergangenheit in ihrer Familie aufhellen wird. Doch ihr Wunsch geht zunächst nicht in Erfüllung. Eher sorgt sie sich um Ingrid, die mit dem Toten gut befreundet war. Die Untersuchung von Vidars Tod ist alles andere als einfach. Es scheint, der Verstorbene hatte mit vielen Menschen Stress zumindest in letzter Zeit. Kleinteilig und akribisch müssen Befragungen durchgeführt werden, die nicht immer zu einem Ergebnis führen. Und dann gibt es da noch diese neue Krankheit, die das Leben Vieler zum Stillstand bringt.

Bei Hanna Duncker. Handelt es sich um eine sehr sympathische Ermittlerin, die sich ihrer Vergangenheit stellt und versucht, die Wahrheit herauszufinden. So wie im Privaten fühlt sie sich im Beruflichen auch der Wahrheit verpflichtet. Sie ist nicht zufrieden ehe sie den Dingen nicht auf den Grund gegangen ist. Dadurch entwickelt sich der Fall zwar sehr langsam, aber auch sehr schlüssig. Gerade zu Beginn wünscht man sich etwas mehr Tempo, während es zum Ende hin so spannend wird, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Wie selbstverständlich wird auch die Pandemie in die Handlung integriert, was zur Authentizität der Handlung beiträgt. Ein wenig Straffung hätte vielleicht gut getan, aber insgesamt packt dieser Krimi mit seiner gut durchdachten Story.

Veröffentlicht am 02.05.2025

Geheimnisvolles Manor

Moonlit Thorns
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Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Annabelle nach hause zurück. Ihr Studium sollte eigentlich zu einem anderen Ergebnis führen, doch ihr Vater ist plötzlich verstorben, ihre Mutter in eine Depression gefallen ...

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Annabelle nach hause zurück. Ihr Studium sollte eigentlich zu einem anderen Ergebnis führen, doch ihr Vater ist plötzlich verstorben, ihre Mutter in eine Depression gefallen und ihr Bruder versucht das Schiff am schwimmen zu halten. Und Dann erfährt Annabelle auch noch, dass ihr Vater hoch verschuldet war. Gläubiger ist Asher Voss von dem geheimnisvollen Landsitz Midnight Manor. Wenn Annabelle ein Jahr lang als Ashers Assistentin arbeitet, werden die Schulden getilgt. Was genau Annabelle tun soll, weiß sie zunächst nicht. Dass sie aber erstmal auf der untersten Stufe der Leiter steht, wird ihr schnell klar.

Bei diesem Band handelt sich um den ersten Band einer Reihe um die Voss Brüder von Midnight Manor. Den Anfang macht Asher, der es nie verwunden hat, dass seine Mutter gestorben ist als er noch sehr jung war. Annavelle gerät also erstmal auf einen geheimnisvollen Landsitz und ihre Arbeitsbedingungen sind nicht die besten. Nur am Samstag Abend darf sie das Gelände verlassen und ihre Familie zu besuchen. Da sie manchmal nicht weiß, wie sie mit ihrer depressiven Mutter umgehen soll, ist sie garnicht so unglücklich. Und die schwarzen Limousinen, die Samstags zum Grundstück kommen, machen sie ziemlich neugierig. Zunächst muss sie sich aber um das herablassende Verhalten ihres Chefs ärgern.

Ein wenig nachempfunden ist dieser Roman dem Märchen „Die Schöne und das Biest“. Kein Wunder also, wenn es sich um ein Lieblingsmärchen handelt, dass man hier gerne zugreift. Vielleicht hätte man sich das Buch jedoch etwas genauer ansehen sollen, denn von einer Fantasy Komponente oder etwas zauberhaften ist nicht viel zu bemerken. Das Schöne und Märchenhafte wird schon etwas vermisst. Und auch etliche Triggerwarnungen sollte man durchaus ernst nehmen. Wenn man sie erst am Schluss liest, wird man vorher nicht nur freudige Überraschungen erlebt haben. Hat man sich allerdings etwas von dem vorher gesagten befreit, bekommt man eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die durchaus prickelnd ist. Um dem gefühlsmäßigen Überschwang folgen zu können, bedarf es vielleicht einer gewissen Jugendlichkeit. Die Umschlaggestaltung ist sehr gelungen, der Rosenbusch lässt einen dann doch in märchenhafte Welten entschweben.

Veröffentlicht am 01.05.2025

Hund und Katz

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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DI Wilkins und DI Wilkins bilden seit Neuestem ein Team. Das ist nicht ganz einfach, denn Ryan Wilkins wurde von seiner vorherigen Dienststelle eher mehr als weniger strafversetzt. Er hatte keine einfache ...

DI Wilkins und DI Wilkins bilden seit Neuestem ein Team. Das ist nicht ganz einfach, denn Ryan Wilkins wurde von seiner vorherigen Dienststelle eher mehr als weniger strafversetzt. Er hatte keine einfache Kindheit und Jugend. Obwohl er sich als guter Ermittler erweist, merkt man ihm seine schwierige Herkunft noch immer an. Raymond Wilkins dagegen ist behütet in der Oberschicht aufgewachsen. Er hat an einer renommierten Universität studiert. Nur wegen seiner Hautfarbe bekommt er manchmal nicht den nötigen Respekt. Bei ihrem ersten gemeinsamen Fall müssen sie gleich im universitären Umfeld ermitteln. Denn in einem Arbeitszimmer der Uni wird eine Leiche gefunden.

Zwei, die sich erstmal überhaupt nicht leiden können, sollen hier ein Team bilden. Und Ryan Wilkins eckt gleich wieder an, weil er sich mit dem Provost der Lehranstalt anlegt. Raymond bekommt ganz schön zu tun, um das wieder gerade zu biegen. Ryan dagegen hat sofort das nächste Disziplinarverfahren am Hals. Während Raymond anfangs etwas auf Ryan herabblickt, steht Ryan seinem Kollegen durchaus nicht negativ gegenüber. Doch es passiert schon mal, dass sie ihre Gedanken nicht richtig koordinieren, wodurch die Nachforschungen recht schwierig werden können. Sie müssen erst noch lernen, wie sie ticken.

Dieser Ansatz ist schon mal vielversprechend. Ermittler, die sich nicht abkönnen, die die gegenüberstehen wie Hund und Katz, das verspricht interessante Unterhaltung. Zwar kommt der Gedanke auf, wie aus diesem Start eine Reihe werden soll, da sich ein Team ja eigentlich zusammenraufen soll, aber es gibt im englischen Original schon weitere Bände. Dem Autor scheinen die Ideen nicht auszugehen. Geistesblitze von DI Wilkins und akribisches Arbeiten von DI Wilkins, das ergänzt sich gut und es führt auch zu Ergebnissen. Das ist spannend zu lesen. Und auch die persönlichen Lebensumstände der beiden Polizisten, berühren einen. Jeder hat seine eigenen Probleme, die lebensnah geschildert sind. Gerne möchte man wissen, wohin die Reihe geht für dieses ungewöhnliche Duo und ob es noch zu einem echten Team wird. Von der Altehrwürden Universität gibt das Cover einen guten Eindruck.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Musikzirkel

Aufklärung
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In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und ...

In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und Anna Magdalena haben auch schon Nachwuchs bekommen. Viel wird musiziert im Haushalt und das Tagesgeschehen wird diskutiert. Da die Luise Gottsched, die Frau eines Professors, in ihrer aller Leben. Luise ist ausgesprochen intelligent und vielseitig interessiert. Sie hat Stücke geschrieben, Übersetzungen ausgeführt. Nur ihr Mann belächelt ihre Fähigkeiten eher und setzt sie auch als Assistentin ein. Doch natürlich ist Luise eine Bereicherung für den kleinen Kreis, der sich in Leipzig gebildet hat.

Aus der Erinnerung und auch mit Hilfe von Luises Aufzeichnungen entfaltet Dorothea ihren Bericht. Es wird Hausmusik gespielt. Man bereitet sich auf Auftritte vor. Und Dorothea tritt manchmal als Assistentin ihres Vaters auf. Doch auch Luises pfiffige Ideen bereichern Bachs Werk. Dorothea merkt schnell, dass sich Luise fast an jede Situation anpassen kann und mit ihrem Witz jedes Gespräch erfreut. Einzig ihr Mann weiß anscheinend nicht, was für einen Schatz er hat. Er findet seine eigenen Gedanken herausragend und merkt nicht, wenn er doch ein wenig belächelt wird.

Ein historischer Roman, der sich zwar dichterische Freiheiten nimmt, aber auch die Zeit der Aufklärung lebendig darstellt. Unter Überschriften gestellt entfalten sich tagebuchartige Aufzeichnungen. Gleichzeitig bezieht sich Dorothea auch auf Entdeckungen aus Luises Aufzeichnungen. Man fühlt sich fast so als ob man dabei wäre. Wörtliche Rede wechselt mit Beschreibungen ab. Nach Artikeln im Internet über die Familie Bach ist von Dorothea nicht viel mehr bekannt als ihr Geburts- und Todestag. Das gibt der Autorin natürlich eine große Leerstelle, die sie mit viel Akribie und leichten Worten füllt. Zwar ist das Ganze manchmal etwas sehr ausführlich und ausschweifend, so dass man irgendwann kaum noch anders kann als nicht mehr jedes Wort zu lesen, weil man sonst einfach nicht weiterkommt. Knapp sechshundert Seiten, relativ klein gedruckt, vereinzelt Fußnoten, das ist einfach viel. Dennoch passt das Buch gut zum Jahr mit Bach, dessen Todestag sich im Jahr 2025 zum 275. Mal jährt.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Anti-Scheidung

Total verschossen – immer Ärger mit dem Liebesgott
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Wird ihre neueste Klientin das mit der Scheidung wirklich durchziehen? Nach einem ersten Termin ist die junge Anwältin Frida McKenzie nie ganz sicher. Meist jedoch sind die Frauen bereit zur Versöhnung. ...

Wird ihre neueste Klientin das mit der Scheidung wirklich durchziehen? Nach einem ersten Termin ist die junge Anwältin Frida McKenzie nie ganz sicher. Meist jedoch sind die Frauen bereit zur Versöhnung. Der unangemeldete Gast, der danach hereinschneit, könnte Frida schon mehr aufregen. Er redet einfach Unsinn, von einer Gefahr, dass sie das neue Angebot nicht annehmen soll und sonst was. Sie lässt Dan wie er sich nennt hinausbegleiten. Und natürlich wird sie zu dem Jobinterview gehen. Leider muss Frida schnell bereuen, dass sie Dan nicht geglaubt hat. Sie wird in einem Besprechungsraum eingeschlossen und etliche persönliche Gegenstände wurden ihr abgenommen.

Mit diesem ersten Band einer Reihe um die Liebesgötter (der griechischen Mythologie) legt die Autorin ihr Debüt vor. Frida McKenzie weiß nichts von ihrer göttlichen Herkunft. Sie ist Scheidungsanwältin fertig aus. Das passt auch zu ihr, schließlich hat sie keine feste Beziehung. Und was Dan so erzählt, Orakel von Delphi und so weiter, kann doch nicht sein. Wer glaubt den so was? Und doch geht bei diesem Jobinterview nicht mit rechten Dingen zu und Frida ist heilfroh, dass Dan einen Rettungsweg aus dem Gebäude vorbereitet hat. Mit knapper Not kann sie entkommen und erstmal kommt sie bei Dan unter.

Die Liebesgötter der griechischen Mythologie in unsere Gegenwart transferiert, eine gute Idee. Eigentlich. Denn zum Verständnis wäre eine bessere Kenntnis der griechischen Mythologie nicht schlecht. Denn dann könnte man auch beurteilen, wie die Ereignisse in die Moderne übersetzt wurden oder auch was der dichterischen Freiheit entsprungen ist. Vom Cover her würde man auch eher auf eine romantische Geschichte hoffen. Das Geschehen ist jedoch eher dramatisch und die Romantik wird allenfalls angedeutet. Von Anteros hat man vielleicht weniger gehört als von Eros und so ist es vielleicht auch mal was, wenn er hier eine Geschichte hat. Frida und Dan versuchen, seinen Einfluss einzudämmen. Einfach ist das nicht. Da bisher lediglich ein Folgeband erschienen ist und auch keine weiteren Bücher der Autorin angekündigt sind, spricht das wohl etwas für sich. Eine gute Idee, die ein wenig gefälliger hätte aufgearbeitet sein können.