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Veröffentlicht am 01.05.2025

Hund und Katz

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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DI Wilkins und DI Wilkins bilden seit Neuestem ein Team. Das ist nicht ganz einfach, denn Ryan Wilkins wurde von seiner vorherigen Dienststelle eher mehr als weniger strafversetzt. Er hatte keine einfache ...

DI Wilkins und DI Wilkins bilden seit Neuestem ein Team. Das ist nicht ganz einfach, denn Ryan Wilkins wurde von seiner vorherigen Dienststelle eher mehr als weniger strafversetzt. Er hatte keine einfache Kindheit und Jugend. Obwohl er sich als guter Ermittler erweist, merkt man ihm seine schwierige Herkunft noch immer an. Raymond Wilkins dagegen ist behütet in der Oberschicht aufgewachsen. Er hat an einer renommierten Universität studiert. Nur wegen seiner Hautfarbe bekommt er manchmal nicht den nötigen Respekt. Bei ihrem ersten gemeinsamen Fall müssen sie gleich im universitären Umfeld ermitteln. Denn in einem Arbeitszimmer der Uni wird eine Leiche gefunden.

Zwei, die sich erstmal überhaupt nicht leiden können, sollen hier ein Team bilden. Und Ryan Wilkins eckt gleich wieder an, weil er sich mit dem Provost der Lehranstalt anlegt. Raymond bekommt ganz schön zu tun, um das wieder gerade zu biegen. Ryan dagegen hat sofort das nächste Disziplinarverfahren am Hals. Während Raymond anfangs etwas auf Ryan herabblickt, steht Ryan seinem Kollegen durchaus nicht negativ gegenüber. Doch es passiert schon mal, dass sie ihre Gedanken nicht richtig koordinieren, wodurch die Nachforschungen recht schwierig werden können. Sie müssen erst noch lernen, wie sie ticken.

Dieser Ansatz ist schon mal vielversprechend. Ermittler, die sich nicht abkönnen, die die gegenüberstehen wie Hund und Katz, das verspricht interessante Unterhaltung. Zwar kommt der Gedanke auf, wie aus diesem Start eine Reihe werden soll, da sich ein Team ja eigentlich zusammenraufen soll, aber es gibt im englischen Original schon weitere Bände. Dem Autor scheinen die Ideen nicht auszugehen. Geistesblitze von DI Wilkins und akribisches Arbeiten von DI Wilkins, das ergänzt sich gut und es führt auch zu Ergebnissen. Das ist spannend zu lesen. Und auch die persönlichen Lebensumstände der beiden Polizisten, berühren einen. Jeder hat seine eigenen Probleme, die lebensnah geschildert sind. Gerne möchte man wissen, wohin die Reihe geht für dieses ungewöhnliche Duo und ob es noch zu einem echten Team wird. Von der Altehrwürden Universität gibt das Cover einen guten Eindruck.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Musikzirkel

Aufklärung
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In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und ...

In den 1730er Jahren beginnt die Tochter von Johann Sebastian Bach aus ihrem Leben zu berichten. Catharina Dorothea ist da noch in ihren Zwanzigern. Ihr Vater hat ein zweites Mal geheiratet und er und Anna Magdalena haben auch schon Nachwuchs bekommen. Viel wird musiziert im Haushalt und das Tagesgeschehen wird diskutiert. Da die Luise Gottsched, die Frau eines Professors, in ihrer aller Leben. Luise ist ausgesprochen intelligent und vielseitig interessiert. Sie hat Stücke geschrieben, Übersetzungen ausgeführt. Nur ihr Mann belächelt ihre Fähigkeiten eher und setzt sie auch als Assistentin ein. Doch natürlich ist Luise eine Bereicherung für den kleinen Kreis, der sich in Leipzig gebildet hat.

Aus der Erinnerung und auch mit Hilfe von Luises Aufzeichnungen entfaltet Dorothea ihren Bericht. Es wird Hausmusik gespielt. Man bereitet sich auf Auftritte vor. Und Dorothea tritt manchmal als Assistentin ihres Vaters auf. Doch auch Luises pfiffige Ideen bereichern Bachs Werk. Dorothea merkt schnell, dass sich Luise fast an jede Situation anpassen kann und mit ihrem Witz jedes Gespräch erfreut. Einzig ihr Mann weiß anscheinend nicht, was für einen Schatz er hat. Er findet seine eigenen Gedanken herausragend und merkt nicht, wenn er doch ein wenig belächelt wird.

Ein historischer Roman, der sich zwar dichterische Freiheiten nimmt, aber auch die Zeit der Aufklärung lebendig darstellt. Unter Überschriften gestellt entfalten sich tagebuchartige Aufzeichnungen. Gleichzeitig bezieht sich Dorothea auch auf Entdeckungen aus Luises Aufzeichnungen. Man fühlt sich fast so als ob man dabei wäre. Wörtliche Rede wechselt mit Beschreibungen ab. Nach Artikeln im Internet über die Familie Bach ist von Dorothea nicht viel mehr bekannt als ihr Geburts- und Todestag. Das gibt der Autorin natürlich eine große Leerstelle, die sie mit viel Akribie und leichten Worten füllt. Zwar ist das Ganze manchmal etwas sehr ausführlich und ausschweifend, so dass man irgendwann kaum noch anders kann als nicht mehr jedes Wort zu lesen, weil man sonst einfach nicht weiterkommt. Knapp sechshundert Seiten, relativ klein gedruckt, vereinzelt Fußnoten, das ist einfach viel. Dennoch passt das Buch gut zum Jahr mit Bach, dessen Todestag sich im Jahr 2025 zum 275. Mal jährt.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Anti-Scheidung

Total verschossen – immer Ärger mit dem Liebesgott
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Wird ihre neueste Klientin das mit der Scheidung wirklich durchziehen? Nach einem ersten Termin ist die junge Anwältin Frida McKenzie nie ganz sicher. Meist jedoch sind die Frauen bereit zur Versöhnung. ...

Wird ihre neueste Klientin das mit der Scheidung wirklich durchziehen? Nach einem ersten Termin ist die junge Anwältin Frida McKenzie nie ganz sicher. Meist jedoch sind die Frauen bereit zur Versöhnung. Der unangemeldete Gast, der danach hereinschneit, könnte Frida schon mehr aufregen. Er redet einfach Unsinn, von einer Gefahr, dass sie das neue Angebot nicht annehmen soll und sonst was. Sie lässt Dan wie er sich nennt hinausbegleiten. Und natürlich wird sie zu dem Jobinterview gehen. Leider muss Frida schnell bereuen, dass sie Dan nicht geglaubt hat. Sie wird in einem Besprechungsraum eingeschlossen und etliche persönliche Gegenstände wurden ihr abgenommen.

Mit diesem ersten Band einer Reihe um die Liebesgötter (der griechischen Mythologie) legt die Autorin ihr Debüt vor. Frida McKenzie weiß nichts von ihrer göttlichen Herkunft. Sie ist Scheidungsanwältin fertig aus. Das passt auch zu ihr, schließlich hat sie keine feste Beziehung. Und was Dan so erzählt, Orakel von Delphi und so weiter, kann doch nicht sein. Wer glaubt den so was? Und doch geht bei diesem Jobinterview nicht mit rechten Dingen zu und Frida ist heilfroh, dass Dan einen Rettungsweg aus dem Gebäude vorbereitet hat. Mit knapper Not kann sie entkommen und erstmal kommt sie bei Dan unter.

Die Liebesgötter der griechischen Mythologie in unsere Gegenwart transferiert, eine gute Idee. Eigentlich. Denn zum Verständnis wäre eine bessere Kenntnis der griechischen Mythologie nicht schlecht. Denn dann könnte man auch beurteilen, wie die Ereignisse in die Moderne übersetzt wurden oder auch was der dichterischen Freiheit entsprungen ist. Vom Cover her würde man auch eher auf eine romantische Geschichte hoffen. Das Geschehen ist jedoch eher dramatisch und die Romantik wird allenfalls angedeutet. Von Anteros hat man vielleicht weniger gehört als von Eros und so ist es vielleicht auch mal was, wenn er hier eine Geschichte hat. Frida und Dan versuchen, seinen Einfluss einzudämmen. Einfach ist das nicht. Da bisher lediglich ein Folgeband erschienen ist und auch keine weiteren Bücher der Autorin angekündigt sind, spricht das wohl etwas für sich. Eine gute Idee, die ein wenig gefälliger hätte aufgearbeitet sein können.

Veröffentlicht am 26.04.2025

Wilson Moon

So weit der Fluss uns trägt
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Er ist es, das weiß die 17jährige Victoria sofort als die den jungen Wilson Moon sieht. Ihr Vater und ihr Bruder sehen das ganz anders. Im Jahr 1948 ist aber nicht unbedingt Victorias Meinung maßgebend. ...

Er ist es, das weiß die 17jährige Victoria sofort als die den jungen Wilson Moon sieht. Ihr Vater und ihr Bruder sehen das ganz anders. Im Jahr 1948 ist aber nicht unbedingt Victorias Meinung maßgebend. Besonders der Bruder sorgt dafür, dass Wilson verschwindet. Victoria lässt sich nicht beirren und sie fängt an nach Wilson zu suchen. Und so entspinnt sich eine zarte Beziehung zwischen den beiden jungen Leuten. Doch Victorias Bruder Seth, neidisch und mißgünstig wie so häufig, sorgt dafür, dass Wilson endgültig verschwindet. Victoria verlässt ihre Heimat der väterlichen Farm und zieht sich in die Berge Colorados zurück.

Die Handlung dieses Familienromans verläuft über mehr als zwanzig Jahre. Eine junge Frau macht ihren Weg. Das Schicksal verurteilt sie dazu, dies alleine zu tun. Mit viel Energie meistert die junge Frau die Aufgaben, die ihr das Leben stellt. Manchmal verzweifelt sie fast und immer wieder hat sie mit Verlusten zu kämpfen. Schon als die Handlung einsetzt ist ihre Mutter verstorben, worunter die Familie sehr gelitten hat. Der Vater wirkt recht eigenbrötlerisch und Seth hat sich zu einem Raufbruder entwickelt, mit dem kaum was anzufangen ist. Auch mit Wilson ist ihr nur ein kurzes Glück beschieden.

Ein abgerundeter Familienroman, der gut unterhält und etliche berührende Momente beinhaltet. Allerdings auch ein Roman, mit dem man vielleicht zwei Mal beginnen muss, weil es einen beim ersten Mal nicht packt. Dann jedoch entwickelt sich die interessante Geschichte einer alten Pfirsichfarm in Colorado, wo das Wetter eigentlich nicht optimal ist. Doch Victorias Vorfahren haben es geschafft. Victoria werden wahrhaft schwierige Entscheidungen abverlangt. Gelegentlich hätte man ihr mehr Glück gegönnt. Doch irgendwann wird eine große Frage ihres Lebens beantwortet. Victoria verliert viel, doch sie gewinnt auch einiges. Wenn auch etwas melancholisch, so doch ein schöner Roman mit einem stimmigen Cover.

Veröffentlicht am 25.04.2025

Schlesischer Zauberberg

Empusion
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Mit seiner Lungenerkrankung braucht Mieczyslaw Wojnicz nach Niederschlesien. Im Jahr 1913 sind in dem Sanatorium in Görbersdorf schon etliche Kranke untergebracht. Wojnicz will sich zunächst einmal orientieren. ...

Mit seiner Lungenerkrankung braucht Mieczyslaw Wojnicz nach Niederschlesien. Im Jahr 1913 sind in dem Sanatorium in Görbersdorf schon etliche Kranke untergebracht. Wojnicz will sich zunächst einmal orientieren. Es gilt eine erste Untersuchung durchzustehen und mit der Behandlung, die hauptsächlich aus reichlich gutem Essen und viel Ruhe besteht, zu beginnen. Ein wenig fremdelt Wojnicz und doch ergeben sich recht bald erste Gespräche und auch kleinere Aktivitäten sind erlaubt. Schwer wird es für die kleine Patientengemeinschaft, wenn einer der ihren es nicht schafft. Unheimlich wird es sogar als die Pensionswirtin überraschen Selbstmord begeht.

Vielleicht ist Schlesien nicht ganz so hipp wie die Schweiz. Doch auch hier bieten die Berge gute Luft und viel Erholung. Genau der richtige Ort also, um eine Lungenschwäche zu kurieren oder zumindest so viele angenehme Tage zu verbringen wie die Krankheit erlaubt. Glücklicherweise erscheint Wojniczs Erkrankung nicht so schwerwiegend zu sein. Sie schränkt aber doch ein. Als angehender Ingenieur muss Wojnicz seine Gesundheit wiedererlangen und nach Lemberg zurückkehren. Bis dahin engagiert Wojnicz in seine Genesung und macht sich Gedanken über die manchmal etwas seltsamen Gespräche und Ereignisse im Sanatorium.

Die Beschreibung dieses Romans macht wirklich neugierig. Wie würde sich eine Art Zauberberg in einer ähnlichen, aber doch ganz anderen Gegend darstellen. Dann kommt noch ein leicht mysteriöser Touch hinzu. Und wie eine Nobelpreisträgerin sich dem Thema nähert, ist auch interessant. Nur manchmal ist es mit renommierten Preisträgerin und Preisträgerinnen so, dass ihre Bücher manchmal ein wenig schwer zu durchschauen sind. Und so erweckt dieser Roman auch hin und wieder den Eindruck, dass er etwas ziellos hin und her mäandert. Weder das Mystische wird zu einer richtig klaren Handlung, noch die Politik kommt richtig zur Sprache. Das regt zwar dazu an, selbst nachzudenken, aber man hätte sich doch etwas anderes gewünscht. Nichtsdestotrotz gibt es fesselnde Szenen und unerwartete Entdeckungen.