Der Unbekannte
Der Mord in der Schlange. Inspector Grants erster FallEs ist die letzte Vorstellung eines erfolgreichen Stücks in London. Die Menschen stehen Schlange, weil sie das nicht verpassen wollen. Es wird enger, je näher der Eingang rückt. Doch ein Mann sackt vor ...
Es ist die letzte Vorstellung eines erfolgreichen Stücks in London. Die Menschen stehen Schlange, weil sie das nicht verpassen wollen. Es wird enger, je näher der Eingang rückt. Doch ein Mann sackt vor dem Theater zusammen und Passaten, die ihm zur Hilfe eilen wollen, bemerken, dass da wohl jede Hilfe zu spät kommt. Der Mann ist tot und Inspector Alan Grant und seine Kollegen beginnen mit den Ermittlungen. Da der Tote nichts bei sich hat, was auf seine Identität hindeutet, ist es alles andere als einfach herauszufinden, um wen es sich handelt. Zeugenaussagen der Umstehenden ergeben erstmal wenig.
Dies ist der erste Band der Reihe um Inspector Alan Grant. Zuerst bereits im Jahr 1929 erschienen handelt es sich um einen klassischen Kriminalroman. Der Fall des Mannes, der umgebracht wird, während er in einer Schlange steht, ist schon etwas ungewöhnlich. Wegen der Enge fällt es auch nicht sofort auf. Das macht es den Polizeibeamten doch recht schwer. Und natürlich fragen sie sich auch, wieso die Etiketten aus der Kleidung des Toten herausgetrennt waren. Inspector Grant ist sofort klar, dass dieser Fall schwierig wird. Mit voller Kraft steigt er in die Nachforschungen ein.
Der Name Josephine Tey wurde in den letzten Jahren durch die Autorin Nicola Upson in Erinnerung gerufen, die Josephine selbst ermitteln ließ. Da liegt es nahe, sich auch mal an die Originalwerke Teys zu wagen. Sind schon die Erzählungen Upsons ruhig, schafft es Tey da noch einen drauf zu setzen. Inspector Alan Grant ist sehr zurückhaltend ohne großes privates Profil geschildert. Dafür gibt es lange Gedankenergüsse zu kleinsten Spuren, die sich mitunter als falsche Fährten erweisen. Die Idee zu dem Todesfall ist schon interessant und macht neugierig. Die weiteren Schilderungen sind in Teilen schon spannend. Immer, wenn es kleine Durchbrüche gibt. Viel führt dann leider zu nichts. Die Auflösung ist dann zwar sehr überraschend, fühlt sich aber so an, als ob irgendwo einfach die Luft abgelassen wird. Vielleicht sollte ein klassischer Krimi ein klassischer Krimi bleiben und man sollte die Erwartungen nicht allzu hoch schrauben. Wie gesagt immerhin ein toller Ansatz.