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Veröffentlicht am 01.05.2026

Das Schloss

Wenn die Schatten sterben
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Rebecca Kolberg zieht nach dem Tod ihres Mannes nach Solothurn in der Schweiz. Sort hat sie den alten Familiensitz geerbt, den sie wieder herrichten lassen will. Durch ihren Sohn Adrian kommt sie gleich ...

Rebecca Kolberg zieht nach dem Tod ihres Mannes nach Solothurn in der Schweiz. Sort hat sie den alten Familiensitz geerbt, den sie wieder herrichten lassen will. Durch ihren Sohn Adrian kommt sie gleich in Kontakt mit den Nachbarn, die sehr sympathisch sind. Doch als die Handwerker mit ihrer Arbeit beginnen, finden diese im Keller hinter einer doppelten Wand die sterblichen Überreste einer weiblichen Person. Es wird festgestellt, dass die Tote vor so langen Jahren verstorben ist, dass die Sache in der Schweiz bereits läge verjährt ist. Trotzdem möchte Rebecca wissen, was in den 1940er Jahren passiert ist.

Es entwickelt sich eine Geschichte um zwei Frauen. Becky sucht in der Gegenwart nach Spuren, da die Polizei wegen der Verjährung nicht mehr ermittelt. Sie stößt auf Tagebücher von Emma Kummer, die wohl die Tote im Keller ist. Wie war es in der Schweiz, während in Deutschland die Nazis herrschten. Wurde das Land von den Geschehnissen im Nachbarland beeinflusst? Jedoch hält die Gegenwart auch für Rebecca unerwartete Probleme bereit. Den Unfalltod ihres Mannes hat sie noch nicht überwunden und auch Ereignisse in ihrer neue Heimat bereiten ihr Sorgen. Wenigstens versteht sich der zehnjährige Adrian gut mit der achtjährigen Pia von nebenan.

Ein geschichtliches Thema hat der Autor auf spannende Weise mit der Gegenwart verwoben. Es ist lehrreich, wenn man etwas über die Vergangenheit erfahren kann. Und auch die Gefahren in der heutigen Zeit. Auch in der Schweiz gab es während des zweiten Weltkriegs rechte Bestrebungen, die an die Macht wollten. Wie sich das in dem kleinen Ort Solothurn ausgewirkt hat, wird zwar in der Fiktion dargestellt. Der geschichtliche Hintergrund ist aber durchaus real. Auch wie die Vergangenheit manchmal in die Gegenwart wirkt, ist fesselnd beschrieben. Vielleicht ist in der Vergangenheit mehr zu finden als man ahnt. Das mag möglicherweise auch für einen selbst ein Anreiz sein, mit Nachforschungen zu beginnen.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Tragischer Unfall

Drei Leben lang
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Sie fahren jedes Jahr in den Urlaub nach Spanien. Doch als sie in diesem Jahr durch den Tunnel fahren, kommt ihnen ein Auto entgegen. Plötzlich sind Michi und seine kleine Schwester Xandra Vollwaisen. ...

Sie fahren jedes Jahr in den Urlaub nach Spanien. Doch als sie in diesem Jahr durch den Tunnel fahren, kommt ihnen ein Auto entgegen. Plötzlich sind Michi und seine kleine Schwester Xandra Vollwaisen. Das Jugendamt versucht eine gemeinsame Pflegestelle für die Beiden zu finden, scheitert aber. Der 14jährige Michi meint, er müsse die Dinge selbst in die Hand nehmen. Zunächst einmal nur, um Xandras Lieblingskuscheltier aus dem Elternhaus zu holen. Und müssten sich nicht irgendwelche Verwandten finden lassen, die die Geschwister aufnehmen können? Immer droht die Gefahr, dass Michii von seiner Schwester getrennt wird.

Welch ein tragischer Unfall. Eigentlich darf es garnicht sein, dass Kinder ihre Eltern verlieren. Eigentlich darf es auch nicht sein, dass niemand sie gemeinsam aufnehmen will. Als Michi klarwird, dass die vom Jugendamt sich zwar bemühen, es aber nicht schaffen, einen annehmbaren Platz zu finden, will der die Dinge selbst in die Hand nehmen. Doch auch er stößt auf taube Ohren. Und er ist doch erst vierzehn. Müssen sich die Geschwister etwa damit abfinden,, dass sie getrennt werden? Wie wird sich das auf ihre Lebenswege auswirken? Fragen, die man gerne beantwortet hätte.

Die Idee zu diesem Buch fixt einen schon sehr an. Man will einfach wissen, wie es den Geschwistern nach diesem tragischen Unfall ergeht. Ob einem die Antwort, die man bekommt, gefällt, steht möglicherweise auf einem anderen Blatt. Zum einem weil man den Eindruck gewinnt, als könne der Klappentext ein wenig irreführend sein. Zum anderen weil man sich einfach eine positivere Geschichte für die Geschwister wünschen würde. Es können doch nicht alle abweisend und egoistisch handeln. Denkt man jedenfalls. Was die Story doch einigermaßen spannend macht, ist, dass sich einige Zusammenhänge nach und nach erschließen und dass man schließlich etwas zu unterschiedlichen Lebenswegen sagen kann. Insgesamt vermittelt die Handlung jedoch eine Wirklichkeit, von der man nicht so viel lesen möchte.

2,5 Sterne

Veröffentlicht am 26.04.2026

Sonnenschein

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Schon immer lebt Eleanore in der kleinen Stadt Lower Whilby nicht zu weit von London, aber doch weit genug. Mit Mitte Zwanzig hat sie ihren Platz gefunden, allerdings fühlt sie sich eher wie das nette ...

Schon immer lebt Eleanore in der kleinen Stadt Lower Whilby nicht zu weit von London, aber doch weit genug. Mit Mitte Zwanzig hat sie ihren Platz gefunden, allerdings fühlt sie sich eher wie das nette Mädchen von nebenan. Als Dann James` Bruder Dex nach Lower Whilby kommt, ändert sich einiges Eleanore gehört zu den Organisatoren des alljährlichen Musikfestivals und da hatte sie vor Jahren eine kurze Begegnung mit Dex, die sie nie vergessen hat. Dex hat sich dagegen bei seinem Bruder einquartiert, weil er allem entfliehen will. Mit Eleanore ergeben sich schnell anregende und manchmal auch intensive Gespräche auf freundschaftlicher Ebene. Und so soll es auch sein, oder?

Freundschaft ist ja völlig okay. Zum Glück kann das Gegenüber die Gedanken nicht hören. Dann müsste Eleanore vor Dex zugeben, was sie schon lange empfindet. Und andersherum hat Dex nicht damit gerechnet, was die Treffen mit Nore bei ihm auslösen. Eigentlich will er alles hinwerfen, er fühlt sich als Musiker nicht gut genug. Seine Eltern hatten in den 90ern eine berühmte Band und er meint, dass er da einfach nicht mithalten kann. Was ist jedoch die Alternative? Nore ist zufrieden mit ihrem Job, meistens jedenfalls. Ihr Leben könnte allerdings mehr Aufregungen gebrauchen.

Hin und wieder braucht man mal ein Buch, bei den man beim Anschauen des gute Laune auslösenden Covers, worauf es hinausläuft. Dann kann man sich mit Freude auf den Weg begeben, der zum mit einigen Umwegen zum kuscheligen Happyend führt. Zwar kommt einem Nore vielleicht manchmal etwas sehr unerfahren vor und Dex scheint von reichlich Selbstzweifeln geplagt. Und hin und wieder vermisst man in den Gesprächen das Prickeln. Aber meist verbreitet die Handlung mit ihren sympathischen Protagonisten einfach gute Laune. Man bekommt also genau, was man sich gewünscht hat.

Vorgetragen wird dieses Hörbuch von Sandra Voss und Jesse Jordan. So kann man sich bestens in die Gedanken- und Gefühlswelt von Eleanore und Dex hineinversetzen.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Before

Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen
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Vier Geschichten um einen Sohn, ein namenloses Kind, einen Vater und einen Valentinsgruß. Der Sohn ist so freundlich und fürsorglich, dass er vieles unternimmt, damit seine Eltern glücklich sind. Manchmal ...

Vier Geschichten um einen Sohn, ein namenloses Kind, einen Vater und einen Valentinsgruß. Der Sohn ist so freundlich und fürsorglich, dass er vieles unternimmt, damit seine Eltern glücklich sind. Manchmal vergisst er sich selbst dabei. Und er ist doch erst sieben Jahre. Eine junge Mutter wollte mit ihrem Mann gemeinsam einen Namen für das Ungeborene aussuchen. Leider ist ihr Mann noch vor der Geburt gestorben. Ein Vater traut seiner Tochter nicht viel zu. Das führt dazu, dass sie im Unfrieden aus dem Haus geht. Der Vater bereut seine Worte bald. Und schließlich zwei Frauen, die schon während der Schulzeit befreundet waren, sich aber auseinander entwickelt haben.

In diesem Café kann man in die Vergangenheit reisen. Allerdings unterliegt das bestimmten Regeln. Fast mehr Regeln als man sich merken kann. Und der Aufenthalt ist kurz. Nur bis der Kaffee kalt wird. Und es ändert nichts. Was passiert ist, passiert trotzdem. Ein wenig ändert sich doch. Für die Reisenden, denn auch ihre Erinnerung bleibt. Für die Zurückbleibenden, die diesen Moment haben. Und die einfühlsamen Mitarbeiter im Café versuchen ihre Gäste sicher durch die Zeit zu bringen.

Die Sammlung von vier Geschichten um Menschen und was sie versäumt haben, wen sie verpasst haben, was sie bereuen ist sehr interessant. Einen Fehler nicht direkt wieder gutmachen, aber doch erklären oder einen Groll zum Verschwinden bringen. Aber wenn es letztlich nichts bewirkt oder nur für die reisende Person? Ob man da völlig mitgeht, mag so eine Sache sein. Allerdings berühren die Erzählungen jeweils auf ihre Weise. Vielleicht wünscht man sich die Rahmenhandlung etwas zusammenhängender. Dazu ist jedoch zu sagen, dass der vorliegende bereits der vierte Band der Reihe um dieses Café ist. Auch kommt es einem manchmal so vor als würden Regeln dazu erfunden, wenn es gerade notwendig erscheint. Dennoch überzeugt die Idee der letzten Chance, um Worte, die einem auf der Seele brennen, auszusprechen.

3,5 Sterne

Veröffentlicht am 24.04.2026

Die Waffe

Liars all around me
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Ryle staunt nicht schlecht als seine Mitschülerin Avery ihn bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Was will die Klassenbeste denn damit? Sie meint wohl, auf seinen Ruf als bad Boy kann man sich verlassen. ...

Ryle staunt nicht schlecht als seine Mitschülerin Avery ihn bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Was will die Klassenbeste denn damit? Sie meint wohl, auf seinen Ruf als bad Boy kann man sich verlassen. Und Avery? Sie hat schon ihre Gründe, die will sie Ryle nicht auf die Nase binden. Außerdem lehnt er sowieso ab ihr zu helfen. Nur kurze Zeit darauf wird eine andere Schülerin in der Nähe des Leuchtturms tot aufgefunden. Sie weist Schussverletzungen auf. Ryle braucht nicht lange, um zu kombinieren. Avery muss die Täterin sein. Als er sie konfrontiert, streitet sie das vehement ab.

Wird Avery es schaffen, den wahren Täter zu finden? Ryle gibt ihr eine Woche Zeit, um ihre Unschuld zu beweisen. Avery als Tochter der Bürgermeisterin und Ryle aus einfachem Elternhaus verkehren nicht in den gleichen Kreisen. Sie merken schnell, dass es vielleicht am Besten ist, wenn sie das nutzen und ihre Nachforschungen anstellen. Vertrauen können sie sich natürlich nicht, aber die Kräfte bündeln? Obwohl das nicht geplant und auch nicht gewollt ist, müssen Avery und Ryle sich eingestehen, dass nicht alles, was sie von dem jeweils anderen dachten, der Wahrheit entspricht. Bevor sie genauer darüber nachdenken, müssen sie ihre Verdächtigen sortieren.

Wenn sich zwei erst überhaupt nicht leiden können, kommt es oft anders. Man merkt jedoch bald, dass Avery durchaus etwas zu verbergen hat. Und auch in Ryles Leben ist nicht alles so wie es scheint. Trotz des Misstrauens, dass zwischen ihnen herrscht, müssen sie zusammenarbeiten. Wieso wurde Sheila umgebracht? Wie sollen sie ein Motiv finden? Einen Verdächtigen? Gefesselt liest man, wie sich falsche Fährten in Nichts auflösen. Man beginnt selbst Vermutungen anzustellen. Gleichzeit erlebt man, wie Avery und Ryle sich näher kommen. Und doch bleibt die Frage nach dem, was wirklich passiert ist. Gefesselt liest man von Kapitel zu Kapitel und erfährt sowohl von Avery als auch von Ryle, wie sie die Welt sehen. Daraus entwickelt sich ein Bild aus Verknüpfungen, deren nahende Lösung eine vor Spannung den Atem anhalten lässt.