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Veröffentlicht am 11.09.2018

Spannend und informativ

Das Herz des Löwen
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Buchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

„Das Herz des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der zweite Band in der Serie um Robin ...

Buchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

„Das Herz des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der zweite Band in der Serie um Robin Hood.

Zum Autor:
Mac P. Lorne ist Jahrgang 1957.
Aufgewachsen in der ehemaligen DDR studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin.
Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik.
Gemeinsam mit seiner Familie baute er einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, aus dem sich auch Olympiareiter ihren Nachwuchs sicherten.
Heute lebt er zu Füßen einer mittelalterlichen Burg in einem der größten Waldgebiete Europas.
Er ist Co-Autor mehrerer Fach- und Sachbücher aus den Gebieten Veterinärmedizin und Pferdezucht.
Englische Geschichte ist die große Leidenschaft des Autors und seine Romanreihe rund um Robin Hood begeistert zahlreiche Leserinnen und Leser.

Klappentext:
England 1189 - Im Sherwood Forest begegnen sich zwei Männer, deren Schicksal auf viele Jahre eng miteinander verbunden sein wird: Robert von Loxley, genannt Robin Hood, und Richard I., der zukünftige König von England.
Um Begnadigung zu erlangen, begleiten die Geächteten den König auf seinen Kreuzzug ins Heilige Land. Als Robin und seine Gefährten nach harten Kämpfen, Hunger und Meuterei endlich nach England zurückkehren, finden sie leider keinen Frieden. Ein immenses Lösegeld wird für den in Gefangenschaft geratenen König gefordert und nicht jeder ist bereit, dafür zu bezahlen.
Noch einmal müssen Robin Hood und seine Gefährten einen weiten und gefahrvollen Weg gehen, der sie bis tief in das Deutsche Reich hinein führt…

Meine Meinung:
Dieses Buch beschreibt die gemeinsame Zeit von Robin Hood und Richard Löwenherz. Geprägt wird diese Beziehung von Freundschaft, gegenseitigem Vertrauen, aber auch von kleineren Konflikten. Das Bild von Richard Löwenherz ist nicht eindeutig, einerseits ist er ein großer Krieger und ein Mensch mit vernünftigen Anschauungen, aber andererseits mutiert er auch zum Monster, das rücksichtslos vorgeht und auch zu grausamsten Handlungen fähig ist. Robin und Richard haben es mit diversen Gegenspielern zu tun, die bis auf Saladin fast nur eine dunkle Seite zeigen. Saladin und Richard scheinen Brüder im Geiste zu sein, sowohl was positive als auch negative Eigenschaften betrifft. Robin begleitet Richard auf dem Kreuzzug und ist meist an seiner Seite. Wiederholt rettet er Richard das Leben und erfährt auch Achtung dafür. Und doch ist Robin nicht nur der edle Kämpfer für Recht und Gesetz. Die ihn umgebende Gewalt nimmt Einfluss auf seine Psyche und macht auch ihn zeitweilig zu einem rücksichtslosen Kämpfer.
Geprägt ist das Buch vom dauernden Wechsel zwischen Kampfhandlungen und ruhigen Sequenzen. Gerade in den ruhigen Sequenzen werden unauffällig viele historische Informationen an den Leser gebracht. Man erfährt viel über die politischen Geschehnisse jener Zeit und auch über die gesellschaftlichen Strukturen. Dem Leser werden viele gewalttätige Szenen mit grausamster Handlung zugemutet, denen Passagen mit humorigen Elementen folgen, um das Ganze etwas erträglicher zu gestalten. Wie schon im ersten Teil sind etliche Figuren nur schwarz oder weiß und auch die unglückliche Vorgehensweise der Gegner ermöglicht es Robin, erst so richtig zu glänzen. Und doch hat mir dieser Band besser gefallen, weil auch Schatten auf Robin fallen und auch gerade die Muslime berechtigte Interessen vertreten und doch auch als Menschen dargestellt werden. Robin spricht mehrfach sehr schlecht von den christlichen Kirchenvertretern, die durch die Bank nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Auch die Königinmutter Eleonore hat vor allem das Wohl der Familie Plantegenet im Auge. Dies zeigt sich insbesondere am Ende des Buchs.

Fazit:
Wieder eine aufregend gestaltete Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden und meist unglücklich agierenden Bösen. Die Mischung aus Historie und Fiktion ist gelungen. Aber diesmal gibt es Flecken auf der Weste der Guten. So vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Nimmt nach mauem Beginn Fahrt auf

Der Abgrund in dir
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Buchmeinung zu Dennis Lehane – Der Abgrund in dir

„Der Abgrund in dir“ ist ein Roman von Dennis Lehane, der 2018 bei Diogenes in der Übersetzung von Steffen Jacobs und Peter Torberg erschienen ist. Der ...

Buchmeinung zu Dennis Lehane – Der Abgrund in dir

„Der Abgrund in dir“ ist ein Roman von Dennis Lehane, der 2018 bei Diogenes in der Übersetzung von Steffen Jacobs und Peter Torberg erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Since we fell“ und ist 2017 erschienen.

Zum Autor:
Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, schrieb für ›The Wire‹ und war Creative Consultant und Produzent bei ›Boardwalk Empire‹. Seine erfolgreich verfilmten Bücher ›Mystic River‹ und ›Shutter Island‹ sind Weltbestseller. Dennis Lehane lebt in Los Angeles und Boston.

Klappentext:
Rachel Childs hat alles, was man sich erträumt: ein Leben ohne finanzielle Sorgen, einen gutaussehenden, liebevollen Ehemann. Doch im Bruchteil einer Sekunde macht ausgerechnet dieser Mann ihr Leben zu einer Farce aus Betrug, Verrat und Gefahr. Nichts ist mehr, wie es scheint, und Rachel muss sich entscheiden: Wird sie kämpfen für das, was sie liebt, oder im Strudel einer unglaublichen Verschwörung untergehen?

Meine Meinung:
Nach etwa 150 Seiten war ich nahe dran, dieses aus der Sicht Rachels geschriebene Buch abzubrechen. Es passierte eigentlich nichts und Rachels Suche nach ihrem Vater und ihr journalistischer Alptraum haben mich nicht umgehauen. Dann nimmt das Buch auf einmal Fahrt auf. Brian hilft Rachel bei der Bewältigung ihrer großen psychischen Probleme und heiratet sie dann. Rachel ist noch recht labil und Brian ist öfter auf Geschäftsreisen. Dann glaubt sie, ihn während einer dieser Reisen in der Stadt gesehen zu haben. Und dann beginnt für sie ein neues Leben – Rachel beginnt wieder zu handeln. Ab hier steigt die Spannung gewaltig und hält sich auf hohem Niveau. Rachels ruhiges Leben und ihre gesamte Welt zerfällt in kürzester Zeit in Stücke. Rachel entwickelt ungeahnte Fähigkeiten und auch ihre Liebe zu Brian wird erschüttert. Der Autor hält eine Überraschung nach der anderen für den Leser bereit und nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint. Die Spannung wird von drei Motiven getragen, zum einen der Gefahr, in der Rachels Leben schwebt, der Frage, wie Rachels Psyche mit den Problemen zurecht kommt und dann natürlich der Klärung all dieser verwirrenden Situationen. Hier zeigt Dennis Lehane seine Meisterschaft im Plotten komplexer Abläufe. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig gestaltet und haben mir gefallen. Rachel ist ein angegriffener Charakter, der vieles einstecken musste und zur Unselbständigkeit erzogen wurde. Trotzdem empfand ich eher Mitleid als Sympathie für sie. Sympathisch war mir Brian, der scheinbar selbstlos Rachel unterstützte. Im grandiosen zweiten Teil erweist sich Rachel als Kämpferin und auch anhand ihrer Gedanken wird deutlich, wie schwer es für sie ist. Auch die Sicht auf Brian ändert sich und nicht nur Rachel quälen Fragen. Kann man Brian vertrauen oder ist er ein fieser Bösewicht? Hat er Rachel geholfen oder hat er sie manipuliert?
Der Abschluss ist gelungen und es passt zur Geschichte, dass es vielleicht doch nicht zu Ende ist.

Fazit:
Nach einem ermüdenden Vorspiel erlebt der Leser einen grandiosen Thriller mit vielschichtigen Figuren und komplexen und überraschenden Wendungen. Auch die psychologische Seite hat mich überzeugt. Und doch hätte ich das Buch beinahe abgebrochen. So vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Lebt von den Figuren und der Atmosphäre

Totenbauer
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Buchmeinung zu Tom Finnek - Totenbauer

„Totenbauer“ ist ein Kriminalroman von Tom Finnek, der 2018 bei beTHRILLED by Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der zweite Band um die Ermittler Tenbrink ...

Buchmeinung zu Tom Finnek - Totenbauer

„Totenbauer“ ist ein Kriminalroman von Tom Finnek, der 2018 bei beTHRILLED by Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der zweite Band um die Ermittler Tenbrink und Bertram.

Zum Autor:
Tom Finnek (Pseudonym des Autors Mani Beckmann) wurde 1965 in Westfalen geboren und lebt als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller in Berlin. Unter dem Namen Mani Beckmann erschienen neben einigen Berlin-Krimis seine historischen Moor-Romane, die im Münsterland angesiedelt sind (siehe Autorenseite Mani Beckmann). Unter dem Pseudonym Tom Finnek schreibt er seit 2009 historische London-Romane. Tom Finnek/Mani Beckmann ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Klappentext:
Auf einer Parkbank im Münsterland bricht ein Mann zusammen. An seiner Schläfe klafft eine blutige Wunde. Der Frau, die ihm helfen möchte, flüstert er die Worte "toter Bauer" zu - und stirbt.
Oberkommissar Maik Bertram vermutet zunächst, dass der Mann das Opfer eines tödlichen Liebes- oder Eifersuchtsdramas geworden ist. Aber was haben die letzten Worte des Toten zu bedeuten? Ohne die Hilfe Heinrich Tenbrinks, der sich von einem Schädelbasisbruch erholt und mit immer stärkeren Erinnerungslücken zu kämpfen hat, tritt er bald auf der Stelle. Also wendet er sich an seinen ehemaligen Partner und sofort meldet sich Tenbrinks untrügliches Bauchgefühl: Könnten die Worte des Sterbenden einen ganz anderen Sinn haben? Bertram und Tenbrink arbeiten wieder als Team und schon bald führen sie ihre Ermittlungen zu alten Familiengeheimnissen, einem weiteren rätselhaften Todesfall und zu einer ehemaligen Knochenmühle. Gleichzeitig kämpfen die Kommissare mit ihrer eigenen Vergangenheit und stoßen auf Dinge, die besser für immer unentdeckt geblieben wären ...


Meine Meinung:
Die große Stärke dieses Romans ist analog zum Vorgänger die Figurenzeichnung. Der westfälische Sturkopf Tenbrink leidet weiterhin an Gedächtnisaussetzern, deren Ursache aber im Verlauf der Geschichte aufgelöst werden. Momentan ist er vom Dienst freigestellt, aber er kann das Ermitteln nicht sein lassen, zumal er seine Kontakte nutzen kann. Maik Bertram ist in Westfalen angekommen, aber seine Frauengeschichten bleiben ein Quell stetiger Probleme. Seine Zusammenarbeit mit dem neuen Chef funktioniert nicht besonders und Bertram spielt seinen überlegenen Intellekt mehr als nötig aus.

Der Fall selber ist trotz einiger Finten und Überraschungen nicht besonders spannend. Die Geschichte lebt von der gelungenen Atmosphäre, den überzeugenden Figuren und dem trockenen Humor. Spannung geht vor allem von den persönlichen Problemen der beiden Ermittler aus. Sie ergänzen sich hervorragend und brauchen einander noch mehr als im Vorgänger. Es gibt einige Passagen in plattdeutschem Dialekt, die eine sehr intensive Atmosphäre verbreiten ebenso wie einige Besonderheiten des westfälischen Brauchtums. Zum Ende gibt es einen Showdown der etwas anderen Art, der aber zum Inhalt passt.


Fazit:
Der Krimi punktet mit seiner westfälischen Atmosphäre und der sehr gelungenen Figurenzeichnung. Die Figuren sind zumeist mit einiger Tiefe und in vielen Grautönen gezeichnet. Leichte Abzüge gibt es für den nicht so spannenden Kriminalfall. So bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Ich kann das Buch allen empfehlen, die einen ruhigen Krimi mit viel Atmosphäre und bodenständigen Figuren mögen.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Baut nach furiosem Auftakt stark ab

Lauter Leichen
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Buchmeinung zu Zarah Philips – Lauter Leichen

„Lauter Leichen“ ist ein Kriminalroman von Zarah Philips, der 2018 bei Midnight erschienen ist.

Zum Autor:
Zarah Philips wurde 1969 in Hamburg geboren. Sie ...

Buchmeinung zu Zarah Philips – Lauter Leichen

„Lauter Leichen“ ist ein Kriminalroman von Zarah Philips, der 2018 bei Midnight erschienen ist.

Zum Autor:
Zarah Philips wurde 1969 in Hamburg geboren. Sie ist Mutter von drei Kindern, arbeitet für einen Hamburger Konzern und lebt im Hamburger Süden.

Klappentext:
Eine rasante Verbrecherjagd mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor
Elli Gint traut ihren Augen kaum, als sie ihren Exfreund Peter erschossen in der Hamburger Villa ihrer Mutter findet. Für den ermittelnden Kommissar Watkowski gilt Elli sofort als Hauptverdächtige im Mordfall. Dummerweise wurde Peter nämlich mit derselben Waffe erschossen, die bereits achtzehn Jahre zuvor Ellis Vater niederstreckte. Damals war Ellis Mutter als Täterin im Visier der Ermittlungen, ihr konnte aber nie etwas nachgewiesen werden. Den Damen der Familie Gint bleibt nun nichts anderes übrig, als gemeinsam zu ermitteln und Ellis Unschuld zu beweisen. Mit von der Partie ist auch Oma Frieda, die nicht nur sprichwörtlich die eine oder andere Leiche ausgräbt. Und schließlich ist alles ganz anders, als der Kommissar glaubt ...


Meine Meinung:
Das Buch beginnt furios im Stil einer Krimigroteske und wird seinem Titel voll gerecht. Das Tempo kann natürlich nicht bis zum Ende beibehalten werden und so wird es ruhiger. Diese Geschwindigkeit beherrscht die Autorin aber nicht so gut. Es kommt zu Liebesgeschichten und bemüht komischen Situationen, die aber nicht überzeugend wirkten. Hier fällt auch negativ ins Gewicht, dass die Figuren durch die Bank recht flach gestaltet sind. Es kommt zu einigen Überraschungen und doch will die Begeisterung aus dem ersten Teil nicht zurück kommen. Elli Gint und Kommissar Watkowski sind recht interessante Typen, aber die übrigen Figuren sind eher Karikaturen. Auch der Schauplatz Hamburg bringt kaum Atmosphäre. So bleibt ein uneinheitliches Bild mit einem furiosen Beginn und einem schlappen Finish. Vielleicht sind meine Erwartungen auch durch den Anfang zu hoch geworden und in die falsche Richtung gelenkt worden.

Fazit:
Der furiose Beginn wird im weiteren Verlauf zu einem Handicap, weil es Erwartungen weckt, die nicht erfüllt werden können. So vergebe ich nur drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Der erste Abschnitt ist aber eine Empfehlung wert – er ist wirklich klasse.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Gute Absichten reichen nicht

Dunkles Arles
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Buchmeinung zu Cay Rademacher – Dunkles Arles

„Dunkles Arles“ ist ein Kriminalroman von Cay Rademacher, der 2018 bei DuMont Buchverlag erschienen ist. Dies ist der fünfte Band um den Ermittler Roger Blanc. ...

Buchmeinung zu Cay Rademacher – Dunkles Arles

„Dunkles Arles“ ist ein Kriminalroman von Cay Rademacher, der 2018 bei DuMont Buchverlag erschienen ist. Dies ist der fünfte Band um den Ermittler Roger Blanc.

Zum Autor:
Cay Rademacher wurde 1965 geboren und studierte Geschichte sowie Philosophie in Köln und Washington. Seit vielen Jahren schreibt er für GEO und GEO-Epoche.
Wenn ihn bei seinen Recherchen ein Ereignis oder eine Kultur besonders fesselt, dann entzündet das seine zweite schriftstellerische Leidenschaft: Krimis.

Klappentext:
November in der Provence: Capitaine Roger Blanc und die Untersuchungsrichterin Aveline Vialaron-Allègre verabreden sich zu einem heimlichen Wochenende in Arles. Treffpunkt des Liebespaares ist das römische Amphitheater. Doch dann wird Aveline zufällig Zeugin eines extrem kaltblütigen Mordes. Sie selbst kommt nur knapp mit dem Leben davon – aber der unbekannte Täter raubt ihr eine Tasche mit wichtigen Unterlagen, die sie ihrem Ehemann, dem mächtigen Staatssekretär, um jeden Preis in Paris präsentieren muss.
Blanc und Aveline haben nur zwei Tage, um den Mörder zu finden und sich die Dokumente zurückzuholen. Allerdings darf ja niemand wissen, dass sie in Arles sind. In den düsteren Gassen entspinnt sich ein Duell auf Leben und Tod: Sie jagen den Unbekannten – und der Unbekannte jagt sie. Dabei hat er mächtige Helfer. Nach und nach finden Blanc und Aveline heraus, dass der Tote im Amphitheater nicht das erste Opfer einer mysteriösen Gruppe ist, zu der sogar Politiker und Polizisten gehören. Als dann auch noch sein Kollege Marius Tonon, den Blanc in einer Klinik glaubte, bei diesen Verschwörern auftaucht, weiß er endgültig nicht mehr, wer sein Freund ist – und wer sein Feind …


Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir nicht so gut gefallen wie die Vorgänger. Die Beschränkung auf den Handlungsort Arles und um das zu hütende Geheimnis der Beziehung zur Staatsanwältin tun der Geschichte nicht gut. Die meist fehlende Unterstützung durch seine Mitarbeiter führen dazu, dass Roger Blanc zu einem Superhelden mutiert und seine Bodenständigkeit und seine Glaubwürdigkeit zumindest in Teilen verliert. Dazu kommt eine zwar lobenswerte politische Absicht, die aber der Spannung schadet. Seine Gegenspieler sind doch arg unbedarft. Auch die Szenen um Marius Tonon leiden sehr unter dieser Tendenz. Auch der Humor bleibt dabei weitgehend auf der Strecke. Auch die südländische Atmosphäre kommt kaum zu tragen.

Fazit:
Dieser Kriminalroman leidet sehr unter den vom Autor gemachten Beschränkungen. Die sonstigen Stärken dieser Serie kommen kaum zum Tragen und die Zeichnung der Gegenspieler als unbedarfte und skrupellose Kriminelle ist kontraproduktiv. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) vergeben. Natürlich gibt es auch keine Leseempfehlung. Ich hoffe, dass der Autor zu alten Stärken zurückfinden kann.