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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Spannend und sozialkritisch

Minnesota
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Nesbo ist in diesem Buch in die USA "ausgewandert" und es ist sicherlich kein Zufall, dass es die Stadt Minneapolis ist, in der diese Geschichte angesiedelt ist. Die Stadt, in der George Floyd von Polizisten ...

Nesbo ist in diesem Buch in die USA "ausgewandert" und es ist sicherlich kein Zufall, dass es die Stadt Minneapolis ist, in der diese Geschichte angesiedelt ist. Die Stadt, in der George Floyd von Polizisten ermordet wurde und erst vor wenigen Tagen eine junge Frau von einem Mitglied der ICE quasi hingerichtet wurde. Auch war die Gegend in Minnesota ein bevorzugtes Ziel norwegischer Auswanderer.
In der Rahmengeschichte kommt ein Schriftsteller aus Norwegen in die Stadt, um zu recherchieren. Sechs Jahre vor seinem Besuch hat ein Mann verschiedene Morde begangen, bei allen Opfern handelte es sich um Männer, die mit Waffenhandel und Drogenzu tun hatten. Der Polizist Bob Oz, der nach der Trennung von seiner Frau mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, setzt sich auf die Spur des Mörders. Aber der Mörder ist sehr raffiniert.
Man kann dieses Buch nicht genug loben. Es ist nicht nur sehr spannend und psychologisch ausgefeilt, was eigentlich bei Nesbo selbstverständlich ist, sondern es ist auch sozialkritisch und setzt sich differenziert mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Die Möglichkeit überall Waffen zu kaufen führt dort nicht zu mehr Sicherheit, wie es die NRA suggeriert, sondern zu mehr Tod und zu mehr Leid. Kinder werden "versehentlich" erschossen, Unbeteiligte sind Kollateralschäden. Die Politik kümmert sich nicht um die Probleme in den "einfachen" Vierteln, man sorgt lieber für die Menschen in den reichen Gates Communities. Und das alles ist in en vergangenen Jahren noch erheblich eskaliert, unter einem Präsidenten, der seine eigene Eitelkeit pflegt und sich und seinen Freunden die Taschen vollmacht.
Deshalb ist das Buch nicht nur ein guter Krimi, sondern sehr aktuell und unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Nicht gelungen

Verbrenn das Negativ
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Laura Warren soll über die Dreharbeiten zu einer neuen Horrorserie schreiben, die sich auf einen Horrorfilm bezieht, bei dem sie als Kind mitgespielt hat. Nach den Dreharbeiten kam es damals zu seltsamen ...

Laura Warren soll über die Dreharbeiten zu einer neuen Horrorserie schreiben, die sich auf einen Horrorfilm bezieht, bei dem sie als Kind mitgespielt hat. Nach den Dreharbeiten kam es damals zu seltsamen Todesfällen, die Neuauflage weckt auch in Laura die alten Ängste. Dann gibt es einen neuen Todesfall...
Was eigentlich nach einem guten Plot klingt, lässt in der Ausführung viel zu wünschen übrig. Der Schreibstil ist simpel, es häufen sich schräge Bilder und eine unglücklich gewählte Wortwahl. Das kann nicht nur an der Übersetzung liegen.
Schon zu Beginn des Buches zieht es sich, es kommt keine Spannung auf. Die "Tonlage" ist fast immer gleichbleibend und ich hatte gehofft, dass es irgendwann noch die Kurve kriegt zu etwas, was einem Thriller nahekommt. Aber Fehlanzeige. Selbst beim Finale, das ja endlich spannend werden sollte, bleibt das Buch leider langweilig und ich habe es dann nur noch quer gelesen.
Es gibt so viele tolle Thriller, dieser ist Zeitverschwendung.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Sehr spannend

Rostiges Grab
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Dies ist der dritte, aber nicht der letzte Band um die Ermittlerin Leo Asker und ihrem Freund Martin Hill.

Asker arbeitet noch immer im Keller der Polizeidirektion, aber es gibt Hoffnung auf Erlösung. ...

Dies ist der dritte, aber nicht der letzte Band um die Ermittlerin Leo Asker und ihrem Freund Martin Hill.

Asker arbeitet noch immer im Keller der Polizeidirektion, aber es gibt Hoffnung auf Erlösung. Doch dann wird ihr ein geheimnisvoller Fall zugeteilt. In einer alten Torffabrik wird der Finger eines Mordopfers gefunden, die Frau wurde vor vielen Jahren umgebracht und der Mörder wurde nie gefunden. Mit ihrem Team macht sich Asker auf die Suche nach den Hintergründen, aber sie merkt auch schnell, dass ihre Kollegen sie in eine Falle gelockt haben und sie den Fall besser abgeben würde. Doch sie vermutet, dass die Hintergründe ganz anders sind , als es offensichtlich ist, und bleibt dran.

Das Buch endet mit einem schrecklichen Cliffhanger, was ich eigentlich gar nicht mag. Aber in diesem Fall ist er gerechtfertigt und beeinträchtigt den Eindruck über das Buch nicht wesentlich. Ist der Beginn der Geschichte eher verhalten, so nimmt sie etwa zur Mitte hin gewaltig Fahrt auf und man kann das Buch kaum weglegen. Hochspannung bis zum bitteren Ende!

Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Buch im Buch

Tod zur Teestunde
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Es gibt wohl schon mehrere Bücher mit der Lektorin Susan Ryeland, die ich allerdings nicht gelesen habe. Das stört allerdings nicht besonders, denn man bekommt nach und nach die Handlung der vorigen Bücher ...

Es gibt wohl schon mehrere Bücher mit der Lektorin Susan Ryeland, die ich allerdings nicht gelesen habe. Das stört allerdings nicht besonders, denn man bekommt nach und nach die Handlung der vorigen Bücher in der Rückschau vermittelt.
Ryeland soll das Buch des jungen Autors Eliot Crace bearbeiten, der eine Fortsetzung der Krimis um den Privatdetektiv Atticus Pünd schreibt. Nach und nach stellt sich heraus, dass er damit in veränderter Form die Geschichte seiner eigenen Familie beschreibt und auf den unentdeckten Mord an seiner Großmutter hinweisen will. Doch dann wird der junge Mann von einem Auto überfahren und der Verdacht fällt auf Ryeland.
Das Buch, das Eliot schreibt, wird als "Buch im Buch" abgedruckt und zuerst kennt man die Parallelen zur Geschichte von Eliots Familie nicht. Nach und nach lichtet sich aber der Nebel und durch diesen Kunstgriff wird das Buch sehr spannend. Immer wieder neue und überraschende Entwicklungen tragen ebenso zur Hochspannung bei.
Horowitz ist ein guter Krimiautor, er bedient sich gern in der Krimigeschichte mit etwas altmodischen Ermittlern und das mag ich.
Das Buch habe ich sehr gern gelesen.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Positiv

Sonnenaufgang Nr. 5
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Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen ...

Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen Studium als Ghostwriter aktiv werden will. Seine erste Kundin ist die Schauspielerin Stella Dor, die allein in einem Haus am Strand lebt und sehr exzentrisch ist. Deshalb ist es für Jona nicht einfach mit ihr zu arbeiten. Auch tragen beide ihre Trauererfahrung in sich, mit der sie nicht fertigwerden und die sie tief in sich verschlossen haben.
Das Buch hat mir gut gefallen, allerdings reicht es nicht an die Vielfältigkeit und Lebendigkeit des Buchspazierers heran.
Das Buch ist manchmal sehr lustig, aber es hat auch viele traurige Aspekte, so wie das Leben selbst auch. Einige skurrile Figuren bevölkern das Buch, die man einfach mögen muss.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen!

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