Auch in diesem Band über die Ermittlerin Hanna Ahlander nimmt uns Viveca Sten wieder mit nach Are im Norden von Schweden. Eine Clique junger Studenten will dort eine Woche lang Ski fahren und quartiert ...
Auch in diesem Band über die Ermittlerin Hanna Ahlander nimmt uns Viveca Sten wieder mit nach Are im Norden von Schweden. Eine Clique junger Studenten will dort eine Woche lang Ski fahren und quartiert sich im Ferienhaus eines der Jungen ein. Doch nach einer durchzechten Nacht liegt eines der beiden Mädchen der Gruppe tot im Schnee. Nach und nach werden die Differenzen innerhalb der Gruppe sichtbar und auf Hanna und ihren Kollegen Daniel wartet eine schwierige Aufgabe, zumal beide mit privaten Problemen zu kämpfen haben.
Krimis mit 500 Seiten müssen schon exzellent geschrieben sein, wenn sie nicht langweilig sein sollen. Aber Sten gelingt es mühelos mit immer wieder neuen Wendungen die Spannung hoch zu halten. Die Personen sind vielschichtig und die Handlung nachvollziehbar. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Krimis von Viveca Sten immer lesenswert sind!
Ein Muss für alle Fans skandinavischer Krimis!
In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.
In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit ...
In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.
In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit Gry zusammen, beide wünschen sich ein Kind. Doch im Hintergrund zweifelt Alexander an sich und die unbekannte Geschichte seiner Familie belastet ihn. Parallel dazu erfährt man die Geschichte von Ruth, Alexanders Großmutter. Ihr steht in Dänemark eine große Karriere als Sängerin bevor, bis die Nazis Dänemark überfallen und alles anders wird. Ruth wird nach Theresienstadt deportiert und überlebt das Lager. Mit ihrem Mann wandert sie in die USA aus und lässt ihre Tochter Lillian, Alexanders Mutter, zurück.
Die Geschichte von Ruth ist berührend und geht zu Herzen. Dagegen ist Alexander ein Waschlappen und sehr unfair gegenüber seiner Freundin. Obwohl er für die künstliche Befruchtung abstinent leben soll, trinkt er zu viel und nimmt Drogen. Er ist ein Egoist und benimmt sich oft kindisch. Allerdings hat er es auch nicht leicht, denn seine Mutter überschreitet immer wieder Grenzen und mischt sich ein.
Mir hat der Erzählstrang über Ruth erheblich besser gefallen als der über Alexander. Das Buch liest sich insgesamt flüssig, allerdings hadere ich mit dem Schluss. Da ist man plötzlich in einem Pilcher-Roman und das ging mir zu schnell und zu glatt. Leider trübt dieser Schluss den guten Gesamteindruck.
Gerade habe ich die letzten Seiten gelesen und bin noch ganz gefangen in der Geschichte, für die fünf Sterne eigentlich zu wenig sind.
Lita wächst mit ihrer Mutter Fabiola in Argentinien auf, muss mit ...
Gerade habe ich die letzten Seiten gelesen und bin noch ganz gefangen in der Geschichte, für die fünf Sterne eigentlich zu wenig sind.
Lita wächst mit ihrer Mutter Fabiola in Argentinien auf, muss mit ihrer Mutter wegen der politischen Verhältnisse fliehen und landet durch einen Zufall auf der kleinen Insel Upper Puffin Island vor der Küste Neufundlands. Ein Heer von skurrilen Inselbewohnern bevölkert das Buch, traurige und fröhliche Ereignisse bestimmen den Jahresablauf, aber der Höhepunkt des Jahres ist der Besuch des reisenden Kinobesitzers Mr. Saito, der das Leben von Lita und ihrer Freundin Oona für immer beeinflusst.
Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert und ich war traurig, dass nicht noch weitere 500 Seiten folgten. Annette Bjergfeldt ist es wunderbar gelungen die kleine Welt von Upper Puffin lebendig werden zu lassen und hat damit ein Buch geschrieben, das man nicht so schnell vergisst. Der naive Blick Litas auf das Leben eröffnet neue Perspektiven und nimmt die Leser mit in eine zwar harte, aber auch glückliche Welt.
Das Buch schreit geradezu nach einer Verfilmung und ich finde es unbedingt lesenswert. Eines der seltenen Bücher, die zwar anspruchsvoll sind, aber glücklich machen!
Angelika Moser ist mit ihrer Mutter in einem Gemeindebau in Wien aufgewachsen, ihren Vater kennt sie nicht. Aber mit ihrem starken Willen und viel Ehrgeiz schafft sie es Buchhalterin im vornehmen Grand ...
Angelika Moser ist mit ihrer Mutter in einem Gemeindebau in Wien aufgewachsen, ihren Vater kennt sie nicht. Aber mit ihrem starken Willen und viel Ehrgeiz schafft sie es Buchhalterin im vornehmen Grand Hotel zu werden, das ist ihre Berufung. Obwohl sie von einem verkrachten Musiker ein Kind bekommt, Sebastian, wird sie im Hotel unentbehrlich, sie ist nicht die "Königin" des Grand Hotels, sondern der die Ausputzerin, die dem Chef in allen Schwierigkeiten aus der Patsche hilft. Trotzdem wird ihre Leistung nicht anerkannt und so beginnt sie ihre kriminelle Karriere, indem sie immer mal wieder Geld aus der Kasse für sich und ihren Sohn abzweigt. Das geht nicht auf Dauer gut.
Angelika ist ein interessanter Mensch. Immer wieder fällt sie auf die falschen Männer herein, genau wie ihre Mutter. Sie trägt die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern, kann nicht Nein sagen, wenn jemand in Not ist und bringt sich selbst damit in Schwierigkeiten. Aber sie genießt auch den kleinen Luxus, den sie sich mit dem erschwindelten Geld leisten kann und Schuldgefühle liegen ihr fern.
Mit dem Buch hatte ich am Anfang einige Probleme. Die sehr kleinteilige Erzählweise mit vielen Details und der deprimierenden Stimmung waren für mich schwer zu lesen. Nach einigen Kapiteln wurde es allerdings besser und zum Ende hin richtig lustig und spannend. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen.
Die drei Eriche - die drei Musketiere, die immer zusammenhalten. Das sind der Schriftsteller Erich Kästner, der Zeichner Erich Ohser und der Cheflektor der Büchergilde Gutenberg Erich Knauf. Die drei Männer ...
Die drei Eriche - die drei Musketiere, die immer zusammenhalten. Das sind der Schriftsteller Erich Kästner, der Zeichner Erich Ohser und der Cheflektor der Büchergilde Gutenberg Erich Knauf. Die drei Männer machen gemeinsam das Berlin der 1920er Jahre unsicher und scheren sich nicht um den aufkommenden Nationalsozialismus. Sie sind erfolgreich, auch bei den Frauen, und fühlen sich sicher in ihrer Welt. Das geht gut, bis Erich Kästner miterleben muss, wie auf dem Bebelplatz seine Bücher zusammen mit vielen anderen Werken von den Nazis verbrannt werden. Aber trotz aller Warnungen bleibt er in Deutschland, auch als ein Schreibverbot von Goebbels verhängt wird. Mit dem Verkauf von Gedichten unter verschiedenen Pseudonymen hält er sich über Wasser. Auch Erich Ohser bekommt einen Auftrag, er soll Comics für Zeitungen zeichnen und erfindet unter dem Namen e.o.plauen die Reihe "Vater und Sohn", die man heute noch kennt. Erich Knauf muss für die UFA Werbetexte für Filme schreiben. So hoffen die drei Männer unter dem Radar der Nazis zu bleiben, sind sich aber nicht bewusst, dass jeder ihrer Schritte überwacht wird und sie von der Gnade des Propagandaministers abhängig sind. Bis zum bitteren Ende...
Tilman Röhrig hat schon mit vielen historischen Stoffen geglänzt, z.B. mit Büchern über den letzten Stauferkaiser Friedrich II. oder Martin Luther. Dieses Buch ist sein aktuellstes Werk, vor allem vor dem Hintergrund des Rechtsrucks in unserer Gesellschaft. Die Nazis wurden lange verharmlost, Hindenburg hoffte, dass ein Reichskanzler Hitler nach wenigen Monaten Geschichte sein würde. Stattdessen war nach wenigen Monaten die Demokratie abgeschafft, ein Spitzelstaat aufgebaut und der Weg in den Krieg frei. Die Parallelen zu heute sind unübersehbar.
Röhrig erzählt seine Geschichte kühl und sachlich. Dabei hat er hervorragend recherchiert, wie man das bei ihm nicht anders kennt. Kurze Sequenzen aus Kästners Gedichten lassen erkennen, mit welcher Akribie Kästner Dinge auf den Punkt bringen konnte. Leider zog er aus seinen Erkenntnissen keine Konsequenzen und harrte in Deutschland aus. Zum Teil lag das auch daran, dass er sich für seine Eltern in Dresden verantwortlich fühlte und sie nicht allein zurücklassen wollte. Dabei überlebte er anders als Ohser und Knauf nur mit viel Glück und Chuzpe.
In dem Buch wird die ganze Zerrissenheit eines Menschen deutlich, der die Diktatur hasst, aber nur irgendwie überleben will und muss. Dafür gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!