Cover-Bild Großmutters Geheimnis
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22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 29.10.2025
  • ISBN: 9783104922751
Benjamin Koppel

Großmutters Geheimnis

Roman
Ulrich Sonnenberg (Übersetzer)

1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte. Dänemark, 2015: Alexander kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch, den er und seine Frau so sehr haben. Seine Mutter mischt sich ständig in sein Leben und seine Ehe ein, bleibt aber ungewohnt still, wenn es um ihre eigene Herkunft geht. Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen. Von Kopenhagen über Deutschland und New York - »Großmutters Geheimnis« ist eine warmherzige, das letzte Jahrhundert umspannende europäisch-jüdische Familiengeschichte über vererbte Traumata und die erlösende Kraft der Musik, inspiriert von der Familiengeschichte des Autors, ausgezeichnet mit dem dem wichtigsten dänischen Literaturpreis, der Goldenen Lorbeere.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Erinnerungen in der Musik

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Auf zwei Zeitebenen tauchen wir in die Geschichte einer jüdischen Familie ein: Die Großmutter erzählt von ihrem Leben und den Schrecken des 2. Weltkrieges während der Enkel in der Gegenwart mit seinen ...

Auf zwei Zeitebenen tauchen wir in die Geschichte einer jüdischen Familie ein: Die Großmutter erzählt von ihrem Leben und den Schrecken des 2. Weltkrieges während der Enkel in der Gegenwart mit seinen ganz eigenen Dämonen kämpft.
Diese Aufteilung hat mir gut gefallen, vor allem da immer wieder Parallelen im Text oder in der Handlung gezogen wurden. Auch wenn sich der Inhalt der Kapitel/Zeitebenen stark unterschied, konnte man trotzdem die Verbindungen zwischen den Generationen erkennen.
Eine Metapher oder Beschreibung in der einen Zeit wird in der anderen auch aufgegriffen, wodurch man schön die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen konnte.
Auch ermöglicht dies, das Thema der vererbten Traumata besser darzustellen.

Inhaltlich hat mir jedoch der Teil der Großmutter besser gefallen. Beim Lesen fühlte es sich so an, als würde man gerade wirklich von einer alten Frau ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen. Es ist alles gründlich ausgearbeitet und recherchiert, mit so vielen kleinen Details, dass diese Familie und ihr Leben komplett echt wirken. Auch die späteren schlimmen Schilderungen gingen unter die Haut.
Zwar fühlte sich auch die Gegenwartsebene mit dem Enkel authentisch an, jedoch konnte es mich im Vergleich dann doch nicht wirklich packen. Alexander war mir nicht immer sympathisch und teilweise habe ich mich ein wenig schwer getan, seinen inneren Kampf zu verfolgen.
Auch das Einbinden von musikalischen Themen in die Geschichte und den Schreibstil war grundsätzlich passend, für mich als Musiklaien jedoch manchmal etwas schwer verständlich.

Generell mochte ich den Schreibstil im Großen und Ganzen, die Erzählung ist eher ruhig, aber nimmt einen trotzdem gut mit. Vieles ist schön formuliert, während ich selten aber auch über Kleinigkeiten gestolpert bin (vielleicht der Übersetzung geschuldet?). Insgesamt ein Buch, das von seinen authentischen Schilderungen der (Familien-)Geschichte und der Gefühlswelt der Protagonisten lebt und darin auch gut überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ruth und Alexander

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Grossmutters Geheimnis von Benjamin Koppel

In dieser Geschichte geht es eigentlich um zwei Menschen um Ruth von ihrer Kindheit bis ins Jahr 2016 und Alexander Ruths Enkel im Jahr 2015-2016.

Ruth's Geschichte ...

Grossmutters Geheimnis von Benjamin Koppel

In dieser Geschichte geht es eigentlich um zwei Menschen um Ruth von ihrer Kindheit bis ins Jahr 2016 und Alexander Ruths Enkel im Jahr 2015-2016.

Ruth's Geschichte hat mich sehr berührt sie ist eine junge Jüdin und lebt mit ihrer Familie Glücklich in Dänemark. Auch die ersten Jahre im 2. Weltkrieg leben sie noch einigermassen doch dann wird Ruth und ihr Vater nach Theresienstadt deportiert. Ruth wahr in Dänemark eine junge Opernsängerin am Anfang ihrer Kariere. Sie überlebt Theresienstadt aber natürlich ist nichts mehr wie es wahr. Als Alexanders Mutter um die 20 Jahre ist gehen Ruth und ihr Mann nach New York wo sie am Schluss im Altersheim Kassetten aufnimmt und ihre Lebensgeschichte für Alexander darauf spricht.

Alexander lebt mit seiner Partnerin Dänemark seine Geschichte ist zuerst sehr sachlich geschrieben. Auch er ist ein Sänger bei einer TV-Musik und zwischendurch tritt die Band auch bei Geburtstagen und so auf. Er und seine Freundin versuchen schon länger Schwanger zu werden. Alexanders Mutter Lilian ist eine Musical Sängerin und sie mischt sich sehr in das leben von Alexander rein. Aber wen er fragen zu früher hat, erzählt sie nicht viel.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Familienbande

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Ein teilweise zeitgenössischer, teilweise historischer Roman, der sich ziemlich ausgiebig mit einer jüdischen Familiengeschichte befasst. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die mal mehr, mal weniger ...

Ein teilweise zeitgenössischer, teilweise historischer Roman, der sich ziemlich ausgiebig mit einer jüdischen Familiengeschichte befasst. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die mal mehr, mal weniger mitreißend sind, wie ich finde.

Der historische Teil ist sehr erschütternd und aufwühlend, berichtet unter anderem über die unglaublichen Grausamkeiten im KZ Theresienstadt.

Ruth, eine der Protagonisten, hat diese schlimme Zeit nur knapp und mit viel Glück überlebt. Diese furchtbaren Jahre haben ihr Leben für immer geprägt, was sich wie ein roter Faden auch durch das Leben ihrer Nachkommen zieht. Am meisten hat ihre Tochter Lillian darunter zu leiden. Aber auch für den Enkel Alexander gibt es einiges zu verarbeiten, was noch aus dieser Zeit stammt.

Es ist ein weiter Weg, bis endlich Ruhe einkehrt, sich alle auf eine bessere Zukunft konzentrieren und sich darauf freuen können.

Für mich ein bisschen viel Happy End am Schluß, aber das muss jeder Leser für sich entscheiden.



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Veröffentlicht am 04.11.2025

Nicht ganz überzeugend

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In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit ...

In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit Gry zusammen, beide wünschen sich ein Kind. Doch im Hintergrund zweifelt Alexander an sich und die unbekannte Geschichte seiner Familie belastet ihn. Parallel dazu erfährt man die Geschichte von Ruth, Alexanders Großmutter. Ihr steht in Dänemark eine große Karriere als Sängerin bevor, bis die Nazis Dänemark überfallen und alles anders wird. Ruth wird nach Theresienstadt deportiert und überlebt das Lager. Mit ihrem Mann wandert sie in die USA aus und lässt ihre Tochter Lillian, Alexanders Mutter, zurück.

Die Geschichte von Ruth ist berührend und geht zu Herzen. Dagegen ist Alexander ein Waschlappen und sehr unfair gegenüber seiner Freundin. Obwohl er für die künstliche Befruchtung abstinent leben soll, trinkt er zu viel und nimmt Drogen. Er ist ein Egoist und benimmt sich oft kindisch. Allerdings hat er es auch nicht leicht, denn seine Mutter überschreitet immer wieder Grenzen und mischt sich ein.

Mir hat der Erzählstrang über Ruth erheblich besser gefallen als der über Alexander. Das Buch liest sich insgesamt flüssig, allerdings hadere ich mit dem Schluss. Da ist man plötzlich in einem Pilcher-Roman und das ging mir zu schnell und zu glatt. Leider trübt dieser Schluss den guten Gesamteindruck.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wie zwei alte Kassettenbänder dein ganzes Leben verändern können

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“Großmutters Geheimnis“ vom dänischen Autor Benjamin Koppel hat mir insgesamt betrachtet gut gefallen, mich emotional bewegt und dabei gefühlsmäßig durch eine Berg- und Talfahrt geführt. Da war auf den ...

“Großmutters Geheimnis“ vom dänischen Autor Benjamin Koppel hat mir insgesamt betrachtet gut gefallen, mich emotional bewegt und dabei gefühlsmäßig durch eine Berg- und Talfahrt geführt. Da war auf den 488 Seiten alles dabei – Begeisterung, Bestürzung, Fragezeichen, zum Abschluss des Buches leichte Enttäuschung über das Ende. Erzählt wird auf zwei sich abwechselnden Zeitebenen, Gegenwart und Vergangenheit. Stilistisch für mich geschickt gemacht vom Autor, von Seite zu Seite wurde der Roman für mich immer spannender durch sich zusammenfügende einzelne Puzzleteile zum großen Ganzen. Wir schreiben zum einen das Jahr 2015. Musiker Alexander lebt mit seiner Partnerin Gry in Kopenhagen. Unerfüllt blieb bislang ein Kinderwunsch, daher unterzieht sich Gry einer Fertilitätsbehandlung in einer Spezialklinik. Alexanders Mutter Lillian, einst erfolgreiche Sängerin, verhält sich im Privatleben ebenso divenhaft wie einst auf der Bühne. Mischt sich in das Privatleben ihres Sohnes ein, Intimsphäre und Empathie scheinen Fremdworte für sie zu sein, körperlich wie emotional war sie so gut wie nie präsent in Alexanders Kindheit. Sein alkoholkranker Vater Knud hat nur am Rande einer eher unglückliche Randfigur gespielt. Alexander ist zwar als Musiker mit einer Band erfolgreich, dennoch nicht wirklich zufrieden mit seinem Leben. Dies äußert sich durch Angstzustände, Depressionen, Selbstzweifel und Schuldgefühle, die er durch Konsum von Alkohol und Drogen versucht zu ersticken. Dann findet er überraschend bei einer Aufräumaktion im Haus seiner Mutter besprochene Bänder seiner ihm bis dahin unbekannten Großmutter Ruth. Und mit diesem Fund wird der Leser dann in die Vergangenheit katapultiert, der Inhalt der Bänder hat später tiefgreifende Folgen auf die gesamte Familiendynamik. Die Bänder wirken wie eine große Lebensbeichte, auf ihnen berichtet die Großmutter über ihr bewegtes Leben, angefangen von einer behüteten Kindheit in einer Musikerfamilie, über ihre Ausbildung zur Opernsängerin bis hin zur Deportation in das von den Nazis errichtete Ghetto Theresienstadt , wo ihr nur die Liebe zur Musik die Kraft gibt zu überleben. Die Musik ist die gemeinsame Sprache, die „Tonart“, die Alexander und sie verbindet. Immer mehr Geheimnisse werden sukzessive gelüftet durch Ruths Erzählungen, Alexander besucht sie sogar noch in New York, wo sie mit stolzen 96 Jahren in einem jüdischen Pflegeheim lebt. Als Leserin wurde ich mitgenommen auf die Reise des Erkennens und Verstehens, umso enttäuschter war ich dann allerdings vom Ende, wo es sich der Autor für meine Begriffe dann etwas zu einfach macht, da hätte ich mehr Leidenschaft erwartet. Dennoch hat das Buch mir durchaus gefallen, es hat meine Neugierde und die Spannung auf den ersten dreihundert Seiten sehr hoch gehalten, und auch den Blick zugewandt auf eine dunkle Seite Deutscher Geschichte. Für unrealistisch habe ich es allerdings befunden, dass alte Traumata, die sich über Generationen hinweg weitervererben, nur durch das Hören von zwei Kassetten auflösen. Sicherlich ist die Aufarbeitung der Familiengeschichte ein erster Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zur eigenen Heilung. Dass sich allerdings so schnell nahezu alle Probleme auf einmal lösen scheinen, war für mich schlichtweg realitätsfern. Daher ein Stern weniger von mir.

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