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Veröffentlicht am 05.04.2026

Vom Urknall bis zur Entwicklung des Menschen: Wissen kindgerecht erklärt und poetisch erzählt

Was wir über Leben auf der Erde wissen
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„Was wir über Leben auf der Erde wissen“ ist ein optisch und inhaltlich ansprechendes, spannend aufgemachtes Wissensbuch für Kinder ab 6 Jahren, herausgegeben im Hatje Cantz Verlag. Die Autorin Ziggy ...

„Was wir über Leben auf der Erde wissen“ ist ein optisch und inhaltlich ansprechendes, spannend aufgemachtes Wissensbuch für Kinder ab 6 Jahren, herausgegeben im Hatje Cantz Verlag. Die Autorin Ziggy Hanaor erzählt auf den insgesamt 72 Seiten die spannende Geschichte des Lebens. Die Texte sind kurz gehalten, die Schrift ist gut lesbar und der Inhalt größtenteils verständlich für Kinder geschrieben. Beeindruckend und magisch wirken die vielen zauberhaften Illustrationen von Cristóbal Schmal, insgesamt wirkt das Erscheinungsbild hochwertig. Kraftvolle, collageartige Zeichnungen in warmem Blau, Braun oder Grün verleihen dem Buch eine durchaus künstlerische Note. Und als Erdfarben könnten sie nicht besser passen! Die Texte und Illustrationen wirken dabei fast wie von Kinderhand geschrieben und gezeichnet. Die Anfänge des Lebens werden einfach beschrieben und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert. Die wichtigsten Dinge rund um den Urknall werden erklärt. Schön herausgearbeitet sind die Erklärungen rund um die Entstehung der Säugetiere. Auch die Entwicklung der Dinosaurier und des Neandertalers wird sehr bildhaft erzählt, das wird so manches Kinderherz höherschlagen lassen. Aber auch Themen wie Umweltzerstörung, Klimawandel oder Kolonialismus werden angesprochen, aber eher kurz. Wer hier tiefer in die Materie einsteigen möchte, wird nicht abschließend alle Fragen beantwortet bekommen, dafür sind die Ausführungen dann doch zu spärlich. Ebenso sind die begleitenden Illustrationen für Kinder zwar schön anzusehen, dennoch wird hier der Fokus eher auf die Ästhetik als auf naturwissenschaftliche Korrektheit gelegt. Insgesamt ist das Werk ein Mix aus Wissen, Philosophie, Naturwissenschaft und Kunst, vereint in einem kindgerecht verfassten Wissensbuch, das erste Fragen rund um unsere Entstehungsgeschichte oberflächlich beantwortet. Es ist gedacht für die Zielgruppe ab 6 Jahren. Ich denke allerdings, dass manche Kinder mit einigen Fremdwörtern Schwierigkeiten haben könnten, die das Buch enthält (z. B. Fachtermini wie „Kimberella“, „Trilobiten“, „Gravitation“). Diese werden ohne jegliche zusätzliche Erklärung einfach so in die kurzen Texte eingestreut. Hier hätte ich mir ein Sachregister gewünscht, das die Fachwörter noch einmal in einfachen Worten erklärt. Auch der komplexe Sachverhalt der steigenden Meeresspiegel mit versinkenden Landschaften und Häusern könnte bei jüngeren Kindern Fragen oder sogar Unsicherheiten und Ängste aufkommen lassen. Daher sehe ich dieses Buch eher geeignet als gemeinsames Lesebuch, bei dem ein Erwachsener auf entsprechende Nachfragen eingehen kann. Ältere Kinder könnten natürlich bereits selbstständig nach weiterführenden Informationen recherchieren. Insgesamt gefällt mir das Buch gut, ich empfehle es gerne weiter trotz der ein oder anderen kritischen Anmerkung, die ich gemacht habe. Es gibt einen nachvollziehbaren ersten Gesamtüberblick über die Entstehung des Lebens und wird mit Sicherheit wegen seiner ansprechenden Aufmachung mit den kurzen Texten und schönen Illustrationen gerne von Kindern in die Hand genommen werden.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ein psychologisch tiefgründiger Thriller, der menschliche Abgründe beleuchtet

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Der Thriller „Die Ärztin - Gefährlicher Besuch“ von Meike Dannenberg, herausgegeben bei Bastei Lübbe mit Farbschnitt, hat mir sehr gut gefallen. Ohne den Vorgängerband („Die Ärztin - Gefährliche Nachtschicht“) ...

Der Thriller „Die Ärztin - Gefährlicher Besuch“ von Meike Dannenberg, herausgegeben bei Bastei Lübbe mit Farbschnitt, hat mir sehr gut gefallen. Ohne den Vorgängerband („Die Ärztin - Gefährliche Nachtschicht“) gelesen zu haben, kam ich problemlos in die dramatische Geschichte rund um die Gynäkologin Eva. Sie wird nachts in ihrem Privathaus, das in der Einöde von Bremen liegt, von einem sonderbaren Pärchen aufgesucht: Ein Vater und seine schwangere Tochter Nina, die gesundheitliche Probleme hat. Die Ärztin gibt zwar Entwarnung, bestellt jedoch die junge Frau für den nächsten Tag ins Krankenhaus ein. Doch diese kommt nicht dorthin. Und mysteriös: Auf ihrem Badspiegel findet die Frauenärztin eine alarmierende Nachricht, die nur von der Schwangeren sein kann. Es wird dann immer ominöser, spannender und verzwickter. Das Ermittlerteam rund um die Polizistinnen Frauke, Mina und Fiona, haben fortan alle Hände voll zu tun mit der Aufklärung einer Reihe von sich hinzugesellenden ungeklärten Mord- und Vermisstenfällen. Beim Lesen war ich ständig damit beschäftigt, wie was zusammenhängt, da die Buchautorin einen richtig mithineinzieht in die Ermittlungsarbeit der Polizei. In diesem Zusammenhang möchte ich die sauberen Recherchen der Autorin lobend hervorheben, sie hat hier nichts dem Zufall überlassen, alle Ausführungen sowohl in medizinischer als auch in kriminalistischer Hinsicht wurden sorgfältig ausrecherchiert und glaubhaft transportiert. Stilistisch schreibt Meike Dannenberg konstant aus den ständig wechselnden Perspektiven von Eva, den Ermittlerinnen und „Sie“, die einzelnen Kapitel sind durchweg kurz gehalten, somit blieb es fast durchgängig spannend. Zudem sorgten dann noch einige klug platzierte Wendungen bei mir für Staunen. Dass die Schriftstellerin eine Vielzahl von gesellschaftlich relevanten Themen eingebunden hat, macht für mich dieses Buch zu einem ganz besonderen und hat mich leicht darüber hinwegsehen lassen, dass manchmal die Vielzahl an Personen und deren Namen mich kurz etwas verwirrten. Ansonsten waren aber alle Figuren hervorragend psychologisch herausgearbeitet. Gelegentlich war mir das Buch etwas zu wild, manchmal hatte es aber auch Längen. Das habe ich aber gerne in Kauf genommen, da für mich das Buch ansonsten ein intensives Leseerlebnis war. Meike Dannenberg hat für mich Courage bewiesen, indem sie sich an so emotional bewegende und durchaus „unangenehme“ Themen wie häusliche Gewalt, seelische und körperliche Misshandlung, Angst, Trauma oder Femizid herantraut. Und zusätzlich dann auch noch sozialkritische Themen wie eine fehlende Krankenversicherung, Gesetzeslücken, Überlastung von Polizeibeamten, die Notwendigkeit von Prävention und Einrichtung von Anlaufstellen bei Konflikt/Gewalt einbaut. Das muss man erstmal hinbekommen, das so zu schreiben, dass es auch zum Thriller passt, und da hat Maike Dannenberg für mein Empfinden ihr besonderes Talent gezeigt. Wer also Thriller mit Tiefgang mag, dem wird dieses Buch gefallen. Für mich ist Meike Dannenberg eine sehr interessante Buchautorin mit viel Entwicklungspotential, daher werde ich mir auch noch den Vorgängerband holen. Ich empfehle gerne das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Lehrreiches und spannendes Kindersachbuch über das Geheimnis vom Neandertaler

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit
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„Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit“ ist ein richtig schönes und informatives Kindersachbuch, das sich den Ursprüngen des Neandertalers widmet. Es ist Band 7 aus der Reihe „Dusty Diggers“, ...

„Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit“ ist ein richtig schönes und informatives Kindersachbuch, das sich den Ursprüngen des Neandertalers widmet. Es ist Band 7 aus der Reihe „Dusty Diggers“, herausgegeben beim E. A. Seemann Verlag (E. A. Seemanns Bilderbande), Zielgruppe sind Kinder ab 8 Jahren. „Staubige Schatzgräber“ steht insgesamt für eine Sachbuchreihe, die Themen von der archäologischen Seite betrachtet und diese dabei kindgerecht präsentiert. Dieses gebundene Wissensbuch ist herrlich handlich und mit seinen knapp 70 Seiten, die sich auf insgesamt 8 Kapitel verteilen, auch ein angenehmes Leichtgewicht. Das kunterbunte und witzige Cover mit Mammut, Neandertaler und Knochen ausgrabenden Kindern deutet bereits darauf hin, dass es sich hier um ein locker-humorvoll geschriebenes Buch handelt. Die Autorin Silke Vry beschreibt richtig spannend, was es mit dem Fund des Neandertalers am Niederrhein auf sich hat und welche Bedeutung dies für die Menschheitsgeschichte hat. Die vielen handgezeichneten Illustrationen von Marie Geissler durchziehen das Buch und machen es so richtig lebendig und einfach für Kinder auch besser verständlich. Alles beginnt mit dem ersten Fund 1856 im Neandertal, Kleine Feldhofer Grotte, in Nordrhein-Westfalen. An einem warmen Tag im August werden nur knapp zwei Stunden Kutschfahrt von Düsseldorf entfernt, Knochenfunde entdeckt. Das Rätselraten um die Herkunft und die konträren Diskussionen unter den Fachleuten beginnt. Während die Knochenfunde Stück für Stück analysiert werden, tauchen immer mehr fossile Überreste auf, die die Theorie bestätigen, dass es wirklich Urmenschen gegeben hat und der Neandertaler dann auch unbestritten ein Mensch der Urzeit war. Das Buch ist ein ausgewogener Mix aus spannender Handlung und sachlicher Wissensvermittlung, kindgerecht in Textform verpackt mit einer überschaubaren dem Alter angemessenen Seitenzahl. Die im Buch eingearbeiteten Fachbegriffe wie beispielsweise Geologie, Fossil, Urzeit oder Paläontologie werden in einem Glossar am Ende des Buches alle noch einmal verständlich erklärt. Das fand ich persönlich äußerst hilfreich und sinnvoll. Das Buch empfehle ich sehr gerne, so macht doch Lesen und gleichzeitig Lernen Spaß. Kinder erfahren hier, wo unsere ersten Vorfahren herkamen, wo sie entdeckt wurden und wie sie gelebt haben. Zudem bekommen sie einen Einblick in die Arbeit und Methodik der Archäologie.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Was das Leben schön und reich macht

Zeit für meine Träume
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Ich liebe einfach die Bücher von Tessa Randau. Sie sind so wundervoll leicht zu lesen, und hinterlassen jedes Mal einfach ein zufriedenes Gefühl in mir. Die Inhalte sind nicht kompliziert, dennoch ...

Ich liebe einfach die Bücher von Tessa Randau. Sie sind so wundervoll leicht zu lesen, und hinterlassen jedes Mal einfach ein zufriedenes Gefühl in mir. Die Inhalte sind nicht kompliziert, dennoch behalten sie so viel Tiefe, Herzenswärme und versteckte Botschaften, dass ich mich jedes Mal freue, wenn die Autorin ein neues Werk veröffentlicht. „Zeit für meine Träume“ habe ich in kürzester Zeit an einem Samstagnachmittag gelesen, das Buch hatte Sogwirkung und ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, was Tessau Randau mit der Geschichte der Protagonistin mitteilen möchte, der sie keinen Namen gegeben hat. Die Hauptfigur ist 38, erfolgreich im Job im Bereich Verlagswesen, aber seit Monaten unglücklich. Denn ihr Mann Sebastian hat sich nach Jahren von ihr getrennt, wegen seiner Geliebten, die ein Kind von ihm erwartet. Der Schmerz sitzt tief, insbesondere, weil der gemeinsame Kinderwunsch in den Ehejahren unerfüllt geblieben ist. Für die Verlassene scheint das Leben nun stehengeblieben – außer dem Job und der abendlichen Flasche Wein mit einer Tüte Chips gibt es einfach nichts mehr. Bis sie per Zufall Lotte, Anita und Johann begegnet, alle drei mindestens doppelt so alt und weit jenseits der 70! Der fröhlichen Senioren-WG gelingt es, ihren Blick wieder auf das Leben in eine andere Richtung zu lenken, nämlich nach vorne! So schön, wie warmherzig sich die Begegnungen mit diesen drei Menschen gestalten, und so intensiv, wie sich die Gespräche entwickeln. Es sind fünf elementare Lebensweisheiten auf den insgesamt 185 Seiten zu finden, die einfühlsam in die Geschichte eingearbeitet wurden, dass ich einfach nicht aufhören konnte, zu lesen. Es ist eine leichte Lektüre, auch rein optisch wirkt das Buch eher wie ein zartes Büchlein, farblich in dezentem Zitronengelb gehalten, mit fröhlichen Zeichnungen liebevoll verziert, die sich auch im Inneren wiederfinden. Alle Botschaften sind so natürlich in die Geschichte eingeflochten, dass sie noch lange in mir nachgearbeitet haben. Und das macht die Bücher von Tessa Randau einfach aus. Sie sind so unaufgeregt geschrieben und beinhalten doch so viel Tiefe, sprechen auch die schweren Lebensthemen wie das Alter und den Tod mit einer beruhigenden Gelassenheit an. Ich habe “Zeit für meine Träume“ mit einem sehr wohligen Gefühl ausgelesen und beiseitegelegt. Es hat in mir ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit hinterlassen und mich innerlich ruhig werden lassen. Ich weiß nun, was ich in nächster Zeit noch in Angriff nehmen möchte. Mein Dank an die Autorin für die hilfreichen Impulse! Ich jedenfalls freue mich bereits jetzt auf das nächste Werk!

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Die Balance zwischen Autonomie und Partnerschaft finden

Frei und trotzdem verbunden
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„Frei und trotzdem verbunden – Führe die Beziehung, die du dir wünscht und bleibe du selbst“ heißt das neue Buch der Psychologin und Coachin Linda-Marlen Leinweber. Es ist ein recht modernes ...

„Frei und trotzdem verbunden – Führe die Beziehung, die du dir wünscht und bleibe du selbst“ heißt das neue Buch der Psychologin und Coachin Linda-Marlen Leinweber. Es ist ein recht modernes Buch, was sich auch in der optischen Gestaltung niederschlägt. Ein Cover in zarten Pastellfarben mit einer strahlenden, jungen Frau – muss man mögen, mir ging es persönlich etwas zu sehr ins Kitschige und wird dem insgesamt wissenschaftlich fundiert aufgebauten Werk nicht gerecht. Das Buch umfasst 270 Seiten, aufgeteilt in einzelne Kapitel mit Sachthemen, die aufeinander aufbauen. Es geht vor allem um die Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit in Beziehungen – ein Thema, das wahrscheinlich viele kennen. Im hinteren Buchteil gibt es dann noch ein umfangreiches Register plus Anmerkungen bzw. Quellenhinweise. Die Autorin baut ihr Buch darauf auf, dass unser Beziehungsverhalten basiert auf unseren individuellen Bindungsstilen. Sprich: So wie wir Beziehung bei früheren Bezugspersonen erlebt haben, beeinflusst das auch später unser eigenes Beziehungsverhalten. Sogar die Wahl unserer Partner kann unbewusst davon beeinflusst werden. Dies ist dann auch ihr Einstieg in den Ratgeber, auf den ersten 70 Seiten beschäftigt sich die Psychologin umfänglich mit den verschiedenen Bindungsstilen. Wer bislang keine Ratgeber gelesen hat, die sich mit diesem Thema befassen, wird diese Ausführungen interessiert lesen und davon profitieren, für mich war das nichts Neues und zu ausschweifend. Die Psychologin geht dann im Buch auf die entscheidenden Phasen einer Partnerschaft ein, angefangen vom Dating, über das Verliebtsein mit den bekannten Schmetterlingen im Bauch bis hin zur festen Partnerschaft mit Familiengründung. Sie beschreibt dann ausführlich die Themen, die am häufigsten zu Konflikten in der Partnerschaft führen wie zum Beispiel Finanzen, Eifersucht, Familienplanung, Sexualität, nennt hierzu dann auch zahlreiche Fallbeispiele und zitiert wissenschaftliche Untersuchungen. Hier punktet das Buch bei mir besonders, da die Autorin konkrete Knackpunkte aus dem Alltag ins Visier nimmt, beispielsweise wie man sich als Paar eine „gesunde“ Streitkultur erarbeiten kann. Dem Thema „Kommunikation“ räumt die Psychologin einen hohen Stellenwert ein: „Die Kommunikation ist die Tür zwischen 2 Innenwelten“, und ja, da pflichte ich ihr uneingeschränkt bei! Insgesamt schreibt die Autorin durchweg verständlich und gleitet dabei nicht zu sehr in Fachtermini oder Wissenschaftliches ab. Die Skizzen und Fragekataloge zur Selbstanalyse sowie Übungen machen dabei das Buch lebendiger und verständlicher. Einige Fragestellungen zur Selbstanalyse sind durchaus fordernd aber auch zielführend, da merkt man einfach deutlich die therapeutische Ausrichtung und Erfahrung der Psychologin. Als störend habe ich die Anglizismen empfunden, die in Leinwebers Buch immer wiederkehrend auftauchen. Warum muss denn die Hausarbeit „Care Work“ heißen, das wöchentliche Gespräch „Weekly Date“ oder „Talk Date“…? “Me-Time“ und „Mismatch“, „Learnings“, „Mental Load“ sind dann noch so Beispiele, die sich anscheinend schon fest im deutschen Sprachgebrauch etabliert haben. Mein Fazit: Wer noch nicht viel weiterführende Literatur zum Thema gelesen hat, bekommt mit diesem Ratgeber einen guten Überblick, wie die Gradwanderung zwischen einer erfüllten Partnerschaft und dem Beibehalten des eigenen Selbst gelingen kann. Wer an seiner Beziehung arbeiten möchte und dazu einen alltagstauglichen Ratgeber für den Einstieg benötigt, macht mit diesem Buch sicherlich nichts falsch. Die Autorin gibt in diesem nicht nur theoretisches Wissen weiter, sondern stößt zusätzlich Impulse mit Reflexionsfragen, Übungen und Fallbeispielen aus ihrer Praxis an. Bei tiefer liegenden Problemen, und dies empfiehlt auch die Buchautorin, sollte man fachlichen Beistand wie beispielsweise Paartherapeuten hinzuziehen.

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