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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2025

Der Familiengeschichte auf der Spur

Unentdeckt
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Gabriela Wiener vereint mehrere Themen in ihrem ungewöhnlichen, autofiktionalen Buch.
Zum einen ist es die Geschichte ihres Vaters, der lange Jahre eine Geliebte hatte, mit der auch ein Kind und der gerade ...

Gabriela Wiener vereint mehrere Themen in ihrem ungewöhnlichen, autofiktionalen Buch.
Zum einen ist es die Geschichte ihres Vaters, der lange Jahre eine Geliebte hatte, mit der auch ein Kind und der gerade gestorben ist.
Zudem spürt Wiener der Geschichte ihres Urgroßvaters, Charles Wiener nach.
Und zuletzt ist es auch ihre Geschichte zwischen Peru und Spanien, z.B. wie sie schon als Kind Rassismus erlebte oder wie sie in Madrid in einer Dreierbeziehung Freiheit empfand.

Einiges an dem Buch fand ich interessant, stilistisch blieb ich etwas skeptisch. Manches erreichte mich, anderes weniger. Insgesamt ist es aber eine gute Arbeit.

Das Buch war auf der Longlist des Booker Awards und hatte viel Aufmerksamkeit bekommen.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Kates Kaltschnäuzigkeit

Weit draußen in Alaska
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Mit Weit draußen in Alaska geht Dana Stabenows Reihe um Kate Shugak weiter. Es ist der direkter Nachfolger von In der Kälte Alaskas, kann aber vollkommen unabhängig gelesen werden.
Noch immer lebt Kate ...

Mit Weit draußen in Alaska geht Dana Stabenows Reihe um Kate Shugak weiter. Es ist der direkter Nachfolger von In der Kälte Alaskas, kann aber vollkommen unabhängig gelesen werden.
Noch immer lebt Kate mit ihrer Hündin Mutt in der abgelegene Wildnis von Alaska, mit gelegentlich Besuchen ihres on-off-Boyfriends Jack.
Es geht schon ziemlich dramatisch los. Ein geradliniger Plot. Es wird sehr konzentriert, vor allem im letzten Drittel des Buches.
Kates Kaltschnäuzigkeit ist imponierend. Doch thematisch tiefer wird es nicht, dabei gäbe es einiges an Potential, der im ersten Teil angelegt wurde. Es bleibt also noch viel in den kommenden Teilen auszuschöpfen.

Veröffentlicht am 26.02.2025

Frankas Weg

Unter Grund
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Unter Grund ist ein Buch, das Sogwirkung hat und mich sehr gefesselt hat.
Die Protagonistin Franka ist junge Lehrerin, die durch ein Wort getriggert wird, das bei ihr Erinnerung an ihre Zeit als Jugendliche ...

Unter Grund ist ein Buch, das Sogwirkung hat und mich sehr gefesselt hat.
Die Protagonistin Franka ist junge Lehrerin, die durch ein Wort getriggert wird, das bei ihr Erinnerung an ihre Zeit als Jugendliche auslöst. Man taucht mit ihr ein in die Vergangenheit, in der sie durch Einfluß ihrer Frteunde Jana und Patrick in die rechte Szene abrutscht. Sie ist in einem Dorf aufgewachsen, dass auch eine Vergangenheit aus der schlimmen Zeit hatte. Dazu gehörte auch die Füchsiin, wie Frankas Großmutter genannt wurde.
Man kann verfolgen, wie Franka sich immer tiewfer verstrickt, schließlich auch gewalttätig wird.
Annegret Liepold hat mich mit ihren suggestiven, eindringlichen Stil überzeugt und begeistert. Es ist ein düsterer Stoff, aber wie Franka dargestellt wird, ist realistsich und glaubhaft.
Es bleibt einiges hängen. Man wünscht sich als Leser, das man Franka helfen könnte, ihren richtigen Weg zu finden. Diese Zuversicht lässt einen die Autorin.

Veröffentlicht am 26.02.2025

Hannes

Für Polina
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Für Polina ist eine große, leidenschaftliche Liebesgeschichte. Schon als Junge, ist das musikalische Wunderkind Hannes in Polina verliebt. Kurzen Annäherungen folgt jahrelanger Trennung. Doch Hannes, der ...

Für Polina ist eine große, leidenschaftliche Liebesgeschichte. Schon als Junge, ist das musikalische Wunderkind Hannes in Polina verliebt. Kurzen Annäherungen folgt jahrelanger Trennung. Doch Hannes, der zwischendurch das Klavierspiele aufgibt, sucht noch lange nach ihr. Seine tiefen Gefühle für Polina sind unvergänglich.

Takis Würger spielt ein wenig mit Klischees, wie er es schon in Stella getan hat, und er macht das so geschickt, dass es sich beim Leser verfängt. Da sind zum Beispiel die großartigen Nebenfiguren, die einem länger im Gedächtnis bleiben sollten.
Hannes ist keine ganz einfache Hauptfigur. Anfangs zaudernd, sind sowohl sein Talent als auch seine Liebe zu Polina sein Lebensmittelpunkt, aber er kann sich da schlecht ausdrücken. Deswegen ist sein Weg kein leichter.

Viel Atmosphäre durchzieht den dichten Text. Hannes starke Gefühle sind von Kontinuität geprägt.

Veröffentlicht am 25.02.2025

Heinz und Erika

Das Würfelhaus
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Das Würfelhaus ist ein intelligentes Sachbuch mit autobiografischen Bezug, aber über das Individuelle hinaus übertragbar.
Sebastian Moll reise 2009 aus New York zurück nach Frankfurt, um sein Elternhaus ...

Das Würfelhaus ist ein intelligentes Sachbuch mit autobiografischen Bezug, aber über das Individuelle hinaus übertragbar.
Sebastian Moll reise 2009 aus New York zurück nach Frankfurt, um sein Elternhaus aufzulösen, nachdem auch die Mutter gestorben war. Der Vater, 1927 geboren, war schon Jahre vorher verstorben.
Doch diese Aufgabe wird zu einem Auseinandersetzen mit den Eltern und ihren Rollen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Sie waren keine Täter, da auch zu jung, aber gläubige Mitläufer. Der Autor widmete sich besonders dem Vater, der als Jugendliche begeisterter HJ war. Er war aber gebildet und auch intellektuell ausgerichtet, es gab z.B. einige Gedichte und Briefe, die er schrieb. Gegen Kriegsende war er Flaghelkfer, ging zur Marine und war dann noch kurz in Kriegsgefangenschaft.
Sebastian Moll stellt viele Bezüge her, z.B. zu Klaus Theweleits Männerphantasien.
Der Untertitel des Buches „Mein Vater und die Architektur der Verdrängung“ ist auch stimmig für das Buch und die Zeit noch lange nach dem Krieg.
Ich denke, es ist eine absolut glaubwürdige Darstellung einer Generation, überwiegend packend geschrieben. Es ist auch wichtig, zu betonen, dass das Buch keine Abrechnung mit den Eltern ist. Es geht vielmehr nur um das Verstehen.