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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Adrian Reiter

Im ersten Licht
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Dieser Roman zeigt das vergangene Jahrhundert anhand eines Mannes, der 1901 geboren wurde. Adrian Reiter, ein Mann, der nicht agiert, sondern beobachtet. Mehrere Begegnungen prägen sein Leben. Es sind ...


Dieser Roman zeigt das vergangene Jahrhundert anhand eines Mannes, der 1901 geboren wurde. Adrian Reiter, ein Mann, der nicht agiert, sondern beobachtet. Mehrere Begegnungen prägen sein Leben. Es sind Menschen, die vom Krieg zerrüttet und beschädigt sind. Das gilt für den ersten wie für den zweiten Weltkrieg.

Das Buch ist teilweise bedrückend und ich habe lange gebraucht hineinzukommen. Dabei erzählt Norbert Gstrein von Anfang an präzise und mit Intensität.
Aber der Protagonist ist so zurückhaltend und passiv. Erst im dritten und letzten Teil des Buches habe ich das Gefühl endlich angekommen zu sein, als Adrian beginnt sich zu öffnen.

Das Buch ist nicht einfach, aber von Bedeutung, da es zeigt, wie Krieg das Leben der Menschen nachhaltig beeinflusst.

Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein hartes Buch, aber nicht ohne Komik

7 Arten, eine Katze zu töten
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Dieser Roman aus Argentinien hat eine ganz andere Ausstrahlung als Kriminalromane aus den USA oder England.
Es zeigt Lebensumstände in Buenos Aires Elendsvierteln, die geprägt sind von Kriminalität.
Für ...

Dieser Roman aus Argentinien hat eine ganz andere Ausstrahlung als Kriminalromane aus den USA oder England.
Es zeigt Lebensumstände in Buenos Aires Elendsvierteln, die geprägt sind von Kriminalität.
Für mich ist es fast mehr eine Milieustudie.
Das Buch wird von der schnoddrigen Erzählstimme von Gringo, wie er genannt wird, bestimmt. Am Anfang wirkte es in den Dialogen fast wie aus einem Coming-of-age-Roman, aber die Beschreibungen sind gut gemacht.
Es ist ein hartes Buch, hat aber auch komische Seiten.
Ein Nachwort von Peter Henning schließt das Buch!

Veröffentlicht am 12.02.2026

Ruth und Lea

Gelb, auch ein schöner Gedanke
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Einen Auszug aus diesem Buch hat Nefeli Kavouras schon beim Bachmannpreis-Wettbewerb gelesen. Jetzt ist der Text ein wenig erweitert, doch inhaltlich und vom Stil ist er gleich geblieben.
Es geht um eine ...

Einen Auszug aus diesem Buch hat Nefeli Kavouras schon beim Bachmannpreis-Wettbewerb gelesen. Jetzt ist der Text ein wenig erweitert, doch inhaltlich und vom Stil ist er gleich geblieben.
Es geht um eine Mutter-Tochterbeziehung und vom Sterben des Vaters.
Ruth pflegt ihren todkranken Mann Georg, die jugendliche Tochter Lea muss mit der Situation zu Recht kommen, aber der lange Sterbeprozess beeinflusst das normale Leben. Doch Mitte des Buches gibt es einen erstaunlichen Wandel.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Ruth und Lea ab. Das funktioniert gut. Nur auf einer Seite komt auch Georg zu Wort.

Die Autorin hat einen Ton gefunden und ein lesenswertes Buch geschaffen.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Eine Begegnung und eine Wiederbegegnung

Wer bist du?
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Monika Helfers Bücher sind meistens ziemlich kurz. In diesem Fall würde ich eher von Erzählung sprechen. Eine Erzählung, die von Kat Menschiks hellen, farbigen Illustrationen ergänzt ist. Eine gelungene ...

Monika Helfers Bücher sind meistens ziemlich kurz. In diesem Fall würde ich eher von Erzählung sprechen. Eine Erzählung, die von Kat Menschiks hellen, farbigen Illustrationen ergänzt ist. Eine gelungene Kollaboration, schon die zweite zwischen der Autorin und der Künstlerin.
Monika Helfer hat oft autobiografisch über ihre Familie geschrieben (Die Bagage, Vati, Löwenherz). In dieser Erzählung gibt sie aber vorgeblich das wieder, was ihr eine Frau erzählt hat. Es ist die Geschichte einer Begegnung und einer Wiederbegegnung viele Jahre später. Es ist eine rätselhafte Geschichte, die offensichtliche Lücken hat, da die Erzählerin nicht ganz glaubhaft ist.
Monika Helfer hat das geschickt gemacht. So denkt man noch lange an diese Geschichte.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Ankommen in Maine

Hazel sagt Nein
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Eine Familie zieht von New York nach Maine. Da gibt es einen Vorfall, der alles ändert. Die 18jährige Schülerin Hazel wird von ihrem Direktor angemacht. Sie sagt nein und entzieht sich. Doch das spricht ...

Eine Familie zieht von New York nach Maine. Da gibt es einen Vorfall, der alles ändert. Die 18jährige Schülerin Hazel wird von ihrem Direktor angemacht. Sie sagt nein und entzieht sich. Doch das spricht sich rum und spaltet die Gesellschaft. Viele glauben Hazel nicht und ein Shitstorm steigert sich bis zu antisemitischen Ausmaßen.
Der Roman zeigt sehr gut, wie die Entwicklung ihren Lauf nimmt und was das bei allen Familienmitgliedern auslöst. Doch Hazel geht schließlich selbst an die Öffentlichkeit und behauptet sich.
Ironischerweise kommt Hazels Vater selbst in eine MeToo-mäßige Klemme, als er als Professor vor seiner Klasse über Bill Cosby spricht.

Mich erinnert der Stoff des Buches latent an den Film After the Hunt.
Hazel sagt nein geht dann aber doch seinen eigenen Weg.
Das Buch ist zwar nicht so komplex wie eins von Elizabeth Strout, aber ein richtiger Maine-Roman ist es dann doch noch geworden.