Cover-Bild Wir Töchter
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 357
  • Ersterscheinung: 20.02.2026
  • ISBN: 9783406843372
Oliwia Hälterlein

Wir Töchter

Roman
Die Geschichten von Frauen werden nicht vergessen, sie werden oft gar nicht erst erzählt


"Wir sind Magd, Köchin, Frau, Mutter, Tochter, Schwester. Wir können alles gleichzeitig, umkreisen uns selbst und alle anderen, bis uns schwindelig wird. Wir leben im Sand, auf zerriebener Zeit, auf Wegen ohne Spuren. Wir sind Schwestern und wir sind Töchter und wir sind nicht blutsverwandt. Wir sind auf Sand gewachsen. Unter Birken, Kiefern und Trauerweiden. Wir sind im Sand verwurzelt. Unsere Verwandtschaft liegt im Sand."

Mit poetischer Klarheit und erzählerischer Raffinesse verknüpft Oliwia Hälterlein Alltag und Erinnerung, Körper und Sprache, Herkunft und Zukunft und beschreibt das unsichtbare Band, das die Frauen einer Familie verbindet.

Eine Familie, zwei Jahrhunderte, drei Frauen ihre Geschichten sind miteinander verwoben wie die Seidenfäden der Spinnen am Ende eines langen Sommers. Die Großmutter, Marianna, wächst am Ende des Zweiten Weltkriegs auf und führt das Leben einer einfachen Bäuerin.
Ihre Tochter Róza wäre im vom Sozialismus geprägten Dorf ihrer Mutter geblieben, wäre da nicht Szymek mit den feinen Händen. Wären da nicht die Stadt Gdansk und Schuhe, die auf Asphalt klackern. Wäre da nicht die Solidarnosc-Revolution. Und wäre da nicht irgendwann ein Kind, dem Róza ein Zimmer für sich allein wünscht.
Róza verlässt Polen Ende der 1980er Jahre und ihre Tochter Waleria wächst im Westen des wiedervereinigten Deutschlands auf. Sie verlernt ihre Muttersprache und die Welt ihrer Babcia Marianna, einst ihr Zuhause, rückt in immer weitere Ferne. Doch als die erwachsene Waleria erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann, stellen sich ihr unerwartete Fragen: Was bedeutet es, die Letzte zu sein? Was schuldet Waleria den Frauen in ihrer Familie? Und welche Geschichten gehen mit ihr zu Ende?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein kleines literarisches Kunstwerk

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Wenn man erst die Autorin trifft und sie einen auf Anhieb sooo sympathisch ist und erst danach den Roman liest, der auch noch ihr Debüt ist, dann sind die Erwartungen ziemlich hoch.

So ging es mir mit ...

Wenn man erst die Autorin trifft und sie einen auf Anhieb sooo sympathisch ist und erst danach den Roman liest, der auch noch ihr Debüt ist, dann sind die Erwartungen ziemlich hoch.

So ging es mir mit Oliwia Hälterlein, die in Rahmen einer C.H. Beck Programmvorschau ihr neues Buch bzw. ihren ersten Roman vorgestellt hat. Dass sie nicht zum ersten Mal schreibt, merkt man bereits auf den ersten Seiten. Das ist hohe Qualität (sage ich als Lesende. Nicht als Literaturexpertin).
So gar nicht sanft. Landen wir direkt in einer harten Realität als Frau. Nämliche in der, wenn gesundheitlich eben nicht alles stimmt und ein Stück des Frauseins operativ entfernt werden muss. Was tut Frau/Tochter danach? Sie fährt zu ihrer Mutter.

Und Srück für Stück lernen wir über die Mütter bzw. die Großmütter. Die Töchter kennen. Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren, mit Aufbrüchen und Neusnfängen. Mir gefällt, dass die Frauen hier ganz viel Raum bekommen. Ich musste zwar manchmal etwas zurückblättern und mir zu vergegenwärtigen in welcher Zeit ich mich beim Lesen befinde und ich habe auch etwas gebraucht. Im in die Geschichte zu finden, aber Oliwia Hälterlein schafft es, dass ich dran bleiben will.

Spätestens ab dem Zeitpunkt des Aussiedelns aus Polen nach (West) Deutschland war ich vollkommen drin. So authentisch wird das Leben beschrieben, auch die Suche der jüngsten Tochter nach ihren eigenen Werten und dem Auseinandersetzen mit den verschiedenen Generationen fand ich so spannend zu lesen. Beim Lesen musste ich oft innehalten und mich fragen, welche transgenerationale Traumata wohl in meiner Familie noch nicht aufgearbeitet wurden. Die turbulenten Leben von Mama und Omi bieten da so einiges an Zündstoff.

Oliwia Hälterlein ist ein kluges, feministisches Buch gelungen, dass einerseits nüchtern und sachlich ist, aber dann doch auch wieder mitten ins Herz trifft. Einen großen Anteil daran, haben die lyrischen Durchbrechungen, die sich durch den Roman ziehen.
Sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Familiengeschichte mit deutsch-polnischem Hintergrund

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Das Buch hat von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es geht um die Lebensgeschichten von drei polnischen Frauen – Großmutter Marianna, Mutter Rosa und Tochter Waleria, die jeweils von ihrer Zeit und ihren ...

Das Buch hat von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es geht um die Lebensgeschichten von drei polnischen Frauen – Großmutter Marianna, Mutter Rosa und Tochter Waleria, die jeweils von ihrer Zeit und ihren Lebensumständen geprägt werden. Die Großmutter verbringt ihr gesamtes Leben als Bäuerin in einem Dorf in Polen, von wo Rosa unbedingt fort will. Zum Sprungbrett wird für sie ein Mann, dem sie zunächst nach Danzig und später nach Deutschland folgt, wo sie nicht willkommen ist. Waleria wiederum ist zerrissen, was ihre Identität und Herkunft anbelangt. Die Geschichte hat viele bereichernde Einblicke in den polnischen Alltag gegeben. Was mich allerdings sehr beim Lesen gestört hat, sind die vielen polnischen Vokabeln und Ausdrücke, die nur zu einem kleinen Teil im Glossar übersetzt bzw. erläutert sind. Sie machen die Geschichte zwar authentischer, beeinträchtigen den Lesefluss aber sehr. Abschreckend wirkt auf mich schließlich auch das Buchcover, das auf einen historischen Roman hindeutet.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Wir wurden keine Freunde

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Ich schätze das Buchprogramm des C.H.Beck Verlags sehr und durfte da schon einige literarische Perlen für mich entdecken.
„Wir Töchter“ und ich konnten aber leider gar nicht zueinander finden und ich muss ...

Ich schätze das Buchprogramm des C.H.Beck Verlags sehr und durfte da schon einige literarische Perlen für mich entdecken.
„Wir Töchter“ und ich konnten aber leider gar nicht zueinander finden und ich muss gestehen, dass ich es nach der Hälfte abgebrochen habe.
Woran das lag?
Cover und Klappentext hatten mich sehr angesprochen, ich liebe Generationengeschichten, aber in diesem Fall kam ich mit der Art des Erzählens kaum klar. Wir lernen in der Hauptsache drei Frauen kennen: Grossmutter, Mutter und Enkeltochter, polnischstämmig. Abekdotenhaft erfahren wir aus deren Kindheit und Leben. Leider nicht linear und gespickt mit vielen polnischen Wörtern, Sätzen und sogar Liedtexten - meist ohne Übersetzung. Ich neige dann beim Lesen immer dazu, die Wörter richtig lesen zu wollen… allerdings kann ich kein Polnisch. Krampfhaft habe ich mich dann dazu gezwungen, diese Stellen zu ignorieren. Da ich zu den Protagonistinnen keinen richtigen Bezug aufbauen konnte hatte ich immense Probleme zu erkennen über wen ich jetzt grade lese und wann das jetzt spielt. Die Kapitel geben leider am Anfang auch keinen Hinweis auf das Jahr und die Person. Es wird viel gekocht und eingeweckt, sehr viel! Und immer wenn ich dachte, dass das Buch mich endlich gepackt hat, kam entweder der nächste Personenwechsel oder wieder eine nicht enden wollende Aufzählung diverser kulinarischer Genüsse.
Ich fand es einfach nur anstrengend.
Schade, für mich hat es leider nicht gepasst.

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