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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Eine recht aktuelle Dystopie

Das Gedächtnis der Tiere
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Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war.

So ging es mir mit diesem Buch. ...

Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war.

So ging es mir mit diesem Buch. Ich wollte es unbedingt lesen, weil mich der dystopische Inhalt sehr gereizt hat. Eine Pandemie, die alle dahinrafft. Da klingelt was. Die Autorin wurde tatsächlich beim Schreiben von der Wirklichkeit überholt. Einige Parallelen lassen sich in Buch erkennen, aber die Geschichte ist soviel mehr. Da ist die Frage, wie geht es weiter? Hinauswagen oder ausharren?

Claire Fuller verknüpft das Endzeit-Szenario mit Erinnerungen. Mittels eines genialen Apparates, den Revisitor, kann Neffy, die Protagonistin ihre Vergangenheit anrufen und sich in ihre Erinnerungen fallen lassen. So sehr, dass dieser Revisitor bald einer Droge gleichzusetzen ist.

In der Gegenwart schreibt Neffy Briefe an einen Oktopus, an ihren Oktopus. Auch hier entblättert sich nach und nach eine Geschichte, die uns die Protagonistin näher bringt und uns mehr von ihrem Wesen erkennen lässt.

So finden wir in diesem Buch drei Handlungsstränge, die ineinander verwoben werden, sich dabei immer nah sind und mich teilweise sehr gerührt haben. Hoffen und Bangen vermischen sich und ich war gespannt, was mich am Ende erwarten wird. Ein wenig muss ich Spoilern, doch selten hat mir ein offenes Ende so gut gefallen.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Ich könnte ewig zuhören

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich weiß noch, als ich vor Jahren 'Die Känguru-Chroniken' gelesen habe und dachte, nee, das ist nicht nein Humor. Ich fand es zu flapsig und habe das Buch vermutlich auch nicht besonders intensiv gelesen. ...

Ich weiß noch, als ich vor Jahren 'Die Känguru-Chroniken' gelesen habe und dachte, nee, das ist nicht nein Humor. Ich fand es zu flapsig und habe das Buch vermutlich auch nicht besonders intensiv gelesen. Marc-Uwe Kling war nur zu der Zeit noch kein Begriff.

Dann bekam ich Kinder und er schrieb plötzlich auch Kinderbücher, die hier sehr beliebt wurden.

Die Liebe fürs Känguru kam bei einem Live-Auftritt. Und ich kann es nur immer wiederholen: Marc-Uwe Kling muss man live erleben.
Daher war klar, dass ich die Rebellion lesen, nein hören musste. Wenn Kling liest, wird sein Känguru lebendig, ich blende aus, dass hier ein und dieselbe Person spricht. Hier schweife ich auch nicht ab, ich will keine Pointe verpassen und sehe mich selbst mehrmals laut lachen.

Ich folge den Känguru sofort. Ich bin bereit für die Rebellion, denn neben den Lachsalven, birgt die Rebellion viel gesellschaftliche aber noch mehr politische Kritik. Da wird in Wunden gepiekt und ich wünschte mir, der ein oder andere würde aus einen volksfremden Attitüde aufwachen. Das schafft dann doch nur Marc-Uwe Kling. Satire und Kabarett in seiner eigenen volksnahen Art

Und plötzlich ist das Känguru genau mein Humor.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein Farbkracher mit viel Inhalt

Exoplaneten
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Ich glaube, es gibt niemanden, der nicht fasziniert ist vom Universum, seinen gigantischen Ausmaßen, der nicht fassbaren Unendlichkeit. Diese Geheimnisse, die sich damit auftun und das Unbekannte, dass ...

Ich glaube, es gibt niemanden, der nicht fasziniert ist vom Universum, seinen gigantischen Ausmaßen, der nicht fassbaren Unendlichkeit. Diese Geheimnisse, die sich damit auftun und das Unbekannte, dass wir Menschen zu entdecken versuchen.

So zum Beispiel die Exoplaneten, oder exosolare Planeten, wie es richtig heißt. Also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Dass es auch dort Planeten geben muss, ist irgendwie logisch. Nachweisen konnten Wissenschaftler es erst ab den 1990er Jahren.

Dieses Sachbuch für Kinder erklärt genau das. Was Exoplaneten sind, wie sie gefunden werden können und welche es gibt. In kurzen Texten, die aber dennoch wissenschaftlich sind. Ich habe wenig Ahnung von Astronomie und musste den ein oder anderen Satz zweimal lesen, aber genau das hat mir gefallen. Es steigert meine Faszination nur umso mehr. Die Möglichkeiten, die es heute im Vergleich vor 50 oder 100 Jahren gibt. Was kommt da noch?

Im Buch wird auch der Wunsch angesprochen, anderes Leben zu finden. Manche der Exoplaneten haben vermutlich die Voraussetzungen. Wie wunderbar wäre es, noch zu meinen Lebzeiten mehr darüber herauszufinden.

Exoplaneten sprüht vor Entdeckungsfreude ohne aber dabei zu überfordern und die knallbunten Farben regen die Fantasie nur noch mehr an. Ich glaube, es war zuerst das farbensprühende, das mich magisch angezogen hat.

Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen. Die Empfehlung teile ich.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Wieder einmal geniale Katapult Karten

64 Karten über Menschenrechte
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Ich liebe die Karten-Bücher aus dem Katapult Verlag. Wer die Bücher noch nicht kennt: Anhand von Landkarten werden die unterschiedlichsten Themen erklärt und beleuchtet. Es gibt die Karten über Sprache, ...

Ich liebe die Karten-Bücher aus dem Katapult Verlag. Wer die Bücher noch nicht kennt: Anhand von Landkarten werden die unterschiedlichsten Themen erklärt und beleuchtet. Es gibt die Karten über Sprache, Deutschland, Se*, Rechtsextremismus und noch so einige mehr.

Das Buch über die Menschenrechte ist gerade erst erschienen und bereits in der Vorankündigung war klar, dass ich dieses Buch haben muss.

Die Menschenrechte werden hier nicht nur definiert, es wird auch erklärt, wie sie entstanden sind und was sie ausmacht. Besonders gut gefällt mir, wie weit gefächert das Thema hier aufgemacht wird. Das Buch zeigt, warum einheitliche Menschenrechte so wichtig sind und wie wir eigentlich alle davon profitieren, wenn sie eingehalten werden.

Freiheit, Religion, Wasser. Vielfalt dann sind nur einige Unterpunkte.m, die sich im Buch finden und die ein Recht aller sind bzw. sein sollten. ich habe aber soviel mehr erfahren, über moderne Sklaverei oder Entführungen von Menschen in Südamerika bishin zur KI. Die Texte sind wie immer gut zu lesen und leicht verständlich. Keine langen Textpassagen für ein ideales immer wieder darin Blättern oder nachschlagen.

Für mich ist dieses Buch mehr als ein Sachbuch, es ist auch ein Hoffnungsschimmer. Eine Welt, in der wir allen Menschen, die gleichen Rechte zugestehen, ist eine Welt auf die es sich hinzuarbeiten lohnt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein schweres Thema in leichter Form

Motten im Kopf
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Ich möchte mich heute einem ernsten Thema widmen. Dazu eignen sich Comics und Graphic Novels hervorragend. Sie schaffen einen leichteren Zugang und nehmen dem Thema ein wenig von der Schwere. Gleichzeitig ...

Ich möchte mich heute einem ernsten Thema widmen. Dazu eignen sich Comics und Graphic Novels hervorragend. Sie schaffen einen leichteren Zugang und nehmen dem Thema ein wenig von der Schwere. Gleichzeitig sorgen die Zeichnungen für Sichtbarkeit aber auch für ein Wiedererkennen und sich verstanden fühlen.

'Motten im Kopf' ist ein Buch über Magersucht. Relativ kurz und knapp wird von einem Mädchen erzählt, dass in die Gänge dieser Krankheit gerät. Aus der Ich-Perspektive erzählt sie, was mit ihr passiert, wie sie sich fühlt, wie sie dazu kommt und ihren Körper über alles andere zu stellen. Der Zwiespalt zwischen ihrem eigenen Kampf mit sich selbst aber auch ihrem Umfeld wird sehr deutlich.
Am Ende ist ein zumindest ein Bewusstsein sein, wie sie den Weg aus der Magersucht heraus schaffen könnte.

Der Comicteil ist relativ kurz, die Motten sind ein Synonym, wie sehr die Protagonistin von der Sucht 'befallen' ist. Dennoch macht es Hoffnung und ich würde das Buch ab ca 14 Jahren empfehlen.

Es schließt sich ein kurzer Nachteil an und was mir besondere gut gefällt, ein Kapitel mit Arbeitsmaterialien. Hilfestellungen um Gefühle und Gedanken aufzuschreiben und den eigenen Weg zu dokumentieren.

Kein spaßiger Comic aber ein so wichtiger.

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