Cover-Bild Geschwister
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kein & Aber
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 08.06.2026
  • ISBN: 9783036950921
Moa Herngren

Geschwister

Katharina Martl (Übersetzer)

Nach dem Tod des Vaters treffen sich die drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus im Elternhaus, um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Alle versuchen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden, doch im Spannungsfeld zwischen alten Mustern und der veränderten Familienkonstellation bringen Verletzungen aus der Kindheit die Geschwister an ihre Grenzen. Andrea fühlt sich von der engen Beziehung zwischen ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter ausgeschlossen, Ulrika sieht in Andrea nur Papas Liebling, die immer alles bekommen hat, was sie wollte, und Rasmus, der Jüngste, steht schon seit jeher im Schatten seiner Schwestern. Als auffällt, dass einige Gegenstände aus dem Haus verschwunden sind, kommt es zum Eklat, und drei verschiedene Versionen einer gemeinsamen Kindheit prallen aufeinander. 

Mit messerscharfen Beobachtungen und emotionaler Tiefe erzählt Moa Herngren von der Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und stellt die wichtige Frage: Wem gehört die Wahrheit über die gemeinsame Vergangenheit? 

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Aufarbeitung der Kindheit

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Geschwister von Moa Herngren hat mich durch den Titel und seinem eher schlichten Buchcover sofort in seinen Bann gezogen. Die Thematik, drei Geschwister, ihre Geheimnisse und die verschiedenen Sichtweisen ...

Geschwister von Moa Herngren hat mich durch den Titel und seinem eher schlichten Buchcover sofort in seinen Bann gezogen. Die Thematik, drei Geschwister, ihre Geheimnisse und die verschiedenen Sichtweisen erinnert mich an meine Kindheit. Auch wir waren drei Geschwister. Ich die älteste mit zwei jüngeren Brüdern. Sich ungerecht behandelt fühlen kam auch bei uns vor.
Zur Geschichte:
Ulrika, Andrea und Rasmus treffen sich nach dem Tod des Vaters im Elternhaus. Sie wollen gemeinsam den Geburtstag der Mutter feiern. Die neue Situation bringt Spannung mit sich. Alte Verhaltensmuster brechen auf und Verletzungen aus der Kindheit sind plötzlich wieder präsent.

Mich hat das Buch zutiefst berührt. So viele Situationen kamen mir betraut vor und auch bei mir sind alte Verletzungen aufgebrochen Für mich ist die ein ganz persönliches Buch und ich danke der Autorin. Viele Reaktionen und Verletzungen kann ich nun anders, mit eine anderen Sichtweise auf die Dinge, betrachten.
Eine besondere Geschichte, fesselnd, einfühlsam und stimmungsvoll erzählt.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Wenn Nähe zur Täuschung wird und jede Perspektive eine neue Wahrheit eröffnet

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Dieses Buch hat mich vor allem mit seiner Konstruktion beeindruckt. Selten habe ich eine Geschichte gelesen, die so eindrücklich vor Augen führt, wie begrenzt die eigene Wahrnehmung bleibt. Selbst dann, ...

Dieses Buch hat mich vor allem mit seiner Konstruktion beeindruckt. Selten habe ich eine Geschichte gelesen, die so eindrücklich vor Augen führt, wie begrenzt die eigene Wahrnehmung bleibt. Selbst dann, wenn man überzeugt ist, einen Menschen verstanden zu haben.
Über weite Strecken entsteht eine enorme Nähe zur Protagonistin. Ihre Verletzungen, ihre Gedanken, ihre Empfindungen wirken nachvollziehbar und unmittelbar. Man liest nicht nur mit, man nimmt Partei. Man ärgert sich, wird wütend, empfindet Ungerechtigkeit und beginnt unbewusst, die Welt ausschließlich durch ihren Blick zu betrachten.
Und dann verschiebt sich etwas.
Mit den Perspektiven der Geschwister beginnt das Buch, sich neu zu schreiben. Nicht, weil frühere Gefühle falsch gewesen wären, sondern weil sie unvollständig waren. Menschen, die zuvor eindeutig erschienen, gewinnen plötzlich Brüche, andere Motive, andere Erinnerungen. Auch die Protagonistin selbst verändert sich nicht und wirkt gleichzeitig wie ein völlig anderer Mensch. Dieser Moment des Lesens war für mich der stärkste Teil des Buches: das Erkennen, wie schnell man sich selbst beim Urteilen auf nur eine Erzählung verlässt.
Besonders gelungen fand ich dabei die Darstellung von Familiengeschichte. Erinnerungen erscheinen nicht als objektive Wahrheit, sondern als etwas, das durch Nähe, Wissen, Schweigen und unterschiedliche Erfahrungen geprägt wird. Ein gemeinsames Familienleben existiert und dennoch erlebt jedes Kind eine andere Kindheit.
Das Buch zeigt sehr fein, wie tief Kindheitserfahrungen in das spätere Leben hineinwirken können. Nicht plakativ, nicht erklärend, sondern in den unterschiedlichen Wegen, wie Menschen mit Erlebtem umgehen, was sie erinnern, verdrängen oder daraus machen.
Ein Roman, der nicht nur von Geschwistern erzählt, sondern davon, wie fragil unsere Urteile über andere, und manchmal auch über uns selbst, sind.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Familie

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Der neue Roman von Moa Herngren „Geschwister“ ist ein großartig geschriebener Familienroman über Eltern, Geschwister und deren Wahrnehmung ihres Aufwachsens und ihrer Kindheit. Der Vater von Andrea, Ulrike ...

Der neue Roman von Moa Herngren „Geschwister“ ist ein großartig geschriebener Familienroman über Eltern, Geschwister und deren Wahrnehmung ihres Aufwachsens und ihrer Kindheit. Der Vater von Andrea, Ulrike und Rasmus ist verstorben und die Kinder treffen sich in ihrem Elternhaus um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Aus dem harmonischen Geburtstagsfest wird jedoch ein ungemütliches Familientreffen, nachdem die Geschwister feststellen, dass einige Sachen aus dem Haus verschwunden sind. Jeder verdächtigt den anderen und es kommt zu einem Showdown. Sämtliche vermeintliche Ungleichbehandlungen der Geschwister werden aufgezählt und jeder hat eine andere Erinnerung an die Kindheit und fühlt sich immer noch benachteiligt. Die Autorin hat dieses Dilemma gut und ausführlich beschrieben und ich habe mich sofort in die Gefühlswelt der einzelnen Protagonisten hineinversetzen können.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Wie man seine Kindheit sieht

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Moa Herngrens Roman -Geschwister- hat mich fasziniert, weil sie genau das wiedergibt, was und wie unterschiedlich Geschwister voneinander, untereinander und über die gesamte Familienkonstellation denken. ...

Moa Herngrens Roman -Geschwister- hat mich fasziniert, weil sie genau das wiedergibt, was und wie unterschiedlich Geschwister voneinander, untereinander und über die gesamte Familienkonstellation denken. Die drei Geschwister Rasmus, Andrea und Ulrike treffen sich nach dem Tod ihres Vaters bei ihrer Mutter in ihrem alten Elternhaus. Eigentlich nur um deren Geburtstag zu feiern, aber dann gerät das Treffen aus dem Rahmen. Jedes der erwachsenen Kinder hat eine eigene Erinnerung an die Kindheit und sieht in der Vergangenheit alles anders. Sie fühlten sich durch die Eltern benachteiligt, weil die Eltern angeblich ein anderes Geschwisterkind immer bevorzugten. Die Autorin schildert diese Atmosphäre unter den Kindern sehr genau und es herrscht eine unterschwellige Spannung, die von Sticheleien geprickt wird. Als dann noch ein paar Gegenstände aus dem Haus fehlen, kommt es zur Eskalation. Ein spannender Roman, nicht nur für Geschwisterkinder.

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