Emotional & fesselnd
„Die vergessene Tochter“ ist bereits der siebte und vorletzte Band der Familiengeheimnis-Saga der in Neuseeland lebenden Autorin Soraya Lane. Die Handlungen sind jeweils in sich abgeschlossen und es ist ...
„Die vergessene Tochter“ ist bereits der siebte und vorletzte Band der Familiengeheimnis-Saga der in Neuseeland lebenden Autorin Soraya Lane. Die Handlungen sind jeweils in sich abgeschlossen und es ist nicht notwendig, zuvor die anderen Bände zu lesen.
Auch dieses Mal erzählt die Autorin in 34 kurzen Kapiteln, die zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wechseln, zwei Liebesgeschichten. Das Konzept ist immer gleich, aber jede Geschichte für sich ist einzigartig.
Die Vergangenheit führt nach Norwegen in die 1950er Jahre und es dreht sich alles um das Dienstmädchen Amalia und Oskar, den Sohn einer wohlhabenden Familie. Oskars Eltern sind nicht bereit, die Liebe der beiden zu akzeptieren.
Die Gegenwart beginnt in London. Charlotte erhält von Hope Berenson - die ein Heim für unverheiratete Mütter und ihre Babys geleitet hat - ein Kästchen für ihre Großmutter von ihrer Mutter. Charlotte ist verwirrt, da ihre Urgroßmutter noch lebt. In der Schachtel befindet sich ein Wappen eines norwegischen Hotels am Fjord.
Soraya Lanes Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig. Sie versteht es Gefühle lebendig werden zu lassen, beschreibt ihre Charaktere authentisch und facettenreich.
Der stetige Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sorgt für Spannung und mich haben die Ereignisse in der Vergangenheit ebenso gefesselt wie die in der Gegenwart. Die Autorin hat Gegenwart und Vergangenheit wieder einmal gekonnt miteinander verwoben.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen machen die Ereignisse abwechslungsreich.
In diesem Band haben mir die Landschaftsbeschreibungen Norwegens besonders gut gefallen und ich habe direkt Lust bekommen, dorthin zu reisen.
Nicht nur inhaltlich sondern auch optisch hat das Buch einiges zu bieten. Abgesehen von dem stimmungsvollen Cover und Innencovern beginnt jedes Kapitel mit einer kleinen stimmigen Illustration. Eine Kleinigkeit, die das Leseerlebnis für mich gelungen abgerundet hat.
Wer Familiengeschichten, tiefe Emotionen, spannende Geheimnisse mag und gerne in die Atmosphäre Norwegens eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Auf den abschließenden Band, in dem nun endlich auch Hopes Geschichte beleuchtet werden soll, bin ich mehr als gespannt.