Konnte mich nicht überzeugen
Anwältin Eva wird von ihrer Ziehschwester Blossom um Hilfe gebeten, als neben dem Steingruberhof eine Tote gefunden wird. Zum ersten Mal seit 13 Jahren und mit gemischten Gefühlen kehrt Eva auf den Hof ...
Anwältin Eva wird von ihrer Ziehschwester Blossom um Hilfe gebeten, als neben dem Steingruberhof eine Tote gefunden wird. Zum ersten Mal seit 13 Jahren und mit gemischten Gefühlen kehrt Eva auf den Hof zurück, auf dem auch sie aufgewachsen ist. Die Bewohner des Hofs bilden eine eingeschworene Gemeinschaft, sind Aussteiger oder haben wegen Problemen mit der Welt hier Zuflucht gefunden und sind Eva und ihren Fragen gegenüber zurückhaltend.
Aus verschiedenen, abwechselnden Perspektiven lerne ich das arbeitsreiche Leben auf dem Hof kennen, auch gemeinschaftliche Gewohnheiten werden beschrieben, Sorgen und Erinnerungen verleihen den Figuren Tiefe. Wobei Wilma, Evas Mutter, gleichzeitig Gründerin und Leiterin der Hofgemeinschaft, durch ihre nicht eingestandene Demenz zur unzuverlässigen Erzählerin wird.
Sehr hilfreich ist der Plan des Hofgeländes vorne im Buch und auch das Personenregister zu Beginn, zu dem ich anfangs oft zurückblättern musste. Durch die detaillierte Beschreibung der Wege, die die Charaktere bei ihrer jeweiligen Arbeit und im Laufe des Tages zurücklegen, wird die Geschichte jedoch auch sehr verlangsamt und mein Lesefluss durch die häufigen Perspektivwechsel oft unterbrochen. Die prekäre Situation der Hofbewohner, ihre Unsicherheit, nicht bereinigte Konflikte und die Bedrohung der Ernte durch die schon lang anhaltende Dürre tragen zur beklemmenden Atmosphäre auf dem Hof bei.
Schon im Prolog und immer wieder gibt es kurze Passagen einer Person in Not, die für Spannung sorgen, anders als die teilweise verwirrenden gefühlsbestimmten Überlegungen einiger Protagonisten.
Cleo Konrads Schreibstil ist angenehm zu lesen, dennoch fand ich 'Home Story' langatmig bis zur Auflösung, die dann einige Überraschungen bereit hält. Für mein Empfinden kamen Enthüllungen und Wendungen leider zu spät, um mich für die Geschichte zu begeistern, so dass 'Home Story' von mir drei Sterne bekommt.
Was nicht in meine Bewertung einfließt, aber dennoch erwähnt werden soll: die verwendete Schriftart finde ich zu klein und zu blass, das Lesen wird dadurch unnötig erschwert.