Cover-Bild Sister, Sister
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: pola
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 01.06.2026
  • ISBN: 9783759600578
Emily R. Austin

Sister, Sister

Roman. Ein Roman, der lange nachhallt: Über Schwestern, Entfremdung, Nähe und den Mut, neu zu beginnen
Svantje Volkens (Übersetzer)

Sigrid und Margit waren als Kinder unzertrennlich - gemeinsam trotzten sie der Kälte ihres Elternhauses. Doch dann schmiss Sigrid die Schule, zog mit ihrer besten Freundin ziellos durch die Kleinstadt und verlor sich zunehmend im Gefühl, nirgends dazuzugehören. Heute lebt Margit ein geordnetes Leben, während Sigrid kaum weiß, wo sie hingehört. Dass ausgerechnet Margit sie nicht mehr versteht, trifft sie wie ein Verrat. Erst ein tragisches Ereignis zwingt die beiden, sich der Wirklichkeit zu stellen. Im leichten, selbstironischen Ton erzählt die Autorin eine herzergreifende Geschichte über zwei Schwestern, die trotz ihrer zunehmenden Entfremdung wieder zueinander finden - und zu sich selbst.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Ratten auf dem Jahrmarkt

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Zum Inhalt:

In ihrer Kindheit stellten sich die Schwestern Sigrid und Margit gemeinsam der Kälte ihres Elternhauses. Als jedoch Sigrid jedoch ihren Abschluss nicht schaffte und mit ihrer besten Freundin ...

Zum Inhalt:

In ihrer Kindheit stellten sich die Schwestern Sigrid und Margit gemeinsam der Kälte ihres Elternhauses. Als jedoch Sigrid jedoch ihren Abschluss nicht schaffte und mit ihrer besten Freundin auf der Suche nach einem Zugehörigkeitsgefühl durch die Kleinstadt zog und Margit für das College die Stadt verlässt, änderte sich die Beziehung der Schwestern. Während Margit Ordnung und Kontrolle bevorzugt, weiß Sigrid nicht, wo sie hingehört, und hat das Gefühl, dass sie einander nicht mehr verstehen. Erst ein tragisches Ereignis bringt die beiden dazu, sich der Wirklichkeit und der Frage, wer sie eigentlich sind, zu stellen und sich wieder anzunähern.


Mein Eindruck:

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Premierenlesung lesen und wusste nicht genau, was mich erwarten würde. Als ich das Buch aufschlug und die Triggerwarnung las, befürchtete ich, dass es ein trauriges Buch werden würde – doch ich lag falsch.

„Sister Sister” ist in drei größere Bereiche gegliedert, was mir wirklich gut gefallen hat, da dadurch mehrere Perspektiven auf das Leben von Margit und Sigrid geboten werden. Im gesamten Buch finden sich kurze Tagebucheinträge oder Briefe, in denen sich die beiden Schwestern mit unterschiedlichen Erlebnissen oder Gedanken auseinandersetzen. Der Schreibstil ließ sich gut lesen und durch die kurzen Abschnitte hatte ich den Eindruck, schnell voranzukommen. An manchen Stellen bin ich über etwas bizarre Analogien gestolpert, die mich jedoch nicht wirklich gestört haben.

Sigrid und Margit haben keine optimale Schwesternbeziehung und sind unter weniger erfreulichen Bedingungen aufgewachsen. Mit dieser Geschichte hat Emily Austin aufgezeigt, in welche Richtung sich Kinder entwickeln können, die in einem von Gewalt und Streit geprägten Haushalt aufwachsen, und sie hat die Vor- und Nachteile des Kleinstadtlebens beleuchtet.

Sigrid und Margit sind beide spannende und komplexe Charaktere, denen ich gerne zugehört habe. Sie sind sich ähnlicher, als ich erwartet hatte. Kurz dachte ich sogar, dass sie ein und dieselbe Person wären, doch dem war nicht so. Was den eigentlichen Wendepunkt der Handlung anbelangt, so habe ich ihn nicht kommen sehen und mich sehr darüber gefreut. Emily Austin hat eine äußerst runde Geschichte geschrieben, in der einige Elemente regelmäßig auftreten oder sich auf bestimmte Ereignisse mehrmals bezogen wird, ohne repetitiv zu sein.

Ich bin nur wenige Jahre älter als die Schwestern und finde, dass man sich als junge Erwachsene in manchen Sorgen und Problemen gut verstanden fühlt. Es hatte zum Teil auch eine melancholische Wirkung auf mich, wenn es um die Kindheit ging. Mir haben die philosophischen Passagen gut gefallen, die Austin in die Geschichte eingebaut hat. Obwohl es nur kurz war, fand ich es gut, dass sie wichtige und ernsthafte Themen, wie Psychotherapie in ihr doch recht verspieltes Buch eingebunden hat.

„Sister Sister” hat mich positiv überrascht. Es ist intelligent, humorvoll und reflektiert das Erwachsenwerden mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich kann es wärmstens empfehlen – zumindest für diejenigen, für die die Triggerwarnung kein Problem darstellt.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Ich glaube, ich wurde geboren, um glücklich zu sein …

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In ihrem Roman „Sister, Sister“ erzählt Emily Austin von den beiden Schwestern Sigrid und Margit. Als Kinder waren sie unzertrennlich, anders hätten sie die Kälte ihres Elternhauses wohl kaum überstanden. ...

In ihrem Roman „Sister, Sister“ erzählt Emily Austin von den beiden Schwestern Sigrid und Margit. Als Kinder waren sie unzertrennlich, anders hätten sie die Kälte ihres Elternhauses wohl kaum überstanden. Doch nachdem Sigrid die Schule abbrach und Margit zum Studieren wegzog, hatten die beiden sich entfremdet. Während Margit ein geordnetes Leben führt, ist Sigrid unglücklich. Als sie versucht, sich umzubringen, nähern sich die Schwestern einander wieder. Nach und nach setzt sich das Bild über ihre Kindheit und die Geschehnisse, die zum Suizidversucht führten, zusammen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir anfangs etwas schwer. Wie viele andere Leser*innen wurde auch ich von der Enthüllung überrascht, dass es sich bei dem im Klappentext erwähnten „tragischen Ereignis“ um Sigrids Suizidversuch handelt. Ab dem Kapitel „die wahrheit“ bzw. sobald auch Margit zu Wort kam, fand ich das Buch zum Ende hin dann immer stärker.

Sigrids viele Versuche ihrer Abschiedsbriefe wirken auf den ersten Blick fast beiläufig, offenbaren jedoch bei genauerer Betrachtung ihre emotionalen Nöte.

„Schmeiß alles weg, was ich bis jetzt geschrieben habe, Marg. Der Tonfall passt nicht, und das Ganze ist viel zu unzusammenhängend. Mir ist nicht gelungen, was ich erreichen wollte. Bitte behandle es als groben Entwurf. Behandle es als Müll.
Neuer Versuch. Diesmal wird der Brief besser, weil ich jetzt aufgewärmt bin. Diese Version wird formeller, und das wird sie verbessern. Wenn man zu lax schreibt, gerät das Gesagte zu psychopathisch. Ich will, dass dieser Versuch offizieller klingt. Ich will, dass die Leute ihn lesen und denken: Wow, sie wusste wirklich, was sie tat.“

Besonders, wenn Sigrid schreibt, wie sie sich im Kreis ihrer Familie oft fühlte („Ich musste vor ihnen verstecken, wer ich war. Ich fühlte mich von ihnen losgelöst. Als wäre ich eine Fremde. Ich fühlte mich bei ihnen einsamer, als wenn ich allein war.“), war das sehr intensiv und berührend.

„Vor ein paar Monaten spazierte ich eines Abends über den Friedhof in der Stadtmitte und dachte über das Erwachsenwerden nach. Ich entschied, dass wir tief im Inneren immer noch die sind, die wir als Kinder waren. Als Teenager muss man all seine Eigenheiten verstecken und sich verbiegen, um dazuzugehören und andere Leute zu beeindrucken, aber als Erwachsener muss man wieder zu der Person finden, die man mit acht Jahren war.
Ich glaubte, ich müsste mich in jemand Neues verwandeln, um erwachsen zu werden. Ich veränderte mich sehr. Ich stumpfte ab und wurde ernster. Als Kind war ich glücklicher. Ich war kreativer, und es machte mir weniger aus, was andere Leute von mir dachten. Ich wünschte, ich könnte in der Zeit zurückreisen, mich wieder meinen echten Interessen widmen, von allen gesellschaftlichen Erwartungen lossagen und mit mir selbst zufrieden sein.
Das Problem ist, dass mein Kinder-Ich in der Welt nicht gut zurechtkäme. Ernste Menschen, die tun, was von ihnen erwartet wird, führen ein einfacheres Leben. Es fällt mir schwer, mein wahres Selbst mit einem bequemen Leben in Einklang zu bringen.
Ich glaube, ich wurde geboren, um glücklich zu sein. Mir wurde ein Wesen gegeben, das besser zu jemandem gepasst hätte, der in der Lage ist, unbeschwert zu leben. Ich fühlte mich wie eine glückliche Person, die in einem Käfig sitzt. Ich glaube, ich trage die Seele von einem kleinen Sonnenschein in mir, aber sie liegt begraben in diesem furchtbaren Sumpfmonster-Körper.“

Ich vergebe final 4 von 5 Sternen für diesen Roman – vor allem das optimistisch klingende Ende mit dem Bild der „rosa Wolken“ fand ich gelungen.

Vielen Dank an den pola Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Naja

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Sigrid und Margit sind Schwestern. In ihrer Kindheit haben sie sich noch etwas verstanden, im Erwachsenenalter entfernen sie sich immer mehr voneinander. Während Margit ihr Leben scheinbar gut meistert, ...

Sigrid und Margit sind Schwestern. In ihrer Kindheit haben sie sich noch etwas verstanden, im Erwachsenenalter entfernen sie sich immer mehr voneinander. Während Margit ihr Leben scheinbar gut meistert, kämpft Sigrid mit Einsamkeit und zweifelt an sich selbst. Die Kindheit der beiden war schwierig, doch gehen beide unterschiedlich damit um. Nach einem tragischen Ereignis müssen sie wieder in Kontakt treten und beginnen sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Eine schonungslos ehrliche Geschichte über Familie und psychische Gesundheit. Lange wusste ich nicht was das Buch mit mir vor hat. Begonnen wird mit den 21 Versuchen von Sigrids Abschiedsbrief. Ein Einblick in ihre Gefühlswelt, Rückblicke in die Vergangenheit. In diesem Abschnitt gab es einige Wiederholungen und er wirkte für mich auch etwas durcheinander. Danach wurde das Buch für mich besser. Der Schreibstil hat mir dann richtig gut gefallen. Feinfühlig verbindet Emily Austin sehr ernste Themen mit trockenem Humor. Dadurch wirkt das Buch nicht sehr dramatisch, sondern sehr authentisch. Sigrid ist vielschichtig beschrieben, Margit blieb eher nebensächlich . Die Schwestern müssen sich mit sich auseinandersetzen. Das hätte für mich gern noch ausführlicher geschrieben werden können.

Insgesamt ein kluges und berührendes Buch. Unbedingt sehr aufmerksam lesen. Das ist nichts für nebenbei.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Bewegend und heftig

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3.5 ⭐️ „Sister, sister“ ist ein Roman von Emily Austin, übersetzt von Svantje Volkens. Dem Klappentext nach habe ich mir ein Buch primär um die Schwesternbeziehung von Sigrid und Margit vorgestellt. Und ...

3.5 ⭐️ „Sister, sister“ ist ein Roman von Emily Austin, übersetzt von Svantje Volkens. Dem Klappentext nach habe ich mir ein Buch primär um die Schwesternbeziehung von Sigrid und Margit vorgestellt. Und darum ging es - auch. Unter anderem. Im Fokus des Buchs steht nämlich ein ganz anderes Thema, welches zu Beginn des Buchs als Triggerwarnung deutlich wird (bitte unbedingt vorher prüfen, ob das gerade passt). Aus literarischer Sicht fand ich das Buch wirklich interessant zu lesen. Es geht um ein wichtiges Thema, welches viel Raum bekommt - manches erfahren wir, anderes bleibt nebulös. Keine leichte Lektüre, sondern direkt, heftig, schonungslos und ungeschönt. Dabei ist Sigrid mir jedoch fremd und distanziert geblieben. Auch habe ich aus psychologischer Sicht einige Kritikpunkte an der Umsetzung. Ein Buch, das nicht für jeden Lesenden passt - sowohl vom Thema als auch vom Stil. Doch wenn es passt, dann hat es definitiv auch seine Stärken, ein Schwesternroman der besonderen Art.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

"Wir wurden nur in diese Welt hineingeboren, in der wir nun mal lebten..."

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Sister Sister von Emily R. Austin behandelt die Beziehung zweier Schwestern zueinander, berichtet zugleich jedoch auch von Familiären Spannungen, Drogenmissbrauch, psychischen Problemen/Gewalt und dem ...

Sister Sister von Emily R. Austin behandelt die Beziehung zweier Schwestern zueinander, berichtet zugleich jedoch auch von Familiären Spannungen, Drogenmissbrauch, psychischen Problemen/Gewalt und dem Gefühl nicht dazuzugehören. Aufgrund dieser Thematiken ist dieses Buch sicherlich nicht für jeden etwas und es sollte unbedingt die Triggerwarnung zu Beginn beachtet werden.

Zugegeben ich hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten mit den beiden Schwestern und der Geschichte im gesamten "warm" zu werden. Ist der Aufbau des Buches doch so ganz anders als viele andere. Im ersten Abschnitt lesen wir Ausschließlich Versuche einen Abschiedsbrief zu verfassen, wodurch wir allerdings auch bereits einiges über Sigrid und Margit erfahren. Teil zwei und drei zeigen jeweils eine der beiden perspektiven, so dass es am ende doch ein rundes Gesamtbild abgibt und sich viele Fragen die im laufe der Kapitel aufkommen klären. Am Ende war ich froh das Buch nicht abgebrochen zu haben, sagt es unterschwellig doch so viel aus und regt zum Nachdenken an. Ein Buch welches sicher noch eine weile nach halt.

Zum Schreibstil bleibt mir nur zu sagen das es mich sehr angesprochen hat! Ruhig und unaufgeregt erzählt die Autorin uns diese Geschichte, die von der Thematik her schon schwer genug wiegt. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir ein klein wenig mehr tiefe gewünscht, dennoch kam ich besonders ab dem zweiten Abschnitt in einen guten Lesefluss.

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