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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2021

Nadeln und Tinte erzählen Geschichten

Tebori 1
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Nachdem Yoshi als Mitglied einer Motorradgang auffällig geworden ist, wird er von seinem Großvater zu einem alten Freund gebracht. Dieser ist ein angesehener Tätowierer und lehrt Yoshi sein Handwerk, auch ...

Nachdem Yoshi als Mitglied einer Motorradgang auffällig geworden ist, wird er von seinem Großvater zu einem alten Freund gebracht. Dieser ist ein angesehener Tätowierer und lehrt Yoshi sein Handwerk, auch die komplizierte Tebori Technik. Wenige Jahre später agiert Yoshi selbst als Lehrer und wird voraussichtlich der Nachfolger des Ladenbesitzers. Doch der Tag seines Antritts kommt früher als gedacht. Ist Yoshi bereit diese Verantwortung zu tragen?


Das Thema Tattoos interessiert mich seit geraumer Zeit, weswegen ich mich sehr über diesen Comic gefreut habe. Der Zeichenstil hat mir außerordentlich gefallen und auch die Aufteilung der Bilder war platznutzend ausgerichtet. Ein kleiner Zeithinweis wäre wünschenswert gewesen, denn an manchen Stellen, war ich mir nicht sicher ob die Handlung in der Vergangenheit oder Gegenwart spielte. Der Autor hat eindeutig Nachforschungen betrieben, da in dem Comic einige Fachwörter vorkamen, die ich als Leserin teilweise nur mithilfe des Glossars verstanden habe. José Manuel Robledo hat der Handlung viel Tiefgang, kulturelle wie mystische Aspekte und Details zugeschrieben, weswegen mir der Comic auch länger vorkam als knapp 70 Seiten. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und die Bonusseiten haben mich nur noch mehr vom Zeichenstil beeindruckt. Mal sehen wie es in Teil 2 weitergehen wird, denn der Cliff-Hanger war äußerst gemein.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Projektilzug

Von der Erde zum Mond
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Der Bürgerkrieg ist vorbei und die Mitglieder des Gun-Clubs fragen sich, was sie nun mit ihrem Leben anfangen sollen. Sie langweilen sich, bis Präsident Barbicane einen Vortrag über eine, von ihm geplante, ...

Der Bürgerkrieg ist vorbei und die Mitglieder des Gun-Clubs fragen sich, was sie nun mit ihrem Leben anfangen sollen. Sie langweilen sich, bis Präsident Barbicane einen Vortrag über eine, von ihm geplante, Unternehmung hält. Er hat vor ein Projektil auf den Mond zu schießen und bereits einige Vorbereitungen getroffen. Die einzige Frage, die sich noch stellt ist: „Wie soll das funktionieren?“.



Von der Erde zum Mond ist das erste Buch, das ich von Jules Verne gelesen habe und es wird nicht das letzte sein. Ich bin komplett begeistert von seinem Schreibstil und seinem offensichtlichen Intellekt. Sein Werk ist eine Mischung aus Abenteuer-Roman, Dystopie und Sachbuch; eine Mischung, bei der ich nie gedacht hätte, dass sie so gut sein könnte.

Der wissenschaftliche Aspekt scheint an manchen Stellen primitiv, doch bedenkt man die Zeit, zu der Jules Verne das Buch geschrieben hat, erkennt man den Visionär in seinen Worten. Sein Schreibstil lässt sich flüssig lesen, obwohl er Worte nutzt, die nicht mehr im heutigen Sprachgebrauch vertreten sind. Schritt für Schritt und sehr detailliert, beschreibt er das Vorgehen des Gun-Clubs und widerlegt auch einige Bedenken der geplanten Unternehmung.

Wie schon gesagt, bin ich sehr beeindruckt von Jules Vernes Wissensstand zu dem Zeitpunkt. Vieles entspricht dem, was uns bekannt ist, aber er stellte auch andere interessante Theorien auf, die zwar nach heutigem Stand widerlegt sind, jedoch bedeutende Fragen aufwerfen. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich eine Zeitreise gemacht und mich sehr über die schönen Illustrationen im Buch gefreut.

Auch die Charaktere wurden von Jules Verne mit Bedacht gestaltet und jedem ein liebenswertes Merkmal geschenkt. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Protagonisten und auch die des Antagonisten. Sie haben sich Herausforderungen gestellt, Niederlagen weggesteckt und Kompromisse gefunden.

Die Darstellung des menschlichen Miteinanders ist äußerst realitätsnah und kann mit der heutigen gesellschaftlichen Situation verglichen werden.
Von der Erde zum Mond ist eine hundertprozentige Empfehlung an alle, die an Raumfahrten und der damit verbundenen Arbeit interessiert sind, auch wenn Jules Vernes Worte nicht mehr ganz der Realität entsprechen.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Ihrer Zeit voraus

Good Night Stories for Rebel Girls
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Good Night Stories for Rebel Girls ist ein Buch, angelegt für Kinder, indem beschrieben wird, was Frauen der vergangenen Epochen und der Gegenwart erreicht haben und warum sie in die Geschichte eingegangen ...

Good Night Stories for Rebel Girls ist ein Buch, angelegt für Kinder, indem beschrieben wird, was Frauen der vergangenen Epochen und der Gegenwart erreicht haben und warum sie in die Geschichte eingegangen sind. Insgesamt stellt dieses Buch 100 einzigartige Frauen vor und beschreibt kurz ihre Lebensgeschichte.



Es ist ein paar Jahre her, dass ich mir dieses Buch zugelegt habe. Zu der Zeit war es häufig im Gespräch, was meine Neugier weckte. Ich hatte bisher kein „feministisch angehauchtes“ Buch gelesen und wollte das unbedingt ändern; also habe ich es dieses Jahr getan.

Good Night Stories for Rebel Girls hat mir sehr gefallen. Die Lebensgeschichten der Frauen und Mädchen wird kurz, knapp und verständlich erklärt. Neben dem Text befindet sich, auf der anderen Seite, zu jeder Person eine Illustration mit Zitat. Die Illustrationen wurden von verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen gezeichnet und sind wunderschön.

Von Politikerinnen und Forscherinnen, über Piratinnen und Sportlerinnen, hinzu Aktivistinnen und Autorinnen. Jeder erdenkliche Bereich wurde abgedeckt. Die Diversität weiblicher Stärke und Talente wird in diesem Buch deutlich dargestellt.

Ich war und bin immer noch beeindruckt von dem Mut mancher Frauen und Mädchen. Sie waren ihrer Zeit weit voraus und haben sich nicht unterbringen lassen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, alle der im Buch vorgestellten Frauen bereits gekannt zu haben, aber ich kannte ungefähr 30 von ihnen bevor ich das Buch gelesen habe und von weiteren 20 habe ich den Namen schon einmal gehört.

Meiner Meinung nach ist die Message hinter diesem Buch, dass jeder das Recht hat zu träumen und jeder alles schaffen kann, egal zu welchem Geschlecht man gehört und in welcher Zeit man lebt. Dieses Buch empfehle ich allen Träumern und Träumerinnen, die etwas über historisch bedeutende Frauen und Mädchen erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

X

Carlsen Klartext: Feminismus
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Eine gute Freundin von mir hat mir dieses Buch vor knapp einem dreiviertel Jahr ausgeliehen, weil ich es unbedingt lesen wollte. Leider habe ich es erst vor wenigen Tagen geschafft, diesem Wunsch nachzukommen. ...

Eine gute Freundin von mir hat mir dieses Buch vor knapp einem dreiviertel Jahr ausgeliehen, weil ich es unbedingt lesen wollte. Leider habe ich es erst vor wenigen Tagen geschafft, diesem Wunsch nachzukommen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich es innerhalb von 24 Stunden durchgelesen hatte. Egal was ich gemacht habe, es fiel mir unendlich schwer, es aus der Hand zu legen.

In wenigen Worten wird erklärt, was man unter Feminismus versteht und welche Begriffe mit ihm im Zusammenhang stehen. Zu Beginn wird auf die historische Entwicklung und die Differenzierung der Geschlechter eingegangen. Anschließend bezieht sich die Autorin auf die Rolle der Frau in den Medien, Schönheitsideale und unsere Sprache. Weitere Aspekte die betrachtet werden, sind die Arbeitswelt/ Bezahlung, Gewalt, Vorurteile, der Antifeminismus und Zukunftsvisionen.

Zwischen den Informationstexten befinden sich immer wieder kleine biografische Abschnitte über bedeutende Persönlichkeiten, die den Feminismus in irgendeiner Art beeinflusst haben. Zudem wird jedes Kapitel mit einem passenden Zitat eingeleitet und jede These mit einem Beispiel verstärkt.

Das Buch bietet einen kleinen Überblick der Thematik und Tipps, wie man den Feminismus unterstützen kann. Der Schreibstil ist, wie schon angedeutet, verständlich und sachlich formuliert.

Sich über dieses Thema zu informieren ist meiner Meinung nach von Bedeutung, weil es viel zu viele Leute gibt, die nicht wissen was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

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Veröffentlicht am 29.05.2021

Süßes-Popcorn-Softie und Tagträumerin

Mein Leben als lexikalische Lücke
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Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat, doch ich werde es versuchen.

Kyra Groh hat einen einzigartigen Schreibstil, der von Humor und Intelligenz geprägt ist. Er lässt ...

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat, doch ich werde es versuchen.

Kyra Groh hat einen einzigartigen Schreibstil, der von Humor und Intelligenz geprägt ist. Er lässt sich, trotz der gewählten Ausdrucksweise, zügig lesen und erschwert es, den Lesefluss unterbrechen zu wollen. Teilweise habe ich mich gezwungen langsamer zu lesen und Pausen zu machen, weil ich sonst das Gefühl hatte, etwas übersehen oder verpasst zu haben. Zudem hat Kyra Groh kreative Details in das Buch eingebaut, wie beispielsweise besondere Wörter aus anderen Sprachen, sowie deren Bedeutung.

Die Handlung wird im Wechsel aus den Perspektiven der Hauptprotagonisten, Ben und Jule, erzählt. Beide fühlen sich, als würden sie nirgendwo wirklich dazu gehören und haben Bedenken sie selbst zu sein.

Das Buch thematisiert familiäre und freundschaftliche Auseinandersetzungen, den Glauben, die berufliche Orientierung, Wege um seine eigenen Interessen zu vertreten, Rassismus und Intoleranz, Veganismus und weitere bedeutende Themen. Kyra Groh schafft somit ein authentisches Ambiente, in dem man sich mit den Protagonisten identifizieren kann.

Mein Leben als lexikalische Lücke ist ehrlich, zeitgemäß, intelligent, tiefgründig (teilweise philosophisch), bewegend, anregend und definitiv nicht nur für eine junge Leserschaft geschrieben. Ein großartiges Buch, das mehr Leser verdient hat.



(Das Buch ist so bedeutend, dass ich manchmal das Gefühl hatte, nicht würdig zu sein es lesen zu dürfen.)

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