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Veröffentlicht am 27.04.2026

Über Tropes zur Liebe

The Romance Rivalry
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Zum Inhalt:

Irene Park ist eine passionierte Leserin und Rezensentin von Romance-Büchern – ihre Liebe zu diesen Werken ist so groß, dass sie diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte. Neben ihrem Literaturwissenschaftsstudium ...

Zum Inhalt:

Irene Park ist eine passionierte Leserin und Rezensentin von Romance-Büchern – ihre Liebe zu diesen Werken ist so groß, dass sie diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte. Neben ihrem Literaturwissenschaftsstudium am Brighton College begeistert sie als erfolgreiche Buchbloggerin ihre Hunderttausenden von FollowerInnen. Doch während sie täglich über große Gefühle liest und spricht, bleibt ihr eigenes Liebesleben auf der Strecke. Irene fasst daher den Entschluss, selbst etwas zu unternehmen und ihre wahre Liebe mit Hilfe von Romance-Book-Tropes zu finden. Mit Aiden Jeon, ihrem stärksten Rivalen – sowohl auf dem Campus als auch unter den BuchbloggerInnen, ist ihr Kandidat fürs Fake Dating schnell gefunden. Was für Irene jedoch zunächst nur ein lästiges Abhaken ihres unbeliebtesten Tropes ist, fühlt sich bald nach einem unerwarteten HEA an …


Mein Eindruck:

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde vorab gelesen und ahnte bereits bei meiner Bewerbung, dass mich manche Aspekte beim Lesen ziemlich nerven könnten. Aber ich bin gerne bereit, mich von Büchern überraschen zu lassen oder zu erkennen, dass mein erster Eindruck falsch war.

Mein Interesse wurde in erster Linie durch die Rezensionsthematik geweckt und den Berufswunsch der Protagonistin. Zu Beginn fand ich Irene sehr sympathisch, vermutlich weil ich mich in mindestens zwei Punkten mit ihr identifizieren konnte. Je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr schwand dieses Gefühl, weil ich einige Entscheidungen oder Beweggründe von Irene nicht nachvollziehen konnte. Sie wirkten auf mich einfach nicht authentisch, insbesondere ihre „Erleuchtung“ im letzten Viertel des Buchs. Ihr Konflikt wurde so lange hinausgezögert und so stark aufgebauscht, dass die Auflösung sich nicht passend bzw. mangelhaft oder überstürzt anfühlte.

Der Charakter von Aiden wurde meiner Meinung nach besser konstruiert und hat deshalb einen runderen und glaubhafteren Eindruck bei mir hinterlassen. Er ist einfühlsam, beharrlich, aufmerksam und charmant und wird nicht von seiner Schwäche oder seinen Fehlern definiert, wie es bei Irene der Fall ist. Die Kapitel aus seiner Perspektive haben mir gefallen und die Handlung zum Ende des Buchs aufgefrischt (obwohl ich kein Fan von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten bin). Ihn als männlichen Romance-Blogger Irene gegenüberzustellen hat mir gut gefallen, weil somit der Stereotyp gebrochen wurde, dass nur Frauen Romance Bücher lesen und lieben können.

Auch die engen Freunde der beiden Protagonisten Jeannette und Charles habe ich in mein Herz geschlossen, weil sie unkomplizierte und treue Wegbegleiter waren und man als LeserIn genug von ihnen mitbekommen hat, um sie als vollwertige Nebenfiguren zu betrachten.

Der Schreibstil von Susan Lee hat sich flüssig und ohne Stolperfallen lesen lassen, was die Lektüre für mich angenehm und unterhaltsam zugleich gemacht hat. Sie fügte viele spannende Aspekte in die Handlung ein, wie etwa die Date-Challenge zwischen Aiden und Irene, hat diese aber nicht vertieft. Aus diesem Grund hat sich der Verlauf der Handlung allgemein für mich recht oberflächlich angefühlt und so sehr mir das Glossar zu Beginn des Buchs und die kleinen Rezensionsauszüge vor jedem Kapitel auch gefallen haben, konnten sie nicht von den Punkten ablenken, die mich zunehmend gestört haben.

Wie bereits zu Beginn meiner Rezension angedeutet, gab es Aspekte, bei denen ich ahnte, dass sie mich stören könnten und das war auch so. Hierbei sollte ich darauf hinweisen, dass ich Tropes einzig als Mittel zur Kategorisierung von Büchern sinnvoll finde, da sie ansonsten zu viel von der Story vorwegnehmen, auch wenn man sich im Romance Genre oft denken kann, wie das Buch endet. Die Bedeutung, die diesen Tropes im Buch beigemessen wurde, hat sie in meinen Augen nur lächerlicher werden lassen, wobei ich die realistische Darstellung ihres Nutzens im realen Leben gut fand. Sie sind keine Guideline zur Liebe und damit komme ich zu meinem letzten (Kritik-)Punkt – die Klischeehaftigkeit des Buchs.

Da ich mir unsicher bin, ob Susan Lee absichtlich ein Buch voller Klischees geschrieben hat, oder es versehentlich passiert ist, lasse ich diesen Punkt nicht in meine Bewertung einfließen, doch sollte ersteres der Fall gewesen sein, finde ich nicht, dass sie dem Romance Genre mit diesem Buch zu einem besseren Ansehen verhelfen konnte, was ich irgendwie als ihre Intention verstanden hatte.

„The Romance Rivalry“ ist ein Buch über und für Romance LeserInnen, das wenig Tiefe, aber ausreichend Humor und Romantik beinhaltet, um es unterhaltsam zu machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
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  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein Fall für die Kuppler-Omis

Two steps away - London Hearts 2
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Zum Inhalt:

Ohne ihren Terminkalender könnte die 19-jährige Pippa ihren 5-Jahres-Plan nicht verfolgen und ihr Leben nicht im Griff haben. Sie plant alles bis ins kleinste Detail, sogar den Mädelsabend ...

Zum Inhalt:

Ohne ihren Terminkalender könnte die 19-jährige Pippa ihren 5-Jahres-Plan nicht verfolgen und ihr Leben nicht im Griff haben. Sie plant alles bis ins kleinste Detail, sogar den Mädelsabend in ihrer WG am Willow Square. Doch als sich herausstellt, dass sie um den als sicher geglaubten Praktikumsplatz bei „Pink Flow Fashion” kämpfen muss, gerät ihre gesamte Dezemberplanung durcheinander. Als wäre das nicht schon genug, ist ausgerechnet Ben, der ihr das Herz gebrochen und sich anschließend aus ihrem Leben verabschiedet hat, ihr Konkurrent. Sie ist fest entschlossen, den Praktikumsplatz zu bekommen und Ben aus dem Weg zu gehen. Doch sie ist nicht auf das Knistern vorbereitet, das sich mit jeder Begegnung zwischen ihnen immer weiter ausbreitet …


Mein Eindruck:

Nach dem ersten Band „One Song Apart“ ist mir eine WG-Bewohnerin besonders im Gedächtnis geblieben – Pippa. Einzig wegen ihr und meiner Neugier auf den Stil von Valentina Fast, von der ich zuvor noch kein Buch gelesen hatte, beschloss ich es lesen zu wollen.

Der Schreibstil von Valentina Fast erschien mir flüssiger und lockerer als der von Lorena in Band 1. In der E-Book-Version habe ich einige Tipp- und Schreibfehler sowie eine fehlerhafte Formatierung festgestellt, die zu überlappenden Wörtern und einer dadurch erschwerten Lesbarkeit führten. Valentina ist gewiss nicht für alle diese Fehler verantwortlich, doch als Leserin kann ich schwer einschätzen, welcher Fehler aus welcher Quelle entsprungen ist. Sie haben in jedem Fall meinen Lesefluss unterbrochen. Das winterliche Setting in London passte definitiv perfekt zum Dezember und lieferte den Schnee, den manche Ecken in Deutschland leider bisher vermissen mussten.

Schon im ersten Band hat mich Pippa mit ihrem komplexen Charakter beeindruckt und fasziniert. In ihrer eigenen Geschichte wurde dies noch vertieft. Sie ist unglaublich ehrgeizig, organisiert, pflichtbewusst und ihren Mitbewohnerinnen eine gute Freundin. Valentina Fast hat die verschiedenen Facetten ihres Charakters deutlich an die Menschen in ihrer Umgebung angepasst, sodass man sofort nachvollziehen konnte, was sie von ihrem Gegenüber hält und welche Emotionen es in ihr auslöst. Ich hätte mir gewünscht, dass die Beziehung zu ihren Eltern ausführlicher behandelt wird und die Rückblenden sich nicht nur um Theo oder Ben drehen.

Ben ist ähnlich charakterstark wie Pippa und extrem hilfsbereit. Seine Vergangenheit wurde meiner Meinung nach ausreichend thematisiert, um ihn und seine Familiendynamik verstehen zu können. Er verkörpert eine gewisse Ausgeglichenheit und ist, soweit ich das beurteilen kann, reifer mit dem vergangenen Konflikt umgegangen als Pippa. Zumindest ist ihm dies schneller gelungen als ihr, doch beide haben eine schöne Entwicklung durchlebt.

Die Zeit, die sich Valentina Fast genommen hat, um die Gefühle der beiden wachsen zu lassen, hat mir äußerst gut gefallen, da sie die Beziehung damit authentischer erscheinen lässt. Die „zufälligen” Begegnungen wurden mir zwar irgendwann zu viel, doch sie trugen in den meisten Fällen sinnvoll zur Handlung bei. Wie im ersten Band finde ich die Darstellung der Freundschaftsdynamik zwischen Pippa, Quinn, Neve und Gemma genial. Ich hatte den Eindruck, dass es in diesem Band mehr Szenen mit ihnen gibt. Der Twist am Ende hat mir ebenfalls gefallen, da er zunächst vorhersehbar schien, dann aber mit seiner Auflösung überraschen konnte. Allgemein kam mir das Ende etwas zu rasch und es wurde zu schnell abgehandelt.

„Two Steps Away“ ist eine Leseempfehlung für alle, die unter Leistungsdruck und den Dämonen der Vergangenheit leiden – oder die einfach für eine Weile in die WG am Willow Square einziehen wollen.

(https://book-souls.com/2025/12/23/two-steps-away-valentina-fast-lorena-schaefer/)

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2025

Von Zuckerstangen und Geistern

The Nightmare Before Kissmas
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Zum Inhalt:

Coal ist nicht sehr begeistert, in der Weihnachtszeit nach Hause, an den Nordpol, zu kommen, denn sein Vater hat ihn als neuestes Objekt seiner PR-Kampagne auserkoren. Er soll als Prinz von ...

Zum Inhalt:

Coal ist nicht sehr begeistert, in der Weihnachtszeit nach Hause, an den Nordpol, zu kommen, denn sein Vater hat ihn als neuestes Objekt seiner PR-Kampagne auserkoren. Er soll als Prinz von Weihnachten seine beste Freundin Iris, die Prinzessin von Ostern, heiraten, um eine Allianz zwischen den beiden Feiertagen zu bilden. Als wäre das nicht schon genug, taucht der Prinz von Halloween auf und wirbt als Coals Konkurrent um Iris’ Hand. Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird die Spannung zwischen den beiden Prinzen und sie kommen sich näher. Dabei werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt, die nicht nur Weihnachten, sondern eine Vielzahl von Feiertagen betreffen. Das Chaos ist also vorprogrammiert …


Meine Meinung:

Von diesem Buch habe ich gehört, noch bevor ich mich für die Leserunde beworben habe. Es wurde von einer Autorin empfohlen, die ich äußerst sympathisch und humorvoll finde, und meine Vorliebe für Halloween hat mein Interesse zusätzlich gestärkt. Von Sara Raasch habe ich bisher kein Buch gelesen, weshalb ich sehr gespannt war, wie es sein würde, zumal ich auch schon seit Längerem kein Buch mehr aus dem LGBTQ+ Bereich gelesen habe.
Zunächst überraschte mich die Länge der Kapitel, die mir den Einstieg in die Handlung erschwerten, da ich das Gefühl hatte, nicht voranzukommen. Dieses Problem legte sich mit der Zeit, und letztendlich habe ich mich an die langen Kapitel gewöhnt. Sara Raaschs Schreibstil ist locker und sehr humorvoll, weshalb es nicht lange gedauert hat, bis sie mir ein Schmunzeln oder Lachen entlocken konnte.
Ihre Fantasiewelt beinhaltet zum Teil Aspekte unserer Realität und setzt sich ansonsten aus den verschiedenen Feiertagen und deren eigenen Höfen zusammen. Sara Raasch hat sich für den „Hof von Weihnachten” beispielsweise ausgedacht, dass es eine Stadt namens „North Pole City” gibt und die Adelshäuser gewisse traditionelle Aspekte von Weihnachten beisteuern. So sind die Carolers unter anderem für die Weihnachtslieder und die Frosts für den Schnee verantwortlich. Diese Liebe zum Detail hat mich komplett verzaubert, zumal sie sich auch für Halloween etwas in der Art ausgedacht hat.
Ich habe alle Charaktere innerhalb kürzester Zeit in mein Herz geschlossen. Coals schalkhafte und lockere Art war unglaublich erfrischend. Doch er wäre nicht so liebenswert, wenn er nicht auch kleinere Schwächen aufweisen würde, die sich schnell in Stärken umwandeln können. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte war nicht nur eindrucksvoll, sondern auch eine Entwicklung zu seinem authentischsten Selbst. Die Dynamik zwischen ihm, Iris und Kris hat mir ab dem ersten Gruppenchat gefallen und mich tatsächlich ein wenig an Samantha und die Brüder aus „Single All the Way“ von Stella Tack und Stefanie Hasse erinnert.
Hex erscheint mir in diesem Buch die Stimme der Vernunft und Weisheit zu sein. Er handelt und spricht mit Bedacht, kann aber auch scherzhaft und losgelöst sein, wenn die Situation es zulässt. Mir hat seine Art gefallen und ich hätte gerne mehr über ihn, Halloween und seine Familie erfahren. Auch er durchläuft eine Veränderung, die jedoch kleiner ausfällt als jene von Coal.
Besonders gut hat mir ihre kommunikative Fähigkeit gefallen. Coal und Hex waren von Beginn an ehrlich und offen zueinander. Sie haben jede Kleinigkeit besprochen und stets auf das Wohlergehen des anderen geachtet. Das hat ihre Beziehung für mich auf einer weiteren Ebene besonders werden lassen.
Ein weiterer Aspekt, den ich gut fand, war der allgemeine Handlungsverlauf. Zwar war er von einer grundsätzlichen Vorhersehbarkeit geprägt, drehte sich aber nicht ausschließlich um die romantischen Elemente der Handlung, sondern auch um politische Aspekte (im Sinne der Feiertage). Dadurch erhielt alles eine gewisse Tiefe und Bedeutung, die sich auch in der Authentizität der Charaktere und der Glaubhaftigkeit der Welt widerspiegeln.
Abschließend kann ich dieses Buch als lustig, tiefgründig und magisch beschreiben – eine perfekte Kombination für die Zeit zwischen Halloween und Weihnachten. Es ist eine Leseempfehlung für alle, die eine neue Perspektive auf unsere Feiertage und Traditionen erlangen und sich nach Magie und Liebe sehnen möchten.


(https://book-souls.com/2025/11/25/the-nightmare-before-kissmas-von-sara-raasch/)

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Miesepetriger Unternehmer trifft diebische Nachbarin

Morbidly Yours
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Der menschenscheue Bestatter Callum hat nicht nur mit dem Verlust seines Großvaters zu kämpfen, sondern auch mit den gestellten Bedingungen in seinem Testament. Um das Familienunternehmen zu behalten, ...

Der menschenscheue Bestatter Callum hat nicht nur mit dem Verlust seines Großvaters zu kämpfen, sondern auch mit den gestellten Bedingungen in seinem Testament. Um das Familienunternehmen zu behalten, muss er bis zu seinem 35. Geburtstag geheiratet haben. Die Texanerin Lark ist Animationsdesignerin und versucht in Galway - Irland einen Neustart auf beruflicher und emotionaler Ebene. Sie zieht in das Haus neben Callums Bestattungsinstitut und ein falsch zugestelltes Paket startet ihre ungewöhnliche Freundschaft.



Der Titel und das Cover des Buchs haben mich neugierig gemacht und auch der Job des Protagonisten löste eine gewisse Faszination in mir aus. Ich hatte noch nie zuvor von der Autorin gehört und wollte ihrer Geschichte eine Chance geben.
Leider hatte ich bereits mit dem Einstieg in die Handlung so meine Probleme. Ich benötigte unglaublich viel Zeit, um ein Kapitel mit einem Umfang von ca. zehn Seiten zu beenden und wurde weder mit den Figuren, noch mit dem Humor warm. Den Schreibstil habe ich allgemein als holprig empfunden, auch ab dem Zeitpunkt, an dem ich einen besseren Zugang zu der Geschichte gefunden habe. Dieses Gefühl führte ich nach ein paar Kapiteln auf die Menge an Schreib- bzw. Tippfehlern zurück und der Tatsache, dass manche Sätze in größeren Textpassagen einfach nicht zum Rest passten. Vielleicht sind diese Probleme aufgrund der Übersetzungsarbeit entstanden, wer weiß.
Beide Hauptfiguren erschienen mir am Anfang nicht wirklich authentisch. Lark war mir zu erzwungen aufgedreht, tollpatschig und „quirky“ und auch Callum hat sich für meinen Geschmack ihr gegenüber zu schnell geöffnet. Im weiteren Handlungsverlauf wurde dieses Gefühl abgeschwächt, was unter anderem daran lag, dass man mehr über die Beiden erfahren hat und diese extremen Darstellungen weniger wurden.
An Lark hat mich weiterhin ihre Naivität und Gutgläubigkeit in ihrem Berufsumfeld gestört und ihre Entwicklungskurve fiel meiner Meinung nach schwächer aus als die von Callum. Besonders spannend fand ich die Einblicke in die Berufswelt von beiden, Lark als Creative Director eines Animationsfilms und Callum als Bestatter. Das sind keine Berufe, die oft in Büchern auftreten.
Der allgemeine Handlungsverlauf war leider größtenteils vorhersehbar, wobei mich freute, dass bestimmte kleinere Konflikte am Ende noch gelöst wurden und für Callums Problem nicht der offensichtlichste und häufiger thematisierte Lösungsweg genutzt wurde. Dennoch fand ich die Auflösung dieses juristischen Problems zu plötzlich und zu geradlinig bzw. unproblematisch in der Ausführung.
Vermutlich bin ich allgemein mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangetreten und wurde deshalb in gewissen Punkten enttäuscht. Es gab definitiv auch schöne Szenen, welche mir gefallen haben und auch wie mit der Trauer- oder Therapie-Thematik umgegangen wurde, fand ich wirklich gut. Doch eine emotionale Bindung konnte ich weder zu den Haupt- noch zu den Nebenfiguren aufbauen - mit Ausnahme eines gewissen Kollegen von Lark, auf den ich nur wütend sein konnte.
Aus diesen genannten Gründen, würde ich dieses Buch nur an Personen weiterempfehlen, die auf Galgenhumor, irische Einschübe, medizinische Einblicke und zum Teil morbide Ereignisse stehen. Mein Fall war es nicht, da mir einfach das gewisse Etwas gefehlt hat, um diese eigentlich spannende Idee zu etwas wirklich Besonderem zu machen. Es ist eine nette Story für Zwischendurch, mit der man an manchen Stellen eventuell zu kämpfen haben könnte und die in mir leider wenig Emotionen auslösen konnte.

(https://book-souls.com/2025/10/07/morbidly-yours-von-ivy-fairbanks/)

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Homebound

The Brightest Colours
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Die Freundschaft zwischen Parallel-Sänger Roan und Make-Up-Artist Mia reicht so weit zurück, wie sie denken kann. In keiner Situation hat sie ihn verlassen. Nicht bei dem Umzug nach London, wo er mit Damian ...

Die Freundschaft zwischen Parallel-Sänger Roan und Make-Up-Artist Mia reicht so weit zurück, wie sie denken kann. In keiner Situation hat sie ihn verlassen. Nicht bei dem Umzug nach London, wo er mit Damian zusammen seinen Traum verfolgte Musiker zu werden und noch weniger, als ihre Band weltberühmt wurde und ein Gerichtsprozess mit dem ehemaligen Label anstand. Für sie ist das selbstverständlich, genauso wie der Fakt, dass sie ihren Gefühlen für ihn nie nachgehen wird, um diese einzigartige Freundschaft zu schützen. Denn wer würde all das, was sie haben, für eine Liebe riskieren, die womöglich nur von kurzer Dauer ist?

Meine Meinung:
Als ich im Sommer vor zwei Jahren „The Perfect Fit“ von Kara Atkin gelesen habe, stand zweifellos für mich fest, mir so schnell wie möglich den zweiten Teil der Reihe zuzulegen. Ich wollte mehr erfahren, mehr über Mia und Roan, über die Entwicklung der Gerichtsverhandlungen und die anderen Charaktere. Doch es dauerte noch eine ganze Weile, bis ich endlich zu dem Buch griff, um es zu lesen und wieder in die familiäre Atmosphäre rund um die Band Parallel zu tauchen.
Den Schreibstil von Kara Atkin empfinde ich nach wie vor als angenehm und poetisch angehaucht. Besonders bei dieser Geschichte - zu Mia und Roan - hat sich jede Textpassage bedeutungsvoll angefühlt und ein hohes Maß an emotionaler Tiefe vermuten lassen. Ich war ehrlich überrascht, als ich in der Danksagung gelesen habe, dass Kara Schwierigkeiten beim Schreiben dieser Geschichte hatte, denn auf mich machte sie einen runden und gut geplanten wie umgesetzten Eindruck.
Mia mochte ich bereits im ersten Teil, weil dort deutlich wurde, was für eine gute Freundin sie für Ellie und all die anderen ist. Ihre Loyalität Roan und Damian gegenüber ist unermesslich, schließlich sind sie, wie Einblicke in ihre Vergangenheit untermalen, bereits seit vielen Jahren miteinander befreundet und zusammen aufgewachsen. Ihr Charakter erhält zusätzliche Tiefe, sobald Kara Mias innere Konflikte offen legt und im selben Atemzug die enge Beziehung zu Roan ausbaut.
Roan ist ein vielschichtiger Charakter, der versucht, mit der neu gewonnenen Freiheit in seiner Kreativität und seinem Auftreten klarzukommen. Er ist ruhiger als sein Bandkollege Damian und hat, ähnlich wie Mia, mit Lasten aus der Vergangenheit zu kämpfen.
Die Beziehung zwischen Mia und Roan ist von der hohen emotionalen Intelligenz der beiden geprägt. Sie sprechen eine eigene Sprache und verstehen sich auch ohne Worte. Ihr Einfühlvermögen ist beeindruckend und alles an ihrem gemeinsamen Auftreten hat sich authentisch und intensiv angefühlt. In keiner Szene kam mir ihr Verhalten aufgesetzt vor und ich bin Kara unendlich dankbar, dass sie den großen Konflikt des Buchs außerhalb ihrer Beziehung platziert hat. Das leider oft gewählte Missverständnis zwischen zwei Personen, um Drama zu generieren, hätte die besondere Bindung der beiden zerstört, zumal sie immer ehrlich zueinander waren.
Das allgemeine Tempo des Buchs kam mir ein bisschen langsam vor, was aber mehr an meiner eigenen Lesegeschwindigkeit als an Karas Erzählung lag, weshalb ich darin keinen Kritikpunkt sehe. Ich finde es außerdem ziemlich eindrucksvoll, wie gut Kara Julies Charakter und die Darstellung der Paparazzi und Presse gelungen ist. Die eingefügten Klatschblatt Artikel haben mich sämtliche Emotionen von Wut bis Frust empfinden lassen und ich frage mich, was aus einem Komplizen von ihr geworden ist, da keinerlei Folgen seinerseits erwähnt werden.
Abschließend möchte ich sagen, dass mir der zweite Teil der Reihe besser gefallen hat als der erste, eben weil Mia und Roan zwei ganz besondere Charaktere sind und ihre Beziehung perfekt auf ihre Persönlichkeiten abgestimmt wurde. Ich habe es sehr genossen, sie auf ihrem Weg zu begleiten und bin dankbar, dass es mit „The Finishing Touch“ noch einen weiteren Teil gibt und ich mich nicht schon jetzt von dieser familiären und liebevollen Gruppe verabschieden muss. Eine klare Empfehlung für all diejenigen, die tiefe Emotionen und authentische Charaktere suchen und sich gerne in Musik verlieren. 


(https://book-souls.com/2025/09/24/the-brightest-colours-von-kara-atkin/ )

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