Eine Leidenschaft zum Beruf machen
J. Ryan Stradal erzählt in "Die Bierkönigin von Minnesota" davon. Mit Helen und Diana haben gleich zwei Frauen einer Familie eine Leidenschaft für Bier bzw. für das Bierbrauen. Für beide ist es ihre Berufung.
Helen ...
J. Ryan Stradal erzählt in "Die Bierkönigin von Minnesota" davon. Mit Helen und Diana haben gleich zwei Frauen einer Familie eine Leidenschaft für Bier bzw. für das Bierbrauen. Für beide ist es ihre Berufung.
Helen entdeckt ihre Liebe zum Bierbrauen Ende der 50er Jahre, keine Zeit, in der Frauen üblich waren an der Spitze von Brauereien (heute leider auch noch nicht normal). Doch sie setzt sich durch, auch wenn sie dadurch viele Jahre keinen Kontakt zu ihrer Schwester Edith haben wird. Ediths Leben verläuft weniger glamourös als das von Helen, doch hat sie die wunderbare Fähigkeit, aus allem etwas Gutes zu ziehen und sie übernimmt Verantwortung, wenn es nötig ist.
So auch, als ihre Tochter und ihr Schwiegersohn bei einem Unfall sterben und sie sich um ihre Enkelin Diana kümmern muss. Edith steht nicht viel Geld zur Verfügung, auch mit über 70 arbeitet sie noch Vollzeit. Diana jobbt neben der Schule und klaut, um etwas zum Unterhalt beizutragen. Als sie erwischt wird, bietet ihr Brauereibesitzer Frank an, ihre Schulden bei ihm abzuarbeiten und sie entdeckt ihre Liebe zum Bierbrauen. Ein Glücksgriff für sie, denn ein Studium hätte sie sich nicht leisten können.
J. Ryan Stradal hat nicht nur einen gut erzählten Roman geschrieben, sondern gibt auch einen Einblick in die gesellschaftlichen Unterschiede in den USA. Wer arbeitet sich ab, hat zwei bis drei Jobs und schafft es so grade, seine Familie zu ernähren und wie lebt die Mittel- und Oberschicht? Die Risse im Traum vom Tellerwäscher vom Millionär werden sichtbar.
Doch ist es hauptsächlich ein Buch mit einer guten Geschichte, die vom Glück, die eigene Leidenschaft zum Beruf machen zu können, und der Bedeutung von Zusammenhalt und Gemeinschaft erzählt. Eine Leseempfehlung!