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Veröffentlicht am 22.07.2021

Wildtriebe sind Störenfriede!

Wildtriebe
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!ein Lesehighlight!

Klappentext:
„Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.

Doch ...

!ein Lesehighlight!

Klappentext:
„Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.

Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben.

Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Namibia aufbricht …“

„Wildtriebe“ von Ute Mank - ein extrem leises und dennoch gewaltiges Buch mit besonderen Protagonisten, die einen einnehmen, wenn man die Dornen vorher abstreift.
Wildtriebe muss man radikal bei Rosen bekämpfen. Warum? Die Hauptpflanze setzt enorm viel Energie dort hinein, Blüten werden nur spärlich gebildet, Krankheiten können sich schneller breit machen und der generelle Rest wird weniger „ernährt“. Kurzum: Wildtriebe gehören abgetrennt/abgerissen….und das nicht nur an Rosen. Wobei deren Dornen es einen manchmal sowieso schon nicht leicht machen.
Was hat das alles mit dem Buch zu tun? Eine ganze Menge! Dieser kleine botanische Ausflug spiegelt im Detail auch die Protagonisten wieder. Lisbeth ist der Hauptpunkt/ die Hauptschlagader auf dem Hof und es ist ihr das Wichtigste, das es alles rund läuft - der Ton, der für die „Dame“ hier gewählt wurde, war perfekt getroffen und hätte besser nicht sein können! Mit Schwiegertochter Marlies entsteht aber eine neue Generation im Haus, ein Wildtrieb wenn man so will, und nun ist es an Lisbeth, diesen entweder zu akzeptieren oder zu „entfernen“. Als Marlies dann noch Tochter Joanna das Leben schenkt, werden es viele Wildtriebe und ein gewisser Kampf der Frauen entpuppt sich leise aber manchmal auch mit einem lauten Knall. Die Parts, die Mank hier anspricht, sind genial aus der Realität gegriffen und beleuchten auf leisen Sohlen und feinem Sinn drei Damen mit völlig unterschiedlichen Lebensansichten, Lebensweisen und Zukunftsvorstellungen. Schnell wird deutlich, welcher Konflikt sich hier auftut und wie weit er gehen könnte, wenn der Anstand sich nicht einschalten würde.
Ute Mank hat hiermit ein extrem feines Gespür bewiesen Menschen zu beobachten und ihre „Unarten“ einzufangen und einen fein abgestimmten Roman mit noch ruhigerer Note verfasst, der beim „genießen“ des Inhalts explodiert, wie ein großes Feuerwerk - großartig von der ersten bis zur letzten Seite! 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2021

Wenn die Libellen fliegen…

Das Haus der Libellen
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Klappentext:
„Nach Jahren kehrt die 28-jährige Sophie an den magischen Ort ihrer Kindheit zurück, die alte Villa der Nachbarsfamilie von Gutenbach. Hier verbrachte sie früher jede freie Minute mit den ...

Klappentext:
„Nach Jahren kehrt die 28-jährige Sophie an den magischen Ort ihrer Kindheit zurück, die alte Villa der Nachbarsfamilie von Gutenbach. Hier verbrachte sie früher jede freie Minute mit den ätherisch-schönen Geschwistern Noah und Emilia. Mit siebzehn wurden Noah und sie ein Paar, und Sophie erlebte ihre glücklichste Zeit – bis Noah fünf Jahre später von einem Tag auf den anderen aus ihrem Leben verschwand. Nun führt ein Brief Sophie zurück in das geheimnisvolle Haus, in dem Emilia nach dem plötzlichen Tod der Eltern allein wohnt: Noah ist erneut verschwunden, und seine Schwester bittet Sophie um Unterstützung. Sophie zögert, zu sehr schmerzt Noahs Verrat; dann allerdings sagt sie zu, schließlich war Emilia einst wie eine Schwester für sie. Aber die rätselhafte Schöne verhält sich seltsam, gibt sich wortkarg und verbringt die meiste Zeit mit ihrer Libellenzucht im exotischen Dschungellabor, das sie im Keller der Villa eingerichtet hat. Sophie ahnt, dass Emilia ihr etwas verschweigt. Doch ob mit oder ohne deren Hilfe: Sophie muss Noah finden. Vielleicht kann sie so endlich mit der Vergangenheit abschließen. Mitreißend, sinnlich und schillernd erzählt Emma Behrens eine Geschichte voller Spannung und großer Gefühle“

Allein das wunderschöne Cover des Buches „Das Haus der Libellen“ ist ein Augenschmaus und der Inhalt kann ebenso brillieren! Die Geschichte rund um Sophie hat einen gewissen Zauber inne, eine gewisse Mystik, ohne dabei sich zu verlieren oder abstrus zu erscheinen. Mit ihren 28 Jahren reflektiert sie die Zeit in der Villa von Gutenbach und wir Leser erhalten dadurch ein festes Bild und viele Informationen um Sophie zu verstehen, ihre Lage besser einzuordnen. Noah hingegen wirkt heimatlos und zerstreut sich selbst in alle Winde - dem nachzugehen wird ein kleines Leseabenteuer und der Lesesog ist schnell gegeben. Aber auch Emilia gibt Rätsel auf, die es gilt zu lösen. So it entsteht ein sehr gelungener Spannungsbogen, gefüllt mit Emotionen, Schicksalen und vielen Charakterzügen der Protagonisten. Autorin Emma Behrens zeigt dabei einen wunderbaren flüssigen Schreibstil. Die Aneinanderreihung ihrer Worte und ihr Ausdruck sind vorzüglich und nehmen den Leser gefangen. Schnell ist klar, wie bereits erwähnt, das hier kein Klamauk oder gar eine Fantasy-Geschichte den Leser erwartet - nein, hier passt alles sehr gut und der ein oder andere Leser wird sich in so manchen Charakteren vielleicht wiederfinden.
In meinen Augen ein sehr gelungenes Stück und genau deshalb gibt es ausgezeichnete 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2021

Natur im Garten

Gärten inspiriert von der Natur
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Klappentext:

„Das Buch „Planting the Natural Garden“ erschien 2003 und war das erste Standardwerk zum Thema naturnahes Gartendesign. Es löste seinerzeit eine wahre Revolution in der Landschaftsgestaltung ...

Klappentext:

„Das Buch „Planting the Natural Garden“ erschien 2003 und war das erste Standardwerk zum Thema naturnahes Gartendesign. Es löste seinerzeit eine wahre Revolution in der Landschaftsgestaltung aus, das „New Perennial Movement“, die den Weg für neue, moderne, natürlich wirkende Pflanzungen unter überwiegender Verwendung von Stauden und Gräsern bereitete. Dieses besondere Standardwerk ist nun erstmals praxisgerecht überarbeitet mit neuem Pflanzensortiment, 150 neu hinzugekommenen Arten sowie zahlreichen kunstvollen von Piet Oudolf selbst gezeichneten Original-Pflanzplänen. So ist das Buch nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wirklich praktischer Helfer bei der Umsetzung von Piet Oudolfs wegweisender Gartenphilosophie.“



Dieses Buch ist ein echtes Highlight für jeden Gärtner! Das es als Standardwerk bezeichnet ist, trifft völlig zurecht zu. Hier gehen wir auf Stauden und Co. ein ohne dabei den natürlichen Charaktere eines Garten zu verlieren. Die Bilder und Texte beeindrucken den Leser auf besondere Art und geben zugleich eine Unmenge an Anregungen für den eigenen Garten. Autor Piet Oudolf zeigt hier sein ganzes Können und seine ganze Lust bezüglich Gartengestaltung: was verträgt sich, was passt überhaupt nicht zusammen, was benötigen die Pflanzen im Winter?! Viele Frahen werden hier gekonnt beantwortet und man schließt dieses Buch mit einer Menge Wissen und wird es immer wieder aufschlagen um sich die eigenen Anregungen nochmal zu vertiefen oder zu überarbeiten.

Ein lustvolles Buch mit vielen Ideen - 4 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.07.2021

Eine Farbexplosion in der Vogelwelt

Eisvogel ganz nah
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Klappentext:

„Außergewöhnliche Einblicke in die Welt der Eisvögel: Autor Ralph Sturm ist seit vielen Jahren von den schillernden Vögeln fasziniert und beobachtet sie mit den Augen des Biologen wie auch ...

Klappentext:

„Außergewöhnliche Einblicke in die Welt der Eisvögel: Autor Ralph Sturm ist seit vielen Jahren von den schillernden Vögeln fasziniert und beobachtet sie mit den Augen des Biologen wie auch als Fotograf. So nah wie er kommen nur Wenige den an Gewässern lebenden "heimischen Exoten", die bereits mehrfach zum Vogel des Jahres gekürt wurden….“



Allein durch seine grelle blaue Farbe im Gefieder fällt er auf, wenn man ihn mal zu Gesicht bekommt - der Eisvogel. In diesem Buch geht es rein um diesen Flugkünstler. Mit unglaublichen Bildern und intensiven Texten wird hier der Eisvogel gewürdigt. Hier werden Lebensraum, Brutverhalten, Paarsuche etc. genau beleuchtet und dem Leser sinnvoll und mit viel Gefühl weitergegeben. Die Texte sind leicht verständlich aber dennoch mit der nötigen Raffinesse an die Wissenschaft verknüpft. Die Fotografien strahlen in brillanter Farbenpracht und es scheint schier unglaublich was sich Mutter Natur bei diesem kleinen Vogel gedacht hat.

Dieses Buch ist ein echter Wissensschatz und sollte bei keinem (Hobby-)Ornithologen fehlen! 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.07.2021

Wenn das Glück Flügel hat

Die Kraniche der Welt
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Klappentext:

„Kenntnisreich nimmt uns dieses Buch mit in die geheimnisvolle Welt der Kraniche. Es berichtet über Gefährdung und Mythologie dieser Vögel des Glücks, über ihre Lebensräume in den Brutgebieten ...

Klappentext:

„Kenntnisreich nimmt uns dieses Buch mit in die geheimnisvolle Welt der Kraniche. Es berichtet über Gefährdung und Mythologie dieser Vögel des Glücks, über ihre Lebensräume in den Brutgebieten und auf dem Zug, über Tanzposen, Federn und Nahrung. Faszinierende Artmonografien porträtieren alle 15 Kranicharten der Welt – vom hierzulande bekannten Graukranich über den Schneekranich bis zum Paradieskranich. Ein tagebuchartiger und authentischer Text begleitet darüber hinaus eine Kranichfamilie an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins durch das Jahr – von der ersten Balz mit ihren beeindruckenden Tanzposen über die Aufzucht der Jungen bis zum herbstlichen Vogelzug.

Brillante Illustrationen, einfühlsame Aquarelle und Bleistiftzeichnungen zeigen die einzigartige Schönheit der Kraniche in allen Facetten ihres Seins.

Vogelmaler Christopher Schmidt geht es dabei nicht nur um Naturillustrationen, sondern um das Festhalten eines Moments.“



Allein die rechteckige Größe des Buches und die softe Bindung lassen dieses Buch schon etwas auffallen. Kraniche fallen genau so auf und werden in diesem Buch sehr gut gewürdigt. Autor/Künstler Christopher Schmidt überzeugt in diesem Buch nicht nur mit seinen sinnlichen Zeichnungen, sondern auch die Texte und Geschichten lassen einen als Leser staunen. Wie der Klappentext schon verrät, werden eine große Zahl der verschiedenen Arten, ihren Fressgewohnheiten, Liebeleien, Flugrouten…Alles in allem überzeugt allein die Art des Tagebuchs den Leser sofort, aber hier und da gibt es kleine optische Ausfälle und genau deshalb gibt es auch nur 4 von 5 Sterne. Leider sind einige Überschriften in ihren schnörkeligen Schriften schwer zu erkennen, etwas zu zaghaft auf den großen Seiten eingebracht. Zudem sind einige Zeichnung für meine Begriffe etwas zu winzig - schlussendlich alles Geschmacksache. Wie gesagt, ich vergebe 4 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil