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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2019

Caro auf Juist

Bratapfel am Meer
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Caro hat von einer Patienten eine letzte Aufgabe bekommen: sie soll eine Kette wieder zurück auf die Insel Juist bringen. Dieses Versprechen, wird trotz der Trauer um die Patientin umgesetzt. Elfriedes ...

Caro hat von einer Patienten eine letzte Aufgabe bekommen: sie soll eine Kette wieder zurück auf die Insel Juist bringen. Dieses Versprechen, wird trotz der Trauer um die Patientin umgesetzt. Elfriedes Tot war nicht einfach für Caro...und dann diese besondere Kette! Silvester soll es soweit sein und Caro fährt nach Juist um den letzten Willen ihrer Patientin zu erfüllen. Alles scheint perfekt aber es kommt immer anders als gedacht!

Ein neuer Roman von Anne Barns! Mit „Bratapfel am Meer“ hat Barns eine neue Geschichte rund um die Insel Juist geschrieben. Caro ist eine liebenswerte junge Frau die einem als Leser gleich ins Herz schlägt. Sie scheint einen tollen Charakter zu haben und das genießt man beim lesen in vollen Zügen. Caro darf Gefühle zeigen und das mag ich immer sehr. Ein Blick in das Seelenleben der Protagonisten ist immer ein Zeichen das der Autor mehr hinter der Figur sieht. Bis zur Hälfte ist diese Geschichte um die mysteriöse Kette Anne Barns wirklich gut gelungen aber ab der Halbzeit nimmt alles stark ab und im letzten Drittel des Buches ist die Schussfahrt nicht mehr aufzuhalten. Das Ende kommt mehr als abrupt und ja, leider auch sehr unglaubwürdig herüber. Die Kette um die es eigentlich geht, verliert immer mehr an Bedeutung, andere Darsteller rücken langsam in den Vordergrund und werden strak beleuchtet. Das Ende hat in meinen Augen, die ganze Geschichte komplett verhunzt. Hier steckt so viel Potential drin! Auch die bildhaften Beschreibungen der Insel werden irgendwann einfach zu plüschig, zu rosa und zu schön erläutert. Man glaubt die Geschichte ab einem gewissen Punkt nichts mehr, denn es wirkt völlig realitätsfern. Es ist nunmal nicht immer alles lieb, nett und putzig im Leben....gerade Anne Barns weiß es doch eigentlich besser.

Dieses Buch erhält von mir leider keine Leseempfehlung...

Veröffentlicht am 19.09.2019

Die Hülle machts!

Genial geschützt!
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Im Buch „Genial geschützt!“ von Ruthild Kropp geht es um die schützende Hülle verschiedener Lebewesen etc.. Eine Baumrinde, eine Bienenwabe oder ein Panzer einer Schildkröte, alles hat irgendwie Sinn und ...

Im Buch „Genial geschützt!“ von Ruthild Kropp geht es um die schützende Hülle verschiedener Lebewesen etc.. Eine Baumrinde, eine Bienenwabe oder ein Panzer einer Schildkröte, alles hat irgendwie Sinn und genau dessen will Kropp hier auf den Grund gehen. Ihr Texte sind flüssig aber hier und da etwas zu ausschweifend. Ihre Erklärungen sind sinnvoll aber auch hier manchmal etwas zu speziell/professionell erklärt. Die Verpackungen der Natur sind es aber Wert das man sie genau untersucht und dieses Buch liest. Es ist spannend aufgebaut aber die Größe erinnert schon eher an ein Coffee-table-Book und somit ist es schwierig es im liegen gemütlich auf dem Sofa zu lesen. Hier sollte man dann doch den Tisch vorziehen. Wieviel sich der Mensch von der Natur abschaut wird ebenfalls beleuchtet und hat mir persönlich sehr gut gefallen. Gerade dieser Abschnitt war in meinen Augen der spannendste. Ein Pluspunkt sind die vielen Fotos/Zeichnungen. Hier kann der Leser besser den Texten folgen.
Ein interessantes Buch mit spannendem Text aber es ist kein Highlight im Bücherregal...

Veröffentlicht am 18.09.2019

Querbeet

Querbeet
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Bewertung 3,5 Sterne

Der eigene Garten ist jedermanns Paradies. Im Buch „Querbeet“ hat Bruno P. Kremer alles wichtige zusammen gesammelt was man zum Thema Garten wissen sollte - ein Sammelsurium eben. ...

Bewertung 3,5 Sterne

Der eigene Garten ist jedermanns Paradies. Im Buch „Querbeet“ hat Bruno P. Kremer alles wichtige zusammen gesammelt was man zum Thema Garten wissen sollte - ein Sammelsurium eben. Neben Gartenpflanzen, Tieren, Praxis und einigen Weisheiten geht er eben auf das Gartenleben detailliert ein. Das Buch ist an sich ein kleiner Lückenfüller an grauen Tagen an denen man nicht im geliebten Garten wurschteln kann. Es enthält viele Analysen, Zusammenfassungen etc. aber wer hier auf der Suche nach Neuem ist, wird hier enttäuscht und der Gärtner in einem ist immer eher auf der Suche nach Neuem und nicht nach Dingen die er vielleicht eh schon kennt. Hier geht es um das Bestehende und nicht um das Neue. Ich fand das Buch ganz nett aber es war auch kein großer Hit. Ein Highlight im Buch sind die wunderschönen Zeichnungen. Das ist für jeden Buchliebhaber immer etwas besonderes aber im Großen und Ganzen ist dieses Buch kein Buchhighlight.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Patchwork im Leben

Die Seidentöchter
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Camillas Ziehmutter Marianne erkrankt schwer und genau deshalb will sie auch wieder für sie da sein und geht wieder zurück nach Mailand. Dieser Neustart entwickelt sich anders als gedacht und Camilla fühlt ...

Camillas Ziehmutter Marianne erkrankt schwer und genau deshalb will sie auch wieder für sie da sein und geht wieder zurück nach Mailand. Dieser Neustart entwickelt sich anders als gedacht und Camilla fühlt sich mit dieser neuen Situation sehr wohl. Sie entdeckt kostbare Kleider ihrer Ziehmutter die eine besondere Geschichte in sich tragen. Und genau diesem Geheimnis will Camilla auf den Grund gehen.

Cristina Caboni hat den Roman „Die Seidentöchter“ verfasst. Camilla und auch Caterina sind sehr liebenswerte Charaktere aber dennoch wirken sie manchmal hier und da etwas plump. Der Zeitenwechsel zwischen dem Jetzt, in dem Camilla lebt, und der Vergangenheit, in der Caterina lebte, werden teilweise so verworren erzählt, das der Wechsel mich oft verwirrt hat. Wenn man dann wusste in welcher Zeit man steckt, war die Geschichte um Caterina um Welten besser und interessanter! Allein ihre Geschichte hätte Potential für ein eigenes Buch! Das nächste was mich wirklich gestört hat war die Gefühllosigkeit die in dem ganzen Roman hinweg herrscht. Hier und da taucht mal etwas auf, aber an sich wirkt alles recht kühl und stumpf. Leider dürfen wir nicht in Camillas Seele blicken und bei Caterina wird sie immer nur oberflächlich behandelt. Auch die kleinen Storys rundherum um andere Akteuere wie beispielsweise Sandra, Camillas letzte Chefin, sind einfach zu viel und grenzen schon fasst an einen Lückenfüller. Des weiteren überfordern sie die Geschichte und gerade am Anfang weiß man nicht recht um wem es jetzt geht. Geht es um Lucy, Camilla, Sandra....? Der Fokus wird erst ab gut der Hälfte klar und deutlich aber im Großen und Ganzen fesselte mich diese Geschichte nicht wirklich. Hier steckt so viel Potential drin, was komplett verschenkt wurde. Wirklich schade. Ebenso der Schreibstil ist an einigen Stellen recht flach, zwar flüssig, aber nicht fesselnd.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Viva la vida!

Frida Kahlo und die Farben des Lebens
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!!Eines meiner Buchhighlights 2019!!

Frida hatte schon immer feste Ziele im Leben. Sie wollte unbedingt Ärztin werden beispielsweise und sie wollte Diego Rivera zum Mann. Sie hatte sich unsterblich in ...

!!Eines meiner Buchhighlights 2019!!

Frida hatte schon immer feste Ziele im Leben. Sie wollte unbedingt Ärztin werden beispielsweise und sie wollte Diego Rivera zum Mann. Sie hatte sich unsterblich in diesen Maler, in dieses Genie, verliebt und wollte ganz mit ihm sein. Nur beruhte diese bedingungslose Liebe nicht auf gegenseitige Treue. Diego betrog sie nach Strich und Faden aber dennoch war ihre Liebe zu ihm immer da. Ihr malerisches Talent wuchs und schnell erkannte das auch die Kunstwelt. Picasso, Kandinsky und wie sie alle hießen, vergötterten Frida Kahlo. Sie ging ihren Weg, verfolgte ihr Ziel im Leben. Sie wollte leben aber nur mit der Malerei und mit Diego. Dennoch war ihr Leben geprägt von schweren Schmerzen. Körperlich sowie seelisch war sie ein besonderer Mensch....

Es gibt mittlerweile unzählige Bücher über Frida Kahlo. Tania Schlie, die hier als Caroline Bernard schreibt, hat im Buch „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“ ihre Geschichte aufgeschrieben. Im Nachwort hat sie wunderbar vermerkt, das sie hier und da nur Daten umgeschrieben hat, Tagebuchauszüge wiedergegeben hat und eben ihre Geschichte auf ihre Weise erzählen wollte. Sie hat selbst den „Kahlo-Virus“ bekommen und ist diesem selbst mach Mexico gefolgt.
Bernard hat einfach ein wahnsinnig tolles Gespür Geschichten zu erzählen! Ihr Schreibstil ist flüssig und bunt, genau wie Fridas Kleider und ihr Drang sich der Welt damals zu zeigen. Bernard hat diese Magie, die Frida Kahlo ausmachte und auch bis heute noch, postum umgibt, perfekt eingefangen! Das schöne an der Geschichte ist, das wirklich nur Fridas Leben beleuchtet wird und nur bis zu einem gewissen Punkt in das Leben von Diego und Frida gefischt wird. Wir dürfen hier Frida erleben - pur und in Farbe! Die Liebe zu den Männern und Frauen, die sie hatte und auch ihren Begegnungen und eben zu ihrer großen Liebe Diego wird immer nur kurz behandelt. Hier wird kein Liebesroman erzählt sondern eine andere Art der Biografie! Die Liebe war hier „light“ aber dafür das Leben der Frida Kahlo „pur“! Natürlich hat man sofort ihr Gesicht vor Augen, ihre Brauen, ihren Mund...sie war eine eigensinnige Frau, die es liebte zu lieben und begehren und begehrt zu werden. Es war wirklich mehr als beeindruckend wie Bernard hier Frida wiedergegeben hat. Das sie so tief in ihre Seele abgetaucht ist, zeigt von einer großen Recherche und Liebe/Verehrung dieser Künstlerin. Mich hat dieses Buch ab der ersten Seite gefesselt und ich konnte es nur selten aus der Hand legen! Diese Buch sprüht vor Kraft, Leben, Farben, Mexico und eben Frida. Bei den Beschreibungen der gemalten Bilder hat man ihre Werke immer (bildlich) vor Augen und damit auch das Gefühl endlich zu begreifen was sie damit ausdrücken wollte. Frida hatte ein mehr als hartes Leben aber sie hat das Beste daraus gemacht und das ist sehr beachtlich und gibt Mut ihr es ähnlich zu tun. Ihre Anschauung zum Leben war schon sehr intensiv. Caroline Bernard hat Frida Kahlo hiermit eine wunderbare Stimme gegeben die ihr sicherlich gefallen hätte. Nichts wurde geschönt, die Sprache war klar, harmonisch und kraftvoll. Alles hatte einen großen Klecks Farbe inne, hatte wunderbares mexikanisches Flair und war dadurch ein richtiges Kopfkino beim lesen.

Dieses Buch gehört zu meinen Lieblingsbüchern 2019 und ich kann Tania Schlie nur danken für dieses geniale Buch einer genialen Frau! Man merkt ihre Hochachtung in jeder Zeile. Frida Kahlo hätte es sicherlich gefallen....Viva la vida!