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Veröffentlicht am 12.07.2020

Und dann war er einfach weg!

Da sind wir
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Ronnie und Jack sind Freunde mit den gleichen Zielen: Ruhm mit Geld und allem drum und dran. Nachdem sie beim Militär ihren Dienst quittiert haben, beginnt für sie der große Sprung ihrer Karriere. Raus ...

Ronnie und Jack sind Freunde mit den gleichen Zielen: Ruhm mit Geld und allem drum und dran. Nachdem sie beim Militär ihren Dienst quittiert haben, beginnt für sie der große Sprung ihrer Karriere. Raus aus dem East End Londons und ab nach Brighton. Der große Zauber beginnt. Als dann die bezaubernde Evie in das Leben der beiden tritt, verzaubert sie nicht nur Ronnie sondern später auch Jack. Aus Ronnies Assistentin wird sie später seine Verlobte und dann Jacks Affäre....Als Ronnie während eines Auftritts wie vom Erboden verschluckt wird und nicht auffindbar ist, scheint die Illusion in einen bösen Zauber sich zu verwandeln....

Graham Swift zeigt uns in seinem Buch „Da sind wir“ zwei sehr interessante Charaktere mit außergewöhnlichen Berufswünschen und der typischen Story, das sich beide in die selbe Frau verlieben.
Ronnies Kindheit wird im ersten Teil der Geschichte recht ausführlich geschildert und ich muss zugeben, das mir dieser Charakter zu sehr beleuchtet wurde und die Story sich dadurch etwas in die Länge zog. Als wir dann später Evie und Jack näher kennenlernen, wirken beide Charakter flach und trist. Der gewisse Zauber der hier mit herum schweben soll, ist bei mir nur spärlich angekommen. Alle drei Parts sind recht formlos und zeigen weder Gefühl noch ein gewisses Flair. Sie wirken teilweise so verloren und blass, das man das Interesse beim lesen ab und an verliert. Ich hatte gewisse Erwartungen an dieses Buch und die Geschichte aber diese wurden nur begrenzt befriedigt. Der Plot der Story ist wirklich gut und ausbaufähig aber Swift hat es hier ein wenig schleifen lassen in meinen Augen. Es fehlt hier einfach der gewisse Zauber - 3 von 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Eine Liebe zwischen den Fronten

Eine Liebe zwischen den Fronten
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Klappentext:

„Berlin, 1870: Die Französin Madeleine und der junge deutsche Arzt Paul feiern gerade ihre Verlobung, als eine schreckliche Nachricht ihre Pläne durchkreuzt: Zwischen Preußen und dem Französischen ...

Klappentext:

„Berlin, 1870: Die Französin Madeleine und der junge deutsche Arzt Paul feiern gerade ihre Verlobung, als eine schreckliche Nachricht ihre Pläne durchkreuzt: Zwischen Preußen und dem Französischen Kaiserreich ist der Krieg ausgebrochen. Überstürzt brechen Madeleine und ihr Vater in ihre Heimatstadt Metz auf. Paul muss als preußischer Militärarzt zurück zu seinem Regiment nach Coblenz. Von nun an Feinde zu sein und auf unterschiedlichen Seiten zu stehen, ist für Paul und Madeleine unerträglich. Kann ihre Liebe den Krieg überstehen?“



Wenn eine über Geschichte schreiben kann, dann ist es Maria W. Peter. Mit ihrem aktuellem Buch „Eine Liebe zwischen den Fronten“ ist es eigentlich mit nichts zu übertreffen. Ihre Protagonistin dürfen hier den Leser durch die Geschichte begleiten und lassen einen auch in das eigene Seelenleben blicken. Alles harmoniert dabei mit so viel Gefühl einerseits emotional andererseits mit dem Gefühl Geschichte wieder lebendig werden zu lassen. Peter hat einen ganz besonderen Schreibstil. Sie holt den Leser immer an der perfekten Stelle ab und führt ihn behutsam durch die Welt der Geschichte. Ihre bildhaften Beschreibungen sind dabei sehr unterstützend und das Tüpfelchen auf dem „i“. Ihre Erzählungen sind sehr gut geführt und der rote Faden schnell da. Es entwickelt sich in kürzester Zeit ein Lesesog von wirklich gigantischem Ausmaß. Ich hätte es nie für möglich gehalten, das man Geschichte so erzählen kann. Das ist eine sehr große Kunst und Peter hat es einfach raus! Dieses Buch ist ein Knaller und für jeden Liebhaber historischer Romane ein Sahnestück für den Geist! 5 von 5 Sterne sind hier viel zu wenig! Diese Buch legt ein neues Maß in der historischen Literatur fest! Bravo, Maria!

  • Cover
  • Geschichte
  • Thema
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 12.07.2020

Die Reise in eine andere Welt

Der Klavierstimmer Ihrer Majestät
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Klappentext:

„London 1887: Die britischen Kolonialherren in Afrika und Asien stehen auf der Höhe ihrer Macht. Doch von den Gewaltverbrechen in der Ferne bekommt der Klavierstimmer Edgar Drake nur wenig ...

Klappentext:

„London 1887: Die britischen Kolonialherren in Afrika und Asien stehen auf der Höhe ihrer Macht. Doch von den Gewaltverbrechen in der Ferne bekommt der Klavierstimmer Edgar Drake nur wenig mit, er hat Großbritannien noch nie verlassen - bis sein beschauliches Leben plötzlich komplett auf den Kopf gestellt wird: Wieso schickt ihn das britische Kriegsministerium in den umkämpften Dschungel von Birma, um einen Flügel zu reparieren?



Der Flügel gehört dem dort stationierten Militärarzt Anthony Carrol, der das Instrument einsetzt, um über die Kraft der Musik einen friedlichen Dialog mit den Einheimischen zu führen. Der Brutalität des Krieges auf diese Weise zu trotzten, beeindruckt Drake, er nimmt den Auftrag an. Und tatsächlich verfällt er in Birma nicht nur der exotischen Landschaft und den fremden Bräuchen, sondern auch dem charismatischen Arzt Carrol. Selbst als die Arbeiten am Flügel längst vollzogen sind, schafft er es nicht sich von dieser faszinierenden Welt zu lösen - mit fatalen Folgen.“



Daniel Mason reist mit uns und seiner Geschichte nach Birma. Ein recht außergewöhnliches Ziel in der Literaturwelt, abgesehen von den Büchern von Jan-Philipp Sendker. Ich muss gleich vorweg sagen, dass ich alle Bücher von Sendker‘s Birma-Reihe gelesen habe und mich komplett in Land und Leute verliebt habe. Als ich dann mit Mason dort wieder hinreisen durfte, war das wie ein kleines Comeback. Mason schafft eine wunderbare Stimmung, egal ob in England oder in Birma. Es hat alles etwas mystisches und seine Figuren tragen eine Menge dazu bei. Dennoch war der Start etwas zäh und steinig, ab der Hälfte des Buches entwickelt sich aber ein Sog und dieser hat mich vollkommen eingenommen. Mason beschreibt äußerst detailliert und verliert sich darin. Für meine Begriffe war das aber kein Nachteil sondern eher förderlich für Edgars Geschichte. Wer durch Sendker bereits Land und Leute kennengelernt hat, wird hier viele Dinge wieder erkennen. Für alle die es noch gelesen bzw. live gesehen haben, wird es ein Abenteuer in die neue Welt. Es ist eine Welt voller Gewürze, Mythen, Religion und Glauben und eben Edgars Geschichte und seine Gabe Klaviere zu stimmen. Mason hat ein sehr gutes Händchen bewiesen bei seiner Mischung des Erzählens - wir erleben Edgar, der sich auf ein komplettes Abenteuer einlässt, wir erleben Krieg in vollem Ausmaß, erlesen Liebe und Gefühl...Ich habe mich hier wirklich gut unterhalten gefühlt und kann nur sagen, es gibt Konkurrenz für Sendker! Mason weiß genau was seine Leserschaft möchte!

4 von 5 Sterne hierfür.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

Der fiese Makler lässt nicht locker!

Zurück in Sommerby
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Es ist Herbst geworden und Oma Inge hat große Sehnsucht nach ihren Enkeln....den Kindern geht es nicht anders. Also kurzum: die Ferien werden bei Oma verbracht! Das haben Mats und Mikkel mal ganz still ...

Es ist Herbst geworden und Oma Inge hat große Sehnsucht nach ihren Enkeln....den Kindern geht es nicht anders. Also kurzum: die Ferien werden bei Oma verbracht! Das haben Mats und Mikkel mal ganz still und heimlich „klar gemacht“. Angekommen in Sommerby, nimmt sie der Zauber dieses Fleckchens wieder ein. Alles ist noch da! Die Gänse, Kater Tiger, die Rehe, Oma Inge natürlich aber auch im,er noch dieser fiese Makler. Plötzlich taucht er auf und hat diesen Brief dabei, der nichts gutes heißen kann. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit...



Kirsten Boie nimmt uns wieder mit nach Sommerby. Es ist wie nach Hause kommen. Sofort fühlt man sich wieder wohl und kann die Freude der Kinder und auch Inges spüren. Diesmal wird Boie etwas anspruchsvoller mit ihrem Inhalt. Zum einen beurteilt Martha einen Wortwechsel zwischen Krischan und ihrer Mutter mit dem Wort „sexistisch“....Mir hat das beim lesen nicht gepasst, das gebe ich zu, denn es passt nicht zu Martha in diesem Alter und ich weiß auch, ehrlich gesagt, nicht ob so eine Denkweise in ein Kinderbuch muss. Nun gut....das war aber auch alles was ich zu mäkeln hatte😉 Des weiteren hat Oma Inge diesmal große Probleme an der Backe und erzählt Martha davon. Die wiederum macht sich ebenfalls Gedanken und hält es nicht aus und sucht sich Hilfe. Wie klug! Man merkt beim lesen wie sehr Martha das ganze aufs Gemüt schlägt. Man kann vor Kindern nicht alles verheimlichen....aber manches ist auch etwas viel beziehungsweise auch zu komplex. Oma Inge hat das dennoch gut Martha erklärt und somit muss niemand lange auf Hilfe warten.

Die Landschaftsbeschreibungen sind wieder genial und auch die kleinen Frechdachse Mats und Mikkel trumpfen wieder wunderbar auf und bringen einen oft zum lachen. Auch die kleinen Vignetten in den Kapiteln sowie das Cover sind wieder ein wahres Träumchen. Diesmal dürfen wir etwas näher ran und sehen sofort, wie Oma Inge sich freut!

Ich hab mich auch riesig gefreut wieder nach Sommerby zu reisen und „ein paar unbeschwerte Tage“ in Sommerby zu verbringen. Die kleine Reisetruppe ist zu niedlich und die Themen wieder kindgerecht und zeitgemäß erklärt. Die erste Liebe, Ehrlichkeit, Verantwortung, Vertrauen, Hilfsbereitschaft....all das wird hier wieder groß geschrieben. Tausend Dank an Kirsten Boie, die diesen Ort geschaffen hat! Ich wünschte es gäbe Sommerby und ich hoffe auf ganz viele neue Geschichten von dort!

5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

Wie der Vogel, so der Mensch!

Das wilde Leben der Vögel
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Manchmal sagen wir Menschen, das ein anderer Mensch, der uns sonderbar erscheint, ein „Vogel“ sein. So unrecht haben wir mit dieser Beurteilung nicht! Jeder Mensch ist unterschiedlich und genau so ist ...

Manchmal sagen wir Menschen, das ein anderer Mensch, der uns sonderbar erscheint, ein „Vogel“ sein. So unrecht haben wir mit dieser Beurteilung nicht! Jeder Mensch ist unterschiedlich und genau so ist es in der Vogelwelt. Auch da gibt es regelrechte „Kauze“ die aus der Reihe fallen mit ihrem Verhalten.

Walter A. Sonntag hat mit diesem Buch ein echtes Lesehighlight für Vogel-Beobachtungs-Liebhaber geschaffen. Als Ornithologe weiß er natürlich genau, mit welchen Vögeln er uns um den Finger wickelt und beschreibt nicht nur mit Humor sondern auch mit Herz und Verstand wirklich wunderbar und zum Teil amüsant, was in der Vogelwelt alles so für Charaktere zu finden sind. Es gibt dauerhafte Singles mit einem ruckartigem Liebesverhalten rein für die Fortpflanzung, es gibt Zicken, Tänzer, Nutznießer die andere Tiere ausnutzen um immer den besten Blick zu haben, es gibt Schreihälse, schöne und weniger schöne Exemplare....alles erinnert dabei stark an unsere Menschenwelt. Sonntag geht wirklich wunderbar ins Detail ohne dabei lehrhaft zu klingen. Er beschreibt wahrlich ansprechend und spannend. Ich hätte nie gedacht, das Vogelkunde so lustvoll sein kann! Zudem sind die farbigen Illustrationen eine wunderbare Untermalung und begleiten sehr stilvoll Text und Kapitel.

Ein wirklich wunderbares Buch für alle, die die Vogelwelt mit anderen Augen sehen - 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil