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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2020

Gimpel liebt Geißblatt

Meise mag Melisse
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Autorin Elke Schwarzer ist eine unheimlich gute Beobachterin und Autorin, das steht fest und in ihrem neuen Buch „Meise mag Melisse“ beweist sie dies wieder perfekt. Sie zeigt uns wie wir unseren Garten ...

Autorin Elke Schwarzer ist eine unheimlich gute Beobachterin und Autorin, das steht fest und in ihrem neuen Buch „Meise mag Melisse“ beweist sie dies wieder perfekt. Sie zeigt uns wie wir unseren Garten tierfreundlich gestalten können und zwar so, das wir uns alle darin wohlfühlen. Egal ob Vögel, Eichhörnchen, Schmetterlinge oder Wildbienen. Hier wird jeder fündig. Die Tiere erfreuen sich ebenso an den Pflanzen wie wir Menschen. Neben einem Steckbrief zum jeweiligen Tier, erklärt Schwarzer auch kurz und bündig die passenden Pflanzenwelt dazu. Des weiteren erläutert sie auf den letzten Seiten des Buches auch noch zusätzliche Behausungen inkl. Bauanleitungen. Besser geht es nicht!

Zur Optik und Haptik: das Buch ist ein dünnes Büchlein aber dafür geballt mit Wissen. Neben anspruchsvollen Texten werden wunderschöne Fotos und Zeichnungen bereitgestellt. Kurze Erläuterungen finden wir in Steckbriefen gebündelt. Besser und kompakter geht es nicht.

Ein wunderbares kleines Buch mit viel Wissen und genügend Möglichkeiten seinen Garten zu einer Oase für Mensch und Tier werden zu lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 23.01.2020

Luzies Erbe

Luzies Erbe
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Luzie Mazur hat mit ihren fast 100 Lebensjahren viel erlebt. Viele Dinge sind in ihrer Seele eingebrannt. Ans Sterben denkt Luzie noch lange nicht, aber sie spürt es, das es bald soweit ist.

Luzie hinterlässt ...

Luzie Mazur hat mit ihren fast 100 Lebensjahren viel erlebt. Viele Dinge sind in ihrer Seele eingebrannt. Ans Sterben denkt Luzie noch lange nicht, aber sie spürt es, das es bald soweit ist.

Luzie hinterlässt nach ihrem Tot einen Koffer. Dieser steckt voller Erinnerungen. Ihre Enkelin Johanne kramt in Luzie Schatz. Sie will wissen wie es damals mit Jurek war, Luzie großer Liebe. Johanne verspürt Licht ins Dunkel zu bringen und vor allem die vielen Fragen die ihre Großmutter die ganzen Jahrzehnte nie beantwortet hat, endlich ein Gesicht zu geben.



Helga Bürster hat die Geschichte von „Luzies Erbe“ verfasst und ich muss gleich zu Beginn gestehen, es ist ihr großartig gelungen. Ihre Art die Gefühlswelt ihrer Protagonisten aufleben zu lassen, war unheimlich bewegend. Egal um wem es geht, man fühlt und lebt mit beim lesen. Die Geschichte um Luzie wirkt ab der ersten Seite ehrlich und aufrichtig. Ich hatte nie das Gefühl das hier etwas aus der blühenden Fantasie der Autorin stammt. Denn solche Geschichten wie um Luzie gibt es zuhauf. Wer den Krieg erlebt hat, spricht nie gern darüber. Die Gedanken schmerzen zu sehr, besonders wenn dann auch noch eine große Liebe nicht sein darf aber die Gefühl noch so groß sind. Manchmal werden die Menschen durch ihr Schweigen gern falsch verstanden. Genau diesen Punkt bringt Bürstet perfekt zum Zug. Luzie hatte Geheimnisse und es wird später klar warum. Aber nicht nur das! Bürster zeigt ebenso das es für Versöhnungen nie zu spät ist und dieser Tenor ist ein krönender Abschluss für dieses Buch. Man muss es lesen um in jeder der vier Generationen die hier beschrieben werden, einzutauchen. Man spürt die Landluft, die Angst und die Scham in jeder Zeile genau dafür bekommt dieser großartige Roman auch 5 von 5 Sterne von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2020

Die Tränen von Triest

Die Tränen von Triest
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Johannas Großvater liegt im Krankenhaus und die 33-jährige wird zu ihm gerufen. Seine große Bitte, nach Triest zu reisen, ist das eine. Die andere Bitte klingt für Johanna erstmal seltsam. Er bitte sie, ...

Johannas Großvater liegt im Krankenhaus und die 33-jährige wird zu ihm gerufen. Seine große Bitte, nach Triest zu reisen, ist das eine. Die andere Bitte klingt für Johanna erstmal seltsam. Er bitte sie, seinen leiblichen Vater zu suchen. Als sie sich auf den Weg macht, begegnen ihr dort weitere Menschen die ebenfalls auf Spurensuche sind.



Beate Maxian nimmt uns in ihrem Buch mit nach Italien. Aber nicht nur das. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen und wir dürfen immer wieder beim lesen darin wechseln. Diese Sprünge sind ihr sehr gut gelungen, denn solche Rückblenden geben nicht nur Aufschluss, sondern auch Feinfühligkeit weiter. Des weiteren erleben wir Charaktere/Protagonisten die voll in ihrer Gefühlswelt aufgehen dürfen und dadurch wirkt die komplette Geschichte unheimlich lebensnah und authentisch.

Die Zeitenwechsel zwischen Afra und Johanna sind sehr harmonisch und die Puzzleteile, die zu Beginn beim lesen entstehen, fügen sich zum Schluss sehr gut zusammen. Als dann noch Charlotte auftritt, werden die vielen Fragen, die der Leser hat, immer größer. Alles wirkt geheimnisvoll und ein wenig mystisch. Den einen Stern Abzug gibt es, weil mir die Zentrierung auf eine Geschichte genügt hätte. Dennoch hat Maxian alles sehr gut miteinander verknüpft - keine Frage.

Ebenso ein Highlight ist die Beschreibung von Triest und wie wir darin als Leser entführt werden. Das war einfach nur wunderbar und gelungen.

Dieser Roman ist alles in allem sehr zu empfehlen und besticht durch Maxians harmonischen und selbstbewussten Schreibstil.

„Die Tränen von Triest“ erhält 4 von 5 Sternen von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2020

Tante Martl

Tante Martl
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Wenn man mit Tante Martl telefoniert, ist es immer die gleiche Begrüßung.
Ihr Leben ist bis jetzt völlig chaotisch verlaufen. Der Vater hat sie nie geliebt und als Kleinkind sei sie einfach nur furchtbar ...

Wenn man mit Tante Martl telefoniert, ist es immer die gleiche Begrüßung.
Ihr Leben ist bis jetzt völlig chaotisch verlaufen. Der Vater hat sie nie geliebt und als Kleinkind sei sie einfach nur furchtbar gewesen, einen Mann zu finden war schier unmöglich und dann wurde sie auch noch Lehrerin. Schlimmer geht nimmer. Ihren Geburtsort verlässt sie nie, selbst ihrem Elternhaus bleibt sie lebenslang treu. Obwohl sie immer Differenzen mit ihrem Vater hatte, pflegt sie ihn bis zum Schluss...dafür gebührt ihr alle Achtung. Sie ist nunmal eine ganz besondere Frau mit einer besonderen Ansicht vom Leben. Und dann kommt sie auch noch ins TV....

„Tante Martl“ von Ursula März habe ich verschlungen und wirklich geliebt. März bringt diese Dame mit einem Gefühl rüber, das wirklich unbeschreiblich ist. Sie hat mit „Martl“ einen Charakter geschaffen, der uns Lesern offen und mit einer Gefühlswelt gezeigt wird. Wir dürfen erfahren was Martl in Kindertagen gedacht hat und verstehen dann auch warum sie sich als Erwachsene so verhält wie sie es tut. Man spürt beim lesen ihren Schmerz, ihre Trauer und ihre Suche nach Liebe. Manchmal hat es schon etwas weh getan so zu lesen und dabei sind hier und da auch Tränchen gekullert, aber Martl wäre nicht Martl wenn sie einen, mit ihrem herrlichen schwarzen Humor nicht ständig immer wieder zum lachen bringt. So sieht sie nunmal das Leben! Und dann erleben wir als Leser wie sie ihren Vater pflegt. Da gab es Momente wo ich das Buch aus der Hand legen musste und erstmal alles Revue passieren lassen musste. Das Buch hallt nach, das steht fest! Martl ist erstaunlich - mehr gibt es dazu nicht zu sagen!
März hat einen schönen flüssigen aber auch anspruchsvollen Schreibstil. Ich konnte ab der ersten Seite eintauchen und war mit Martl dabei. Als das Buch sich dem Ende neigte, war ein wenig Wehmut mit dabei. Das wäre eine Frau, die ich gern mal kennengelernt hätte.

Ein geniales Buch aus dem Jahr 2019! 5 von 5 Sterne sind hier fast zu wenig. Dieses Buch erhält eine klare Leseempfehlung von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2020

Werden Sie Hotelier!

Das Insektenhotel
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Wenn ein Buch von Wolf Richard Günzel erscheint, kann man davon ausgehen, das man immer Bauanleitungen von ihm dabei findet und genau so ist es auch in diesem Buch. Der Titel verwirrt ein wenig, denn es ...

Wenn ein Buch von Wolf Richard Günzel erscheint, kann man davon ausgehen, das man immer Bauanleitungen von ihm dabei findet und genau so ist es auch in diesem Buch. Der Titel verwirrt ein wenig, denn es geht hier nicht nur ausschließlich um DAS Insektenhotel sondern auch um andere Behausungen wie für Schmetterlinge, Marienkäfer und Co.. Günzel ist ein Meister im erzählen und erklären. Hier erläutert er nicht nur die Unterkünfte sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt gleich mit dazu. Das schöne dabei, das nichts überfüllt wirkt. Alles ist kurz und bündig und sehr kurzweilig beschrieben. Man bekommt bei diesem Buch sofort Lust zu bauen und das sollte man auch tun. Wir können die Natur in vielerlei Hinsicht unterstützen und mit solchen Behausungen ist das doch eine große Möglichkeit. Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen aber keines war so knackig und vielseitig gestaltet wie dieses hier.
Dieses Buch erhält eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil