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Veröffentlicht am 24.09.2020

Cotswolds zauberhafte Gärten

Die geheimen Gärten der Cotswolds
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Einen Blick in die geheimen Gärten von Cotswold zu erhaschen, grenzt schon fast an einen Sechser im Lotto. Die Bewohner der Gegend genießen ihre Gartenkunst komplett für sich und es ist nachvollziehbar ...

Einen Blick in die geheimen Gärten von Cotswold zu erhaschen, grenzt schon fast an einen Sechser im Lotto. Die Bewohner der Gegend genießen ihre Gartenkunst komplett für sich und es ist nachvollziehbar wenn man sich diesem Buch genauer widmet. Der Bildband „Die geheimen Gräten von Cotswold“ gibt einen einmaligen Einblick und das ganze sogar von Zuhause aus. Autorin Victoria Summerly war genau so neugierig wie wir auf diese Gärten und hat sich hinein gewagt und zeigt wirklich unglaubliches auf, welches hoffentlich nie vergessen wird. In der Einführung beleuchtet sich die Gegend und ihre Intension zu diesem Buch. Man hat eigentlich immer die Vorstellung, das solche opulenten Gärten von einer Hundertschaft an Gärtnern in Schuss gehalten wird - Pustekuchen. Zwei, drei Gärtner und viel Eigenleistung der Besitzer. Glaubt man gar nicht bei solchen Anwesen, meinen Sie? Tja....man merkt schnell, das Summerly die Sache auf den Punkt trifft: Solche Gärten wollen erhalten werden, das geht aber nicht ohne Weiteres. Wichtig ist dabei zu vermerken, das die Gärten von, zum Teil, sehr bekannten Gärtnern gestaltet wurden - sie haben Spuren hinterlassen, anders kann man das nicht sagen. Fotograf Hugo Rittson-Thomas gibt den Gärten aber auch ihren Erschaffern ein genaues Bild und wir Leser dürfen träumen und schwelgen.

Neben den Gärten lernen wir auch die Besitzer der Güter kennen. Es scheint überaus aus der Zeit gefallen, ein wenig romantisch, mystisch, fast nicht zu glauben eigentlich....als käme Jane Austin um die Ecke oder Gertrude Jekyll kommt mit der Gartenschere in der Hand aus den Rosenbüschen.

Zur Optik und Haptik des Buches: Die Größe ist rechteckig und mutet einem Coffetable-Book an. Mit 144 Seiten sind wir Leser gut bedient. Diese sind unheimlich griffig und leicht glänzend gestaltet und die Bilder geben uns dabei noch al eine gewisse Tiefe. Die Bilder und Texte sind sehr harmonisch angeordnet und das reine Betrachten oder Lesen fällt leicht. Ebenso ein Vorteil: das Buch hat einen Schutzeinband. Ein wenig old-School möchte man meinen, aber genau das macht ein gutes Buch wie dieses aus. Man möchte es schonen, denn der Inhalt ist wahrlich von besonderer Bedeutung und diese Bilder werden wir in live nicht so schnell sehen.



Ein wunderschönes Buch, eine Hommage an die Gärten von Cotswold und eine Ode an die englische Gartenkunst - hierfür gibt es 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 24.09.2020

Die große Angst

Herzklappen von Johnson & Johnson
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!ein Lesehighlight 2020!



Klappentext:

„Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche ...

!ein Lesehighlight 2020!



Klappentext:

„Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden. Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.



Wie wird ein Kind zum Menschen, zu einem mitfühlenden sozialen Wesen, wenn es die Verwundbarkeit nicht kennt? Wenn es nicht versteht, wie sehr etwas wehtun kann? In eindringlichen Bildern erzählt Valerie Fritsch von einem Trauma, das über die Generationen weiterwirkt, sie lotet die Verletzlichkeit des Menschen aus und fragt nach dem Wesen des Mitgefühls, das unser aller Leben bestimmt.“



Valerie Fritsch hat mit „Herzklappen von Johnson und Johnson“ ein kleines Meisterwerk geschaffen! Ihre Wortwahl, ihre Ausdrucksweise und das Spiel der Emotionen, lassen diesen Roman wahrlich schweben. Die Geschichte von Alma und Friedrich und dessen Kind Emil, ein besonderes Kind welches keine Schmerzen verspürt, klingt im ersten Moment völlig an den Haaren herbei gezogen. Man merkt aber schneller als man denkt beim lesen des Buches, das hier viel mehr dahinter steckt als Almas Angst. Sie ist so intelligent, so klug aber auch so sehr Alma...Als dann die Geschichten von Almas schwerkranker Oma dazu kommen, hat man das Gefühl, das sich der Kreis der offenen Fragen schließt. Hier geht es erst recht spät um Emil, dafür sehr viel um Alma, da ist der Klappentext etwas verwirrend, da man glaubt, es geht zum Großteil um Emil.

Fritsch geht mit so großer Hingabe auf die Verletzlichkeit des Menschen ein, nicht nur körperlich sondern eben auch seelisch, das es einem fast den Atem raubt. Ich habe viele Stellen zwei Mal gelesen, weil ich so beeindruckt davon war.

Dieses Buch strotz vor so vielen Themen die aber alle zusammen gehören und ein wunderbares Ganzes ergeben. Fritsch blickt unheimlich tief in die Menschenseele und das hatte ich eigentlich zuletzt bei Hanya Yanagihara’s „Ein wenig Leben“ erlesen.

Dieser Roman hat mich gepackt und hallt nach, wie es schon lange kein Buch mehr getan hat. Es ist ein anspruchsvoller Roman, auf den man sich einlassen muss um ihn zu verstehen. Man muss genau lesen, mitfühlen und es versuchen zu verstehen....

Ein wahnsinnig toller Roman der von mir 5 von 5 Sterne erhält!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Peggy Guggenheim und ihr großer Wunsch

Miss Guggenheim
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Lissabon im Jahr 1941. Die Welt zittert, denn Hitler „dreht“ in Deutschland mit „seinem“ Krieg völlig durch. Peggy Guggenheim ist jüdischer Abstammung und fürchtet wahrlich um ihr Leben aber auch um das ...

Lissabon im Jahr 1941. Die Welt zittert, denn Hitler „dreht“ in Deutschland mit „seinem“ Krieg völlig durch. Peggy Guggenheim ist jüdischer Abstammung und fürchtet wahrlich um ihr Leben aber auch um das von Maler Max Ernst. Es gelingt ihnen in die USA einzureisen. Aber auch bei der Ankunft in den Staaten lassen die Irrungen und Wirrungen sie nicht los - Max wird verhaftet. Trotz allem hegt Peggy ihren großen Traum weiter: ein Museum für ihre Sammlung der europäischen Moderne. Peggy merkt schnell, das es nicht gerade einfach wird, diesen Weg zu verwirklichen....



Leah Hayden setzt mit „Miss Guggenheim“ die Serie der berühmten Damen im Aufbau-Verlag sehr gekonnt fort. Man braucht ja gar nicht groß ein Kunstkenner sein, aber „Guggenheim“ sagt ja jedem etwas und man kommt in der Kunstszene an sich, nicht an ihr vorbei. Hayden verwebt hier wieder Geschichte und Biographie sehr gekonnt ineinander ein. Wie wir es bereits aus der Serie gewohnt sind, geht es hier um die Erzählung einer bekannten weiblichen Persönlichkeit in einer „lockeren“ Form. So eben auch diese Geschichte. Hayden nimmt dabei aber sehr stark Bezug auf Guggenheims Biographien und das tut der Geschichte gut. Sie war nunmal eine außergewöhnliche Frau mit einem exklusivem Hobby und einer großen Leidenschaft. Wenn man hier nur stumpf eine Geschichte sich aus den Fingern ziehen würde, käme Guggenheim eher als „strange“ und unglaubwürdig rüber. Hayden macht hier aber eine ernstzunehmende und besondere Persönlichkeit daraus - so wie sie eben auch war. Das tut der gesamten Geschichte wahrlich gut und gibt allem einen gewissen roten Faden. Ihr Schreibstil ist dabei recht apart und würde Peggy Guggenheim mit Sicherheit gefallen. Ja, es wirkt hier und da auch ein wenig nach künstlerischer Freiheit....gut so, denn nur so wirkt es auch authentisch. Neben Peggy lernen wir Leser aber auch ihre gesamten Liebschaften, Freundschaften, Bekanntschaften kennen und tauchen dadurch völlig in die Welt der Kunst ein. Ich mochte das sehr, denn nur so kann man Peggy vielleicht auch ein bisschen verstehen. Sie hatte einen enormen Ehrgeiz und Kraft und Willen. Für die damalige Zeit nicht gerade ein Paradebeispiel, denn so eine aufmüpfige Dame mit diesen Flausen im Kopf war nunmal nicht gern gesehen....aber sie hinterlässt ein „Erbe“ besonderen Ausmaßes!



Wer ein Mal in New York ist, sollte sich die Zeit nehmen und durchs „Guggenheim“ gehen und staunen. Man könnte meinen, das man Peggy dort spürt, ihren Geist irgendwie wahrnimmt, denn das Museum ist alles, aber nicht „normal“ sondern eben ihr ganz persönlicher Geschmack.

Ein tolles und lesenswertes Buch für Kunstinteressenten oder die, die es werden wollen. Hierfür verteile ich 4 von 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Charlotte und ihr langer Weg zum Glück

Die englische Gärtnerin - Weißer Jasmin
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Klappentext:


„1929: Charlotte ist eine anerkannte Rosenzüchterin, ihr Anwesen Summerlight House gilt als Inbegriff Englischer Gartenkunst. Doch in der Wirtschaftskrise sind Haus und Garten kaum noch ...

Klappentext:


„1929: Charlotte ist eine anerkannte Rosenzüchterin, ihr Anwesen Summerlight House gilt als Inbegriff Englischer Gartenkunst. Doch in der Wirtschaftskrise sind Haus und Garten kaum noch zu unterhalten. Unvermittelt taucht der verschollen geglaubte Besitzer des Gutes auf. Charlotte droht, alles zu verlieren, was sie sich aufgebaut hat. Ihre letzte Hoffnung gilt Kew Gardens, wo ihr Traum von einem freien Leben als Botanikerin begann.“





Die Reihe „Die englische Gärtnerin“ endet mit diesem dritten Teil „Weißer Jasmin“. Autorin Martina Sahler hat damit einen wirklich stimmigen Abschluss geschaffen und ich bin Charlotte gerne gefolgt. Ihre Träume und ihre Intensionen zu verfolgen, bereiten einerseits Spaß aber anderseits fiebert man richtig mit ihr mit, denn die damalige Zeit war alles andere als rosig. Man merkt Charlotte an, das sie reifer geworden ist. Sie hat viel erlebt, hält dennoch mit aller Kraft an ihrem Traum als Gärtnerin/Botanikerin fest. Ihre Standhaftigkeit rankt sich durch alle drei Teile und erinnern ein wenig an einen kleinen Efeu, der im Laufe der Zeit kräftig wird, und in die Höhe schießt, man kann ihn stutzen, aber er klettert und haftet dennoch weiter und lässt sich nicht beirren.


Sahler verknüpft hier wunderbar die letzten Charaktere die wir kennenlernen durften: Quinn, Tochter Eliza uvm.. Alles ergab eine wunderschöne und stimmige Zeitreise. Die Zeitenwechsel sind Sahler wirklich gut gelungen und standen immer an der richtigen Stelle.


Ein wenig wehmütig muss ich mich jetzt von Charlotte verabschieden, denn mit diesem dritten Band endet ihre Geschichte. „Die englische Gärtnerin - Weißer Jasmin“ erhält 5 von 5 Sterne!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.09.2020

DER Restaurantguide für Deutschland

Gault&Millau Restaurantguide Deutschland 2020
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Kann ein Restaurantguide spannend und fesselnd sein? Und wie! Besonders natürlich, für die Genusssüchtigen unter uns! In der aktuellen Ausgabe von 2020 ist dies wieder grandios gelungen! Die einen vergeben ...

Kann ein Restaurantguide spannend und fesselnd sein? Und wie! Besonders natürlich, für die Genusssüchtigen unter uns! In der aktuellen Ausgabe von 2020 ist dies wieder grandios gelungen! Die einen vergeben Sterne, die anderen vergeben Hauben, Mützen, Kochlöffel für exquisite Küche. Bei allen „zittern“ die Beteiligten im Restaurantfach, denn hier wird alles aufgedeckt was stimmt aber auch das, was eben nicht stimmt. Hotels und Restaurants messen sich mit diesen Auszeichnungen und das auch ganz zu recht. Ich durfte schon so einigen Empfehlungen aus dem Guide hier folgen und habe auch so einiges Neues getestet und wurde nie enttäuscht. Gault&Millau hat eben andere Ansprüche als andere Tester und das ganze niederzuschreiben ist hier wieder bravourös gelungen! So einige Beschreibungen lesen sich unterhaltsam, anregend, neugierig und spannend. Man hofft, das in der eigenen Region vielleicht mal etwas Neues zu finden ist, oder am Lieblingsurlaubsplatz es ein neues Highlight gibt und erfährt dabei so manche Überraschung beim Blick in die Karte. Schön hier zu lesen, wie sich G&M immer mit den neuesten und aktuellen Küchentrends auseinandersetzt. Da wird definitiv nichts vergessen und es ist wirklich spannend was die Küchenwelt neues zaubert und entwickelt.

Kleines Manko hier: er ist, ebenso wie andere Guides, vollgestopft mit Werbung. Irgendwo hat man sich nach all den Jahren daran gewohnt, aber dennoch...muss das sein? Egal....hier geht es ja schließlich ums Essen und nicht um Werbung!

Dieser Guide erhält von mir 5 von 5 Sterne und ist Pflichtlektüre für alle Genießer unter uns!

  • Cover
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