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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2020

Moin!

Echt norddeutsch!
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„Hart ist das Leben an der Küste“ - ein Spruch den man kennt und der auch so stimmt. Aber dafür ist die Essenskultur und das Genießen unheimlich vielseitig, sanft und auch manchmal lieblich hier oben an ...

„Hart ist das Leben an der Küste“ - ein Spruch den man kennt und der auch so stimmt. Aber dafür ist die Essenskultur und das Genießen unheimlich vielseitig, sanft und auch manchmal lieblich hier oben an der See.

Im Buch „Echt norddeutsch!“ erzählt uns Birte Münster-Peters ihre kleine Lebensgeschichte und lädt uns ein, in ihre guten Stube in Wyk auf Föhr. Birte ist eine richtige norddeutsche Deern und hütet ihre Kochrezepte wie ihre Familie. Sie hat eine sehr freundlich und nette Art und nach dieser kurzen Einweihung in die Familie, folgen auch schon die ersten Rezepte. In diesem Buch ist alles zu finden was ein Küstenmensch alles so kennen muss - von Labskaus über Grünkohl bis hin zu Futtjes und Co. wird hier von herzhaft bis hin zu süßen Dingen alles liebevoll beschrieben. Wichtig ist zu wissen, es sind alles Familienrezepte und die kann jeder für sich verändern bzw. testen. Ich bin ebenfalls ein Küstenkind an der direkten Nordsee und mache beispielsweise meinen Labskaus etwas anders oder den Grünkohl...ist aber egal, Endprodukt und Geschmack zählt und das es satt macht. Punkt.

Durch die tollen Bilder wird das ganze Buch sehr aufgelockert und man kommt der Familie von Birte sehr nahe.

Ein schönes Kochbuch mit leckeren Rezepten und einer interessanten Familiengeschichte! 4 von 5 Sterne dafür!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.04.2020

Natürlich trägt sie ihn selber!

Den Koffer trag ich selber
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Eva Demski eröffnet uns in ihrem Buch „Den Koffer trag ich selber“ ihre Seele. Das Cover verrät es schon genau: der offene Koffer gibt Geheimnisse preis und das ist äußerst mutig.
Sie lässt uns an allem ...

Eva Demski eröffnet uns in ihrem Buch „Den Koffer trag ich selber“ ihre Seele. Das Cover verrät es schon genau: der offene Koffer gibt Geheimnisse preis und das ist äußerst mutig.
Sie lässt uns an allem teilhaben was ihr je widerfahren ist. Sie ist ehrlich, unheimlich selbstkritisch, ironisch und klar zu sich selbst. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und suggeriert den Lesern, das sie es gerne möchte, ihre Geschichte zu erzählen....aber sie müsste es nicht tun....Aber, und das ist der Tenor, sie sammelte Erinnerungen und erzählt davon. Es gehört eine Menge Lust und Energie dazu, das eigene Leben so zu reflektieren und so frei davon zu sprechen. Ihr Schreibstil und ihre Wortwahl machen mit der Zeit süchtig und man liest alles so weg. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt was sie da erzählt aber wer kann das je von sich behaupten?!
Das Leben ist nicht immer einfach und das wissen wir alle. Jeder hat seinen Rucksack des Lebens zu tragen und Eva Demski hat dabei sogar einen Koffer....voller Erinnerungen...wie jeder von uns.

Bemerkenswert, lesenswert und Momentaufnahmen in rauen Mengen - 4 von 5 Sterne für dieses Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 31.03.2020

Moiken‘s Weg

Die Strandvilla
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!ein Lesehighlight 2020!

Wir befinden uns auf der Insel Sylt im Jahre 1913. Moiken Jacobsen hat eine harte Zeit im schönen Ort Keitum hinter sich - ihr Mann ist als Seefahrer auf dem Meer geblieben und ...

!ein Lesehighlight 2020!

Wir befinden uns auf der Insel Sylt im Jahre 1913. Moiken Jacobsen hat eine harte Zeit im schönen Ort Keitum hinter sich - ihr Mann ist als Seefahrer auf dem Meer geblieben und nun ist sie mit ihrer Tochter Emma komplett auf sich allein gestellt. Ihre Schwiegermutter Bertha ist sowieso der Hass in Person, also kann sie auch von ihr keine Hilfe erwarten. Dennoch meint es das Schicksal gut mit Moiken und Emma und beide bekommen im großen und mondänen Westerland eine Anstellung in der „Strandvilla“ von Theodor von Lengenfeldt. Moiken begeistert nicht nur die Herzen der Gäste mit ihren süßen Kreationen, sondern auch den Eigentümer selbst, nur hat der eine Art am Leib, die man erstmal verdauen muss, wenn man hinter seine Fassade blickt...Und dann gibt es ja auch noch ihre alte Jugendliebe Boy Lassen in Westerland! Ob auch da das Schicksal den richtigen Weg für Moiken wählt?

Sina Beerwald hat einen wunderbaren, leichten und geschichtlich interessanten Roman verfasst. Allein mit der Auswahl des Namens für ihre Hauptprotagonistin bekommt der Roman eine gewisse Authentizität. Auch bei der Beschreibung der Ortschaften auf der Insel Sylt ist sie sehr gewissenhaft vorgegangen genau so wie bei den Lokalitäten der damaligen Zeit und dessen Menschen dazu. Ihre akribische Recherche merkt man auf jeder Seite und dadurch bekommt die Geschichte nicht nur Gesicht sondern auch Farbe und das Kopfkino kann beginnen. Mit Moiken hat sie eine typisch nordfriesische Frau beschrieben, die ein hartes Leben bestreiten musste. Das sie ihre Tochter Emma so „hart“ erzieht, war für danalige Zeit normal und wäre heute undenkbar aber Beerwald hat mit Emma ebenso einen richtigen Charakter geschaffen. Sie lässt sich nichts sagen, ist selbstbewusst und lebt ihre Träume...Sina Beerwald hat nicht nur tolle Charakter geschaffen, sie durften auch noch auf einem wunderschönen Flecken Erde spielen. Ich habe unzählige historische Bücher über sie Insel gelesen und muss klar sagen: Beerwald hat ihre Fiktion und die wahre Geschichte ganz perfekt und harmonisch miteinander verknüpft. Durch ihren bildhaften Schreibstil kann man fasst schon durch Keitum schlendern, das Watt riechen, den Kaffeeduft aus den Westerländer Cafés riechen und das Getümmel am Strand hören.
Die Story an sich liest sich wirklich rasch weg und hat eine gewisse nordische Kühle inne, was aber auch an der Geschichte von Moiken liegt und das passt sehr gut zusammen. Die Friesen sind klar und ohne Schnörkel, sagen nur das was sie müssen und benötigen nur das zum Leben was sie eben benötigen...warum also mehr und ausschweifend in einem Roman darüber werden? Eben...Da ich selbst zu dieser „Spezies“ gehöre, kann ich das alles nur zu gut verstehen und unterschreiben. Dennoch kommen das Seelenleben von Moiken und Emma sehr gut weg und lassen erahnen, dass da in der Fortsetzung definitiv das Eis brechen wird. Hoffentlich!
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil, denn das Ende lässt einen recht unbefriedigt „gehen“. Was wird nun? Wie geht es weiter? Viele Fragen wollen beantwortet werden und es Bedarf dringend an Aufklärung!

Für dieses wahrliche Lesevergnügen erhält „Die Strandvilla“ von Sina Beerwald 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

12 Pflanzenporträts

Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben
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Jeder gute Landgarten ist voll mit Leckereien in Form von Kräutern und Wildpflanzen. Einige bekommen Tobsuchtsanfälle wenn sie Brennnessel sehen, andere freuen sich wie Bolle, denn dieses Zeug schmeckt ...

Jeder gute Landgarten ist voll mit Leckereien in Form von Kräutern und Wildpflanzen. Einige bekommen Tobsuchtsanfälle wenn sie Brennnessel sehen, andere freuen sich wie Bolle, denn dieses Zeug schmeckt einfach nur gut und ist gut für unsere Pflanzen. Das ist aber nur ein Beispiel. In diesem Buch geht es um 12 verschiedene Wildpflanzen, wie der Buchtitel bereits verrät. Acht Kräuterpädagoginnen bringen uns zwölf Pflanzen näher. Jede der Autorinnen hat eine andere Art zu schreiben und zu genießen, allein deswegen ist dieses Buch schon schön abwechslungsreich. Neben Erläuterungen und Erklärungen geben sie auch noch tolle und, zum Teil außergewöhnliche, Rezepte aller Art wieder. Man merkt schnell das alle 8 Autorinnen einen irren Faible für diese Küche haben und es genießen ihr Wissen weiterzugeben.

Die Optik und Haptik des Buches ist unheimlich modern und, ich muss schon sagen, jugendlich. Kräuter und Wildpflanzen sollen kein graues und eingestaubtes Thema mehr sein - dieses Buch vermittelt eine wunderbare moderne Art. Dennoch finde ich es ein wenig nachteilig nur auf 12 Pflanzen einzugehen. Es gibt noch so viel mehr! Und gerade der Verlag bietet eine Vielzahl an tollen Büchern zu diesem Thema. Der eine mag es zentriert finden, ich finde es ein wenig einseitig...das kann jeder für sich selbst herausfinden.

Alles in allem ein schönes Buch mit interessanten Themen und Inspirationen, aber für den geübten Gärtner und Garten-Koch wird sich hier keine neue Story auftun. Hier werden Dinge beschrieben die es alle schonmal gab...

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 31.03.2020

Wo kommen die Pflanzen her?

Die unglaubliche Reise der Pflanzen
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Stefano Mancuso lädt uns mit seinem Buch „Die Unglaubliche Reise der Pflanzen“ zu einem ganz besonderen „Reisebericht“ ein. Er hat einen recht flüssigen und verständlichen Schreibstil. Dennoch fand ich ...

Stefano Mancuso lädt uns mit seinem Buch „Die Unglaubliche Reise der Pflanzen“ zu einem ganz besonderen „Reisebericht“ ein. Er hat einen recht flüssigen und verständlichen Schreibstil. Dennoch fand ich die Suche nach den Erläuterungen im Text dann am Ende des Buches zu suchen und zu finden, recht mühsam und es vermindert den Lesefluss ungemein. Er macht Zusammenhänge schlüssig greifbar und man merkt schnell warum, wieso und weshalb alles so seinen Lauf genommen hat. Durch die kleinen Zeichnungen und Bilder, wird die gesamte Geschichte aufgelockert. Das Lesebändchen sowie der Leinen-Buchrücken lassend das gesamte Buch sehr wertig erscheinen. Die großen Gärtner und Pflanzenkenner werden hier keine großen „neuen“ Storys finden, für Anfänger und Leser, die in die Welt der Pflanzen eintauchen wolle, eine sehr gelungene Ausgabe.
4 von 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil