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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2019

Liv Lammers neuer Fall!

Finsteres Kliff
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Die Luft im Februar ist auch auf Sylt unheimlich rau....es gibt besseren Zeiten um auf die Insel zu reisen aber Liv hat einen neuen Fall auf der Insel. Am Morsum-Kliff wurde eine Leiche entdeckt. Das Biikebrennen ...

Die Luft im Februar ist auch auf Sylt unheimlich rau....es gibt besseren Zeiten um auf die Insel zu reisen aber Liv hat einen neuen Fall auf der Insel. Am Morsum-Kliff wurde eine Leiche entdeckt. Das Biikebrennen ist gerade vorbei. Der Tatort gleicht einem Massaker. Das Opfer war Hobby-Archäologe und einem alten Wikinger-Schatz auf der Spur. Ob ihn das in den Tod gerissen hat? Der Himmel verdunkelt sich über Sylt und die Suche nach dem Mörder beginnt!

Endlich! Sabine Weiss hat mit „Finsteres Kliff“ einen neuen Fall für ihre Protagonistin Liv Lammers geschaffen. Und was soll ich sagen? Er ist genial! Liv Lammers treibt nach wie vor ihre eigenen Spielchen und muss immer wieder gehörig aufpassen um nicht erwischt zu werden. Sie spielt nach wie vor gern mit dem Feuer. Die Insel Sylt wird wieder sehr schön und bildhaft beschrieben. Gerade in der dunklen Jahreszeit hat dieser Ort etwas magisches und verzaubert viele Besucher! Ich hatte das Glück diesen Krimi auf der Insel zu lesen und das Flair ist einfach ungebrochen. Sabine Weiss hat wieder sehr viel Potential in ihre Darsteller gepackt. Liv Lammers ist reifer geworden, dass merkt man schnell aber ihren eigenen Dickschädel wird sie nicht mehr wegzaubern. Der gehört zu Liv genau wie die Insel. Der Krimi war wieder wunderbar verwirrend und hat mich als Leser sehr gut unterhalten. Weiss‘ Schreibstil ist wieder klar, rund und selbstbewusst. Auch die Autorin hat ihren Stil verändert, ist bewusster geworden und ist nun mit ihrer Protagonistin gewachsen. Es ist nunmehr der dritte Fall und ich hoffe nicht der letzte. Liv Lammers ist eine meiner liebsten Ermittlerinen. Sie macht was sie will und ist dabei aber auch risikofreudig genug.
Alles in allem ein wunderbar spannender Krimi der einen komplett verwirrt und das Ende eine große Überraschung bietet! So muss Krimi sein!

Deshalb erhält dieses Buch auch eine klare Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 11.03.2019

Wenn Bienen singen

Der Gesang der Bienen
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Schwarzwald, anno domini 1152.
Seyfried ist Zeidler und beschäftigt sich somit mit Bienen und dessen Erzeugnissen wie eben Honig und Wachs. Er lebt mit seiner Frau Elsbeth ein genügsames Leben zudem auch ...

Schwarzwald, anno domini 1152.
Seyfried ist Zeidler und beschäftigt sich somit mit Bienen und dessen Erzeugnissen wie eben Honig und Wachs. Er lebt mit seiner Frau Elsbeth ein genügsames Leben zudem auch seine Bienen gehören. Elsbeth wird eines Tages zum Tode verurteilt und sein Leben gerät dadurch komplett aus den Fugen. Es gibt aber eine Person die ihm und seiner Frau helfen kann: Hildegard von Bingen. Die gewiefte Äbtissin lässt ihr Beziehungen spielen und nimmt sogar den König ein. Friedrich I., besser bekannte als Barbarossa, lässt dabei alle Strippen ziehen...

Ralf Dorweiler hat mit „Der Gesang der Bienen“ wieder einen absolut genialen historischen Roman geschrieben. Seine Geschichte um Protagonist Seyfried ist extrem anschaulich, bildhaft und detailliert beschrieben, so dass man sofort mitten im Geschehen ist. Dorweiler weiß genau wie er seine Leser fesseln kann und nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt ebenso detailreich auch Folter- und Kampfszenen. Wer ein schwaches Gemüt hat, wird sich hieran vielleicht etwas aufregen, aber so war es damals eben zu der Zeit und somit gehört es auch in einen historischen Roman. Je detailverliebter und recherchierter, desto besser kann man sich in diese Zeit hineinträumen. Dorweiler schafft es immer wieder und auch hier wR ich wieder begeistert. Sein Schreibstil ist dabei wunderbar ausgewogen. Nichts wirkt überflüssig, gekünstelt oder gewollt. Er schreibt sehr harmonisch und rund. Ebenso ein Highlight waren die bildhaften Beschreibungen der Landschaft. Da fragt man sich als Leser doch, wir es damals so war im schönen Schwarzwald....wirklich so schön? Geschichten zu Zeiten Barbarossas haben immer wieder einen fesselnden Charakter, so eben auch diese. Hildegard von Bingen hat er wunderbar mit in die Geschichte eingefügt. Wer verschiedene Biografien von ihr gelesen hat, wird feststellen, das Dorweiler hier viel Fingerspitzengefühl gezeigt hat und sie sehr authentisch rüber bringt.
Dieses Roman ist wieder ein kleines All-in-one-Paket: von Abenteuer, bis zu Liebe, Intrigen und Berufsgeschichte ist alles dabei und alles wirkt sehr gut ausgereift. Ralf Dorweiler weiß einfach wie es geht und ich bin restlos begeistert wieder von diesem Roman, der gerade in der heutigen Zeit wo uns das Insekten- und Bienensterben schon vom aufstehen bis ins Bett gehen alltäglich begleitet, doch nochmal ein intensiveres Bild auf diese kleinen Flugkünstler gibt.

Dieses Buch erhält natürlich eine ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 24.11.2018

Die Melodie der Schatten

Die Melodie der Schatten
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Wir befinden uns im Jahre 1837 im schönen Schottland. Fiona Hemington möchte zu ihrer Tante die in den Weiten der Highlands lebt. Ihre Kutsche gerät bei dieser Reise aber in einen fiesen Hinterhalt. Ihre ...

Wir befinden uns im Jahre 1837 im schönen Schottland. Fiona Hemington möchte zu ihrer Tante die in den Weiten der Highlands lebt. Ihre Kutsche gerät bei dieser Reise aber in einen fiesen Hinterhalt. Ihre Angst ist riesig und ihre Kraft gering, dennoch schleppt sie sich mit allerletzter Kraft zu einem Herrenhaus. Aber auch hier scheint der Besitzer nicht so ganz Fiona geheuer zu sein. In den Nächten wird Fiona von dunklen Träumen heim gesucht, Töne, Melodien und Stimme bringen sie fast um den Verstand. Ist dieses Haus etwa verflucht? Eine Suche danach wird mehr als spannend!

Maria W. Peter hat einen neuen Roman geschrieben! Die Freude ist riesig und es hat sich wieder bestätig: sie kann den Leser einfach immer wieder fesseln! Zudem begibt sich Peter auf ein neues ländliches Terrain. Die Reise mit Fiona nach Schottland war bildhaft, spannend, unheimlich, mystisch, neblig trüb, aber auch hier und da voller Sonne und Kraft. Wer die anderen Romane von Maria W. Peter kennt, stellt natürlich hohe Ansprüche, denn Peter weiß genau wie sie Geschichten schreiben muss um uns Leser in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer Protagonistin Fiona hat sie dies wieder hervorragend geschafft. Ihr auf Schritt und Tritt zu folgen war wieder ein Genuss. Sie ist eine besondere Darstellerin in einer besonderen Landschaft die Peter perfekt in Szene setzt. Peter hat wieder extrem detailliert recherchiert und genau das merkt der Leser auf jeder Seite. Sie muss diese Landschaft extrem genossen haben, denn so wie sie sie beschreibt, fühlt man ihre Leidenschaft zu diesem Landstrich. Ihr Schreibstil ist, wie immer, flüssig, rund und klar. Sie weiß an welchen Stellen sie welche Situation am besten hervor bringt und welche Darsteller sie wann lieber im Hintergrund lässt. Sie hat ein absolutes feines Gespür für einen runden Ablauf in ihrer Handlung. Peter hat mit ihrem neuen Roman „Melodie der Schatten“ gezeigt, das sie auch ohne ihre Erfolgsfigur Invita Geschichten schreiben kann. Ich bin wieder restlos begeistert davon und spreche eine klare Leseempfehlung aus. Dieses Buch ist für alle die historische Romane und die Gegend um Schottland mögen, ein absolutes Muss!

Veröffentlicht am 10.05.2018

Die Frau Hofoperndirektorin...oder vielleicht doch einfach nur Alma?!

Die Muse von Wien
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Alma Schindler ist die schönste junge Frau von ganz Wien! Jeder ist ihr verfallen! Sie wird bewundert von allen Seiten. Durch ihre Familie ist sie mit der Wiener High Society tief verwurzelt, kennt viele ...

Alma Schindler ist die schönste junge Frau von ganz Wien! Jeder ist ihr verfallen! Sie wird bewundert von allen Seiten. Durch ihre Familie ist sie mit der Wiener High Society tief verwurzelt, kennt viele bekannte Namen wie beispielsweise Gustav Klimt. Mit ihm erfährt Alma das erste Verliebtsein. Sie verdreht den Männern reihenweise den Verstand. Durch ihre vielen Bekanntschaften wird ihr eines Tages Gustav Mahler vorgestellt. Beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander und die Wiener Boheme steht Kopf. Es gibt dabei nur ein großes Manko! Alma soll für Mahler ihr Leidenschaft zur Musik aufgeben...ein harter Schritt. Ihr Leben und auch ihr Leiden beginnt mit ihrer Ehe. Ihr Familie die langsam zu wachsen beginnt, bekommt derbe Einschnitte. Ebenso Almas Sicht auf sich selbst wird für sie zum Spießrutenlauf! Es muss sich etwas ändern in ihrem Leben...

Caroline Bernard, hinter der sich die Autorin Tania Schlie versteckt hat die Wiener Gesellschaft wunderbar in diesem Roman eingefangen. Ihr Blick auf die berühmten Personen macht neugierig und liest sich zudem unheimlich spannend. Gerade eben durch ihren angenehmen Schreibstil ist man schnell in der Geschichte und in der Welt Alma Mahlers. Man versteht diese Frau als Leserin sofort. Ist irgendwie mit ihr verwandt und hat das Gefühl sie ist wie eine gute Freundin die einem ihr Leben erzählt. Diese ständige Zerrissenheit die Alma begleitet lässt einen als Leser sogar manchmal wütend werden, denn man möchte sie am liebsten schütteln und ihr klar machen das sie auch an sich denken soll. Und genau das tut sie auch irgendwann zum Ende hin des Buches. Anmerken muss ich die verschiedenen Sprünge zwischen den Kapiteln. Gerade noch in Wien und jetzt schon seit 4 Wochen in New York....das fand ich nicht unbedingt harmonisch. Ebenfalls die recht eintönige Stimmung ab der Hälfte des Buches....hier wusste ich nicht warum die Autorin nicht mal auf den Punkt kommen will? Es passt schon alles um Alma zu verstehen aber man hätte es wohlwollender und runder gestalten können. Denn gerade zum Schluss fesselt die Geschichte unheimlich und diese abrupten Wechsel zwischen den Orten lassen vermuten das der Autorin die restlichen Seite noch eben schnell füllen muss. Hier hätte ich mir mehr Gefühl gewünscht. Schön war der leichte Lokalkolorit zu Wien. Wer die Stadt kennt, wird sich hiermit wohl fühlen und wer nicht, wird sie unbedingt besuchen wollen. Alma Mahler wird auch im Nachwort wunderbar kurz behandelt. Eine sehr interessante Sicht wird auf sie geworfen und sie wird als Femme fatale bezeichnet. Sie wusste das sie schön war und vielleicht hat sie es auch ausgenutzt....Nichtsdestotrotz ist diese Geschichte wunderschön zu lesen und vor allem gewährt sie einen großen Einblick in das Leben des großen Musik-Genies Gustav Mahlers. Klare Leseempfehlung für alle Klassikliebhaber und Wien-Verrückte!

Veröffentlicht am 26.05.2019

Mein böser Mitbewohner im Kopf...

Introvision bei Kopfschmerzen und Migräne
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Wer an Migräne leidet, klammert sich an jeden Strohhalm der einen irgendwie zur Besserung, Milderung der fiesen Schmerzen hilft. Migräne ist ja eine „Krankheit“ die viele Wissenschaftler bereits zur Verzweiflung ...

Wer an Migräne leidet, klammert sich an jeden Strohhalm der einen irgendwie zur Besserung, Milderung der fiesen Schmerzen hilft. Migräne ist ja eine „Krankheit“ die viele Wissenschaftler bereits zur Verzweiflung bringen. Es ist ein Krankheitsbild was noch nicht zu 100% erklär- und heilbar ist. Wer bereits Patient beim Neurologen ist, hat schon ein wenig Hintergrundwissen wie eine Migräne entsteht und was sie im Kopf auslöst. Eventuell wird man noch medikamentös eingestellt. Da es aber auch dabei immer wieder zu Attacken kommen kann, wird man schnell nach weiteren Methoden und Mitteln suchen die einen helfen könnten.
Monika Empl, Petra Spille und Sonja Löser erklären in ihrem Buch das Thema „Introvision“. Dabei handelt es sich um eine Methode der mentalen Selbstregulation. Erstmal klingt das Thema recht spirituell, aber es ist wissenschaftlich belegt und ganz ehrlich, kann es schaden, mal in sich hinein zuhören und vor allem die Zeichen im Inneren zu erkennen und auch einzuschätzen?! Eben...es kann nicht schaden....ganz im Gegenteil! Bei der Introvision geht man davon aus, innere Konflikte die durch Stress etc. entstehen, zu mindern/zu lösen/zu beheben.
Die drei Damen erklären sehr sachlich und speziell wie solche Achtsamkeitsübungen aussehen sollen, was sie bewirken und warum sie wirken sollen. Die detaillierten Beschreibungen sind sehr gut nachvollziehbar und schnell einprägsam. Dieses Buch biete viele Hintergrundinformationen aber eben auch praktische Übungen. Besser kann es doch gar nicht sein! Die Autorinnen wissen genau was der Leser wissen sollte, kein großes Umschreiben von Dingen etc. - alles wird hier direkt auf den Punkt gebracht.
Den Erfolg der Übungen sollte jeder Migränepatient für sich in aller Ruhe bei einem Schub testen....bitte nicht die Hoffnung aufgeben wenn es gleich nicht klappt. Eine andere Übung hilft dann vielleicht besser. Ich für mich bin schwer begeistert! Trotz einer sehr guten medikamentösen Einstellungen erlebe ich immer wiedermal einen Schub (ausgelöst durch verschiedene Trigger die zufällig einen begegnen) und die Übungen helfen dabei die Schmerzen sinnig in den Griff zu bekommen. Dennoch habe ich immer mein Medikament dabei - sicher ist sicher!

Dieses Buch ist sehr lesenswert für alle Migränepatienten!