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Veröffentlicht am 19.04.2021

Der Aufbau eines Imperiums

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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Klappentext:
„Metz, Elsass-Lothringen, 1908: Emma möchte mehr im Leben erreichen, als Ehefrau und Mutter zu sein. Am liebsten würde sie in Straßburg studieren. Stattdessen soll sie mit dem Sohn des Fuhrunternehmers ...

Klappentext:
„Metz, Elsass-Lothringen, 1908: Emma möchte mehr im Leben erreichen, als Ehefrau und Mutter zu sein. Am liebsten würde sie in Straßburg studieren. Stattdessen soll sie mit dem Sohn des Fuhrunternehmers Seidel verkuppelt werden. Emma und Carl sind einander - zu ihrer eigenen Überraschung - sofort sympathisch. Emma ist von Carls Leidenschaft für Aromen und Düfte begeistert und ermutigt ihn, seine eigene Senffabrik zu gründen. Und auch Emmas Unternehmerinnengeist ist geweckt. Während er die Vorbereitungen trifft, lässt Carl Emma an allen Entscheidungen teilhaben, fragt sie um Rat. Aber liebt sie Carl wirklich? Und warum ist sie so fasziniert von Carls Freund Antoine? Mit seinem Charme droht er einen Keil zwischen Emma und Carl zu treiben.“

Neben vielen anderen Themen für Trilogien war Senf bisher noch nicht dabei und somit gibt Autorin Clara Langenbach eben hier ihren Senf dazu. Ihre Geschichte um Emma und Carl ist sehr gut aufgemacht. Die Anfänge rund um Emma sind für den Leser wunderbar bildhaft und detailliert beschrieben ohne langweilig zu sein. Auch die Zeit war eine andere als im Hier und Jetzt - die Welt schlummert seelenruhig vor dem Ersten Weltkrieg und andere Dinge sind Zankapfel oder Streitobjekt. Bei Emma ist es eindeutig die Selbstbestimmung ihrer Person. Man spürt regelrecht ihren Drang nach Wissen und nach mehr, aber wie gesagt, die Zeit war eine andere und hat die Damenwelt damals nicht gerade wohl bedacht. Die Verbandelung mit Carl ist dagegen schon ein echter Knaller. Eigentlich liebt sie ihn gar nicht so wie es von ihr erwartet wird, aber sie finden sich dennoch sympathisch und geben sich den nötigen Rat und die Hilfe die ein Paar eben zusammen braucht. Man könnte meinen, das beide sich diese Situation sehr gut zurecht legen, aber....nun kommt das ABER... Ist da nicht doch vielleicht Liebe im Spiel? Genau dieser Part lässt natürlich einen Lesesog entstehen und die Protagonisten machen es einem auch sehr leicht sie zu mögen. Langenbach hat mit ihrem flüssigen und bildhaften Schreibstil einen richtig starken und von der ersten bis zur letzten Seite sehr respektablen Start für ihre Trilogie geschaffen. Es wird sehr schwer, bis fast unmöglich dies noch zu toppen. Der Verlauf der Geschichte ist rund, flüssig, es gibt Darsteller die man mag und welche die man gleich wieder loswerden möchte, es gibt einen sehr feinstimmigen Spannungsbogen und eben mal ein anderes Thema als immer nur Düfte, Bücher, Kekse, Blumen - hier geht es um Senf! Die historischen Aspekte sind zudem auch noch erwähnenswert, denn Langenbach beweist gekonnt, wie gut man Geschichte und Fiktion sehr geschmackvoll zusammen verbindet ohne dabei abzuschweifen.
Ich freue mich jetzt schon auf Teil 2 und vergebe für Teil 1 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 18.04.2021

Eines meiner liebsten Kochbücher

Eine Freundschaft - 100 Rezepte
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Klappentext:
„Was verbindet die Spitzenköche Eckart Witzigmann und Johann Lafer? Natürlich die Liebe zum Kochen, zum Genuss und zu exzellenten kulinarischen Kreationen. Was aber kaum jemand weiß: Als der ...

Klappentext:
„Was verbindet die Spitzenköche Eckart Witzigmann und Johann Lafer? Natürlich die Liebe zum Kochen, zum Genuss und zu exzellenten kulinarischen Kreationen. Was aber kaum jemand weiß: Als der damals zwanzigjährige Jungkoch Lafer beim großen Witzigmann eine seiner ersten Stellen antrat, begann auch die besondere Freundschaft der beiden Männer. In ihrem ersten gemeinsamen Kochbuch sind daher nicht nur die besten Rezepte dieser besonderen Lehrer-Schüler-Beziehung versammelt, sondern auch Anekdoten aus 100 Jahren Küchenerfahrung, auf die beide gemeinsam zurückblicken können. Besondere Würze erhält dieser Blick hinter die Kulissen durch Diskussionen über unterschiedliche Küchenprinzipien und kulinarische Weiterentwicklungen.“

Vorab: wir lieben Sterneküche und Spitzengastronomie, genießen gute Weine und zelebrieren solche Abende im Restaurant oder eben jetzt auch zu Hause, weil es für uns einfach Seelenfutter ist. Wer dies ebenfalls schätzt und selbst gerne kocht und auch gern aufwendige Dinge versuchen will bzw. anspruchsvollere Küche liebt, wird hier genau richtig sein. Credo hier: man muss kein Profi sein, aber es beflügelt, wenn man diese Köstlichkeiten hier nachkocht und feststellt, das es ein Knaller für Gaumen und Seele war...und das man es geschafft hat!
Wer ein Kochbuch von Lafer und Witzigmann in der Hand hat, weiß eigentlich worauf er sich einlässt - Spitzenküche auf Sterneniveau. Hier findet man keine Rezepte zu Erbseneintopf oder Bratwurst mit Sauerkraut, hier gibt es Wirsing-Cannelloni mit Pfifferlingen oder Gedämpfte Seezungenröllchen mit Zitronengras auf Sesam-Spargel-Spinat-Gemüse und süßscharfer Apfel-Curry-Sauce nur mal so als Beispiel. Das Schöne an diesem Kochbuch neben der persönlichen Einleitung der Beiden und ihrer Geschichte ist, dass die (anspruchsvollen) Rezepte wahrlich nachzukochen sind. Ich habe bereits fast das gesamte Kochbuch durch und bin wirklich restlos begeistert. Vorweg, die Rezeptideen sind nach Jahreszeiten angeordnet, was wirklich abwechslungsreich und verführerisch ist. Die Rezepte an sich sind leicht verständlich für den Gourmet-Gaumen, auch was die Zutatenlisten betreffen. Fast immer findet man im Supermarkt alles für die Rezepte und wenn mal etwas nicht aufzutreiben ist, muss man eben das liebe Internet um Rat bitten. Hier geht das zelebrieren des Kochens ja bereits los. Die Jahreszeiten sind zudem auch nochmal sehr sanft in Vorspeise, Hauptgang und Dessert unterteilt so das man ganz fix ein 3-Gang-Menü selbst kreieren kann. Auch ist für jeden Fan etwas dabei - egal ob Fisch, Fleisch, Wild, hier wird jeder fündig. Kleine Tipps am Ende der Rezepte sind immer hilfreich gewesen. Ich kann nur jedem Nachkocher ans Herz legen sich die Rezepte vorher immer gut durchzulesen, die Zutaten in aller Ruhe zu besorgen und auch so manchen Gang vorzubereiten. Als Beispiel: Desserts lassen sich hier sehr gut vorbereiten und am Tag des Genusses dann ratzfatz anrichten. Generell klingen einige Rezepte erstmal verdammt kompliziert, sind sie aber an sich nicht, wenn man sich ein wenig Mühe gibt und sich die Schritte vorher auch mal überlegt. Ein einfaches loskochen ist hier nicht ganz möglich, aber das ist bei Lafer und Witzigmann ja auch nicht vorgesehen. Ich muss gestehen, das die meisten Rezepte wirklich grandios sind und uns unheimlich klasse geschmeckt haben. Man ist dann selbst über sich überrascht, das man so etwas selbst hinbekommen hat! Auch wenn die Optik manchmal nicht ganz so perfekt ist wie auf den Bildern aber dafür sind wir ja nun eben auch keine Profiköche...
Dieses Kochbuch ist für Feiertage oder besondere Feste jetzt immer mein ständiger Begleiter und ich vergebe sehr gern 5 von 5 Sterne dafür!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 18.04.2021

Mal ein anderer Weg zu reisen

Abenteuer Schiffsreisen
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Klappentext:
„Reisen auf dem Meer, auf Seen oder Flüssen sind traumhaft, wenn der Wind um die Nase weht und das Abenteuer mitfährt. Und am schönsten ist es in einer Umgebung, in der man Reisender ist. ...

Klappentext:
„Reisen auf dem Meer, auf Seen oder Flüssen sind traumhaft, wenn der Wind um die Nase weht und das Abenteuer mitfährt. Und am schönsten ist es in einer Umgebung, in der man Reisender ist. Dieser Band bringt Inspiration pur für alle, die statt All inclusive, Captain's Dinner und Außenkabinen mit Balkon das echte Abenteuer suchen.
Auf Postschiffen, Fähren, Versorgungs- und Frachtschiffen zu atemberaubenden Zielen...“

Für uns war diese Art von Reisen nichts Neues, denn einige unserer Familienmitglieder sind bereits öfters auf Frachtern o.ä. unterwegs gewesen. POLYGLOTT hat mit diesem aussagekräftigen Buch es geschafft, die verschiedenen Möglichkeiten perfekt zusammen zufassen. Egal ob Frachter, Postschiff o.ä. (jedenfalls nur eben keine typischen Kreuzfahrtschiffe) werden hier sehr interessant und ausführlich beleuchtet. Ein großes Plus, es werden auch Details deutlich, die man keineswegs unterschätzen bzw. vergessen sollte bei Reiseantritt. Hier ist Vorbereitung alles!
Das Buch ist an sich auch schön stimmig aufgemacht. Bilder und Text geben sich sehr gut die Waagschale und übertönen sich nicht gegenseitig. Um einen Einblick zu bekommen, wie so eine Reise abläuft und was es auch kostet, ist dieses Buch ein sehr guter Berater!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.04.2021

Dieses Buch spiegelt Mahler nicht gerecht wider

Der letzte Satz
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Klappentext:

„An Deck eines Schiffes auf dem Weg von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler. Er ist berühmt, der größte Musiker der Welt, doch sein Körper schmerzt, hat immer schon geschmerzt. Während ...

Klappentext:

„An Deck eines Schiffes auf dem Weg von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler. Er ist berühmt, der größte Musiker der Welt, doch sein Körper schmerzt, hat immer schon geschmerzt. Während ihn der Schiffsjunge sanft, aber resolut umsorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er manchmal noch zu sehen meint. An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er längst verloren hat. Es ist seine letzte Reise.“



Mahler war ein ganz besonderer Künstler seiner Zeit und ich verehre seine Musik sehr. Wer sich in der Musikwelt ein wenig auskennt, wird schnell feststellen, das Mahler früher gern verkannt wurde und er es nicht immer leicht hatte, er musste für seine Werke kämpfen, auch für seine Lieben. Erfolgsautor Robert Seethaler hat sich Mahlers angenommen, aber ganz ehrlich, das war nicht so ganz der „Seethaler“ den ich kenne. In einigen Dinge beleuchtet er Mahler recht blass, wo es gar nicht gut tut und andere Dinge beleuchtet Seethaler wieder viel zu ausführlich, die überflüssig sind. Wie gesagt, als Kenner Mahlers verstimmen mich auch einige Parts, denn das hatte ich anders in Erinnerung. Bei so berühmten Menschen sollte man die künstlerische Freiheit ganz weit hinten anstellen. Seethaler nimmt Punkte mit dazu oder lässt hier und da etwas weg und das zieht sich durch das gesamte Buch. Man könnte meinen es sei Absicht...Mahler wird hier nicht gerecht widergespiegelt.

Schade aber mehr als 2 Sterne kann ich hier nicht vergeben.

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Veröffentlicht am 17.04.2021

Der letzte Prinz

Der letzte Prinz
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!3,5 Sterne!

Klappentext:
„Sizilien, 1955: Giuseppe Tomasi ist der Letzte im Geschlecht der Lampedusa. Melancholisch streift er durch das staubige Palermo, vorbei an den Palazzi seiner Vorfahren, von ...

!3,5 Sterne!

Klappentext:
„Sizilien, 1955: Giuseppe Tomasi ist der Letzte im Geschlecht der Lampedusa. Melancholisch streift er durch das staubige Palermo, vorbei an den Palazzi seiner Vorfahren, von Café zu Café, und ignoriert seine prekäre finanzielle Situation. Als bei ihm ein Lungenemphysem diagnostiziert wird, reift in Tomasi ein Plan: Im Angesicht des eigenen Todes und des Todes einer ganzen Welt, beschließt er, etwas Bleibendes zu schaffen. Der 59-Jährige schreibt den weltberühmten Roman ›Der Leopard‹.“

Die Geschichte um den „letzten Prinzen“ des Geschlechts der Lampedusa hat eigentlich ein unheimliches großes Potential, welches hier in meinen Augen deutlich verschenkt wurde. Autor Steven Price bekommt durch den Roman „Der Leopard“ eine sehr ausführliche Geschichte vorgelegt, die den Autor, den er hier in seinem Buch beschreibt, extrem gekonnt durchschauen lässt. Price schreibt eine Art Biografie mit ein wenig Roman-Wirkung. Sein Wort- und Sprachstil sind dabei passend und ausdrucksstark gewählt. Dennoch gibt es hier und da Länge, die überhaupt nicht sein müssten und auch einige Stellen an denen sich Price richtig verzettelt im Erzählfluss. Gerade weil ich den Roman „Der Leopard“ kenne, war die eigentliche Entstehungsgeschichte dahinter und den Autor an sich eine spannende Idee, nur leider, war für meine Begriffe, hier kein Punkt dabei der mich richtig gefesselt hätte. Wie einige Leser schon angemerkt haben, ist gerade der letzte Part des Buches eher eine Art „Notlösung“. Bei so einer Geschichte und so einem „Künstler“ hätte ich doch etwas mehr Fingerspitzengefühl erwartet.
Wer „Der Leopard“ gelesen hat, erfährt mehr über Tomasi als hier - denn da stecken die Details zwischen den Zeilen...Er war halt nunmal „Der letzte „Prinz““ der auf Krampf ein Erbe für die Menschheit hinterlassen wollte...in den Gedanken dazu, es könnte eine Erinnerung an ihn sein.
3,5 von 5 Sterne von mir.

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