Cover-Bild Das zwölfte Haus
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27,00
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  • Verlag: Karl Rauch Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783792002957
Malin C. M. Rønning

Das zwölfte Haus

Andreas Donat (Übersetzer)

Ein dunkler Diamant
Molli ist zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder in ihrer Heimatstadt. Ihr Bruder Bill liegt im Koma, nachdem er schwer verletzt neben der Leiche seines Freundes Ib gefunden wurde.
An Bills Bett sitzend, erinnert sich Molli an ihre Kindheit. Alles beginnt viele Jahre zuvor, als ihre Mutter Karla sich in Frank verliebt und mit ihm zusammenzieht, zusammen mit Molli und Bill. Von einem Tag auf den anderen wird ihr relativ armes, aber ansonsten normales Leben durch das strenge Regime des kontrollsüchtigen, tyrannischen Frank ersetzt.
Als Karla und Frank über den Sommer verreisen und die Kinder unter der unfähigen Aufsicht ihres Onkels zu Hause zurücklassen, treten Chaos und die Gefahren uneingeschränkter Freiheit an die Stelle rigider Kontrolle.
Eindringlich und zart beschreibt Malin C. M. Rønning diese Sommerwochen in Rückblenden der erwachsenen Molli, deren ungesicherte Umgebung und ihren Willen, sich hieraus zu befreien.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

UNglaublich intensiv ...

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DAS ZWÖLFTE HAUS
Malin C. M. Rønning
ET: 17.03.26
Molli erreicht ein Anruf ihrer Mutter: Ihr Bruder Bill ist schwer verletzt an einem Fluss aufgefunden worden und liegt seitdem im Koma, sein Freund Ib ...

DAS ZWÖLFTE HAUS
Malin C. M. Rønning
ET: 17.03.26
Molli erreicht ein Anruf ihrer Mutter: Ihr Bruder Bill ist schwer verletzt an einem Fluss aufgefunden worden und liegt seitdem im Koma, sein Freund Ib lag tot neben ihm.
Molli nimmt kurzerhand Urlaub und reist zurück in die Stadt, in die sie als Zehnjährige gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Mutter zog – in das blaue Haus, das Frank gehörte, dem neuen Freund ihrer Mutter. Ein Mann, der keine Kinder mochte und sie demütigte und drangsalierte. Ihre Mutter hingegen wollte das Gute in ihm sehen und stellte sich nicht schützend vor ihre Kinder. Molli nimmt uns mit zurück in dieses Haus, in dem sie und ihr Bruder Vernachlässigung erfahren mussten.

Dieses Buch schmerzt. In Rückblicken erzählt Molli von ihrem ersten Sommer – von insgesamt sechs –, den sie bei dem neuen Freund ihrer Mutter verbrachte. Wir begleiten das junge Mädchen dabei, wie sie wächst, an Stärke gewinnt, aber auch, wie sie ihre unbeschwerte Kindheit verliert und sich immer mehr in sich selbst zurückzieht.

Fazit:
Ein unglaublich intensives und fesselndes Buch, das tief unter die Haut geht. Ich habe es sehr gern gelesen und empfehle es euch von Herzen weiter. Besonders hervorheben möchte ich auch das wunderschön gestaltete, hochwertige Cover – die Bücher aus dem Karl Rauch Verlag sind einfach immer ganz besonders und diese matte Eleganz fühlt sich wunderbar an.
5/5

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Richtig toll

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Molli sitzt am Krankenbett ihres Bruders Bill. Er liegt im Koma und Molli wartet, dass er wieder aufwacht. Dabei erinnert sie sich an ihre Kindheit und ganz besonders an einen Sommer, der so viel verändert ...

Molli sitzt am Krankenbett ihres Bruders Bill. Er liegt im Koma und Molli wartet, dass er wieder aufwacht. Dabei erinnert sie sich an ihre Kindheit und ganz besonders an einen Sommer, der so viel verändert hat. Sie lebte damals mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und deren Freund Frank zusammen. Frank waren die Kinder zu viel. Sie mussten gehorchen und still sein. Die Mutter war da auch keine große Hilfe. Als Frank für eine Weile woanders arbeiten muss, geht die Mutter mit und überlässt die Kinder sich selbst.

Ein sehr eindringlicher Roman über Kindheit und Vernachlässigung. Aber auch über ein Mädchen, das über sich selbst hinauswächst und eine große Widerstandskraft entwickelt. Durch Frank herrscht im Haus immer eine angespannte Atmosphäre, niemand weiß, was als nächstes passiert. Er kontrolliert die Mutter und auch die Kinder. Durch den Weggang der beiden haben die Kinder auf einmal eine unheimliche Freiheit, die ganz krass im Gegensatz zur Kontrolle des Stiefvaters steht. Die Stimmung ist durchgehend beklemmend und auch ich hatte Angst, was als nächstes passiert. Bruder Bill darf im Keller wohnen, aber er ist selten bei der Familie. Die Kinder hatten keine Stütze, waren auf sich gestellt. Die Mutter war damit beschäftigt für Frank alles richtig zu machen. Sie selbst ist ähnlich aufgewachsen. Traurig und verstörend wirkte die Geschichte auf mich, großartig erzählt. Der Roman wird definitiv noch sehr lange in meinem Kopf bleiben. Es arbeitet nach. Doch es gibt auch Hoffnung. Molli entwickelt eine große innere Stärke und hat immer mehr den Wunsch sich aus diesem Leben zu befreien.

Ein tiefgründiger, beklemmender und intensiver Roman für Leser von psychologisch geprägten Geschichten. Hat mir richtig gut gefallen (wenn man das bei dem Thema überhaupt so schreiben kann). Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

hart aber lesenswert!

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„Denn wenn es einem als Kind nicht gut geht, wird man ein ängstlicher erwachsener, und wenn man Angst hat, wird man wütend. Frank muss üben, nicht so schnell wütend zu werden, also ist es doch gut, dass ...

„Denn wenn es einem als Kind nicht gut geht, wird man ein ängstlicher erwachsener, und wenn man Angst hat, wird man wütend. Frank muss üben, nicht so schnell wütend zu werden, also ist es doch gut, dass wir da sind, damit er üben kann, findest du nicht?“ Seite 99

INHALT
Dieses Buch ist wie ein Gespräch über erste Themen. Molli, heute erwachsen, blickt auf ihr Leben zurück und berichtet von ihrer Kindheit. Eine Kindheit geprägt durch dysfunktionalen Familienstrukturen und emotionaler Vernachlässigung. Als Mollis Bruder im Koma liegt, kommen die Erlebnisse der Vergangenheit mit voller Wucht zurück. Eine Kindheit voller schweigen und Hinnahme. Die Mutter zieht mit beiden Kindern bei Frank ein. Was zu Beginn ganz harmonisch wirkt, entwickelt sich zu einer Katastrophe. Denn Frank mag die Kinder nicht, alle er mag vieles nicht.

„So redest du nicht in meinem Haus, du wirst verdammt noch mal Respekt zeigen, du wirst deine hässliche Fresse halten. Jetzt steht er direkt vor mir. Wo liegt die Grenze zwischen Angst und Verachtung?“ Seite 270

EINDRUCK UND FAZIT
Dieses Buch habe ich mit feuchten Händen gelesen, von Seite 1 an. Man erwartet über das gesamte Buch eine dramatische Entwicklung, die ausbleibt, was dem Buch aber dennoch absolut keine Leichtigkeit vermittelt. Im Gegenteil - es bleibt hart und roh. Eine Kindheit, die man keinen wünscht. Ein beeindruckendes, sehr lesenswertes Buch!

„Frank sagt ihr, sie solle das Maul halten. Sie hält das Maul nicht. Er sagt es wieder und wieder, er wird knallrot und Gesicht. Carla schreit zurück. Bald ist alles nur noch Gebrüll, dann hebt er den Teller hoch. Ich drucke mich, als er den Teller gegen die Wand hinter mir schleudert.“ Seite 54

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Verstörend

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Mollis Haus steht kurz vor dem Fjord. Fünfunddreißig Quadratmeter für sie und ihren Hund. Es ist das zwölfte Haus, in dem sie wohnt, diesmal allein. Sie wird bald dreißig, arbeitet in einem Pflegeheim. ...

Mollis Haus steht kurz vor dem Fjord. Fünfunddreißig Quadratmeter für sie und ihren Hund. Es ist das zwölfte Haus, in dem sie wohnt, diesmal allein. Sie wird bald dreißig, arbeitet in einem Pflegeheim. Die Tote vor ihr ist erst gestern eingeliefert worden und hörte in der Nacht auf zu atmen. Molli zündet fünf Kerzen an und öffnet das Fenster.

An ihrem sechzehnten Geburtstag ist sie mit zwei Pappkartons und einer Decke ausgezogen. Sie fuhr mit dem Bus zur eigenen Wohnung, schloss auf, legte sich auf den Fußboden, zog die Decke über sich und schlief bis zum nächsten Abend.

Sie sitzt auf der Bank vor dem Pflegeheim, als Karla anruft. Sie geht nicht gleich ran. Karla ruft selten an, meistens ist es Molli und dann gibt Karla sich so, als würde sie stören, als hätten sie gerade erst telefoniert, dabei ist es schon vier Monate her.

Karla kann ihre Aufregung kaum verbergen: „Sie haben Bill und Ib am Fluss gefunden. Zwischen Ibs Zehen steckte noch die Spritze. Beide hatten blutige Gesichter. Bill liegt im Krankenhaus und atmet trotz gebrochener Rippen. Sie wissen nicht, ob er wieder aufwachen wird.

Es gibt viele Arten von Gewalt, man kann einen ganzen Strauß davon abbekommen. S. 18

Karla wurde von einem fürchterlichen Mann erwählt: Sein Blick, wenn Mollis Gabel beim Abendessen versehentlich über den Teller kratzte, seine flache Hand, die auf den Tisch krachte, die Stille davor und danach, der Puls an seinem Hals.

Fazit: Malin C.M. Rønning erzählt eine düstere Familiengeschichte aus Sicht der zehnjährigen Molli. Ihre Mutter Karla träumt von einer Fußbodenheizung, einer Wäscheleine ganz für sich und Ruhe im Haus, denn Karla verdient ihr Geld nachts. Der kontrollsüchtige Frank kann ihr das bieten und so zieht sie mit ihren Kindern Molli und Bill in ein abgelegtes Industriegebiet in Franks blaues Haus. Der sechzehnjährige Bill bewohnt den ausgebauten Keller, die anderen leben oben. Schnell wird klar, dass Frank keine störenden Kinder mag. Als Karla Frank für vier Wochen zu einem Job begleitet, beauftragt sie ihren Bruder Dan, auf die Kinder aufzupassen und schon bald laufen die Ereignisse aus dem Ruder. Die Gewaltherrschaft durch Frank und einige andere Vorkommnisse verunsichern Molli tief, die sich zunehmend zurückzieht. Es ist tragisch zu sehen, wie Karla an diesem Mann festhält, der völlig unzulänglich ist. Wie sie sich die Dinge schönredet. Eine Weile macht es den Anschein, als wäre sie eine liebevolle Mutter, doch tatsächlich will sie stets für gute Stimmung sorgen und alle bei Laune halten vor allem Frank, der unter der Oberfläche immer brodelt. Der Autorin ist eine Geschichte gelungen, die unangenehm und verstörend ist. Molli sieht Dinge, die selbst bei mir, einer Erwachsenen, Albträume hervorrufen würden, ganz abgesehen von dem Mangel an Fürsorge, Struktur und Verlässlichkeit. Für alle, die psychologisch tiefgreifende Plots mögen. Erinnert am ehesten an „An Rändern“ von Angelo Tijssens.

Muss ich erwähnen: Das Cover fühlt sich an wie Wachs und ist haptisch vergnüglich.

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Gewaltige Liebe

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Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach ...

Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach war. Geprägt von Gewalt und Vernachlässigung stellt sich Molli ihren Dämonen und erkennt, dass sie stärker ist als sie dachte.

»Wenn ich sie ertragen soll, muss die Gewalt gleichmäßig verteilt werden, das habe ich mir vorgenommen. Die Gewalt hat keinen Anfang, es gibt keinen Punkt, an dem sie zum ersten Mal auftritt.« (Seite 18)

Die ersten Seiten gestalteten sich für mich schwierig, was daran lag, dass Molli partout nicht den Elefanten im Raum benennen wollte und lieber von Thema zu Thema sprang, um die Vergangenheit noch ein bisschen außen vor zu lassen. Man kann sich vor der eigenen Geschichte jedoch nicht drücken und so gelangten wir schließlich an den Anfang, Molli genauso wie ich.

»Wenn ich mir einen Anfang aussuchen muss, dann soll es dieser sein: Karla wird von einem fürchterlichen Mann erwählt. So ist es.« (Seite 25)

Das Protokoll einer Kindheit, die keine schöne war, stilistisch eigenwillig und nicht immer einfach zu verstehen, berührte mich die Erzählung von Molli dennoch sehr. Es gab viele Sätze, die wie Kanonenkugeln waren, viele Absätze trafen mich mitten ins Herz. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer schönen Sprache belohnt, auch wenn die Geschichte insgesamt nicht leicht zu ertragen war. Lesenswert.

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