Der neue Roman der Weltbestsellerautorin und British-Book-Award-Gewinnerin Asako Yuzuki!
Ein Roman über Besessenheit, Freundschaft und das langsame Zerfallen zweier Leben.
Eriko hat einen prestigeträchtigen Job in einer Handelsfirma und ein makelloses Leben, doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine alles verzehrende Einsamkeit. Sie ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die wie eine Katze in den Tag hineinlebt und in ihrem Lifestyle-Blog »Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau« von ihrem hausfrauenunüblichen Alltag berichtet. Als die beiden sich zufällig kennenlernen, entsteht eine besondere Verbindung, die jedoch eine toxische Wendung nimmt, als Shoko plötzlich aufhört zu bloggen und verschwindet. Sie geraten in einen Strudel der Besessenheit, der eine Spur der Verwüstung hinterlässt.
»Tokyo Girls Club« ist ein kühner Roman, fesselnd und mit psychologischem Tiefgang.
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Für mich war es das erste Buch der Autorin und es hat mich total gefesselt. Die Charaktere und ihre Entwicklung fand ich sehr gut geschildert, die Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar und glaubwürdig. ...
Für mich war es das erste Buch der Autorin und es hat mich total gefesselt. Die Charaktere und ihre Entwicklung fand ich sehr gut geschildert, die Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar und glaubwürdig. Da die Geschichte in einer anderen Kultur spielt, fand ich es umso bemerkenswerter, dass sich alles so stimmig angefühlt hat. Nebenbei erfährt man noch einiges über die japanische Kultur, aber mit den Hauptmotiven, Freundschaft, Konkurrenz, Besessenheit, Social Media und Familie wird der Plot eindringlich und universell. Es gab durchaus auch überraschende Entwicklungen, die dennoch gut zu den Charakteren gepasst haben. Die Personenanzahl ist überschaubar, so dass ich nie den Überblick verloren habe. Die Spannung entsteht aus der psychologischen Entwicklung der Hauptcharaktere, die sehr gut getroffen wurde. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und das Buch hat sich gut und flüssig lesen lassen. Mich hat dieses Buch angenehm überrascht und ich empfehle es gerne weiter.
Der Erste ins Deutsche übersetzte Roman „Butter“ von Asako Yuzuki hat sich sehr erfolgreich verkauft und kam sowohl im Feuilleton als auch bei seinen Leserinnen sehr gut an. Auch bei mir hatte der gesellschaftskritische ...
Der Erste ins Deutsche übersetzte Roman „Butter“ von Asako Yuzuki hat sich sehr erfolgreich verkauft und kam sowohl im Feuilleton als auch bei seinen Leserinnen sehr gut an. Auch bei mir hatte der gesellschaftskritische und sinnliche kulinarische und krimiähnliche Roman nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Keine Frage, dass ich mehr von der japanischen Schriftstellerin lesen wollte. Jetzt ist endlich ein weiterer Roman auf deutsch erschienen, übersetzt von Ursula Gräfe, die bereits „Butter“ ins Deutsche übertragen hatte. „Tokyo Girls Club“ erschien in Japan allerdings bereits 2015, so kann ich also nicht vom „neuen“ Roman von Yuzuki sprechen.
Das macht aber gar nichts, denn „Tokyo Girls Club“ war ein Roman genau nach meinem Geschmack und ich habe es sehr geliebt! Anders als der Titel vermuten lässt, ist „Tokyo Girls Club“ ein Roman mit sehr großer psychologischer Tiefe, der sich sehr viel Zeit für die Psychogramme und die Entwicklung seiner Figuren nimmt.
Yuzuki stellt in ihrem Roman zwei sehr unterschiedliche Frauen einander gegenüber: da ist auf der einen Seite die beruflich sehr erfolgreiche und makellos wirkende Eriko, die ein sehr kontrolliertes, aber einsames Leben führt. Sie stammt aus einem gesellschaftlich und finanziell gut aufgestellten Haus und wohnt noch immer bei ihren Eltern, die sie liebevoll umsorgen. Als einziges frivoles Laster verfolgt sie gerne einen Hausfrauenblog (die scheinbar zu dieser Zeit in Japan sehr beliebt und erfolgreich waren) und weiß über jede Gewohnheit der Erstellerin Bescheid.
Es ist der Blog von Shoko, einer „faulen“ Hausfrau, die den Blog zum Zeitvertreib führt. Sie kokettiert dort mit ihrer Unfähigkeit zu kochen und mit ihrer Nachlässigkeit in der Haushaltsführung. Sie kommt aus einem schwierigen Elternhaus und wird finanziell von ihrem Mann unterhalten, mit dem sie ein unaufgeregte, aber auch liebevolle Ehe führt.
Auch sie hat keine Freundinnen und sehnt sich insgeheim nach mehr sozialen Kontakten.
Als sich die beiden Frauen im echten Leben zufällig kennenlernen, entsteht trotz ihrer Unterschiede eine scheinbar magische Verbindung und sie fühlen sich gegenseitig gesehen.
Vor allem bei Eriko löst dieser eine gemeinsam verbrachte Abend den tiefen Wunsch nach einer besten Freundin aus und glaubt, diese endlich in Shoko gefunden zu haben.
Denn eine beste Freundin wäre das letzte Puzzlestück, das ihr noch zu einem perfekten und erfüllten Leben fehlen würde.
Doch beide Frauen haben es aus verschiedenen Gründen nie richtig gelernt, sich empathisch in andere hineinzuversetzen und sozial angemessen zu agieren.
Diese toxische Kombination setzt eine ungute Kaskade von Entwicklungen in Gang…
Ich war so fasziniert von Erikos und Shokos Geschichte, dass der Roman für mich wirklich unglaublich spannend war. Yuzuki hat so eine glasklare und unumwundene Art zu erzählen, die mir schon in „Butter“ aufgefallen ist und mir sehr japanisch vorkommt. Überhaupt faszinierte mich dieser intime Blick in die japanischen Klassen- und Gesellschaftsstrukturen, der „Tokyo Girls Club“ mir ermöglichte. Die soziale und gesellschaftliche Bedeutung von Freundinnenschaft, die Yuzuki in ihrem Roman thematisiert, empfinde ich schon als anders als das, was vielleicht in meinem deutschen Umfeld üblich ist.
Auf der anderen Seite ist der Kern von Freundschaft, den auch Yuzuki in ihrem Roman hervorhebt, international und universell: sich voreinander so zeigen zu können, wie man wirklich ist und füreinander dazu sein
Eriko und Shoko verlieren im Laufe des Romans, das, was ihnen am wichtigsten ist und erleben auf völlig unterschiedliche Art eine große persönliche Reise.
Ich finde es auch gut, dass Yuzuki die Geschichte auch am Schluss sehr realistisch hält und nicht das vielleicht gewünschte Ende heraufbeschwört.
Gerade als Hörbuch, wunderbar gelesen von der Sprecherin Madiha Kelling Bergner, war „Tokyo Girls Club“ ein Highlight für mich.
Für Leserinnen, die sich gerne auf detaillierte Psychostudien und Entwicklungsromane einlassen auf jeden Fall eine Empfehlung. Für Liebhaber*innen von japanischer Literatur meiner Meinung nach ein Must-Read.
Worum geht es?
Eriko, eine arbeitsame alleinstehende Frau, ist fasziniert vom Blog der Hausfrau Shoko, die eher in den Tag hinein lebt. Eriko setzt sich in den Kopf, mit Shoko befreundet sein zu wollen ...
Worum geht es?
Eriko, eine arbeitsame alleinstehende Frau, ist fasziniert vom Blog der Hausfrau Shoko, die eher in den Tag hinein lebt. Eriko setzt sich in den Kopf, mit Shoko befreundet sein zu wollen und stürzt sich in diesen Plan.
Worum geht es wirklich?
Freundschaft, Ansprüche und Obsession.
Lesenswert?
Ja. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit dem Einstieg, aber nach mehreren Anläufen bin ich dann gut in das Buch gestartet. Das Cover ist mir direkt ins Auge gefallen und auch der Klappentext klang so gut.
Die CHARAKTERE entwickeln eine verstörende Dynamik, haben düstere Gedanken und versinken teilweise völlig in ihren Plänen. Sie sind dabei oft nicht sympathisch und man hat ein ganz ungutes Gefühl bei der Beziehung der beiden Frauen.
ATMOSPHÄRISCH ist das Buch wirklich gut, man kann sich das ganze vorstellen und sich auch in die Kultur und Arbeitsweise einfinden. Dieser Aspekt hat mir allumfassend gut gefallen.
Der SCHREIBSTIL (Übersetzung Ursula Gräfe) ist prinzipiell angenehm und gut lesbar, aber gerade in der zweiten Hälfte sind mir vermehr sexistische Kommentare (Hüften wie eine Frau / Frauen könnten potentiell verkleidete Männer sein /…) und sowohl derbe als auch eklige Aussagen aufgefallen.
Den Bogen der HANDLUNG habe ich prinzipiell ebenfalls als okay empfunden, auch wenn mir manchmal der rote Faden und das große Ganze gefehlt haben. Die Handlung ist daher auch gar nicht so leicht zusammenfassbar, denn es passiert wenig und viel zugleich. Das Ende hatte ich mir anders vorgestellt.
Dies spiegelt sich auch in der SPANNUNG wieder, die wechselhaft mal ausgeprägter und mal schwächer war.
LOGISCH erschien mir dann doch wieder das meiste und recht realistisch hinsichtlich Grundvoraussetzungen.
Beim LESESPASS sind mir Höhen und Tiefen aufgefallen. Der Einstieg war wie gesagt gar nicht leicht für mich, dann fand ich es richtig gut und psychologisch spannend, zum Ende hin bei wieder weniger.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei durchschnittlich 7 Bewertungspunkten gerade so 4 Sterne für dieses Buch.
Eriko hat auf den ersten Blick ein perfektes Leben: ein toller Job in einer großen Handelsfirma, gepflegtes Äußeres. Doch innerlich verzehrt sie sich vor Einsamkeit. Sie ist Single, doch mehr als einen ...
Eriko hat auf den ersten Blick ein perfektes Leben: ein toller Job in einer großen Handelsfirma, gepflegtes Äußeres. Doch innerlich verzehrt sie sich vor Einsamkeit. Sie ist Single, doch mehr als einen Ehemann wünscht sie sich schon ihr ganzes Leben lang eine beste Freundin.
Eriko ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die unter dem Pseudonym „Heilbutt“ in ihrem Lifestyle-Blog „Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau“ von ihrem für eine Hausfrau untypischen Alltag berichtet.
„Eriko war fasziniert davon, wie Heilbutt in den Tag hineinlebte, ohne etwas Bestimmtes zu tun, ohne ein Ziel zu haben oder Pläne zu schmieden. Wie eine Katze. Wann hatte sie selbst ihre Zeit zum letzten Mal so verbracht? Es musste sehr lange her sein, denn sie konnte sich an nichts dergleichen erinnern. Doch die Lektüre des Blogs half ihr, sich ein wenig von ihrer beruflichen Belastung und den allabendlichen Firmenessen zu erholen.
Eriko war stets darauf bedacht, ihre Zeit produktiv zu nutzen. Wenn sie nicht arbeitete, widmete sie sich emsig der Körperpflege, recherchierte und bildete sich weiter. Selbstverständlich sorgte sie auch für ausreichend Ruhe und Schlaf. Sie war zuversichtlich, dass alles, was sie tat, ihr zu irgendeinem Vorteil gereichte, und zweifelte nie daran, dass sie sich im Vergleich zum Vortag verbessert hatte. Allerdings verspürte sie – vielleicht seit sie dreißig geworden war? – beim geringsten Anlass einen stechenden Schmerz in der Nase. Dann bekam sie nicht ausreichend Sauerstoff und ihre Hände fühlten sich taub an, selbst wenn sie sie hektisch bewegte. In solchen Momenten versuchte sie, tief durchzuatmen. Sie sagte sich immer wieder, dass alles in Ordnung sei, und rechnete sich ihren Anteil am Wachstum und Erfolg der Firma vor. Wenn auch das nicht zu ihrer Beruhigung beitrug, bemühte sie sich, das Wohlwollen anderer durch übertrieben bescheidenes Verhalten zu erregen, bis sie ihre Fassung wiedererlangte. Doch trotz aller Bemühungen stellte sie häufig am Ende des Tages fest, dass ihr die Kontrolle entglitten war und eine Kurskorrektur sich ihr zunehmend entzog. Ob diese Unruhe etwas mit dem Alter zu tun hatte? Würde sie sich in ein paar Jahren daran gewöhnen? Wenn sie eine ähnliche Unruhe bei anderen Frauen wahrnahm, war sie unwillkürlich erleichtert und sogar erfreut.
Heilbutts Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau war frei von derartigen Beunruhigungen. Eriko fand es besonders angenehm, dass der Ehemann die einzige andere Person war, die darin vorkam. Keine Freundinnen und niemand sonst. Heilbutt bildete damit eine große Ausnahme, denn die meisten Hausfrauen prahlten in ihren Blogs ständig mit »Networking« und ihren zahlreichen Kontakten. Es war Erikos heimliches Ziel, sich Heilbutts Unbekümmertheit anzueignen.
Es ermutigte sie, dass eine Frau wie Heilbutt keine Freundinnen hatte. Offensichtlich war es möglich, dass auch ein wunderbar ausgeglichener Mensch wie die Bloggerin unter Umständen nicht in der Lage war, Freundinnen zu finden. War es denn ein Versagen, keine Freundinnen zu haben? Oder war es womöglich gar kein Versagen, sondern lediglich eine andere Form des zwischenmenschlichen Umgangs?“
Eriko forciert ein (zufällig wirkendes) Zusammentreffen mit Shoko, und obwohl beide auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, verstehen sie sich gut. Eriko glaubt, endlich eine beste Freundin gefunden zu haben – doch die Beziehung der beiden Frauen nimmt eine toxische Wendung, der in einem Strudel der Besessenheit zu enden droht ...
„Tokyo Girls Club“ von Asako Yuzuki war mein erster Roman der Autorin, der sich innerhalb der japanischen Kultur hauptsächlich um die Themen Freundschaft, Familie und Social Media dreht.
Sprachlich fand ich den Stil gleichermaßen interessant wie herausfordernd. In die fremde Kultur muss man sich etwas einfühlen, doch die Darstellung der gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbilder, denen beide Frauen unterworfen sind, fand ich sehr überzeugend dargestellt.
Ich bin etwas zwiegespalten: Auf der einen Seite werden die Emotionen der beiden Protagonistinnen sehr detailliert dargestellt, durch die wechselnden Perspektiven bekommt man tiefe Einblicke in ihre Leben. Andererseits blieben die Charaktere insgesamt eher kühl und distanziert für mich.
„Tokyo Girls Club“ ist ein anspruchsvolles Psychogramm zweier Frauen, das mich fasziniert hat, jedoch zum Ende hin nicht ganz überzeugen konnte. Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sternen für diese interessante Leseerfahrung.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
In ihrem zweiten auf deutsch übersetzten Roman "Tokyo Girls Club" beleuchtet Asako Yuzuki erneut das Leben und die Rolle von Frauen in Japan. Auch in diesem Roman lässt Yuzuki zwei (zumindest auf den ersten ...
In ihrem zweiten auf deutsch übersetzten Roman "Tokyo Girls Club" beleuchtet Asako Yuzuki erneut das Leben und die Rolle von Frauen in Japan. Auch in diesem Roman lässt Yuzuki zwei (zumindest auf den ersten Blick) ganz unterschiedliche Frauen aufeinander treffen. Während in "Butter" das Verhältnis zwischen Frauen und Männern zentral war, steht in diesem Buch nun vor allem das Verhältnis zwischen Frauen untereinander im Mittelpunkt. Gleichermaßen faszinierend wie beklemmend schildert Yuzuki allgegenwärtigen sozialen Druck und toxische Verhaltensweisen. Mit "Tokio Girls Club" ist Yuzuki ein interessanter und eindrücklicher Roman gelungen.