Cover-Bild Sonnenberg
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23,99
inkl. MwSt
  • Verlag: List Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 30.07.2026
  • ISBN: 9783471360798
Brigitte Glaser

Sonnenberg

Roman | Die Boomer brechen in den Siebzigern auf, wunderbar eingefangen von Bestsellerautorin Brigitte Glaser!

Zwei Frauen kämpfen für ihre Zukunft

Mitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2026

Atopmkraftgegner

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Mitte der Siebzigerjahre muss Johanna auf die geplante Reise nach Marokko gemeinsam mit ihrer Freundin Luzie verzichten. Ihr Vater ist gestorben und sie muss das Weingut übernehmen. Mit Mutter und Großmutter ...

Mitte der Siebzigerjahre muss Johanna auf die geplante Reise nach Marokko gemeinsam mit ihrer Freundin Luzie verzichten. Ihr Vater ist gestorben und sie muss das Weingut übernehmen. Mit Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie das Gut am Kaiserstuhl. Es ist eine Welt in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte wert sind und sie muss sich behaupten. Dann bekommt sie noch ein Kind ohne Vater. Eine Nachricht erschüttert die Region, denn in der Nähe soll ein Kernkraftwerk gebaut werden. Und alle, Winzer, Bürger von Whyl und Freiburg wehren sich dagegen. Es scheint, als könne man etwas erreichen. Johanna merkt, dass es sich, für das was man liebt zu kämpfen lohnt.


Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, auch wenn es nicht unbedingt ein leichtes Thema ist. Doch es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Johanna, die es nicht ganz leicht hatte, denn ein uneheliches Kind und das noch auf dem Dorf, war immer noch ein Bastard. Doch sie setzte sich durch und mit Mutter und Großmutter arbeitet sie und hält das Gut rentabel. Doch sie muss sich auch noch um ihre kleine Tochter Betty kümmern. Als sie ein Grundstück dazukaufen will, verweigert ihr die Bank grundlos einen Kredit. Ob sie wohl diesen doch noch erhält? Dann kommt diew Sache mit dem Atomkraftwerk das in Whyl gebaut werden soll. Sie ist überzeugt, dass das auch ihrem Wingert schadet. Und so engagiert sie sich auch hier. Auch Luzie ist plötzlich wieder von ihrer Marokkoreise zurück und bekommt ein Riesenproblem. Über Luzies Marokkoreise erfährt man immer wieder etwas zwischendurch. Ihre Reise, Ihre Erlebnisse und die Heimkehr. Und über den Streit der Freundinnen. Ob er sich wieder beilegen lässt? Der geneigte Leser wird es erfahren. Das Buch war manchmal nur mäßig spannend. Die Reiseerzählungen Luries waren etwas langatmig. Die Sache mit dem AKW in Whyl war interessant. Ich kann beide Seiten verstehen und bin froh, nie vor eine Entscheidung gestellt worden zu sein. Das Buch war zum großen Teil spannend, hat mir gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Ich vergeben vier Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.07.2026

Zwischen Reben, Mut und Veränderung

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"Sonnenberg" von Brigitte Glaser ist ein historischer Roman, der als Einzelband gelesen werden kann. Das Hörbuch wird von Ulrike Kapfer gesprochen, die mit ihrer angenehmen und gefühlvollen Stimme die ...

"Sonnenberg" von Brigitte Glaser ist ein historischer Roman, der als Einzelband gelesen werden kann. Das Hörbuch wird von Ulrike Kapfer gesprochen, die mit ihrer angenehmen und gefühlvollen Stimme die Atmosphäre der Geschichte wunderbar einfängt und den Figuren viel Persönlichkeit verleiht. Ich habe das Buch abwechselnd als E-Book gelesen und als Hörbuch gehört und beides hat mir gut gefallen.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Freundinnen Johanna und Luzie, deren Geschichten aus zwei Perspektiven erzählt werden. Während Johanna nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ihr Studium aufgeben muss und den elterlichen Winzerbetrieb gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter weiterführt, genießt Luzie zunächst ihre neu gewonnene Freiheit und sammelt Erfahrungen auf Reisen. Neben den persönlichen Schicksalen spielen auch die gesellschaftlichen Veränderungen der siebziger Jahre und der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl eine wichtige Rolle.
Brigitte Glaser verbindet historische Ereignisse gekonnt mit einer bewegenden Familiengeschichte. Ihr Schreibstil ist flüssig, bildhaft und authentisch. Besonders die Beschreibungen der Weinregion am Kaiserstuhl und des Zeitgeists haben mir sehr gefallen. An einigen Stellen zog sich die Handlung für meinen Geschmack etwas, dennoch blieb die Geschichte durchgehend interessant.
Johanna und Luzie sind zwei starke und sympathische Protagonistinnen, die auf ganz unterschiedliche Weise ihren eigenen Weg gehen. Auch die Nebenfiguren, allen voran Johannas Mutter und Großmutter, verleihen der Geschichte viel Tiefe und zeigen eindrucksvoll den Zusammenhalt der Frauen in einer Zeit, in der sie oft um Anerkennung kämpfen mussten.
Insgesamt hat mir Sonnenberg gut gefallen. Die Mischung aus Familiengeschichte, Zeitgeschichte und starken Frauenfiguren hat mich überzeugt. Ich empfehle das Buch und Hörbuch allen, die historische Romane mit authentischen Figuren, gesellschaftlichen Themen und emotionalen Familiengeschichten mögen.

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Zwei Freundinnen kämpfen um ihre Zukunft im Jahr 1975

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Brigitte Glaser nimmt ihre Leser mit in das Jahr 1975. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Das Buch ist in mehrere Teile unterteilt und die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Geschichte ...

Brigitte Glaser nimmt ihre Leser mit in das Jahr 1975. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Das Buch ist in mehrere Teile unterteilt und die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Protagonistinnen erzählt. Der Zeitschiene kann man gut folgen. Die Charaktere wirken sympathisch und authentisch. Das Cover gibt keinen genauen Hinweis darauf, was die Leser in der Geschichte erwartet.

Die Hauptprotagonistinnen sind Johanna und Luzie.
Johanna war die erste Frau der Winzerfamilie, die in den 70er Jahren gemeinsam nach Freiburg zieht. Doch kurz darauf verstirbt ihr Vater plötzlich und statt gemeinsam mit Luzie nach Marokko zu reisen, muss sie sich um den Familienbetrieb kümmern. Sie muss Arbeiten übernehmen, sie sind eher Aufgaben von Männern sind. Doch die Schwangerschaft lässt ihr keine andere Wahl.
Luzie ist eine Tochter aus reichem Haus und studiert. Sie nutzt die Chance nach Marokko zu reisen und lässt ihre Freundin mit ihren Sorgen und Problemen alleine. Da sie nach der Trennung von Johanna und Georg mit ihm ins Bett sprang, brach sie das Versprechen der Freundinnen, dass man alles teilt, nur nicht die Männer.
Für Johanna stehen 1975 schwere Zeiten an, denn in Will soll ein KKW gebaut werden. Das hätte Auswirkungen auf die Weinernte am Kaiserstuhl, wo ihr Winzerbetrieb zu finden ist. Mit der Rückkehr ihrer ehemaligen Freundin Johanna wird auch sie etwas mutiger und schließt sich den Protesten und Blockaden an. Luzie wird bei der Rückkehr aus Marokko beim Schmuggeln erwischt und soll für Wolfi die KKW Gegner fotografieren und Informationen für ihn sammeln. Luzie versucht die guten und friedlichen Gegner nicht ans Messer zu liefern, aber Wolfi wird immer ungeduldiger und würde sie sofort wieder ins Gefängnis bringen. Als Johanna dahinterkommt, dass Luzie ein doppeltes Spiel spielt, steht die Freundschaft erneut auf der Kippe. Während dieser schwierigen Zeit, versuchen beide Frauen ihren Weg zu finden und die Hindernisse zu überwinden, die ihnen als Frauen zu dieser Zeit immer wieder in den Weg gelegt werden. Können sie ihre Freundschaft retten? Kann der Aufstand den Bau verhindern oder sitzt die Politik am längeren Hebel? Können die Frauen in der Gesellschaft endlich mehr sein, als nur das Beiwerk der Männer?

Die Autorin greift die Probleme der Frauen in den 70er Jahren gut auf und schafft es, die Protagonisten trotzdem als tough aufzuzeigen. Der Kampf der Frauen um ihre Rechte und das ihre Stimme Gehör findet, wird gut aufgezeigt.

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Veröffentlicht am 02.08.2026

KKW Wyhl

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Am Kaiserstuhl soll in den 1970er-Jahren ein Kernkraftwerk errichtet werden. Nicht nur die ansässigen Bauern fürchten um ihre Reben, auch Studenten und andere überzeugte Umweltschützer gehen in den Widerstand. ...

Am Kaiserstuhl soll in den 1970er-Jahren ein Kernkraftwerk errichtet werden. Nicht nur die ansässigen Bauern fürchten um ihre Reben, auch Studenten und andere überzeugte Umweltschützer gehen in den Widerstand. Darunter Johanna und Luzie, zwei Freundinnen, die sich aber voneinander entfernt haben, als Johanna Mutter geworden ist, während Luzie eine zusammen geplante Marokkoreise angetreten hat. Wird man durch die gemeinsame Sache wieder zueinander finden oder steht man am Ende gar nicht auf derselben Seite?

Frauenrechte, Kernkraft und Politik der 1970er-Jahre stehen im Mittelpunkt dieses gewissenhaft recherchierten Romans, in der Kreditabteilung der örtlichen Bank spricht man überhaupt nur von „halben Personen“, wenn es um Frauen als Arbeitskräfte geht. Diese Stimmung fängt Brigitte Glaser sehr gut ein, die damalige Atmosphäre – auch durch die genannten Musiktitel – schleicht sich schnell in meine Erinnerung. Andererseits fehlen mir tiefergehende Gefühle der beiden Hauptfiguren Johanna und Luzie, aus deren Blickwinkeln die ganze Geschichte erzählt wird. Die Geheimnisse, welche Luzie aus Marokko mitbringt, werden mehrfach wiederholt, die Einflechtung vergangener Ereignisse ins gegenwartliche Geschehen erfolgt fließend, irritieren mitunter den Fluss des Lesens. Auch sonst bleiben mir die einzelnen Personen eher fremd, mitfühlen, mitbangen kann ich kaum mit ihnen, obwohl durchaus spannende und emotionale Szenen geschildert werden. Der Fokus dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte liegt auf der Zeit von Jänner bis April 1975, vom Gefühl her begleitet man Johanna und Luzie aber deutlich länger. Am Schluss gibt es zwar keine großen Überraschungen, die letzten Zeilen stimmen jedoch durchaus zufrieden.

Wenig Emotion, aber gut an die Realität angelehnt, wer Näheres zum Widerstand rund um das Kraftwerk Wyhl erfahren möchte, sollte hier reinlesen.

Veröffentlicht am 29.07.2026

Sehr zähe Geschichte um die Freundschaft zweier Frauen am Rande der Proteste gegen das KKW Wyhl

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Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich ...

Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Zudem musste sie den Tod ihres kürzlich verstorbenen Vaters verarbeiten. Als einziges Kind ist es nun Johanna, das die Leitung des Weinguts am Kaiserstuhl übernimmt.
Währenddessen reiste Luzie alleine nach Marokko und kehrt mit belastenden Erinnerungen zurück.
Die Freundschaft hat unter der Trennung und den unterschiedlichen Lebenswegen gelitten. Annäherung schafft das gemeinsame Engagement bei den Protesten gegen den geplanten Bau des Kernkraftwerks in Wyhl. Doch es gibt Dinge, die Luzie verschweigt und Johannas Vertrauen zu erschüttern drohen.

"Sonnenberg" handelt während der ersten vier Monate des Jahres 1975, die im Badischen, aber auch darüber hinaus, vom Widerstand der Bevölkerung gegen die Pläne der Politik zur Nutzung der Kernenergie geprägt war.
Der Roman wird dabei abwechselnd aus der Sicht von Johanna und Luzie geschildert, wobei die Perspektiven innerhalb der Kapitel ungekennzeichnet wechseln. Der Fokus liegt auf den gegenwärtigen Ereignissen, wobei sich die beiden Hauptfiguren wiederholt in Erinnerungen verlieren, insbesondere Luzie, die in Marokko während der Erforschung des zweiten Rifkabylen-Aufstandes nicht nur positive Erfahrungen sammeln konnte. Das Durcheinander der Erzählweise unterbricht den Lesefluss.

Durch den Einfluss von Dialekten und den bildhaften Alltagsbeschreibungen erhält man eine klare Vorstellung von der damaligen Zeit und den örtlichen Gegebenheiten.
Im Gegensatz dazu bleiben die Figuren auf Distanz und blutleer. Johanna und Luzie sind nur schwer greifbar, was mitunter an den Geheimnissen liegt, die sie bergen. Der/ dem Leserin wird zu viel vorenthalten, was die Charaktere aber nicht interessanter gestaltet, sondern zu Unverständnis führt. Zudem dreht sich die Geschichte in Bezug auf Luzies unausgesprochene Wahrheiten anstrengend im Kreis. Die Nebencharaktere sind austauschbar, keiner sticht mit einer besonderen Rolle hervor.

Im Vordergrund stehen die Proteste gegen das KKW Wyhl, in die Luzie und Johanna eingebunden sind, wobei ihr Engagement eher der räumlichen Nähe als echtem Protestwillen geschuldet erscheint. So ist es auch schade, dass die problematische Entwicklung ihrer Freundschaft, Johannas Übernahme des väterlichen Betriebs und ihre persönlichen Probleme als alleinerziehende Mutter und Luzies traumatische Erlebnisse als Randaspekten verbleiben.

Trotz der interessanten Themen um die Rolle der Frau in den 1970ern, zivilen Ungehorsams, Erpressung und das Auseinanderdriften einer Freundschaft, kommt beim Lesen keine Spannung auf. Die Geschichte wirkt überladen und kann sich jedweder Schwierigkeit nur oberflächlich widmen.

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