Cover-Bild Ich komme nicht zurück
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 13.08.2024
  • ISBN: 9783755810643
Rasha Khayat

Ich komme nicht zurück

Roman | Nominiert für den Hamburger Literaturpreis 2024 (Buch des Jahres | Shortlist)
Hanna, Zeyna und Cem – eine leuchtende Freundschaft, die in einem Sommer in den späten Achtzigerjahren ihren Anfang nimmt. Gemeinsam wachsen sie in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet auf, bilden eine Wahlfamilie, in der Herkunft keine Rolle spielt. Zuhause ist, wo sie zusammen sein können. Doch je älter die Kinder werden, umso sichtbarer die Unterschiede zwischen ihnen. Mit dem 11. September 2001 wird ihre Freundschaft endgültig vor eine Zerreißprobe gestellt, bis sich die Risse zwischen Hanna und Zeyna zum Bruch ausweiten. Jahre später kehrt Hanna zurück in die Wohnung ihrer verstorbenen Großeltern. Die Stadt steht still, und Hanna fühlt sich einsam. Cem, ihr Fels, ist immer noch da, aber Zeyna schon seit Jahren aus ihrem Leben verschwunden. Hanna begibt sich auf die Suche – nach Zeyna, nach Spuren ihrer Geschichte, nach dem, was damals zwischen sie fiel.
Sprachlich zupackend und gleichzeitig poetisch erzählt Rasha Khayat von den Leerstellen in unserem Leben und wie wir sie zu überwinden suchen, von der unendlichen Liebe in einer ungewöhnlichen Familienkonstellation und einer tiefen Freundschaft in einer Welt, die aus den Fugen gerät.
»In einer feinen, lyrischen Sprache erzählt Khayat die berührende Geschichte einer großen Freundschaft.« DANIEL SCHREIBER
»Dieses Buch ist wie eine ausgestreckte Hand. Ein traurigschöner Protest gegen all das, was Menschen trennt, statt zu verbinden.« DANIELA DRÖSCHER

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2024

Freundschaft und Entfremdung

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Als Kinder in einer Zechensiedlung im Ruhrgebiet waren sie unzertrennlich: Hanna, die von ihren Großeltern aufgezogen wird, Cem und die ebenfalls mutterlose Zeyna, die mit ihrem Vater aus Tripoli kommt ...

Als Kinder in einer Zechensiedlung im Ruhrgebiet waren sie unzertrennlich: Hanna, die von ihren Großeltern aufgezogen wird, Cem und die ebenfalls mutterlose Zeyna, die mit ihrem Vater aus Tripoli kommt und in der Fremde Fuß fassen muss. In ihrem Roman "Ich komme nicht zurück" beschreibt Rasha Khayat die Geschichte von Freundschaft und Entfremdung aus der Sicht von Hanna, die Jahrzehnte später und in der Coronapandemie zurückkehrt, weil ihre Großmutter nach einem Schlaganfall im Krankenhaus ist. Und auch nach deren Tod bleibt sie in der alten Wohung, gefangen in der Vergangenheit, weil die Gegenwart voller Einsamkeit ist.

Während Hanna weggegangen ist, Lehrerin wurde, ist Cem geblieben. Der Kontakt zu Zeyna ging verloren, sie reist als Fotografin um die Welt. Doch immer wieder sieht Hanna Frauen, die sie an die einstige Freundin erinnern. Über Facebook und über Zeynas Vater versucht sie, Kontakt aufzunehmen, doch Zeyna will offensichtlich nichts mehr von ihr wissen, reagiert in einer einzigen Nachricht brüskiert.

Wie ist es so weit gekommen? Hanna entblättert ihre Erinnerungen, auch die Kindheit und Jugend in den späten 80-ern und 90-er Jahren, als das Wir plötzlich aufgebrochen wurden, als Cem und Zeyna ihr vermittelten, dass sie nicht mitreden könne, eben nicht betroffen sei von Ereignissen wie dem Brandanschlag in Mölln, der das Sicherheitsgefühl der Freunde nachhaltig erschüttert und deren Eltern in tiefe Ängste stürzt. Wieso ist eigentlich gar keine Rede von Solingen, fragte ich mich beim Lesen, denn der dortige Anschlag auf das Haus der Familie Genc lag doch viel näher am Ruhrgebiet, hat die migrantische Gesellschaft in Nordrhein-Westfallen zutiefst aufgewühlt.

Dass Zeyna manches anders sieht, wird auch in ihrer Reaktion auf die Anschläge vom 11. September deutlich. Während Hanna voller Entsetzen den Einsturz der Twin Towers beobachtet, lacht Zeyna, deren Heimatstadt Tripolis von den USA bombardiert worden war. Ihre Mutter kam bei einem Luftangriff ums Leben. Rechtfertigt das die Zustimmung zu Terror? Der erste Riss in der Freundschaft, die schleichende Entfremdung ist da schon absehbar. Später wird Hanna das Geheimnis lüften, das zum Bruch führte.

"Ich komme nicht zurück" ist ein Zeit- und Pandemieroman, der auch zeigt, wie zwischen Lockdown und Kontakbeschränkungen Einsamkeit noch einmal zunimmt. Wird Hanna sich aus ihrem Schneckenhaus befreien? Das Ende zeigt leise Hoffnung. Ein leise erzählender Roman, der auch ein Stück bundesdeutscher Geschichte aufrollt.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Atmosphärisch, aber etwas unvollendet

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Danke an Vorablesen und den Dumont Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Bei diesem Buch hat mich zuerst dann das schöne Cover ...

Danke an Vorablesen und den Dumont Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Bei diesem Buch hat mich zuerst dann das schöne Cover angesprochen, und dann vom Klappentext und Leseprobe her die Grundlage, dass es um das Zerwürfnis einer Freundschaftsbeziehung geht und die Geschichte im Ruhrgebiet angesiedelt ist.

Das Buch war sehr atmosphärisch und als Kind des Pottes schätze ich es sehr, wie realistisch und gut der Schauplatz rübergekommen ist. Außerdem zeigt dieses Buch eine sehr authentische Freundschaftsbeziehung, mit der Besonderheit, dass die Probleme von unterschiedlichen Herkünften im Rahmen der islamistischen Attacke des 11. September illustriert werden. Für die weiße Protagonistin Hanna ändert sich gar nichts, während Zeyna und Cem durch ihre Migrationsgeschichte und ihre religiöse Zugehörigkeit zum Islam mit Anfeindungen konfrontiert werden, die Hanna so gar nicht nachvollziehen kann.

Stilistisch muss ich sagen, ich den Schreibstil wirklich sehr schön fand. Es gibt mehrere Sätze, bei denen am Anfang das „Ich“ fehlt, aber meiner Meinung nach passt das wirklich gut zur Sprache des Ruhrgebietes. Ansonsten wechseln sich lange Schlangesätze voller dichter Beschreibungen mit stichpunktartigen Ein-Wort-Sätzen ab. Und ja, das ist irgendwie ein unruhiger Schreibstil, aber meiner Meinung nach passt es ebenfalls sehr gut in die Geschichte. Eigentlich befinden wir uns nämlich durchgehend in den Gedanken von Hanna, die Zeyna regelmäßig direkt anspricht (ein ungewohntes sprachliches Mittel!), und ich finde es schon realistisch, dass Gedanken so unterschiedlich strukturiert sein können.

Ansonsten fand ich das Buch aber etwas zu kurz, es sind knapp 170 Seiten und zum Ende verpufft die Geschichte regelrecht, fängt sie doch so stark an. Außerdem hat das Buch in mir leider wenig nachgewirkt. Der angeteaserte „große Bruch“ zwischen Zeyna und Hanna bzw. der Auslöser dafür kam sehr unerwartet und meiner Meinung nach war er charakterlich nicht sonderlich passend? Und ich hätte mir mehr von der Beziehung von Hanna und Zeyna erhofft. Also es wird schon sehr aufgebauscht und Spannung aufgebaut, immer wieder mit Rückblenden, aber weder konnte ich so richtig nachvollziehen, was mal zwischen Hanna und Zeyna für eine Beziehung war, noch diese Situation, die zum Bruch geführt hat.

Und das finde ich ein bisschen schade, weil in dem Buch ja so viel tolle Themen verpackt sind. Es geht viel um Familie, und besonders found family und natürlich Freundschaft. Es geht um unterschiedliche Herkünfte und Kulturen, und das alles vor dem komplett unterschätzen Schauplatz des Ruhrgebiets. Außerdem war ich ja auch wirklich ein Fan des Schreibstils. Aber ich schreibe diese Rezension knapp vier Wochen nach Beenden des Buches, und emotional ist da nicht so viel bei mir hängen geblieben.

Ich bleibe trotzdem gespannt auf weitere Werke der Autorin und gebe 3.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Kann man eine zerbrochene Freundschaft wieder aktivieren?

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Nach dem Tod ihrer Großmutter denkt Hanna immer häufiger an ihre ehemalige Freundin Zeyna. Immer wieder glaubt sie, dass ihr Zeyna begegnet. Es sind aber nur Frauen, die Ähnlichkeit mit ihr haben. Gelingt ...

Nach dem Tod ihrer Großmutter denkt Hanna immer häufiger an ihre ehemalige Freundin Zeyna. Immer wieder glaubt sie, dass ihr Zeyna begegnet. Es sind aber nur Frauen, die Ähnlichkeit mit ihr haben. Gelingt es Hannah, wieder Kontakt zu Zeyna aufzubauen? Warum ist die Freundschaft zerbrochen?

Zusammen mit Cem sind die beiden aufgewachsen. Zwischen den Familien gab es einen engen Zusammenhalt. Es war egal, wer woher kommt. Nach dem 11. September hat sich dies verändert. Zeyna und Cem und ihre Familien erleben Anfeindungen. Hanna kann nicht nachvollziehen, wie sehr die beiden dies belastet. Der Grund für das Zerbrechen der Freundschaft liegt aber woanders.

Die Frage nach dem Grund zieht sich durch die Geschichte und man fragt sich, ob die politische Situation tatsächlich die Ursache ist. Es ist dann aber doch ganz anders.

Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Den Schreibstil fand ich teilweise anstrengend, weil Hannah häufiger in Stichpunkten erzählt. Dadurch konnte ich mich nicht so gut einfühlen. Hannas Verhalten fand ich auch oft schwierig. Sie scheint sich nicht sehr damit zu beschäftigen, wie es anderen geht und was sie bewegt. Das ist nicht sehr sympathisch. Auch das Ende hat mich nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Freundschaftsentwicklung und wie man damit umgeht

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Während der Corona Pandemie erlebt die Pritagonistin Hanna sehr viel Einsamkeit und schaut auf ihre Vergangenheit zurück. Sie schait aif ihre Leben bei ihren Großeltern zurück und das Entqickelb ...

Während der Corona Pandemie erlebt die Pritagonistin Hanna sehr viel Einsamkeit und schaut auf ihre Vergangenheit zurück. Sie schait aif ihre Leben bei ihren Großeltern zurück und das Entqickelb der Freundschaften zu Cem und Zeyna. Dem Leser wird aus Sicht von Hanna erzählt wie sich die Kinder kennen und lieben gelernt haben. Wie sich zwischen Ihnen ein enges Band geknüpft hat und sie sich Vertrauen geschenkt haben.

Nun haben sich die Wege getrennt und Hanna leidet darunter, dass der Kontakt von Zeyna abgebrochen wurde und Hanna mit Cem nur noch wenig Kontakt pflegt. Was hat dazu geführt, warum haben die engen Freundinnen den Kontakt total abgebrochen.

Die Geschichte und die Antworten erfährt man in diesem Buch mit all den Wunden, Emotionen und Verletzungen.

Mit einer sehr feinen und poetischen Sprache wird diese Geschichte erzählt.

Ich empfand, dass über 2/3 des Buches die Wehmut und das Leiden der Protagonistin inkl. deren Folge über den Kontaktabbruch beschrieben wurden und nur ein Drittel des Buches die elementare Geschichte erzählt. Daher empfand ich es ein wenig zu langatmig bis zur wirklichen Geschichte. Die Geschichte selbst war sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Hat mich zum Ende hi n enttäuscht

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Zum Inhalt:
In einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet wachsen Hanna, Cem und Zeyna zusammen auf und sie verbindet eine enge Freundschaft. Doch je älter sie werden, um so deutlicher werden ihre Unterschiede. ...

Zum Inhalt:
In einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet wachsen Hanna, Cem und Zeyna zusammen auf und sie verbindet eine enge Freundschaft. Doch je älter sie werden, um so deutlicher werden ihre Unterschiede. Hanna geht irgendwann fort und als sie Jahre später wiederkommt, ist zwar Cem noch da, Zeyna aber verschwunden. Hanna begibt sich auf die Suche nach ihr.
Meine Meinung:
Das Buch ist relativ kurz, aber dennoch sehr intensiv am Anfang, wobei für mich die erste Hälfte des Buches viel interessanter und auch emotionaler war. Im Verlauf der Geschichte fragte man sich immer mehr, was wohl dazu geführt hat, dass Zeyna nicht kontaktiert werden will und warum Hanna aber dennoch nicht aufgeben will. Die Auflösung, was passiert ist und auch das Ende fand ich irgendwie unbefriedigend und zu plötzlich zu Ende. Irgendwie hatte ich mit mehr Aufklärung gerechnet, die dann aber so nicht kam.
Fazit:
Hat mich zum Ende hin enttäuscht