Cover-Bild Die Scanner
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9,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 27.11.2014
  • ISBN: 9783596811540
  • Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Robert M. Sonntag

Die Scanner

EIN SPANNENDER NEAR-FUTURE-THRILLER

Die Welt im Jahr 2035 ist eine Welt ohne Papier. Alles ist digital und für alle zugänglich – dank der Datenbrille Mobril: jederzeit und kostenlos. Rob arbeitet als Scanner für einen Megakonzern: Er digitalisiert er die letzten gedruckten Dokumente und stößt dabei eines Tages auf eine verbotene Organisation aus arbeitslosen Autoren, Buchhändlern und Journalisten. Kurz darauf sieht Rob sein eigenes Bild als Top-Terrorist auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins …

Sachbuchautor Martin Schäuble greift als Robert M. Sonntag ein brisantes Thema auf und denkt es konsequent weiter. Das Ergebnis ist brillanter Roman über Freundschaft in Zeiten globaler Digitalbekanntschaften und ein hellsichtiger Kommentar unserer Tage.

»Schäuble alias Robert M. Sonntag, beweist, dass er nicht nur gut recherchierte Sachbücher schreiben kann, sondern auch einen packend aufgebauten Zukunftsthriller mit einer hochaktuellen Thematik« Süddeutsche Zeitung

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2023

Erschreckende Zukunftsvision

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Die Scanner ist lediglich ein dünner Roman von nicht mal zweihundert Seiten, den man gut innerhalb weniger Stunden durchschmökern kann. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, die Sätze kurz und leicht ...

Die Scanner ist lediglich ein dünner Roman von nicht mal zweihundert Seiten, den man gut innerhalb weniger Stunden durchschmökern kann. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, die Sätze kurz und leicht verständlich, was ein flüssiges Lesen ermöglicht. Zudem wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen und muss regelrecht weiterblättern, um diese fremde und doch gar nicht so abwegige Zukunft wirklich zu begreifen.
Und was das für eine Zukunft ist! Google, Facebook, Youtube und Co., verschmolzen zu einem riesigen Konzern, haben ihren Einflussbereich inzwischen weit auf beinahe jeden Bereich des alltäglichen Lebens ausgebreitet. Nichts funktioniert ohne die virtuellen Freunde, die ständige Überwachung des Konsumverhaltens und die Bereitschaft, jede Minute des Tages mit hunderten von Fremden zu teilen. Eine erschreckende Vision, die aber gar nicht so unwahrscheinlich ist. Das Schlimme daran ist, wie selbstverständlich die meisten Menschen in dem Roman dies hinnehmen, was die Hauptcharaktere Rob und Jojo eindrucksvoll beweisen. Erst der Kontakt zu Andersdenkenden reißt zumindest Rob aus seiner Begeisterung für diese Art der Existenz heraus und er lernt das wahre Gesicht seiner Arbeitgeber kennen.


Auf die Weise schafft der Autor eine interessante Geschichte, die einen darüber nachgrübeln lässt, wie weit wir eigentlich von solchen Zuständen entfernt sind. Spannend geschrieben, vor allem zum Ende hin, vermittelt der Roman genau diese Botschaft, ohne zu langweilen oder übertrieben zu moralisieren.
Leider kommt dabei die Figurengestaltung etwas zu kurz. Rob definiert sich hauptsächlich durch sein Handeln, seine Gefühlswelt wird kaum thematisiert. Daher fällt es schwer, sich in ihn hineinzuversetzen, in manchen Szenen, so emotional sie auch für ihn sein müssen, kann man wenig mit ihm mitfühlen. Man ist eher der stille, objektive Beobachter, ein teilnahmsloser Zuschauer, der eher aus Neugier das Geschehen verfolgt als aus Anteilnahme.
Zudem erschließen sich manche technische Details erst nach und nach, was zumindest anfangs bei mir für Verwirrung gesorgt hat. Ein paar weitere Erläuterungen wären wirklich hilfreich gewesen.


Fazit


Robert M. Sonntags Roman ist eine nachdenklich stimmende Zukunftsvision, die einige unangenehme Wahrheiten bereithält. Die Gefahren und Risiken einer ständig wachsenden Digitalisierung des täglichen Lebens werden eindrucksvoll und spannend geschildert, ohne den Leser zu langweilen. Manche Hintergründe hätte der Autor noch etwas ausführlicher schildern können, dann wäre die eine oder andere Erfindung wahrscheinlich besser vorstellbar gewesen. Dennoch sorgen die knapp zweihundert Seiten für abwechslungsreiche und besonders aufschlussreiche Unterhaltung.
Für Dystopienfans und solche Leser, die Bücher mit gesellschaftskritischem Inhalt bevorzugen, eine ganz klare Kaufempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.05.2021

spannende Geschichte, die teilweise etwas schnell geht

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In der Geschichte „Die Scanner“ von Robert M. Sonntag geht es um Rob, der bei der Büchergilde arbeitet. Sein Job ist es Bücher einzusammeln, einzuscannen und dann abzugeben. Erst als Rob Arne kennenlernt ...

In der Geschichte „Die Scanner“ von Robert M. Sonntag geht es um Rob, der bei der Büchergilde arbeitet. Sein Job ist es Bücher einzusammeln, einzuscannen und dann abzugeben. Erst als Rob Arne kennenlernt fängt er an das ganze System und den Konzern „Ultra Netz“ zu überdenken…

Da ich schon zwei Bücher von dem Autor kenne, bin ich mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde nicht enttäuscht. 😊
Die Geschichte wird aus der ich- Perspektive von dem Protagonisten Rob erzählt. Der Schreibstil war sehr flüssig, wobei man an manchen Stellen ziemlich konzentriert sein musste.
Ich finde, dass die Geschichte total interessant ist. So richtig spannend wird es allerdings erst gegen Ende hin, als Rob und die Büchergilde in Gefahr sind. An manchen Stellen geht die Geschichte etwas schnell voran, wobei ich das jetzt nicht so schlimm finde. Ganz besonders am Anfang erhält man viele Informationen über die Vergangenheit und über den Konzern „Ultra Netz“, dieser ist in der Geschichte an der Macht.
Rob ist ein sehr sympathischer Protagonist, er wirkt bodenständig und freundlich. Jojo mag ich irgendwie überhaupt nicht, die Art wie er mit anderen umgeht ist unsympathisch. Von allen anderen Charakteren bekommt man nicht viel mit, wobei Fanny, Arne und Thomas auch ganz sympathisch rüberkommen.

Fazit: Ich finde, dass die Geschichte sehr interessant und spannend ist. An manchen Stellen geht es allerdings etwas schnell.

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Veröffentlicht am 22.02.2018

ein interessantes Kinder- bzw. Jugendbuch, das zwar einige Schwächen aufweist, aber durchaus seine Stärken hat

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Die Scanner von Robert M. Sonntag ist ein durchaus interessantes Kinder- bzw. Jugendbuch mit ebenso interessanten Ansätzen und Ideen, das in der Umsetzung aber leider ein paar Schwächen aufweist.
So ist ...

Die Scanner von Robert M. Sonntag ist ein durchaus interessantes Kinder- bzw. Jugendbuch mit ebenso interessanten Ansätzen und Ideen, das in der Umsetzung aber leider ein paar Schwächen aufweist.
So ist die Hauptfigur Rob zwar nicht unsympathisch und sein Schicksal ist einem nicht egal, doch es gelingt dem Autor nicht eine emotionale Bindung zwischen ihm und dem Leser herzustellen, sodass es einem nicht richtig nahe geht, was ihm passiert. Oftmals kann man auch sein teilweise widersprüchliches Verhalten nicht gut nachvollziehen. Einerseits scheint er, zumindest anfangs, völlig hinter dem Konzern Ultranetz zu stehen, andererseits trifft er sich allerdings ohne zu zögern mit Menschen, die er sogar für Terroristen hält. Selbst in Anbetracht der Erziehung, die er in dieser Welt genossen hat, wirkt er für sein Alter von immerhin fünfundzwanzig Jahren viel zu naiv und kritisches Hinterfragen ist ihm vollkommen fremd. Man hätte ihn daher lieber zehn Jahre jünger machen sollen.
Dafür ist Rob kein schlechter Erzähler und schafft es immer wieder den Leser durch Andeutungen auf den späteren Verlauf der Handlung neugierig zu machen, sodass man weiterlesen will um zu erfahren, was es mit diesem oder jenem Hinweis auf sich hat.

Die Zukunft, die Robert M. Sonntag geschaffen hat, ist eigentlich ebenfalls ziemlich interessant, zum Leidwesen des Lesers gibt es jedoch kaum bis gar keine Erläuterungen zu den verschiedenen (technischen) Entwicklungen. Ab und an wären wenigstens kurze Erklärungen oder Beschreibungen hilfreich gewesen, denn was man sich nicht selbst zusammen reimen kann, bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel.

Die Vorstellung von einer Welt ohne richtige Bücher ist für die meisten Bücherwürmer mit Sicherheit ein Graus und alles andere als wünschenswert. Die Idee, jedem Menschen alle Bücher sowie alles sonstiges Wissen jederzeit kostenlos verfügbar zu machen, ist an sich nicht schlecht, doch die Umsetzung ist, wie das Buch letztlich zeigt, mit wesentlich mehr Nachteilen als Vorzügen verbunden. Natürlich wäre es schön, wenn auch die Personen, die es sich nicht leisten können ein Buch zu kaufen, in den Genuss des Werkes kommen könnten, aber wovon sollen die Autoren leben, wenn ihre Arbeit jedem kostenlos zur Verfügung gestellt wird? Wovon soll man die Lektoren, Übersetzer, etc. bezahlen, wenn nicht von den Einnahmen?

Positiv hervorzuheben ist also, dass das Buch Die Scanner zum Nachdenken anregt und aufzeigt, dass manche Ideen, so gut sie gemeint sein mögen, sich praktisch nicht umsetzen lassen ohne großen Schaden anzurichten. Ferner macht das Buch deutlich, dass man niemals zu viel Macht in die Hände einer Person bzw. eines Konzerns legen sollte, denn das führt beinahe unweigerlich zum Missbrauch dieser Stärke, hier in Form von Zensur und absoluter Kontrolle aller Informationen, denn andere unabhängige Medien gibt es ebenfalls nicht mehr. Da die Scan AG als einzige Bücher scannt und speichert und daraufhin die gedruckten Exemplare vernichtet, kann sie die Daten beliebig bearbeiten – also auch zensieren – oder sogar löschen und irgendwann ist niemand mehr da, der sich noch an die Originale erinnern und diese weitergeben kann. Außerdem läuft man natürlich Gefahr diese Daten für immer zu verlieren, wenn sie nur an einem einzigen Ort aufbewahrt werden und dieser dann zerstört wird.

Daneben beschäftigt sich der Autor zudem noch mit anderen gegenwärtigen gesellschaftskritischen Themen wie zum Beispiel Altersarmut, das Schwinden realer sozialer Kontakte zu Gunsten von unzähligen digitalen Bekanntschaften und wie gefährlich die unkontrollierte Weitergabe persönlicher Daten werden kann.

Während das eigentliche Ende und die Idee dahinter dem Autor sehr gut gelungen sind, ist der Weg dorthin weniger geglückt. Nach einem eher langsamen Einstieg überschlagen sich im letzten Teil des Buches die Ereignisse und manches geht viel zu schnell. Auch hier wären ein paar mehr Erklärungen an einigen Stellen wünschenswert gewesen.

Kritikwürdig ist ferner noch die in Ansätzen vorhandene und sehr unglaubwürdige Liebesgeschichte zwischen Rob und Fanni. Obwohl er nach dem Kennenlernen erfährt, dass Fanni von der Büchergilde auf ihn angesetzt wurde und ihr zweites Treffen alles andere als positiv verläuft, will er Fanni nicht nur wiedersehen, sondern glaubt tatsächlich schon in sie verliebt zu sein. Auch das entspricht überhaupt nicht seinem angeblichen Alter und passt eher zu einem pubertierenden Teenager als zu einem Mann Mitte Zwanzig.


FAZIT

Die Scanner ist ein interessantes Kinder- bzw. Jugendbuch, das zwar einige Schwächen aufweist, aber durchaus seine Stärken hat. Es regt den Leser zum Nachdenken an und zeigt auf, dass die zunehmende Digitalisierung von Büchern und anderen Daten nicht nur Vorzüge hat, sondern auch Nachteile mit sich bringt und macht deutlich, welche Risiken die unkontrollierte Weitergabe von persönlichen Daten bürgen kann.

Auf die unglaubwürdige Liebesgeschichte hätte man aber besser verzichten und den Protagonisten zehn Jahre jünger machen sollen.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Eine Hommage an das gedruckte Buch, der leider die Emotionen fehlen.

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Der Ich-Erzähler Rob lebt in einer Welt, in der Wissen jederzeit und kostenlos abrufbar ist. Es ist eine Welt, in welcher der größte Feind der Regierung die Bibliophilen sind, die egoistisch „echte“ Bücher ...

Der Ich-Erzähler Rob lebt in einer Welt, in der Wissen jederzeit und kostenlos abrufbar ist. Es ist eine Welt, in welcher der größte Feind der Regierung die Bibliophilen sind, die egoistisch „echte“ Bücher nur für sich haben wollen und die sich dagegen wehren, dass diese eingescannt und somit der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Einer dieser Scanner ist Rob, der am Anfang ganze Bibliotheken leer gescannt hat, dem es aber immer schwerer fällt, überhaupt noch „echte“ Bücher aufzuspüren. Rob hat sich nie gefragt, was mit den Büchern passiert, nachdem sie gescannt wurden. Doch er beginnt, Fragen zu stellen, als er auf dem Weg zur Arbeit auf einen alten Mann trifft, der vor seinen Augen ein Buch liest und sich selbst gegen eine hohe Summe Geld weigert, das Buch herauszugeben.

„Die Scanner“ ist ein Roman, der sehr ruhig beginnt, aber sehr ereignisreich endet. Die Handlung selbst lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen. Bei diesem Buch geht es eher darum, wie man das Gelesene interpretiert. Leider wird der Leser dabei ziemlich allein gelassen.

Man kann zwar durchaus zwischen den Zeilen herauslesen, was der Autor mit diesem Buch sagen möchte, warum er dieses Buch geschrieben hat, was seine Intention ist. Aber das lässt sich mehr erahnen, als dass Robert M. Sonntag konkret aussprechen würde, was ihn bewegt. Das Meiste verliert sich in Andeutungen, die nicht weiter verfolgt werden.

Gleichzeitig ist die Geschichte zu einseitig. Der Autor beschäftigt sich zwar damit, was der Verlust des gedruckten Buches bedeutet, aber bezieht das mehr auf die Menschen, die an der Herstellung eines Buches beteiligt sind - die Autoren, die Übersetzer - oder spricht das Schicksal der Bibliothekare an und thematisiert den Untergang dieser Berufe. Was aber fehlt, ist der Bezug zum Wert eines Buches für die Leser. Denn natürlich sind die Bücher in digitaler Form nach wie vor verfügbar, aber der Gegenstand „Buch“ ist einfach nicht mehr vorhanden. Es wäre schön gewesen, wenn der Autor die Bedeutung einer Welt ohne Papier umfassender thematisiert hätte. So bleibt das Buch leider eher oberflächlich und zu sachlich und nüchtern. Es fehlt ihm an Emotionen, vor allem an Leidenschaft zum Buch, die das Grundthema aber durchaus hergibt.

Genial ist dagegen wieder der Schluss des Buches, seine Beziehung zum Titel „Die Scanner“ und die Verbindung zwischen den Namen des Autors und des Ich-Erzählers.

Mein Fazit:

Eine Hommage an das gedruckte Buch, der leider die Emotionen fehlen.