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Veröffentlicht am 22.04.2018

ein wirklich bewegender New Adult Roman

From Scratch - Alles neu mit dir
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From Scratch - Alles neu mit dir ist trotz kleinerer Schwächen ein sehr gelungener New Adult Roman, den man gerne liest und der vor allem mit den außerordentlich liebenswerten Protagonisten punkten kann, ...

From Scratch - Alles neu mit dir ist trotz kleinerer Schwächen ein sehr gelungener New Adult Roman, den man gerne liest und der vor allem mit den außerordentlich liebenswerten Protagonisten punkten kann, an die man sich noch lange erinnern wird. Demzufolge wird man früher oder später wahrscheinlich auch zur Fortsetzung greifen, in der dann allerdings andere Figuren im Mittelpunkt stehen werden.

Amanda ist eine unglaublich tapfere Heldin, die man für ihre Stärke und ihre kämpferische Haltung nur bewundern kann. Sie hat etwas unfassbar Traumatisches erlebt und überstanden, ist aber nicht daran zerbrochen und versinkt auch nicht in Selbstmitleid, obschon das durchaus verständlich wäre. Natürlich haben diese Erfahrungen Spuren hinterlassen, sowohl seelische als auch körperliche, und folglich hat sie beispielsweise noch immer Schwierigkeiten im Alltag zurechtzukommen und wird häufig von nachvollziehbaren Ängsten beherrscht. Trotzdem hat sie Ziele und Träume, an denen sie festhält und die sie erreichen will. In ihren Augen macht sie allerdings nicht schnell genug Fortschritte, sondern hat das Gefühl auf der Stelle zu treten, nicht voran zu kommen. Zu allem Überfluss gibt sie sich selbst die Schuld an ihrem schlimmen Schicksal, obwohl jeder andere ihr selbstverständlich nie einen solchen Vorwurf machen würde.

Chase geht ebenfalls viel zu hart mit sich ins Gericht und steht sich oft selbst im Weg, weil er ein viel zu schlechtes Bild von sich und zu wenig Selbstwertgefühl hat. In der Vergangenheit hat er sicherlich viel Mist gebaucht, inzwischen hat er jedoch an sich gearbeitet, sich verändert, und ist nun entschlossen sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Er will seine zweite Chance unbedingt nutzen und alles richtig machen, glaubt aber selbst nicht daran diese zweite Chance überhaupt zu verdienen.

Da die gesamte Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Amanda und Chase erzählt wird, fühlt man sich beiden Figuren relativ schnell verbunden, kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und sie besser kennen lernen als es aus nur einem Blickwinkel möglich wäre. Man erhält einen umfassenden Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten, was immer dann besonders schön ist, wenn beide unabhängig voneinander das Gleiche danken, zum Beispiel dass sie sich in der Gegenwart des jeweils anderen selbst lieber mögen.

Nach dem ersten eher unschönen Zusammentreffen der beiden, das keineswegs zufällig stattfindet und daher realistischer ist als vielleicht gedacht, beschließen die beiden sich gegenseitig zu helfen und letztlich gelingt ihnen das auch, wenngleich dies auf eine völlig andere Art und Weise geschieht als erwartet. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und kommen sich dabei immer näher. Amanda und Chase haben ein tiefes Verständnis füreinander und sehen den anderen, wie er wirklich ist, was der Grund dafür ist, dass sie sich ineinander verlieben. Anders als von ihrer Familie und sogar Chase befürchtet, nimmt Amanda nämlich den echten Chase war und ist sehr gut in der Lage diesen von seinen Rollen und dem Bild, das der Öffentlichkeit präsentiert wird, zu unterscheiden.

Chase ist in Bezug auf Amanda ausgesprochen aufmerksam und rücksichtsvoll. Er hört ihr zu, respektiert ihre Grenzen und Entscheidungen, versucht sie zu verstehen, fasst sie aber, wie von ihr gewünscht, nicht permanent mit Samthandschuhen an. Er bemerkt sofort, wenn sie sich unwohl fühlt und versucht das Problem zu lösen, indem er sie fragt, was sie stört oder braucht. Dafür muss man ihn einfach lieben.

Die beiden harmonieren gut miteinander, daher freut man sich sehr, als die beiden ein Paar werden. Durch Chase lernt Amanda, dass sie sich doch noch - körperlich - zu jemandem hingezogen fühlen und sogar so etwas wie Lust empfinden kann. Er zeigt ihr, dass Berührungen schön sein können und Intimität nicht mit Demütigung oder Schmerz verbunden sein muss.

Unglücklicherweise ist es jedoch ausgerechnet diese Beziehung, die zugleich Anlass zur Kritik gibt. Nach zwei Jahren mit nur minimalen Fortschritten entwickelt sich Amanda in nur wenigen Tagen plötzlich so rasend schnell weiter, dass es einfach unrealistisch erscheint und für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar ist. Das betrifft sowohl die emotionale als auch die körperliche Ebene ihrer Beziehung zu Chase. Obwohl Küsse und Berührungen schon enorme Fortschritte für Amanda darstellen, wird daraus nämlich schnell mehr - zu schnell. Innerhalb kürzester Zeit gehen Amanda Chase zu sehr intimem Körperkontakt über und es passiert in dieser Hinsicht viel zu viel, was diese Szenen von Mal zu Mal weniger authentisch wirken lässt. Vorübergehend scheint ihre ganze Beziehung nur noch aus dem Erreichen des nächsten Höhepunktes zu bestehen, worüber die eigentliche Handlung kurzzeitig fast in Vergessenheit gerät.

Stilistisch sind die erotischen Szenen ebenfalls nicht immer ansprechend. Abgesehen davon, dass sie zu schnell hintereinander vorkommen und vielleicht nicht unbedingt dem persönlichen Geschmack entsprechen, sind sie an einigen Stellen fast schon zu detailliert und fügen sich manchmal nicht sonderlich gut in die Handlung ein.

Ansonsten ist das Buch jedoch durchweg gelungen und die Handlung durchgängig fesselnd. Gespannt verfolgt man, wie sich die junge Beziehung zwischen Amanda und Chase weiter entwickelt und wartet bangend auf den Moment, in dem ein anfängliches Geheimnis einen Keil zwischen die beiden treibt, was leider nur eine Frage der Zeit ist. Das zu erleben schmerzt einen sehr, insbesondere da man als Leser um die beiderseitige Echtheit ihrer Gefühle füreinander weiß. Darüber hinaus hält die Geschichte, gerade zum Ende hin, aber noch einige Überraschungen bereit, die man so nicht hat kommen sehen, unter anderem eine ungeahnte Bedrohung, die sich im Verlauf immer weiter zuspitzt.

Neben Amanda und Chase spielt außerdem noch Amandas komplizierte, um nicht zu sagen anstrengende, Familie eine wichtige Rolle, die hinsichtlich des Genesungsprozesses von Amanda alles andere als hilfreich ist. Zwar haben auch Amandas Eltern und ihre beiden Schwestern einiges durchgemacht, wofür man ihnen Verständnis entgegen bringt, ihr permanenter Streit untereinander und ihre ständige Bevormundung schaden der Familie insgesamt aber eher.

Ihre kleine Schwester Mia wird von den Eltern kaum beachtet, was diese wiederum Amanda übel nimmt. Mia ist sehr selbstsüchtig und Amanda gegenüber oftmals sehr unfair, was sich im späteren Verlauf allerdings bessert und sie ein wenig sympathischer macht. Ihre große Schwester Liza und ihr Vater können Amanda kaum in die Augen sehen, gehen ihr mitunter sogar aus dem Weg, und würden offenbar lieber so tun, als wäre nie etwas geschehen. Ihre Mutter ist im Gegensatz dazu überfürsorglich und versucht krampfhaft das unschuldige Mädchen zurückzuholen, das schlicht nicht mehr existiert.

Ein richtiges Gespräch ist die meiste Zeit über nicht möglich, schon gar nicht über die Vergangenheit, und Amandas Wünsche werden von keinem wirklich ernst genommen. Umso schöner sind deshalb die Aussprachen zwischen verschiedenen Familienmitgliedern im letzten dritten des Buches, die einen die einzelnen Beweggründe zum Teil besser verstehen lassen.

Am Ende wird es noch einmal unerwartet dramatisch, was hier aber nicht übertrieben, sondern durchaus passend wirkt. Der Ausgang entspricht, wie nicht anders zu erwarten war, dem, was für das Genre eben typisch ist und von den meisten Lesern vorausgesetzt wird. Ein paar Fragen, vor allem im Hinblick auf das Schicksal einer Figur, die man von Anfang an gehasst hat, bleiben jedoch leider offen. Dafür erhält man mittels eines Epilogs abschließend noch einen kurzen Ausblick auf das zukünftige Leben der beiden Protagonisten.


FAZIT

Mit From Scratch - Alles neu mit dir hat Stacey Kade einen wirklich bewegenden New Adult Roman geschrieben, dessen zwei Protagonisten man sehr schnell ins Herz schließt, wodurch man das Buch trotz der Kritikpunkte positiv in Erinnerung behält.

Veröffentlicht am 16.06.2018

eine tolle Fortsetzung, die vielleicht sogar noch fesselnder ist als der Vorgänger

Save You
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Mit Save You hat Mona Kasten eine gelungene Fortsetzung geschrieben, die vielleicht sogar noch etwas besser als der Auftakt der Reihe ist.

Besonders erfreulich sind die beiden zusätzlichen Perspektiven ...

Mit Save You hat Mona Kasten eine gelungene Fortsetzung geschrieben, die vielleicht sogar noch etwas besser als der Auftakt der Reihe ist.

Besonders erfreulich sind die beiden zusätzlichen Perspektiven von Ember und Lydia, den Geschwistern der beiden Protagonisten, die frischen Wind in die Geschichte bringen und das Buch enorm bereichern. Durch sie erhascht man einen anderen Blick auf die Hauptfiguren und erfährt zugleich etwas mehr über diese Nebencharaktere. Ember steht man allerdings eher zwiespältig gegenüber, weil man ihr Verhalten nicht immer gutheißt, vor allem in Bezug auf eine bestimmte Person, zu der sie langsam eine Beziehung aufbaut. Man weiß einfach nicht, was man davon halten soll, und ist vielmehr besorgt als erfreut. Lydia wird dem Leser hingegen immer sympathischer und ihre Geschichte interessiert einen später mitunter genauso sehr wie die Beziehung von Ruby und James. Umso mehr freut man sich daher über die Entwicklung der Beziehung zwischen James und Lydia, die einander beistehen und sich nach einem heftigen Streit vielleicht sogar näher stehen als zuvor.

Generell fällt positiv auf, dass die Nebenfiguren in der Fortsetzung etwas mehr Raum bekommen, um sich zu entfalten. Die meisten von ihnen spielen zwar nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle, aber die Autorin lässt hier und da durchblicken, dass auch diese Charaktere ein eigenes Leben mit ganz individuellen Problemen haben und eben nicht nur schmückendes Beiwerk sind, was die diversen Freundschaften authentischer macht.

Trotzdem stehen natürlich Ruby und James weiterhin im Mittelpunkt. Man fiebert die ganze Zeit über mit ihnen mit und wartet gespannt auf den unausweichlichen Moment der Versöhnung, den Mona Kasten glücklicherweise nicht bis zum letzten Kapitel hinauszögert. Dennoch ist es ein langer und steiniger Weg bis dahin, den man dank der ausführlichen Beschreibungen der Gedanken sowie Gefühle der Charaktere sehr gut nachvollziehen kann.

Dass Ruby und James sehr viel füreinander empfinden, steht außer Frage. Sowohl Ruby als auch James sind während ihrer Trennung sehr unglücklich, was insbesondere Lydia nicht entgeht, die ihren Bruder deshalb, auch Ruby zuliebe, ermuntert die Hoffnung nicht aufzugeben. Während James also erst noch davon überzeugt werden muss, dass er Rubys Wunsch nach Abstand nicht sofort völlig tatenlos akzeptieren muss, sondern durchaus um sie kämpfen darf, muss Ruby ihre Angst überwinden noch einmal von James verletzt zu werden und neues Vertrauen zu ihm fassen. Dass er sein Verhalten unendlich bedauert, ist nicht zu übersehen, und da er zu diesem Zeitpunkt wirklich total neben sich stand, kann man ihn nicht dafür hassen. Man hofft darum inständig, dass Ruby ihm irgendwann verzeihen kann und James legt sich schließlich wirklich ins Zeug, um sie zurückzugewinnen.

Von diesem einen Fehltritt und dem darauf folgenden Rückfall in alte Verhaltensmuster einmal abgesehen, hat James eine beachtliche, positive Entwicklung durchgemacht, die er größtenteils Ruby zu verdanken hat. Letztere wird in diesem Band sogar noch liebenswerter, denn sie steht Lydia in dieser schweren Zeit bei, auch als es zwischen ihr und James nicht zum Besten steht. Sie ist Lydia eine gute Freundin und lässt ihre Beziehung zu James keinen Einfluss darauf nehmen, wofür man sie nur bewundern kann.

Schön ist auch, dass die Beziehung der beiden insgesamt stabiler geworden ist, was sich insbesondere darin zeigt, dass die Enthüllung einer unangenehmen Wahrheit sie nicht sofort wieder auseinander bringt, und sie ihr Glück endlich etwas länger genießen können. Intime Szenen zwischen den beiden gibt es dieses Mal allerdings nicht, was für das Genre vielleicht etwas untypisch ist, im Hinblick auf die Handlung der Fortsetzung die meiste Zeit über aber auch kaum anders möglich gewesen wäre und daher nicht negativ ins Gewicht fällt.

Obwohl einem klar war, dass am Ende wahrscheinlich nicht alles gut sein, sondern noch irgendetwas Schlimmes passieren würde - Wozu bräuchte man sonst einen dritten Band? - ist man überrascht, als es dann tatsächlich soweit ist, vor allem davon, was genau geschieht, denn damit hätte man auf keinen Fall gerechnet. Der zweite Teil endet also erneut mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, weshalb man mehr als froh ist, dass der Abschluss der Trilogie bereits im Spätsommer dieses Jahres erscheint. Man kann nur hoffen, dass dieser Vorfall Ruby und James nicht noch einmal auseinanderreißt und es ihnen gelingen wird das Missverständnis gemeinsam aus dem Weg zu räumen.

Man hat bereits einen konkreten Verdacht, wer dahinter steckt, und so ein mieses Verhalten hätte man der mutmaßlich verantwortlichen Figur niemals zugetraut, obschon man sie nie sonderlich mochte. Enttäuschter ist man nur von der Reaktion von Rubys Mutter, die offenbar so wenig Vertrauen in ihre Tochter hat, dass man darüber nur den Kopf schütteln kann. Noch unsympathischer ist lediglich der Vater von Lydia und James, bei dem man sich manchmal fragt, ob ihm eigentlich bewusst ist, wie verletzend seine Worte sind. Mona Kasten lässt im Verlauf des Buches jedoch erkennen, dass er trotz allem nur ein Mensch ist, der Schwächen hat, unter dem Verlust seiner Frau leidet und manchmal schlicht mit der Situation überfordert ist.

FAZIT
Save You ist eine tolle Fortsetzung, die vielleicht sogar noch fesselnder ist als der Vorgänger. Die Charaktere sind einem mittlerweile richtig ans Herz gewachsen und der fiese Cliffhanger am Ende wird mit Sicherheit erneut dafür sorgen, dass man auch den finalen Band schon kurz nach dem Erscheinen lesen wird.

Veröffentlicht am 08.03.2018

ein weiterer, ausgesprochen fesselnder New Adult Roman der deutschen Autorin Mona Kasten

Save Me
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Mit Save Me hat Mona Kasten einen weiteren, gelungenen New Adult – das Buch spielt zwar nicht an einer Universität, enthält dafür aber einige andere Elemente, die eher für dieses Genre sprechen – Roman ...

Mit Save Me hat Mona Kasten einen weiteren, gelungenen New Adult – das Buch spielt zwar nicht an einer Universität, enthält dafür aber einige andere Elemente, die eher für dieses Genre sprechen – Roman geschrieben, der den Leser schnell in seinen Bann zieht und insbesondere mit der überraschenden Entwicklung eines bestimmten Charakters überzeugen kann.

Der schöne Schreibstil von Mona Kasten lässt sich angenehm sowie flüssig lesen und man merkt, dass sich die Autorin seit ihrer Again-Reihe weiterentwickelt hat; es ist nämlich eine gewisse Steigerung zu spüren. Vor allem die erotische Szene ist ihr stilistisch bzw. im Hinblick auf die Wortwahl deutlich besser gelungen. Gleichwohl hat genau diese Szene auch ihre Schwächen: Sie enthält relativ viel Dialog und wirkt außerdem nicht authentisch. Sie passt einfach nicht richtig zur Protagonistin und ist nur schwer mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Erfahrungsstand in Einklang zu bringen, denn Ruby wirkt darin wesentlich erfahrener als sie es dürfte bzw. tatsächlich ist.

Ein großer Pluspunkt sind dagegen die wechselnden Perspektiven, durch die man beide Protagonisten – Ruby und James – viel besser kennen lernen und mehr über deren individuelle Gedanken sowie Gefühle erfahren kann, obschon das in Bezug auf James zumindest anfangs nicht unbedingt von Vorteil ist.

James ist einem zu Beginn ausgesprochen unsympathisch. Er ist arrogant, selbstgefällig, verwöhnt und es gewohnt, dass nahezu alle anderen nach seiner Pfeife tanzen. Er weiß seine Privilegien nicht zu schätzen, blickt auf andere herab und begreift nicht, wie hart manche Menschen arbeiten müssen, um auch nur einen Bruchteil dessen zu erlangen, was für ihn selbstverständlich ist. Die einzige, halbwegs liebenswerte Eigenschaft an ihm ist seine aufrichtige Sorge um seine Schwester Lydia.

Während des ersten Drittels des Romans kann man sicher daher absolut nicht vorstellen, dass aus ihm einmal ein liebenswürdiger Charakter werden soll. Umso beachtlicher ist folglich die positive Entwicklung, die er im Verlauf der Handlung durchmacht. Ruby öffnet ihm gewissermaßen die Augen für eine andere Welt, fernab vom schönen Schein. Sie bringt seine guten Seiten zum Vorschein, sein wahres Ich, fordert ihn heraus und macht ihn so zu einem besseren Menschen. Den James, den nur Ruby kennen lernt, beginnt man zu mögen. In ihrer Gegenwart wird er zu jemandem, dem nicht alles egal ist und der seine wahren Gefühle nicht ständig hinter einer reglosen Maske der Gleichgültigkeit verbirgt.

Je mehr man über James und vor allem seine familiären Verhältnisse erfährt, desto besser versteht man sein Verhalten, obgleich diese Umstände sein Benehmen trotzdem nicht immer rechtfertigen. In materieller Hinsicht mag es ihm und seiner Schwester an nichts fehlen, emotional hingegen ist in ihrer Erziehung vieles auf der Strecke geblieben, sodass man nicht gerade von einem liebevollen Elternhaus sprechen kann. Mit der Zeit kann man demzufolge auch besser nachvollziehen, warum er sich so sehr an die Gegenwart klammert und die Zukunft regelrecht fürchtet; eine Angst, die man als Leser zuvor als ziemlich irrational empfand. Dennoch hält man seine Situation nicht annähernd für so aussichtslos und unabwendbar wie James selbst.

Im Unterschied zu James mag man Ruby auf Anhieb und man kann sich von Anfang an gut mit ihr identifizieren. Ihr Ehrgeiz erscheint mitunter ein wenig übertrieben, ihre Disziplin ist jedoch bewundernswert. Sie hat Träume und Ambitionen und kämpft hart für das, was sie erreichen will. Manchmal hat man allerdings das Gefühl, dass sie fast rund um die Uhr ausschließlich mit der Schule beschäftigt ist und ihr ein Hobby als Ausgleich fehlt. Andere Interessen werden zwar gelegentlich erwähnt, finden sich aber leider nie aktiv im eigentlichen Geschehen wieder.

Ruby und James sind so verschieden, dass man nur schwer glauben kann, dass ausgerechnet aus den beiden einmal ein Paar werden soll, obwohl man natürlich von Beginn an weiß, dass es genau darauf hinauslaufen wird. Dafür macht es unheimlich viel Spaß ihnen dabei zuzusehen, wie aus den wütenden Wortgefechten nach und nach ernsthafte Gespräche werden, aus denen sich letztlich Sympathien entwickeln. Ihr anfänglicher Argwohn lässt mehr und mehr nach als sie neue Seiten am jeweils anderen entdecken, was die Entwicklung ihrer Beziehung zu Freundschaft – und später zu etwas darüber hinaus – sehr glaubwürdig macht.

Gemeinsam mit Ruby blickt man langsam hinter seine steinerne Fassade und ändert so, zur eigenen Überraschung, Stück für Stück seine Meinung über James. Deshalb freut man sich auch wirklich, als die beiden einander endlich näher kommen, was man vorher kaum für möglich gehalten hätte. Es ist eine schöne, nachvollziehbare Entwicklung, die man direkt miterleben kann. Die zwei ergänzen sich gut und sind ein tolles Paar, mit dem man richtig mitfühlt. Bei Ruby kann James er selbst sein und das ist mehr wert als alles Geld der Welt. Mit ihrer Hilfe schafft er es hoffentlich irgendwann sogar den Mut aufzubringen für seine eigenen Wünsche zu kämpfen.

Neben Ruby und James gibt es zahlreiche Randfiguren, von denen man einige mehr und andere weniger liebenswert findet. Rubys Familie sowie ihre beste Freundin Lin hat man sehr gern, weshalb man sich über jede Szene freut, in der sie nicht nur erwähnt werden, sondern unmittelbar am Geschehen beteiligt sind. Von James‘ Eltern kann man das leider nicht behaupten, diese sind total gefühlskalt und interessieren sich offenbar nur für Geld und Prestige. James‘ Freunde können beim Leser ebenfalls keinen guten Eindruck hinterlassen, denn zu ihnen fallen einem lediglich Attribute wie hochnäsig, oberflächlich, verwöhnt, arrogant, selbstverliebt und ignorant ein. Die einzige Ausnahme bildet seine Schwester Lydia, die einem zumindest zum Ende hin etwas sympathischer wird. Sie macht sich nicht nur Gedanken über unwichtige Dinge und erkennt nicht nur, dass James sich verändert hat, sondern auch, dass diese Veränderungen durchaus positiv sind.

Die Handlung ist durchgängig fesselnd und überrascht insbesondere zum Schluss hin mit vielen ungeahnten, nicht immer positiven Wendungen, die auf jeden Fall reichlich Stoff für die Fortsetzungen bieten. Unglücklicherweise war es nur eine Frage der Zeit, dass jemand einen Keil zwischen Ruby und James treibt und ihnen Steine in den Weg legt, weil sie aus völlig verschiedenen Welten kommen. Ihr Glück ist somit nur von kurzer Dauer. Die Hürden mögen vielleicht nicht unüberwindbar sein, aber man wird es ihnen sicher auch nicht leicht machen die Probleme zu lösen, die zwischen ihnen stehen. Obschon man kommen sah, dass es (noch) kein Happy End geben würde, ist das Ende demnach unerwartet traurig bzw. unerfreulich, doch andernfalls bräuchte es schließlich keinen zweiten Band.

Nach diesem fiesen, Herzschmerz verursachenden Ausgang ist man schon sehr gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte um James und Ruby und wird sich diese definitiv nicht entgehen lassen. Man kann allerdings nur hoffen, dass die folgenden zwei Bände mehr zu bieten haben und nicht nur von einem beinahe endlosen, unerträglichen Hin und Her zwischen den beiden handeln werden. Noch hält sich das Drama in Grenzen, aber es bewegt sich auf einem schmalen Grat und die Probleme in ihrer Beziehung künstlich in die Länge zu ziehen, würde der Geschichte wahrscheinlich eher schaden als nützen.


FAZIT

Save Me ist ein weiterer, ausgesprochen fesselnder New Adult Roman der deutschen Autorin Mona Kasten, der vor allem mit der überraschend positiven Veränderung einer Figur und der authentischen, nachvollziehbaren Entwicklung der Beziehung zwischen Ruby und James punkten kann.

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein fantastischer Debutroman, der dem Leser eine fesselnde, aber insbesondere unheimlich romantische Liebesgeschichte bietet

Wenn du mich siehst
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Wenn du mich siehst ist ein zauberhaftes Debut, das das Herz eines jeden Romantikfans höher schlagen lässt. Mit Amelia und Joshua hat Tara Hudson ein unheimlich liebenswertes Pärchen kreiert, an das man ...

Wenn du mich siehst ist ein zauberhaftes Debut, das das Herz eines jeden Romantikfans höher schlagen lässt. Mit Amelia und Joshua hat Tara Hudson ein unheimlich liebenswertes Pärchen kreiert, an das man sich auch nach der Lektüre des Buches noch lange erinnern wird.
Die Handlung ist von Beginn an fesselnd. Man befindet sich gleich mitten im Geschehen, da die Autorin sich nicht lange mit der Beschreibung von Amelias Leben als Geist aufhält. Schon nach wenigen Seiten kommt das erste Mal Spannung auf als Amelia Joshua begegnet. Seit ihrem Tod ist er die erste Person, mit der sie kommunizieren kann und schon bald verändert er Amelias Dasein von Grund auf. Plötzlich kann sie wieder etwas empfinden, tatsächlich spüren, vor allem, wenn sie Joshua berührt, und auch ein paar kostbare Erinnerungen kehren nach und nach zu ihr zurück.

Amelia und Joshua sind ein total süßes Paar und passen perfekt zusammen, abgesehen von dem Umstand, dass sie tot und er lebendig ist, was ihrer Beziehung eine gewisse Tragik verleiht und in den folgenden Bänden sicherlich noch stärker thematisiert wird. Ihre gemeinsamen Dialoge sind toll zu lesen und zudem noch sehr authentisch. Obwohl sie sich beide von Anfang an zueinander hingezogen fühlen, gibt ihnen die Autorin Zeit um echte Gefühle füreinander zu entwickeln und sich Stück für Stück näher zu kommen, was sehr schön zu beobachten ist.
Mit Hilfe von Joshua, der nicht nur gut aussehend, sonder auch sehr sympathisch und einfach hinreißend ist, will Amelia herausfinden, was für ein Mensch sie vor ihrem Tod eigentlich war, doch vor allem, was für ein Mensch sie heute ist, denn sie will nicht böse sein, wie es Joshuas Großmutter Ruth von ihr behauptet.

Genau wie ihr Enkelsohn besitzt Ruth Mayhew die Fähigkeit Geister zu sehen, ist aber keineswegs daran interessiert sich mit ihnen zu unterhalten. Ganz im Gegenteil, sie ist davon überzeugt, dass alle Geister, und damit auch Amelia, böse sind und ist entschlossen sie zu vertreiben. Mit ihrem Zirkel macht sie, bisher ohne Erfolg, auch schon seit Jahren Jagd auf Eli.

Eli ist der erste Geist, dem Amelia seit ihrem Tod begegnet und eine äußerst interessante Figur. Er sorgt ebenfalls für einige spannende Momente, denn er hat ein Auge auf Amelia geworfen und droht ihr damit, dass sie ohne ihn in einem schrecklichen Jenseits gefangen sein wird. Worin seine waren Interessen bestehen und was er wirklich von Amelia will, enthüllt Tara Hudson dem Leser aber erst nach und nach.

Sowohl Ruth als auch Eli haben es also beide auf Amelia abgesehen, während sie einfach nur ihre Zeit mit Joshua genießen will. Gemeinsam erfahren sie mehr über Amelias Leben, z.B. über ihre Familie, wobei sie sich durch unerwartet aufkommende Rückblenden an immer mehr Momente wieder richtig erinnern kann. Lediglich die erschreckende Wahrheit über die tatsächlichen Umstände ihres Todes erfährt Amelia erst ganz zum Schluss und kann sie genauso wenig fassen wie der Leser.

Die einzelnen Kapitel hören oftmals mit einem kleinen Cliffhanger auf, sodass man geradezu gezwungen ist weiter zu lesen. Zum Ende hin kommt dann noch einmal zusätzlich Spannung auf und lässt den Leser erst wieder zur Ruhe kommen, wenn das letzte Kapitel gelesen ist. Wirklich schade ist allerdings, dass eine der Figuren im zweiten Band höchst wahrscheinlich keinen Auftritt mehr haben wird.
Das Ende ist in sich abgeschlossen und lässt einen damit, zum Glück, nicht atemlos bis zum zweiten Teil zurück. Trotzdem sind noch genug Fragen und Handlungsstränge ungeklärt, die schon jetzt Lust auf die Fortsetzung machen, welche hoffentlich noch in diesem Jahr erscheint.


FAZIT

Wenn du mich siehst ist ein fantastischer Debutroman, der dem Leser eine fesselnde, aber insbesondere unheimlich romantische Liebesgeschichte bietet. Amelia und Joshua sind für sich allein genommen schon zwei sehr sympathische Figuren, doch zusammen geben sie einfach ein umwerfendes Paar ab, über das man unbedingt noch mehr erfahren möchte, denn obwohl ihre gemeinsame Zukunft aussichtslos scheint, wünscht man den Beiden nur das Beste!

Veröffentlicht am 22.02.2018

Beckys neuestes Abenteuer ist genauso humorvoll wie die vorherigen und Maria Koschny macht es durch ihre Art zu Lesen erneut zu einem absoluten Hörgenuss!

Hochzeit zu verschenken (3 CDs)
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Auch im dritten Teil erlebt man als Leser bzw. Hörer Becky Bloomwood wieder wie sie leibt und lebt – also vor allem chaotisch, aber dennoch liebenswert.
Es ist ja auch nicht so als könnte man Becky nicht ...

Auch im dritten Teil erlebt man als Leser bzw. Hörer Becky Bloomwood wieder wie sie leibt und lebt – also vor allem chaotisch, aber dennoch liebenswert.
Es ist ja auch nicht so als könnte man Becky nicht verstehen, natürlich kann man das. Jede Frau träumt doch irgendwann mal von ihrer Hochzeit und die Möglichkeiten sind heute nicht nur vielseitig, sondern unendlich. Wer würde da nicht schwach werden, wenn einem gleich zwei wundervolle Varianten schmackhaft gemacht werden würden? Eine traumhafte Märchenhochzeit mit hunderten Gästen, wie sie die High Society von New York noch nie erlebt hat, dazu noch im Plaza. Oder eine wundervolle Gartenhochzeit an dem Ort, an dem man aufgewachsen ist, und im Kreise der engsten Freunde und Verwandten? Dass diese Entscheidung nicht leicht fällt, kann man daher absolut nachvollziehen. Eine Entscheidung treffen sollte man allerdings schon, denn auch eine Becky Bloomwood kann nicht zweimal heiraten, oder doch? Man sollte meinen England und die USA sind dazu zu weit auseinander, aber es gibt nichts, was Becky nicht hinbekommt, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat und endlich einmal aktiv wird.

Auch wenn man häufig einfach nur den Kopf schütteln kann und Becky gern einmal in den Hinter treten würde, so wie ihre beste Freundin Suze es immer wieder versucht, kann man ihr im Endeffekt einfach nicht böse sein. Dazu ist sie einfach viel zu sympathisch und liebenswürdig.

Aber nicht nur Becks wächst einem immer mehr ans Herz, sondern auch Luke. Er ist nicht perfekt, sondern hat wie seine Verlobte einige Schwächen, aber gerade die machen auch ihn so unheimlich sympathisch. Wenn Becky ihn sich nicht schon geangelt hätte, würde man ihn glatt selbst heiraten. Er liebt Becky mit all ihren Fehlern und hilft ihr sogar das Chaos, das sie verursacht hat, zu beseitigen bzw. vertraut ihr blind und spielt einfach mit bei dem, was sie vorhat, obwohl er noch nicht eingeweiht wurde.

Maria Koschny hat sich als Sprecherin wieder selbst übertroffen und gibt eine fantastische Becky Bloomwood. Erneut schafft sie es, dass es dem Hörer erscheint als würde er sich mit Becky unterhalten wie mit einer Freundin, so als würde sie einem persönlich ihre neueste Geschichte erzählen. Man hat bei ihr nie das Gefühl, dass sie einem etwas vorlesen würde. Dadurch kann man sich auch wieder sehr gut mit Becks identifizieren. Besser hätte man es nicht mehr lesen können!


FAZIT

Hochzeit zu verschenken steht seinen beiden Vorgängern in nichts nach, sondern ist vielleicht sogar noch besser. Beckys neuestes Abenteuer ist genauso humorvoll wie die vorherigen und Maria Koschny macht es durch ihre Art zu Lesen erneut zu einem absoluten Hörgenuss!