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Veröffentlicht am 17.09.2017

Wer phantastische Geschichten liebt, in denen Bücher eine zentrale Rolle spielen, liegt hiermit genau richtig!

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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„Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ ist ein wahrlich magischer Fantasy-Roman, der den Leser in eine faszinierende Welt entführt, die das Herz eines jeden Bücherwurms höher schlagen ...

„Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ ist ein wahrlich magischer Fantasy-Roman, der den Leser in eine faszinierende Welt entführt, die das Herz eines jeden Bücherwurms höher schlagen lässt.

Akram El-Bahay hat ein großartiges, geradezu paradiesisches Setting erschaffen, ober- wie unterirdisch, das man nur zu gern selbst einmal erkunden - und vermutlich nie wieder verlassen - würde. Trotz der phantastischen Elemente hat die fiktive Welt, in der die Geschichte spielt, viel mit der unseren gemein. Die Gesellschaft ist jedenfalls alles andere als perfekt und auch Rassismus ist Samir leider nicht fremd.

Sowohl Mythia als Paramythia, die scheinbar unendliche Bibliothek voller geheimnisvoller Bücher mit einem mysteriösen Herzen aus Tinte, in dem sich womöglich einzigartige Fabelwesen verbergen, werden sehr detailliert und anschaulich beschrieben, wobei der eigenen Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt werden. Generell fällt der wunderbare, bildhafte Schreibstil des Autors schon nach kurzer Zeit positiv auf. Manche Sätze sind so schön formuliert, fast schon poetisch, dass man sogar das Bedürfnis hat sie mehrfach zu lesen.

Mit Ausnahme des Prologs sowie des Epilogs wird die gesamte Geschichte aus der Perspektive von Samir geschildert, dem man sich ungeachtet des Rückgriffs auf einen personalen Erzähler sehr verbunden fühlt. Die übliche Distanz zu den einzelnen Figuren, die mit dieser Erzählform leider oft einhergeht, spürt man hier insofern nicht.

Der Protagonist Samir ist einem auf Anhieb sympathisch, obwohl er ein Dieb und folglich nicht gerade ein strahlendes Vorbild ist. Doch er stiehlt grundsätzlich nur von jenen, die mehr haben als sie brauchen, und ist denen gegenüber, die weniger haben als er selbst, ausgesprochen großzügig, was ihn sehr liebenswert macht. Außerdem will er sich ändern und wird daher Mitglied der Palastwache, muss aber zu seiner Enttäuschung statt des Königs „nur“ eines der Tore in Paramythia bewachen, die in das Herz führen, zu dem nur Wenige Zugang haben. Diese Aufgabe stellt sich jedoch nicht als so ereignislos und ungefährlich heraus wie ursprünglich angenommen.

Der Grund für Samirs Sinnes- bzw. Lebenswandel liegt offenkundig in seiner Vergangenheit. Die genauen Umstände werden aber zunächst nur angedeutet und erst am Ende offen gelegt. Man hat allerdings relativ schnell einen Verdacht, der sich schließlich auch bestätigt.

Neben Sam gibt es aber, abgesehen von den ohnehin faszinierenden Fabelwesen, noch einige andere, interessante Figuren, allen voran Kani, die wunderschöne Dienerin, die im Verlauf der Handlung sein Herz erobert. Sie ist eine mutige, starke und kluge junge Frau, die in das Herz Paramythias gelangen will, um mehr über die Fabelwesen und deren Herkunft zu erfahren. Ihrem Vater, Hakim, war es als Gelehrtem früher noch erlaubt Paramythia zu betreten, weshalb er viel über die Bücherstadt weiß. Er sucht ebenfalls nach Antworten, sodass diese drei ungleichen Charaktere schließlich zusammenarbeiten.

Sabah, die geheimnisvolle Beraterin des Königs, ist ebenfalls eine sehr interessante Figur und wird umso faszinierender, je mehr man über sie erfährt. Sie vereint zwei verschiedene Seiten in sich und es ist schwer einzuschätzen, ob sie nun gut oder böse ist- oder beides - und was eigentlich ihr Ziel ist.

Der weiße König wurde hingegen bislang nur erwähnt und spielt selbst noch keine aktive Rolle, doch das wird vermutlich nicht so bleiben. Auf jeden Fall möchte man mehr über ihn erfahren, insbesondere ob er weiß, was seine Beraterin im Schilde führt, oder ob er so ahnungslos ist, wie Sam glaubt.

Die Handlung ist komplex, tiefgründig und durchgängig fesselnd, denn die seltsamen Vorkommnisse in der Bücherstadt häufen sich und werfen ständig mehr Fragen auf. Obwohl er sie mit eigenen Augen gesehen hat, fällt es Sam verständlicherweise schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Gestalten, wie die geflügelten Asfura oder die behuften Nushishan, die er bisher nur aus Sagen und Märchen kannte, tatsächlich existieren.

Paramythia hütet also zahlreiche Geheimnisse, die es zu lüften gilt, was nicht ungefährlich ist, da andere offenbar um jeden Preis verhindern wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Auf der Suche nach Antworten stellen sich immer mehr Fragen, von denen zumindest ein paar am Schluss erfreulicherweise schon beantwortet werden, während diverse andere Rätsel natürlich ungelöst bleiben, immerhin sind ja noch zwei Fortsetzungen geplant, in denen man hoffentlich mehr über die Sahiras und die Geschichte sowie die Entstehung Mythias und der Stadt darunter erfährt.

Vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung dann sogar noch einmal zu. Mehr als einmal geraten die Charaktere in riskante Situationen, bei denen demzufolge auch traurige Verluste leider nicht ausbleiben. Bei den vielen Gefahren war es allerdings absehbar, dass nicht alle Beteiligten mit dem Leben davon kommen würden, alles andere wäre zudem schlicht unrealistisch gewesen, so sehr man sich das Überleben der einen oder anderen Figur vielleicht auch gewünscht hätte.

Das Ende ist, wie im Hinblick auf die Fortsetzungen zu erwarten war, relativ offen gehalten und die Geschichte natürlich nicht in sich abgeschlossen. Akram El-Bahay hat aber einen guten Moment für den vorläufigen, sehr vielversprechenden Abschluss gewählt und quält seine Leser wenigstens nicht mit einem nervenaufreibenden Cliffhanger. Die letzten Ereignisse werfen noch ein paar neue, ausgesprochen spannende Fragen auf und die nächsten Bände, die sicher ebenso mitreißend sein werden wie der Serienauftakt, wird man sich infolgedessen auf keinen Fall entgehen lassen.


FAZIT

Mit „Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ hat Akram El-Bahay einen ausgesprochen spannenden und sehr empfehlenswerten Auftakt zu einer geheimnisvollen Reihe geschrieben, der definitiv Lust auf mehr macht.

Wer phantastische Geschichten liebt, in denen Bücher eine zentrale Rolle spielen, liegt hiermit genau richtig!

Veröffentlicht am 24.06.2017

ein rundum gelungener Abschluss

Feel Again
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Nachdem Sawyer in den ersten beiden Bänden nicht gerade viele Sympathiepunkte sammeln konnte, hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an den dritten Band und wollte ihn erst gar nicht lesen. Nun bin ...

Nachdem Sawyer in den ersten beiden Bänden nicht gerade viele Sympathiepunkte sammeln konnte, hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an den dritten Band und wollte ihn erst gar nicht lesen. Nun bin ich jedoch sehr froh, dass ich es doch getan habe, denn der dritte Teil ist, anders als befürchtet, nicht nur ein würdiger Abschluss der ‚Again‘-Reihe, für mich ist er vermutlich sogar der beste Band der Serie!

Ich weiß nicht wie, doch es gelingt Mona Kasten in ‚Feel Again‘ aus der einst so kratzbürstigen Sawyer eine liebenswerte Figur zu machen, deren Verhalten man aus ihrer Perspektive durchaus nachvollziehen kann und deren Verletzlichkeit sie menschlich und nahbar macht. Im Grunde versucht Sawyer nur sich zu schützen und braucht lange um zu erkennen, dass es in ihrem Leben durchaus Menschen gibt, die sich um sie sorgen und für sie da sind.

Einer dieser Menschen ist Isaac, der sich durch seine Beziehung zu Sawyer, anfangs noch eine Freundschaft, aus der später jedoch langsam mehr wird, ebenso verändert wie sie sich durch ihn, mit dem Unterschied, dass Isaac von Beginn an unheimlich sympathisch ist. Sawyer stylt ihn um und schenkt ihm dadurch ein neues Selbstbewusstsein, das ihm außerordentlich gut steht. Obwohl er so später manchmal sehr sexy wird, behält er jedoch diesen niedlichen, jungenhaften Charme bei, der ihn noch unwiderstehlicher macht.

Er und Sawyer sind ein total tolles Paar, das sich wunderbar ergänzt. In ihrer Gegenwart blüht der jeweils andere total auf und zeigt neue Seiten von sich, die man so vorher nicht kannte oder wahrgenommen hat. Ihre Liebesgeschichte ist fesselnd und die langsame Entwicklung von Freundschaft zu tieferen Gefühlen macht ihre Beziehung sehr glaubwürdig, denn man weiß genau, was sie aneinander so lieben. Darüber hinaus konnte man förmlich spüren, wie es zwischen ihnen knistert und zwar nicht nur in den durchaus gelungenen erotischen Szenen, die in einem New Adult Roman natürlich nicht fehlen dürfen. Genau so sollte es sein.

Wer die Vorgänger schon kennt, wird sich außerdem über das Wiedersehen mit bereits bekannten Figuren, darunter Allie, Kayden, Dawn und Spencer, freuen, die nicht nur am Rande Erwähnung finden, sondern das Geschehen aktiv mitgestalten, weil sie entscheidende Rollen im Leben ihrer Freunde spielen. Sie machen die Geschichte lebendiger, weshalb man jeden einzelnen von ihnen sehr vermissen wird.


Fazit
Mit ‚Feel Again‘ hat Mona Kasten ihre erste New Adult Reihe zu einem perfekten Abschluss gebracht, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Veröffentlicht am 27.05.2017

Ein weiterer, wundervoller New Adult Roman, der mit vielen, unheimlich liebenswürdigen Figuren und einer mitreißenden Handlung, die sowohl amüsant als auch sehr emotional ist, überzeugen kann.

Der letzte erste Blick
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'Der letzte erste Blick' ist ein großartiger New Adult Roman, der mühelos mit anderen Bestsellern des Genres mithalten und dessen Fortsetzungen man daher schon jetzt kaum noch erwarten kann. Bianca Iosivoni ...

'Der letzte erste Blick' ist ein großartiger New Adult Roman, der mühelos mit anderen Bestsellern des Genres mithalten und dessen Fortsetzungen man daher schon jetzt kaum noch erwarten kann. Bianca Iosivoni ist es also gelungen die nach 'Was auch immer geschieht' ohnehin schon sehr hohen Erwartungen noch zu übertreffen.

Die Autorin kann ihre Leser vor allem mit ihren vielen liebenswerten Figuren begeistern, die alle individuell und vielseitig gestaltet sind. Man schließt sie sofort ins Herz und will unbedingt mehr über jeden einzelnen von ihnen erfahren. Neben den eigentlichen Protagonisten zählen dazu insbesondere Elle, Tate, Luke und, trotz des eher schlechten Starts, sogar Maze. Sie sind alle völlig verschieden, aber jeder ist auf seine Art liebenswürdig, und zumindest eines haben sie alle gemeinsam: Sie wissen, was wahre Freundschaft bedeutet und beweisen Emery durch ihren Zusammenhalt, dass es so etwas tatsächlich gibt. Außerdem verpassen sie ihren besten Freunden, wenn nötig, auch mal einen Tritt in den Allerwertesten. Sofern man es nicht schon ist, wünscht man sich demnach spätestens am Ende des Buches selbst ebenso Teil einer so tollen Clique zu sein.

Man ist ihnen unheimlich dankbar dafür, dass sie Emery so herzlich in ihre eingeschworene Gruppe aufgenommen haben und ihr dabei helfen ihr Vertrauen in andere Menschen zurückzugewinnen. Deshalb freut man sich bereits nach den ersten Kapiteln auf die weiteren Romane, in denen dann hoffentlich die eine oder andere Lieblingsfigur – nicht, dass man in der Lage wäre, sich für eine zu entscheiden – eine Hauptrolle spielen wird.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Dylan und Emery geschildert. So lernt man beide sehr gut kennen und kann ihre Gedanken sowie Gefühle, nicht nur in Bezug auf den jeweils anderen, besser nachvollziehen. Man weiß, was sie wirklich empfinden, kennt ihre Schwächen und liebt sie gleichwohl. Es wird einem dadurch auch nichts von der Spannung genommen, sodass man dessen ungeachtet die ganze Zeit über mit ihnen mitfiebert.

Die Protagonistin Emery, deren große Leidenschaft die Photographie ist, was man ihr an mehreren Stellen deutlich anmerken kann, mag man ebenfalls auf Anhieb, weil sie ihren ganz eigenen Kopf hat und sich absolut nichts (mehr) gefallen lässt. Ihre frechen, schlagfertigen Sprüche bringen einen oft zum Schmunzeln. Gleichzeitig bringt man ihr viel Mitgefühl entgegen, da man spürt, dass sie in der Vergangenheit sehr verletzt wurde und viel durchgemacht hat. Ihre Stärke ist bewundernswert, nichtsdestotrotz kann man sie tief verletzten. Sie versucht nur diesen Schmerz vor anderen zu verbergen, um sich keine Blöße zu geben. Es empört einen sehr, dass ihr Vertrauen in andere so stark erschüttert wurde, dass sie sich nicht mehr vorstellen kann, jemand könnte einem anderen ganz uneigennützig, ohne irgendwelche Hintergedanken, helfen. Sie rechnet immer wieder damit plötzlich fallen gelassen zu werden und diese Angst ist durchaus nachvollziehbar. Umso mehr freut man sich für sie als sie Menschen kennenlernt, die anders sind, ihr neue Hoffnung geben und dafür sorgen, dass sie sich wieder etwas mehr öffnet. Dank ihrer Freunde, Dylan eingeschlossen, macht sie im Verlauf der Handlung eine große, positive Entwicklung durch. Sie fasst neues Vertrauen und stellt fest, wie viel Spaß es machen kann Zeit mit anderen zu verbringen. Letzteres macht sich insbesondere auf dem gemeinsamen Camping-Trip bemerkbar.

Als Leser stellt man sich selbstverständlich die Frage, was genau in Emerys Vergangenheit vorgefallen ist und die Antwort, die man auf Grund diverser Andeutungen schon bald erahnt, ist wirklich furchtbar. Wobei die Reaktionen ihrer Mitmenschen sogar noch schlimmer waren als die eigentliche, verwerfliche Tat, die sie nicht verdient hatte. Nach der Enthüllung der Wahrheit versteht man zudem sehr gut, warum sie auf ein bestimmtes Thema stets so empfindlich reagiert.

Auch Dylan ist einem von Anfang an überaus sympathisch und man liebt ihn für seine unermüdliche Hilfsbereitschaft, obschon diese ihm manchmal eher schadet, weil er für die Menschen, die er liebt, einfach alles tun würde, ohne Rücksicht auf seine eigenen Bedürfnisse. Es ist rührend, wie sehr er sich um Mrs. Pettyfer, gewissermaßen seine Ersatzoma, kümmert und es tut einem regelrecht weh, dass er gegen ihre Krankheit so machtlos ist und nichts tun kann, um ihr zu helfen. Dank Emery gelingt es ihm jedoch sich mal von seinen vielen Sorgen zu lösen und auf andere Gedanken zu kommen. Dylan verändert sich durch seine, anfänglich lediglich freundschaftliche, Beziehung zu ihr also ebenfalls, wird entspannter und hat wieder mehr Spaß am Leben.

Genau wie Emery hat auch ihr Gegenstück Geheimnisse und Bianca Iosivoni macht einen mit ihren Hinweisen ganz schön neugierig, sodass man natürlich wissen möchte, worum es sich dabei handelt. Die Auflösung ist eine ziemliche Überraschung und erfrischend unverfänglich. Man hat nämlich, wie es bei dem Genre oft der Fall ist, mit etwas viel Schlimmerem gerechnet. Es ist schön, dass an dieser Stelle stattdessen zur Abwechslung einmal kein unnötiges, künstliches Drama geschaffen wird. Es muss ja nicht immer jeder Protagonist ein außerordentlich düsteres Geheimnis haben, das ihn verfolgt. Normale, ganz alltägliche Probleme, die jeder kennt, reichen manchmal vollkommen aus. Außerdem sind sie viel authentischer und sorgen dafür, dass man sich noch besser mit den Charakteren identifizieren kann.

Im späteren Verlauf baut Dylan leider ziemlichen Mist, doch man kann ihm nicht richtig böse sein, da er tatsächlich einer von den Guten ist, viel für Emery empfindet und sie nie verletzen wollte. Seine Absichten waren stets gut, weshalb man inständig hofft, es möge ihm gelingen, dass Emery ihm nicht nur verzeiht, sondern ihm erneut ihr Vertrauen schenkt und ihn wieder an sich heran lässt.

Emery und Dylan ergänzen sich als Paar perfekt. Sie passen äußerst gut zusammen und haben eine tolle Wirkung aufeinander. Sie fordern einander heraus, sowohl im übertragenden als auch im wortwörtlichen Sinn, und die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach. Sie spielen einander harmlose, dafür aber umso witzigere Streiche, zum Teil mit Hilfe ihre Freunde, die die Handlung ungemein auflockern und einen mehrfach zum Lachen bringen. Dennoch ist ihre einzigartige Beziehung auch sehr emotional und romantisch, ihre Flirterei mitunter sehr sexy. Man spürt, wie es zwischen ihnen knistert, und kann sich der starken gegenseitigen Anziehung kaum entziehen. Durch seine gute Beobachtungsgabe entgeht Dylan kaum etwas und er kann Emery unheimlich gut einschätzen. Trotzdem zögern sie den nächsten Schritt zu wagen, denn beide sind in der Vergangenheit tief verletzt worden und wollen sich eigentlich auf ihr jeweiliges Studium konzentrieren statt sich auf eine Beziehung einzulassen. Obwohl Dylan ein wirklich guter Kerl ist, hat Emery große Bedenken, weil sie befürchtet, dass es sich dabei, wie bei ihrem Exfreund, nur um eine Fassade handeln könnte. Gebannt wartet man daher auf den Moment, in dem sie einander nicht länger widerstehen können und ihren Gefühlen füreinander endlich nachgeben, so sehr sie sich auch dagegen sträuben.

Die Handlung ist durchgängig fesselnd und erinnert zwischendurch ein wenig an 'Der Widerspenstigen Zähmung', auf eine gute Art. Darüber hinaus schafft es Bianca Iosivoni ihrer Geschichte die nötige Dramatik zu verleihen, ohne ihre Charaktere ausgesprochen herbe Rückschläge oder (beinahe) tödliche Verluste erleiden zu lassen und zeigt damit gekonnt, dass es auch anders geht. Davon könnten sich manche Autoren gern eine Scheibe abschneiden.

Zum Ende hin nimmt die Spannung dann noch einmal zu und es passiert vieles, womit man so nicht mehr gerechnet hätte, ohne, dass die Geschichte jemals überfrachtet wirkt. Die größte Überraschung hat sich die Autorin ebenfalls bis zum Schluss aufgehoben: Für eine gewisse Übeltat hatte man als Leser eine gänzlich andere Figur im Verdacht und den wahren Schuldigen nicht einmal in Erwägung gezogen.

Der Schreibstil von Bianca Iosivoni lässt sich gewohnt flüssig lesen und ist gespickt mit wundervollen Popkulturanspielungen, die einem immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Dem Genre entsprechend gibt es ein paar Sexszenen, allerdings nur sehr wenige, die sich dafür harmonisch in die Handlung einfügen und sehr ansprechend beschrieben sind. Sie sind sehr intensiv, gefühlvoll und erstrecken sich meistens sogar über mehrere Seiten. Besonders schön ist zudem, dass sich in einer dieser emotionalen Szenen auch der Titel des Buches wiederfindet und man somit mehr über dessen wahre Bedeutung erfährt.

Mit West Virginia hat die Autorin sich ferner für ein herrliches College-Setting entschieden. Sie beschreibt den schönen US-Bundesstaat so malerisch, dass sie damit das Bedürfnis weckt die wundervollen Landschaften einmal mit eigenen Augen zu betrachten. Ihre Schilderungen der Outdoor-Aktivitäten sowie der natürlichen Veränderungen, z.B. der langsame Temperaturabfall oder das Farbenspiel der Blätter, verdeutlichen ganz ohne ständige konkrete Zeitangaben, wie viel Zeit im Rahmen der Geschichte vergeht.

Das Ende ist insgesamt sehr zufriedenstellend und schließt die Handlung um Dylan und Emery wunderbar ab. Beide sehen positiv in die Zukunft und ziehen etwas Gutes aus den vorangegangenen Ereignissen. Die Botschaft ist eindeutig: Es gibt sie, die Menschen, die immer zu einem halten, man muss sie nur finden und dann gut festhalten.



FAZIT
Mit 'Der letzte erste Blick' hat Bianca Iosivoni einen weiteren, wundervollen New Adult Roman geschrieben, der mit vielen, unheimlich liebenswürdigen Figuren und einer mitreißenden Handlung, die sowohl amüsant als auch sehr emotional ist, überzeugen kann. Den nächsten Band der Reihe kann man nach diesem fantastischen Auftakt, der ab und zu auf angenehme Weise an 'Der Widerspenstigen Zähmung' erinnert, also kaum noch erwarten.

Veröffentlicht am 26.05.2017

Bleib mir treu! ist, insbesondere aber nicht ausschließlich wegen der tollen Figuren sowie des perfekten Endes, ein äußerst gelungener Abschluss für diese außergewöhnliche Dilogie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Bleib mir treu!
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Bleib mir treu! ist eine tolle Fortsetzung, die mühelos mit ihrem Vorgänger mithalten kann und einen ab der ersten Seite sofort wieder in ihren Bann zieht. Im Gegensatz zum ersten Band steht Addie allerdings ...

Bleib mir treu! ist eine tolle Fortsetzung, die mühelos mit ihrem Vorgänger mithalten kann und einen ab der ersten Seite sofort wieder in ihren Bann zieht. Im Gegensatz zum ersten Band steht Addie allerdings nicht mehr allein im Mittelpunkt, sondern teilt sich den Part der Hauptfigur mit ihrer besten Freundin Laila, die man dadurch nun endlich besser kennen lernt.
Es gibt somit erneut zwei verschiedene Perspektiven, nur dieses Mal eben zweier unterschiedlicher Figuren, wodurch man stets die Ereignisse um jede der beiden Protagonistinnen im Blick hat. Während sie getrennt sind, begleitet man abwechselnd ihre jeweiligen Erlebnisse, als sie wieder aufeinandertreffen, gehen die Handlungsstränge ohne eine Unterbrechung des Geschehens fließend ineinander über.

Trotz ihres Vertrauensbruches gegenüber Addison indem sie sie mit Duke betrogen hat, ist Laila eine sehr sympathische Figur, zumal man ihr zumindest zugestehen muss, dass es ohne die Beeinflussung ihrer Gefühle durch sein Talent womöglich nie so weit gekommen wäre. Außerdem hat sie deswegen starke Schuldgefühle und macht sich große Vorwürfe, denn sie liebt Addie genauso sehr wie umgekehrt. Es hat schließlich einen Grund, weshalb Addie sich freiwillig ihr Herz brechen ließ um ihrer besten Freundin das Leben zu retten. Als sie erfährt, dass Addison ihre Erinnerungen unbedingt zurück haben möchte, lässt sie daher nichts unversucht um ihr Talent so schnell wie möglich zu erweitern und zu lernen, wie sie Erinnerungen wiederherstellen kann um den Wunsch ihrer besten Freundin zu erfüllen. Sie hilft Addie auch dabei noch einmal Trevors Herz zu erobern und merkt schnell, dass dieser wirklich perfekt zu ihr passt.
Des Weiteren erfährt man mehr über Lailas familiäre Verhältnisse, die alles andere als leicht für sie sind. Sie kümmert sich liebevoll um ihre zwei Brüder, die genau wie sie von ihrem Vater vernachlässigt werden, der neben dem hart erarbeiteten Geld ihrer Mutter sogar seiner Tochter Geld stiehlt um alles für Blocker auszugeben, die sein Talent für kurze Zeit unterdrücken sollen. Vor allem Eli bereitet ihr dabei große Sorgen, da er bisher nicht initiiert hat, was für sein Alter sehr ungewöhnlich ist, und sie befürchtet er könnte vielleicht gar keine Gabe haben.

Mit Connor kommt ein neuer, ausgesprochen interessanter Charakter hinzu, der eine zunehmend wichtiger werdende Rolle in Lailas Leben spielt. Er hat die Fähigkeit andere sowie sich selbst zu heilen und liebt scheinbar alles Normale, wohingegen Laila den Sektor nie endgültig verlassen würde. Er fällt nicht so leicht auf ihre Spielchen herein und fordert sie heraus, weil sie seine Erinnerungen nicht einfach nach Belieben löschen kann. Sein daraus resultierendes einzigartiges Verhältnis zu Laila sowie seine Hintergrundgeschichte machen ihn sehr liebenswert und man möchte ihn keinesfalls mehr missen. Er hilft ihr ihr Talent zu erweitern und ruft in ihr die dafür nötige Gefühlslage hervor. Connor und Laila passen einfach toll zusammen und es macht Spaß ihnen dabei zuzusehen wie sie ihre Gefühle füreinander erst sich und dann nach und nach dem jeweils anderen gestehen.

Die liebsten Figuren sind jedoch nach wie vor Addison und Trevor, von denen man anscheinend nie genug bekommen kann. Addie liebt man schon allein wegen ihrer Liebe zu Büchern und ihrer Unvoreingenommenheit. Es ist ihr vollkommen gleichgültig, dass Trevor kein Talent hat, sie liebt ihn um seiner selbst willen. Ferner entwickelt ihr Talent sich in der Fortsetzung weiter und sie lernt die Zeit erst zu verlangsamen und schließlich sie vorübergehend zum Stillstand zu bringen. Ob es, wie Bobby behauptet, daran liegt, dass ein Stück seines Talents auf sie übergegangen ist, bleibt allerdings offen.
Auch zu Trevor fühlt man sich sofort wieder hingezogen und seine offene, unverblümte Art bringt einen mehr als einmal zum Strahlen. Er ist ehrlich, lässt sich nicht beirren und kämpft für das, was er will.

Er und Addison sind ganz offensichtlich füreinander bestimmt, denn sie begegnen sich immer wieder schon bevor Addie absichtlich seine Nähe sucht. Obwohl die Beiden sich erneut kennen lernen, hat man nicht das Gefühl eine Wiederholung des ersten Bandes zu lesen, sodass es nie langweilig wird.
Anfangs kann sich nicht einmal Addie an ihr Leben mit Trevor erinnern, hat aber verschiedene Visionen von ihm und spürt, dass es eine Verbindung zwischen ihnen gibt. Doch Trevor merkt schnell, dass Addie etwas Besonderes ist und verlangt Antworten, die sie ihm noch nicht geben kann, was sie etwas voneinander entfernt.
Nachdem Addison ihre Erinnerungen wiedererlangt hat, ist die Situation für sie sogar noch schwerer. Sie weiß nun, dass sie ihn liebt, während er sie kaum kennt und sich nicht an ihre Beziehung erinnern kann. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie schwer es ihr fällt ihn nicht zu küssen oder ähnliches, obgleich sie nichts lieber täte, da sie ihn damit völlig überrumpeln würde. Dennoch glaubt er Addison sofort als sie ihm von der ausgeloteten Alternative erzählt, wofür man ihn umso mehr liebt, und will sie näher kennen lernen, weil er ebenfalls die Anziehung zwischen ihnen gespürt hat.

Mit Connor und Laila sowie Addison und Trevor bekommt man folglich gleich zwei sehr verschiedene, wundervolle Liebesgeschichten geboten, die das Lesen des Buches zu einem wahren Genuss machen.

Von Stephanie lernt man im zweiten Band darüber hinaus eine völlig neue, sehr nette Seite kennen, was zeigt, dass es tatsächlich entscheidend sein kann unter welchen Umständen man jemanden kennen lernt: Sie und Addie freunden sich an bis letztere wieder ein mehr als nur freundschaftliches Interesse an Trevor entwickelt.
Duke ist und bleibt hingegen ein rücksichtsloser Egoist, der selbst wenn er behauptet nur das Beste für Addie zu wollen im Grunde nur an sich denkt. Er sagt er habe Gefühle für sie und vielleicht ist er ja davon überzeugt. Liebe ist das allerdings gewiss nicht, was Addie sich wünscht ist für ihn nämlich nicht weiter von Belang.

Der Sektor ist weiterhin eher schmückendes Beiwerk im Hintergrund, auch wenn man hier und da etwas mehr über ihn erfährt. Die vielen Unterschiede zwischen ihm und der Außenwelt werden des Weiteren nur am Rande erwähnt, da man sie ja bereits aus dem Vorgänger kennt. Doch man stört sich nicht daran, das Leben der Protagonisten ist interessant und fesselnd genug.
Es ist nicht unbedingt überraschend, aber umso abstoßender, zu was der Sektor fähig ist um das Geheimnis seiner Existenz zu wahren und mit welchen Mitteln er seine eigenen Bürger auf die Probe stellt. Die Methoden der Agenten sind schlicht perfide und von einem schlechten Gewissen über eine zerstörte Beziehung oder ähnliches fehlt jede Spur, weil sie es ja später wieder aus dem Gedächtnis löschen können. Addisons Enttäuschung über die Skrupellosigkeit des Sektors kann man somit gut verstehen und sie kann die Entscheidung ihrs Vaters zu gehen nun besser nachvollziehen.

Die Handlung ist von Beginn an mitreißend, zum Ende hin nimmt die Spannung jedoch noch einmal erheblich zu und spätestens dann kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Wenn Addison ihre große Liebe Trevor nicht für immer verlieren will, muss sie mit Hilfe ihrer Freunde die Taten einer hinterlistigen Person komplett rückgängig machen, was sogar mit ihren vielfältigen Gaben keine leichte Aufgabe ist. Zum Glück ist Connor auf ihrer Seite, denn er bewahrt einen kühlen Kopf, und auch Eli ist Dank seines neu erwachten Talents eine große Hilfe.

Das Ende ist rundum perfekt und macht den Abschied von den so lieb gewonnenen Figuren ein klein wenig erträglicher. Trotzdem ist es wirklich bedauerlich, dass Kasie West wohl keine Trilogie aus der Reihe machen wird. Ein weiteres Buch mit Laila im Mittelpunkt, natürlich nicht ohne wenigstens ein paar Auftritte von Addison und Trevor, wäre durchaus interessant um zu erfahren, ob sie ihre Pläne in die Taten umsetzen und vielleicht tatsächlich etwas im Sektor bewirken kann.

FAZIT
Bleib mir treu! ist, insbesondere aber nicht ausschließlich wegen der tollen Figuren sowie des perfekten Endes, ein äußerst gelungener Abschluss für diese außergewöhnliche Dilogie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Man kann nur hoffen, dass Kasie West sich nach ihren diversen zeitgenössischen Jugendbüchern zur Abwechslung auch mal wieder an diesem Genre versucht.

Veröffentlicht am 26.05.2017

Vergiss mein nicht! ist ein beeindruckend gutes Debut, das in allen Punkten überzeugen sowie begeistern kann.

Vergiss mein nicht!
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Mit Vergiss mein nicht! hat Kasie West einen durch und durch großartigen Jugendroman geschrieben, der den Leser schon nach wenigen Seiten in seinen Bann zieht und ihn dann bis zum Schluss an diese außergewöhnliche ...

Mit Vergiss mein nicht! hat Kasie West einen durch und durch großartigen Jugendroman geschrieben, der den Leser schon nach wenigen Seiten in seinen Bann zieht und ihn dann bis zum Schluss an diese außergewöhnliche Geschichte fesselt. Obwohl es sich dabei um ihr Debut handelt, kann die Autorin nicht nur mit interessanten Ideen punkten, sondern auch mit der Umsetzung auf ganzer Linie überzeugen.
Im Mittelpunkt des Buches steht die ausgesprochen sympathische Protagonistin Addison, aus deren Perspektive die Handlung geschildert wird. Als Leser schließt man sie schon wegen ihrer Liebe zu Büchern gleich ins Herz, doch das ist bei weitem nicht der einzige Grund. Addie hat, im Gegensatz zu manchen anderen Altersgenossen, eine ansprechende Einstellung und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie ist keinesfalls gegen Talente und findet es grundsätzlich auch in Ordnung, wenn man sie zu seinem Vorteil nutzt. Das sollte man aber eben nicht auf Kosten anderer tun, also besonders dann nicht, wenn andere dadurch verletzt werden. Obgleich sie ihr eigenes Talent nicht unablässig schätzt und es nicht permanent einsetzt, ist sie durchaus froh eines zu haben und somit im Sektor leben zu können. Trotz ihrer genetischen Überlegenheit verhält sie sich den sogenannten Normalen gegenüber jedoch nicht herablassend und manipuliert sie nicht zu ihrem persönlichen Vergnügen. Sie ist erfrischend echt und stets offen und ehrlich. Sie scheut sich nicht einmal jemandem direkt ins Gesicht zu sagen, was sie von ihm hält, wofür man sie wirklich bewundern kann. Darüber hinaus ist sie eine äußerst loyale Freundin und hält sogar zu Laila nachdem diese einen eigentlich unverzeihlichen Fehler begangen hat. Insgesamt hat man das Gefühl Addie sehr gut zu kennen, sodass man sich in sie hineinversetzen und sie gut verstehen kann, weshalb einen die schwerwiegende Entscheidung, die sie treffen muss, umso stärker mitnimmt.

In beiden Alternativen taucht früher oder später ein potenzieller fester Freund auf, die beiden könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein: Trevor und Duke, einer mit und einer natürlich ohne Talent. Einen von ihnen liebt man von Beginn an, weil er einfach absolut perfekt zu Addie passt und sie um ihrer selbst willen liebt, auch wenn sie etwas länger braucht um zu begreifen, dass sie mehr will als nur Freundschaft. Der andere scheint zunächst ebenfalls ganz nett zu sein und ist vor allem sehr charmant, irgendetwas an ihm macht einen aber, genau wie Addie, immer wieder aufs Neue skeptisch und man ahnt schon bald, dass er nicht vollkommen aufrichtig zu ihr ist. Als dieser sein wahres Gesicht zeigt, ist man daher nicht sonderlich überrascht, nur für Addie tut es einem natürlich unheimlich leid, dass er sie lediglich benutzt hat.

Besonders gelungen ist Kasie West neben der Heldin der Aufbau ihrer Handlung. Schon relativ nah am Anfang wird Addison vor eine schwierige, scheinbar harmlose Wahl gestellt, die den Einsatz ihres Talents erfordert, und sie beginnt die beiden Alternativen auszuloten. Was in Wahrheit nur wenige Minuten dauert, fühlt es sich für sie jedoch vollkommen real an. Als Leser durchlebt man dadurch ebenfalls beide Möglichkeiten, die sich nach jedem Kapitel abwechseln, wobei man Dank der einleitenden Begriffserklärungen stets weiß, in welcher Version man sich gerade befindet. Da sie nur in einem im Sektor bleibt, während sie ihn im anderen verlässt und so in der für sie völlig neuen Welt der Normalen landet, könnten die beiden Wege kaum unterschiedlicher sein. Addies Fähigkeit führt einem somit deutlich vor Augen, wie stark eine einzige Entscheidung die eigene Zukunft manchmal beeinflussen kann. In beiden Alternativen gibt es verschiedene Komplikationen sowie verschiedene Vor- und Nachteile, anfangs macht allerdings alles den Anschein als könnte sie sich einfach die Alternative aussuchen, die ihr besser gefällt, ohne große Konsequenzen. Doch da irrt man sich gewaltig und es bricht einem das Herz, dass Addie sich schließlich nicht nur für das geringere Übel entscheiden, sondern zwischen der Liebe ihres Lebens und dem Leben einer geliebten Person wählen muss.

An Spannung mangelte es dem Buch zwar auch davor nicht, weil es in beiden Alternativen bedeutende Begebenheiten aufzudecken gilt, aber mit dieser Konsequenz schafft es Kasie West den Leser am Ende noch einmal gänzlich zu überraschen, weil man sich bis dahin, je näher das Ende rückte, immer wieder gefragt hat, wann und wie die Alternativen wohl enden mögen, mit solchen Ereignissen jedoch nie im Leben gerechnet hätte. Diese ungeahnte, schreckliche Wendung und wer letztlich für all das verantwortlich ist, sah man definitiv nicht kommen.

Der Übergang von den lediglich ausgeloteten Alternativen zur Gegenwart wurde von der Autorin sehr gut gelöst, sodass Wiederholungen komplett vermieden wurden. Obendrein liefert sie eine plausible Begründung dafür, dass Addison sich trotz des Dilemmas für eine der beiden Alternativen mit all ihren Folgen entscheidet anstatt zu versuchen den Verlauf der Dinge, wie sie sie gesehen hat, zu ändern.

Theoretisch könnte man Vergiss mein nicht! ruhig als Einzelband lesen, denn der mögliche Fortgang wird schon leicht angedeutet und es bleibt genug Spielraum für das erwünschte Happy End. Folglich ist das Ende allerdings sehr offen gehalten, sodass man nichts gegen eine Fortsetzung einzuwenden hat und sich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Figuren freut.


FAZIT
Vergiss mein nicht! ist ein beeindruckend gutes Debut, das in allen Punkten überzeugen sowie begeistern kann. Kasie West hat nicht nur tolle Ideen, sie hat diese auch wunderbar umgesetzt. Nach diesem Auftakt freut man sich daher nicht nur auf die Fortsetzung, sondern will einfach mehr von dieser talentierten Frau lesen!