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Veröffentlicht am 16.10.2019

Ein spannender Thriller für junge Erwachsene, dessen Ende mich etwas zwiegespalten zurücklässt

In guten wie in toten Tagen
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Ich habe bislang noch keine weiteren Bücher von Gina Mayer gelesen, das wird sich nach der Lektüre von „In guten wie in toten Tagen“ aber ganz sicher ändern. Vor allem „Das Maikäfermädchen“ interessiert ...

Ich habe bislang noch keine weiteren Bücher von Gina Mayer gelesen, das wird sich nach der Lektüre von „In guten wie in toten Tagen“ aber ganz sicher ändern. Vor allem „Das Maikäfermädchen“ interessiert mich. Denn Gina Mayer ist nicht nur eine sehr sympathische Autorin, die sich sehr intensiv an der Leserunde beteiligt und mit unseren Kommentaren befasst hat, sondern dazu wurde mein Interesse an ihren Büchern dadurch geweckt, dass „In guten wie in toten Tagen“ ein sehr gut konstruierter und in sich stimmiger Roman für junge Erwachsene ist.

Von Anfang an merkt man, dass irgendetwas Bedrückendes, nicht in Worte zu Fassendes über dem Buch und insbesondere über der Freundschaft zwischen Helena und ihren Mädels liegt. Es ist nicht greifbar, aber spürbar. Denn jede der jungen Frauen scheint etwas zu verbergen. Obwohl sie schon so lange miteinander befreundet sind, seit Schulzeiten, sind sie doch nie ganz ehrlich zueinander gewesen, haben Dinge voreinander geheimgehalten und in Gesprächen bestimmte Themen ganz bewusst vermieden. Doch die Zeit der Heimlichtuerei ist nun vorbei, Cara bringt so manches Geheimnis ans Licht. Und plötzlich merkt man als Leser, dass jede der jungen Frauen ein Motiv haben könnte. Und dass weder Helena noch Tom so perfekt waren, wie es den Anschein gemacht hat. Und so liegt durchweg eine ganz besondere Spannung über dem Buch, da man sich als Leser natürlich fragt, wer der Täter war. Und was ihn zu dieser Tat getrieben hat.

Doch „In guten wie in toten Tagen“ beinhaltet noch viel mehr als Caras Suche nach der Wahrheit. Da wäre unter anderem auch die problematische Beziehung zwischen Cara und ihrem Vater. Durch Rückblicke in die Vergangenheit bekommt man als Leser Eindruck davon, was die Beziehung zwischen den beiden so nachhaltig gestört hat. Und auch das Verhältnis zwischen Cara und ihrer Mutter ist nicht das beste. Auch hier bekommt man zwischen den Zeilen heraus, woran das liegt.

Ein großes Thema ist dazu Caras Suche nach sich selbst. Sie weiß nicht so richtig, wer sie ist, wohin sie will. Auf ihrer Suche trifft sie Vitali, der mit ihr zusammen eine Ausbildung im Bereich Garten- und Landschaftsbau macht. Auch die Freundschaft zwischen den beiden wird immer wieder aufgegriffen. Und auch Vitali hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Insgesamt habe ich „In guten wie in toten Tagen“ sehr gerne gelesen, da auch der Schreibstil von Gina Mayer sehr angenehm ist. Für einen Krimi für junge Erwachsene ist der Stil von Gina Mayer recht schlicht und einfach gehalten, sodass sich das Buch leicht weglesen lässt.

Aber ich habe auch ein paar kleine Kritikpunkte.

Cara war für mich ein ziemlich anstrengender Charaktere. Ich kann verstehen, dass sie unter gewissen Identitätsproblemen leidet, da sie irgendwie immer im Schatten ihrer ach so wunderhübschen Schwester stand. Aber manchmal hätte ich sie gerne wachgerüttelt aus ihrem Traum, um ihr ein bisschen mehr Selbstvertrauen zu geben. Cara ist so unsicher, ständig hin und hergerissen. Wie gesagt, ich kann das absolut verstehen und Cara ist dadurch wahrscheinlich der authentischste Charakter von allen. Aber da der allwissende Erzähler ihr ständig folgt und der Leser somit ständig mit ihren sprunghaften Gefühlen und Gedanken konfrontiert wird, wurde sie doch etwas anstrengend.

Gleichzeitig wurde für mich in diesem Buch zu leichtfertig mit Alkohol umgegangen. Ok, ich gebe es zu, diese Einschätzung ist wirklich sehr subjektiv und andere Leser sehen das vielleicht auch etwas lockerer, aber mir wurde doch etwas zu oft eine Flasche Bier geköpft, etwas zu oft ein Glas Vodka gekippt. Und das betrifft nun nicht den Junggesellinnenabschied, da sage ich gar nichts. Sondern es geht um die Zeit danach, in der Cara auf der Suche nach der Wahrheit ist und dabei von Vitali zwar unterstützt, aber eben auch immer wieder zu einer Flasche Bier / einem Glas Vodka eingeladen wird.

Tja, und dann ist da noch das Ende. Hier bin ich irgendwie hin und hergerissen. Denn fest steht, dass mich das Ende total überrascht hat. Ich hätte nie, nie, nie mit dieser Auflösung gerechnet und war erst mal total sprachlos. Aber jetzt, so im Nachhinein, weiß ich nicht, ob ich das Ende gut finden soll. Ich kann dazu jetzt nicht viel sagen und möchte auf keinen Fall etwas verraten. Aber ich frage mich gerade, ob das Ende trotz seines Überraschungseffektes nicht doch etwas zu konstruiert ist. Das lässt sich jetzt wirklich schwer erklären und scheint sich womöglich damit zu widersprechen, dass ich doch so überrascht von dem Ende war. Aber irgendwie ist da für mich so ein Punkt, wo ich mich frage, ob am Ende nicht alles ein bisschen weit hergeholt ist...

Mein Fazit:

Ein spannender Thriller für junge Erwachsene, dessen Ende mich etwas zwiegespalten zurücklässt.

Veröffentlicht am 16.10.2019

sehr eindringlich und emotional

Das Leben, Zimmer 18 und du
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Das Buch selbst würde ich mit vier Sternen bewerten. Trotz der Eindringlichkeit und Emotionalität gab es doch ein paar Szenen, die mich nicht vollständig begeistern konnten, wofür die Autorin aber nichts ...

Das Buch selbst würde ich mit vier Sternen bewerten. Trotz der Eindringlichkeit und Emotionalität gab es doch ein paar Szenen, die mich nicht vollständig begeistern konnten, wofür die Autorin aber nichts kann. Der Klinikalltag ist nun mal eintönig. Vielleicht war es sogar das Ziel von Nancy Salchow, dies so zu verdeutlichen. Für mich persönlich hatte das Buch dadurch allerdings ein paar Längen, die aber nicht weiter schwer ins Gewicht fallen.

Im Ergebnis bewerte ich das Buch jedoch mit 4,5 Sternen, da es noch eine Besonderheit gibt, die das Gelesene für mich so einzigartig macht. Denn als Autobiografie ist dieses Buch vollumfänglich nachvollziehbar und überaus authentisch. Denn Nancy Salchow teilt in „Das Leben, Zimmer 18 und du“ unter anderem auch ihre Statusmeldungen auf ihrer persönlichen Facebook-Seite mit. Sie berichtet in ihrem Roman, was sie veröffentlicht hat und wie ihre Freunde darauf reagiert haben. Und das Besondere ist nun, dass sich diese Statusmeldungen auch heute noch auf der Facebook-Seite finden lassen, zusammen mit den Reaktionen der Freunde. Dadurch wurde ich mir noch mal so richtig dessen bewusst, dass alles in diesem Buch wahr ist, dass Nancy Salchow alles so erlebt hat. Und das ist eine Erfahrung, die ich so noch nicht beim Lesen eines Buches machen konnte. Und das ist mir durchaus noch einen halben Stern wert.

Veröffentlicht am 16.10.2019

Band 3 - wo bist du?!

Days of Blood and Starlight
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Ich nehme es mal vorweg: „Days of Blood and Starlight“ war für mich keine einfache Lektüre. Zum Einen lag das diesmal tatsächlich am Erzählstil der Autorin. Ich hatte das Gefühl, dass Laini Taylor ihre ...

Ich nehme es mal vorweg: „Days of Blood and Starlight“ war für mich keine einfache Lektüre. Zum Einen lag das diesmal tatsächlich am Erzählstil der Autorin. Ich hatte das Gefühl, dass Laini Taylor ihre Leser zu oft allein lässt. Zwar gibt sie detailliert und mit vielen Beschreibungen die Handlung wieder, aber sie erklärt die Ereignisse nicht. Diese Aufgabe überlässt sie ihrem Leser. Die Puzzleteilchen, die er angeboten bekommt, muss er selbst zusammensetzen. Und es sind viele Puzzleteilchen, da die Handlung zwischen verschiedenen Erzählsträngen hin und her springt. Im Gegensatz zum ersten Teil „Daughter of Smoke and Bone“ folgt der allwissende Erzähler nicht mehr nur Karou und Akiva. Stattdessen gibt es hier viele weitere Einzelschicksale, die näher ins Auge gefasst werden. Und das betrifft nicht nur Zuzana oder den Weißen Wolf. Stattdessen werden einige neue Charaktere eingeführt und genau beobachtet. Die Handlung springt so zwischen mehreren Orten, aber auch zwischen mehreren Figuren. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht ganz leicht. Man muss schon sehr konzentriert lesen, teilweise auch zwischen den Zeilen. Und sich wie gesagt so manche Erklärung selbst suchen. Wenn Laini Taylor ihrem Leser Erklärungen an die Hand gibt, dann in Form von Rückblicken. Das Ergebnis einer bestimmten Handlung weiß man dadurch schon, bevor von der betreffenden Handlung selbst erzählt wird. Ich will nicht sagen, dass mir diese Erzählweise nicht gefallen hat. Aber ihr war doch nicht ganz einfach zu folgen.

Der andere Punkt, warum „Days of Blood and Starlight“ für mich keine einfache Lektüre war, ist die Stimmung des Buches. Es herrscht eine deprimierende und drückende Endzeitstimmung. Sowohl die Chimären als auch die Seraphim sind ständig mit Kriegsvorbereitungen beschäftigt, es werden Schlachten geschlagen, es fließt Blut, es gibt Tote. Die Handlung spielt nun nicht mehr in dem verzauberten und irgendwie mystischen Prag, sondern in Eretz, der Welt der Seraphim und Chimären, die noch nie ein Mensch betreten hat, mit all seiner Einöde, seiner Trostlosigkeit. Hier habe ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Aber Menschen sind hier ja auch nicht erwünscht.

Trotz dieser beiden Punkte habe ich die Lektüre von „Days of Blood and Starlight“ genossen. Und das liegt einfach an dem Ideenreichtum von Laini Taylor und der Lebendigkeit der Charaktere. Es ist faszinierend, wie die Autorin es schafft, sich immer wieder neue Wendungen für die Handlung auszudenken, die total gut durchdacht sind und den Leser dennoch überraschen. Und gleichzeitig schafft sie es, sich ihren Figuren mit absoluter Hingabe zu widmen und jedem von ihnen eine Seele einzuhauchen. Die altbekannten Charaktere wachsen dem Leser noch mehr ans Herz, die neuen Charaktere wecken sofort das Interesse und rufen Sympathie oder Abscheu hervor. Denn in diesem Buch gibt es auch jede Menge „böse“ Charaktere, von denen man sich lieber fernhält. Aber auch ihnen wird der ihnen zustehende Raum gewährt, sie können sich entfalten mit all ihrer Bösartigkeit und so für enorme Spannung sorgen.

Zu echten Sympathieträgern haben sich für mich in diesem zweiten Teil Zuzana und Mik gemausert. Während ich sie im ersten Teil „nur“ ganz nett fand, haben sie doch hier immer wieder für herzhafte Lacher gesorgt und es mit ihrer lockeren, irgendwie naiven, aber auch einfach nur liebevollen Art geschafft, die Schwere und die Düsternis des Buches kurzzeitig zu vertreiben.

Ein wenig haben mir die Szenen mit Karou und Akiva gefehlt. Es gibt zwar ein paar davon, aber dieses Knistern aus Band 1 fehlt einfach. Klar, das wäre hier auch völlig fehl am Platz und es ist einfach nur logisch, dass es hier keine Weiterentwicklung gibt. Aber ich hatte doch so gehofft, die beiden würden sich einander etwas mehr annähern. Aber: Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Schließlich wird es noch einen weiteren Band geben.

Mein Fazit:

Trotz bedrückender Stimmung schafft es Laini Taylor erneut, mit ihren Charakteren und ihrem Ideenreichtum zu begeistern. Band 3 – wo bist du?!

Veröffentlicht am 16.10.2019

Ein Buch wie ein Lieblings-Strickpulli

Die Wünsche meiner Schwestern
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„Die Wünsche meiner Schwestern“ war ein Buch, das mich bis auf eine kleine Ausnahme von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Ich nehme den kleinen Kritikpunkt mal vorweg, der dazu sehr persönlich ...

„Die Wünsche meiner Schwestern“ war ein Buch, das mich bis auf eine kleine Ausnahme von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Ich nehme den kleinen Kritikpunkt mal vorweg, der dazu sehr persönlich ist und den andere Leser bestimmt auch anders einschätzen werden: Aubrey hat an einer Stelle des Buches eine ganz bestimmte Entscheidung getroffen, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte oder wollte. Sie war für mich durchweg ein sehr stimmiger und authentischer Charakter und diese Entscheidung passt auch voll zu ihr. Aber ich hätte mir eine andere Entscheidung von ihr gewünscht. Und auch wenn das, wie gesagt, ein sehr persönlicher Kritikpunkt ist, muss ich dafür doch einen halben Stern in meiner Bewertung abziehen, denn dadurch stehe ich einfach nicht hundertprozentig hinter dem Buch. Aber das wird jeder Leser vermutlich anders einschätzen, von daher: Lasst euch von diesem minikleinen Kritikpunkt nicht davon abhalten, das Buch zu lesen.

So, nun komme ich aber auch gleich zu den positiven Dingen. Schon allein die Aufmachung des Buches hat mich begeistert. Ich finde das Cover toll, es passt perfekt zur Stimmung des Buches. Und auch die Kapiteleinteilung ist einzigartig, denn die Überschriften ergeben eine Strickanleitung. Ich weiß nicht, wofür, und ich glaube auch, dass ein paar ergänzende Anweisungen fehlen, aber allein schon Überschriften wie „Beginne mit dem Kreuzanschlag“, „Nimm zwei Maschen auf“ oder „Stricke einen Platzhalter“ finde ich einfach total originell. Und sie wecken dazu noch mein Interesse am Stricken, denn irgendwie frage ich mich jetzt, was sich hinter diesen Anweisungen verbirgt.

Über dem Buch liegt eine ganz besondere und vor allem einnehmende Atmosphäre. Das heruntergekommene Haus mit seinen knarzenden Treppenstufen und der vergilbten Tapete hat einen ganz speziellen Charme und trotz des Alters des Hauses glaube ich doch, dass ich mich in ihm sehr wohl fühlen würde. Und irgendwie haben sich seine Bewohner dem Charme des Hauses angepasst, denn vor allem Aubrey, die noch nie verliebt war und einen Igel als Haustier hält, wirkt auf den ersten Blick etwas verschroben, ist aber bei genauerem Hinsehen einfach total liebenswert. Und auch Meggie und Bitty und die weiteren Charaktere des Buches sind ganz lebendig gezeichnet und mit ihren Eigenheiten und Macken versehen, die sie so authentisch machen. Jeder Charakter hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und dabei bleiben auch einige Emotionen nicht aus. Denn für Meggie und Bitty stellt die Rückkehr nach Tarrytown, in ihr Zuhause, nicht nur einen großen Schritt dar, sondern auch eine Art der Vergangenheitsbewältigung.

Einen weiteren, ganz besonderen Reiz des Buches macht die Magie aus. Man weiß nie so richtig, ob die Gerüchte nun stimmen oder ob die Wünsche der Menschen, aufgrund derer sie das Haus der Van Rippers aufsuchen, einfach aufgrund positiven Denkens oder Zufalls in Erfüllung gegangen sind. Und dann ist da noch die Tatsache, dass Tarrytown ganz in der Nähe des sagenumwobenen Ortes Sleepy Hollow liegt. Irgendwie scheint dieser Ort doch auf Tarrytown und seine Bewohner abzufärben...

„Die Wünsche meiner Schwestern“ ist ein Buch der leisen Töne. Es geht ganz sanft und behutsam mit seinem Leser um, gibt ihm ein Gefühl von Wärme und Sicherheit, wie ein warmer Strickpullover. Man fühlt sich einfach wohl beim Lesen und lässt sich von dem fast poetischen Schreibstil der Autorin gefangen nehmen.

Mein Fazit:

„Die Wünsche meiner Schwestern“ ist ein Buch wie ein Lieblings-Strickpullover: warm, kuschelig, möchte man einfach nie mehr hergeben.

Veröffentlicht am 16.10.2019

Hier stimmt einfach alles

Die Verschworenen
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Nach dem Lesen der ersten Seiten von „Die Verschworenen“ war ich sofort wieder in der Welt von Ria und den anderen Verratenen gefangen. Mir ist es sehr leicht gefallen, mich wieder in die Handlung einzufinden. ...

Nach dem Lesen der ersten Seiten von „Die Verschworenen“ war ich sofort wieder in der Welt von Ria und den anderen Verratenen gefangen. Mir ist es sehr leicht gefallen, mich wieder in die Handlung einzufinden. Wie ganz nebenbei hat Ursula Poznanski Rückblicke auf den ersten Teil eingestreut, die das Zurechtfinden und Erinnern sehr erleichtern. Sie wirken nicht wie eine gezwungene Zusammenfassung, sondern sind super untergebracht.

Der Einstieg in die Handlung ist relativ ruhig, aber dennoch interessant. Die Charakterentwicklung steht auf den ersten Seiten im Vordergrund und Ria ist diejenige, die sich am meisten verändert. Während sie unter der Kuppel stets darauf bedacht war, ihre Gefühle und ihre Mimik und Gestik zu kontrollieren, wird sie nun einfach „menschlicher“ – sie hört verstärkt auf ihr Herz, und nicht so sehr auf ihren Verstand.

Aber auch die anderen Charaktere rücken immer mehr in den Vordergrund und ich habe während des Lesens für so manchen von ihnen eine große Sympathie entwickelt, für andere Figuren wiederum eher eine sehr große Abneigung. Keine Figur ist zu blass, stattdessen spielt jeder Charakter seine ihm zugewiesene Rolle perfekt. Und wir lernen auch neue Figuren kennen, denn die Handlung spielt nicht nur in der Stadt unter der Stadt, sondern auch in Vienna 2. Aber dazu sage ich jetzt nichts weiter.

Und schnell werden dann auch die ruhigen Szenen von jeder Menge spannender Ereignisse abgelöst. Ursula Poznanski hat mal wieder ihren Ideenreichtum unter Beweis gestellt und überrascht ihre Leser mit verblüffenden Wendungen und hervorragend konstruierten Geschehnissen. Die Handlung ist perfekt durchdacht und vor allem am Ende, wo viele Fragen endlich beantwortet werden, ergibt so manches einen Sinn, was vorher nur für Verwirrung und Fragezeichen im Kopf gesorgt hat. Ich war stellenweise so überrascht von den Erklärungen, dass ich mit offenem Mund vor meinem Buch saß und nicht so richtig glauben konnte, was ich da zu lesen bekam. Aber alles, was Ursula Poznanski ihren Lesern als Erklärung anbietet, ist total authentisch und glaubwürdig und einfach nur so kreativ.

Teilweise waren es auch einfach nur kleine Gesten oder kurze Sätze, die mich total begeistert haben. An diesem Buch stimmt einfach alles und ich bin nun schon so so gespannt auf den dritten Teil. Ursula Poznanski hat einfach einen unglaublich packenden und fesselnden Schreibstil und sie kann so gut erzählen. Und ich höre ihr so gerne zu.

Mein Fazit

„Die Verschworenen“ ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite – an diesem Buch stimmt einfach alles!