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Veröffentlicht am 06.12.2022

Der Anfang vom Ende.

Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe
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"Und so harrten Leid und Scham in ihren benachbarten Räumen aus, die Tür zwischen ihnen geschlossen, und hielten sich lieber krampfhaft an ihrem Schmerz fest, als am Körper des anderen."

Nach dem grandiosen ...

"Und so harrten Leid und Scham in ihren benachbarten Räumen aus, die Tür zwischen ihnen geschlossen, und hielten sich lieber krampfhaft an ihrem Schmerz fest, als am Körper des anderen."

Nach dem grandiosen Einstieg in diese Reihe war ich von diesem Buch durchaus enttäuscht, vor allem, wenn man bedenkt, dass beide Bücher im Original eigentlich eins sind.

Angekommen in Weep, an dem Ort, um den sich alle Geheimnisse ranken und dessen eigentlicher Stadtname vor vielen Jahren plötzlich aus dem Gedächtnis aller Menschen gelöscht wurde, fokussiert sich die Handlung nun um die Eroberung der schwebenden Zitadelle. Der Weltenaufbau kam damit schlitternd zum fast-Stillstand, denn von der sagenumwobenen Stadt zu hören und sie sich vorzustellen ist doch deutlich etwas anderes, als dort anzukommen.

"Ein Traum von Liebe" macht seinem Namen alle Ehre, denn es geht vor allem um die Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen Charaktere und den Beginn der Liebesgeschichte zwischen Lazlo und Sarai - die in der Wirklichkeit völlig unmöglich erscheint. Die beiden sind ein schönes Paar, das will ich nicht abstreiten, und es gefiel mir auch, andere Aspekte ihres Charakters zu sehen, die sie erst selber miteinander entdecken, doch die Spannung kam mir einfach zu kurz. Natürlich wird die Liebesgeschichte zwischen den beiden der fundamentale Wendepunkt sein, und die muss sich ja erstmal entwickeln, aber gebt mir doch bitte ein paar Plottwists zwischendrin, mehr Geheimnisse zu Weep, mehr bildgewaltige Beschreibungen. Dieser Umschwung war mir zu heftig.

Doch dann, das Ende. Da hat Taylor wieder tief in ihre Wortkiste gegriffen, um die langatmigen Teile davor wieder auszugleichen. Und wie ihr das gelungen ist! Es ging Knall auf Fall, große Plottwists, noch größere Enthüllungen, und mittendrin der Bogenschlag zum Prolog des ersten Bandes. Absolut genial! Das Ende hat mich aus meiner lethargieähnlichen Verfassung geholt, so dass ich nun wieder absolut hyped für den dritten Band bin!

"Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe" konnte beim ersten Band leider um Längen nicht mithalten und hat diese Längen stattdessen an der Spannung ausgelassen. Das Ende jedoch konnte das fast wieder komplett wettmachen, so dass ich dem Buch 3,5/5 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Der Traum sucht sich den Träumer aus.

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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"Das war sein Traum, kühn und großartig: dorthin [nach Weep] zu reisen, einmal um die halbe Welt, und die Mysterien selbst zu lösen. Natürlich war es unmöglich. Aber seit wann hielt das einen Träumer vom ...

"Das war sein Traum, kühn und großartig: dorthin [nach Weep] zu reisen, einmal um die halbe Welt, und die Mysterien selbst zu lösen. Natürlich war es unmöglich. Aber seit wann hielt das einen Träumer vom Träumen ab?"

Von Laini Taylor habe ich bereits die "Zwischen den Welten"-Trilogie kennen und lieben gelernt und war nun bereit, mich ihrem epischen Schreibstil zu "Strange the Dreamer" hinzugeben. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht!

Allein der Prolog hat mich sofort packen können, und je weiter die Geschichte fortfuhr, desto mehr habe ich mich in dieser Welt verloren. Neben Anspielungen auf die Seraphim aus ihrer "Zwischen den Welten" Trilogie, wo mein Fandom-Herz ja sofort ausgerastet ist, ist Taylors Art zu schreiben einfach einmalig und unbeschreiblich. Es mit "poetisch", "fantasievoll", "bildgewaltig" oder "raw" zu versuchen, trifft es nicht einmal annähernd. Nur mit Lazlo in der Bibliothek zu sein und seine Liebe zu Geschichten nachempfinden zu können, hat schon gereicht, um mich in das Buch zu verlieben, doch die Reise nach Weep und seine Geheimnisse haben das noch verstärkt. Dazu die zweite Sicht von Sarai, eines Götterkindes? Premium.

Zwar fühlt sich dieser erste Bann mehr wie der Vorspann zur Hauptstory in Weep an, doch dieser Vorgeschmack ist es so wert! Ich will hier gar nicht spoilern, es bleiben für den Leser eh noch genug offene Handlungsstränge nach diesem ersten Band offen, aber wer Lust auf vergessene Stadtnamen, schwebende Zitadellen, Götterkinder mit magischen Fähigkeiten und die grausame/tragische Vergangenheit der Stadtbewohner, gepaart mit dutzenden Geheimnissen, hat, der sollte dieses Buch unbedingt lesen! Das kleine i-Tüpfelchen hat mir noch gefehlt, doch ich bin sehr optimistisch für den zweiten Teil!

"Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte", erhält von mir 4,5/5 Sterne für diesen unglaublich starken Reihenauftakt!

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Liebe auf den ersten Blick.

Ein Tag im Dezember
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"Du gehst so leichtfüßig durchs Leben, doch du hinterlässt tiefe Abdrücke, die andere nur schwer ausfüllen können."

Dieses Buch lag so lange auf meinem SuB, war aber für die #22for22-Challenge nun endlich ...

"Du gehst so leichtfüßig durchs Leben, doch du hinterlässt tiefe Abdrücke, die andere nur schwer ausfüllen können."

Dieses Buch lag so lange auf meinem SuB, war aber für die #22for22-Challenge nun endlich fällig; es ist wohl kein Wunder, dass ich es mir für Dezember aufgehoben habe, denn es ist ein perfektes Buch für die Weihnachtszeit!

Die Geschichte von Jack und Laurie wird abwechselnd aus den beiden Sichten über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren erzählt. Es geht dabei vom Studentenleben bis zum Erwachsenwerden, über schwere Schicksalsschläge, Tod, Trauer, Scheidung und lebensfrohe Momente von Wiedersehen, Hochzeit, Zueinanderfinden. Das Buch deckt wirklich eine große Bandbreite an Themen ab - es ist dabei wirklich realitätsnah und unbeschönigt, verliert jedoch nie seinen romantischen Touch und gerade der Weihnachtszeit liegt ein besonderer Zauber inne.

Das Thema von "Liebe auf den ersten Blick" ist nicht gerade eins meiner liebsten, doch verschiedene Umstände und Wendungen haben das Ganze in ein Katz-und-Maus-Spiel verwandelt - "Love, Rosie" ist mir dabei als Vergleichsbuch immer wieder in den Sinn gekommen. Natürlich ist die Thematik nichts neues, doch "Ein Tag im Dezember" schafft es trotzdem, seinen ganz eigenen Bann auf den Leser auszuüben. Dazu gehört auch Lauries beste Freundin Sarah, die ihr immer zur Seite steht. Diese Freundschaftsdynamik war wunderschön zu lesen, die beiden gehen durch dick und dünn.

Gefühlstechnisch hat mich die Chemie zwischen Jack und Laurie nicht abgeholt, da habe ich schon andere Bücher gelesen, wo mein Herz wirklich angegriffen wurde. Hier war das leider nicht so, was keineswegs bedeutet, dass die Gefühle füreinander schlecht beschrieben wurden. Ich habe nur nicht ganz so sehr für ein Happy End der beiden gerootet wie ich es bei anderen Buchcouples tue. Nichtsdestotrotz hat mich die Weihnachtsromantik ergriffen und ich habe das Buch mit einem Lächeln beendet.

"Ein Tag im Dezember" erzählt von den Widrigkeiten des Lebens, die einen beim Erwachsenwerden erwarten, doch flicht die Liebe zwischen Jack und Laurie als roten Faden dazwischen, mit besonders romantischem Augenmerk auf der Weihnachtszeit. Ein schönes Buch für kalte Dezembertage. Ich vergebe 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Es fängt mit uns an.

It starts with us – Nur noch einmal und für immer
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"Ich zeichne einen winzigen Setzling mit zwei winzigen Zweigen. Einen für dich und einen für mich. Dann haben wir unseren eigenen ganz neuen Mini-Familienstammbaum - einen, der mit uns anfängt."

- kann ...

"Ich zeichne einen winzigen Setzling mit zwei winzigen Zweigen. Einen für dich und einen für mich. Dann haben wir unseren eigenen ganz neuen Mini-Familienstammbaum - einen, der mit uns anfängt."

- kann Spoiler enthalten -

Nach dem zwar angeteaserten, aber doch nicht weiter ausgeführten Aufeinandertreffen zwischen Lily und Atlas am Ende von "Nur noch ein einziges Mal" war klar, dass die beiden ein eigenes Buch brauchen, in dem sie ihr Happy End finden - und was soll ich sagen, das ist hier in der Fortsetzung wunderbar gelungen!

Die Gefühle und Liebe zwischen den beiden war genauso greifbar wie in Band 1, nur mit dem Unterschied, dass sie sie hier wirklich ausleben konnten. Zwischen einem "Wir fangen es langsam an", selbstgekochten Lunchpaketen zum Mittag und reinen Schlafdates gehen Atlas und Lily so natürlich miteinander um, dass es mir umso mehr das Herz zerreißt, dass Lily zuerst an Ryle geraten ist. All die verpassten Jahre mit Atlas... Es war wunderschön zu lesen, dass sie mit ihm wieder an das Gute in Männern und die Liebe glauben konnte.

Dazu kommt, dass in dieser Fortsetzung auch aus Atlas' Sicht berichtet wird, so dass die Gefühle beider Parteien wunderbar zur Geltung kamen. Die Jugendzeit mit Lily aus seiner Perspektive zu erfahren, hat das Ganze noch schmerzhafter gemacht, doch zu erfahren, was für ein erfolgreicher und sympathischer Mann aus ihm geworden ist, der sich auch absolut mutig seiner Vergangenheit stellt, als sie ihn einholt, macht alles wieder wett.

Ein großer Teil des Buches behandelt auch Lilys Traumabewältigung durch ihre Beziehung zu Ryle und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wichtig dieser Teil war! Wie sie sich ihr Leben zurückerobert, ihre eigenen Entscheidungen trifft und Bedingungen aufstellt, die Ryle zu akzeptieren hat! Das ist eine hoffnungsvolle Botschaft für Opfer häuslicher Gewalt, nachdem Band 1 doch negativer behaftet war. Generell ist diese Fortsetzung wesentlich leichter, wärmer und hoffnungsvoller - was sowohl für die Leser als auch die Charaktere eine Erleichterung war. Dadurch kommen zwar die Spannung und das Drama etwas kürzer, aber das hatte man im ersten Band zur Genüge.

Was ich stattdessen etwas plump fand, waren die Briefe von Lily an Ellen, die 1:1 aus dem ersten Band kopiert waren. Zum Erinnerungen auffrischen war das vielleicht ganz nett, aber doch sehr unkreativ, da sie auch keine besondere Relevanz hatten. Atlas hätte einfach neue Briefe lesen können.

"Nur noch einmal und für immer" ist definitv ein gelungener Wohlfühlband für all unsere geschundenen Herzen nach dem Lesen von "Nur noch ein einziges Mal". Er konnte mich nicht ganz so ergreifen wie dieser, da er stellenweise auch manchmal etwas langatmig war, aber alleine der Fokus auf der Liebesgeschichte zwischen Atlas und Lily, und Lilys Traumabewältigung haben die Fortsetzung absolut notwendig und lesenswert gemacht! Ich vergebe 4/5 Sterne.

PS. Den Originaltitel "It starts with us" mit dem obigen Zitat zu verknüpfen, ist eine wundervolle Idee, der erneut den Neuanfang verkörpert, den das Buch darstellt.

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Veröffentlicht am 18.11.2022

Es endet mit uns.

Nur noch ein einziges Mal
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"Hier hört es auf", verspreche ich ihr. "Mit dir und mit mir. Mit uns endet es."

Zugegeben, mit dem Hype rund um dieses Buch bin ich wirklich spät dran, aber durch die Veröffentlichung des zweiten Bandes ...

"Hier hört es auf", verspreche ich ihr. "Mit dir und mit mir. Mit uns endet es."

Zugegeben, mit dem Hype rund um dieses Buch bin ich wirklich spät dran, aber durch die Veröffentlichung des zweiten Bandes und meine Deadline zur Rezension bin ich jetzt immerhin mal dazu gekommen! Und ganz ehrlich? Dieses Buch ist den Hype so wert!

"Nur noch ein einziges Mal" erzählt die Geschichte von Lily, die nach einer schweren Kindheit kürzlich nach Boston gezogen ist, wo sie auf Ryle trifft. Ryle ist charismatisch, erfolgreich und weiß, was oder wen er will: Lily. Die fühlt sich genauso zu ihm hingezogen, muss jedoch immer noch an ihre Jugendliebe Atlas denken. Und da nimmt das Drama ihren Lauf, wenn Ryle sich vor Eifersucht nicht mehr beherrschen kann.

Da das Buch ja nun auch schon länger auf dem Markt ist, spreche ich es hier jetzt entsprechend aus: Häusliche Gewalt ist ein zentrales Thema und definitiv nichts für schwache Nerven! Ich habe in meinem Beruf ebenfalls damit zu tun, jedoch nur als Außenstehende, und hier alles durch Lilys Gefühle und Gedanken quasi am eigenen Leib zu erfahren, war absolut erschütternd! Nur um hier mal zwei Triggermomente zu notieren: "Du bist die Treppe runtergefallen." und "Woher hast du den Magneten, Lily?" Allein der Gedanke an diese Szenen lässt mir immer noch die Nackenhaare aufstellen. CoHo vermittelt den Schrecken, das Trauma und die Schuldgefühle der Opfer so realistisch, dass man gar nicht anders kann, als tief im Buch zu versinken und alles aufzunehmen.

Neben dieses schrecklichen Erlebnissen gibt es jedoch auch Hoffnungsschimmer, die die Dunkelheit nicht überhand nehmen lassen: Lilys Kindheitsbriefe an Ellen DeGeneres, das erneute Auftauchen von Atlas, der mein Herz höherschlagen lassen hat, und Lilys Kampfgeist, sich von dieser Gewalt zu befreien. Ihr Mut und ihre Stärke waren absolut bewundernswert - natürlich hat sie auch Rückschläge und Zweifel, die Täter ihren Opfern gern einreden, um die Verantwortung von sich zu nehmen, aber sie kämpft sich da durch und steht für sich ein. CoHos Nachwort zum Thema verleiht dem Thema der Häuslichen Gewalt noch zusätzlich eine persönliche Note, dass das Buch nicht einfach nur eine Recherche war, sondern ein Erfahrungsbericht und ein Tribut an ihre Mutter.

"Nur noch ein einziges Mal" oder "It Ends With Us" (siehe die Verbindung zum obigen Zitat - Gänsehaut, wenn man die Bedeutung des Titels entdeckt!) hat mich definitv auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen. Tatsächlich waren der Hype und meine Erwartungen wohl jedoch zu hoch, denn Tränen, wie eigentlich von allen angekündigt, kamen mir nicht. Nichtsdestotrotz vergebe ich 4,5/5 Sterne und freue mich schon sehr auf die versprochene Liebesgeschichte zwischen Lily und Atlas im Folgeband - mit mehr Leichtigkeit und hoffentlich weniger Trauma!

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