Packendes Thrillerdebüt mit viel Psychothrilleranteil
Isa, glücklich verheiratet mit dem Kinderarzt Mark und Mutter des vier Monate alten Sohns Ben, erlebt den Albtraum schlechthin.
Sie bringt nur kurz Wäsche in die Waschküche im Keller und als sie zurück ...
Isa, glücklich verheiratet mit dem Kinderarzt Mark und Mutter des vier Monate alten Sohns Ben, erlebt den Albtraum schlechthin.
Sie bringt nur kurz Wäsche in die Waschküche im Keller und als sie zurück kommt, ist ihr Baby von seiner Krabbeldecke verschwunden.
Die Polizei wird eingeschaltet und beginnt zu ermitteln, Spuren zu suchen und versucht alles ihr Mögliche, um den kleinen Ben zu finden, leider erfolglos. Mark nimmt seine Arbeit wieder auf aber Isa ist gefangen in Verzweiflung, Schuldgefühlen und der Ungewissheit, was mit ihrem Kind geschehen sein mag. Eine Lösegeldforderung oder ähnliches geht nicht ein.
Mehr als ein halbes Jahr später taucht der kleine Ben plötzlich genau so mysteriös wieder auf, wie er seinerzeit verschwand. Auch die Polizei steht vor einem Rätsel.
Isa ist völlig im Überschwang der Gefühle und glücklich, ihr Kind zurück zu haben. Doch nach einiger Zeit kommen ihr Zweifel. Ist das wirklich ihr Kind? Hatten die Augen und die Haare des Kindes nicht eine andere Farbe? Auch innerlich und emotional spürt sie plötzlich keine Verbindung mehr und die Zweifel werden immer größer. Ihr Mann hat auf alle Fragen eine Antwort, geht aber immer mehr auf Distanz zu ihr und die Ehe wird auf eine harte Probe gestellt.
Nachdem ich seinerzeit so viele begeisterte Rezensionen zu diesem Thriller gelesen habe, griff ich nun auch endlich zu diesem Buch.
Zusätzlich hat mich gereizt, dass die Autorin, die damit ihr Debüt vorgelegt hat, hier in meiner Nähe studiert hat und auch noch lebt.
Die Handlung hatte mich ganz schnell gepackt, denn man ist gleich mitten drin in der Geschichte und die Spannung steigt immer weiter. Zwischendrin hat man mal kurz Zeit zum durchatmen aber dann geht es temporeich weiter. So entstand für mich ein Sog beim Lesen, der mich in kurzer Zeit durch die Seiten fliegen ließ.
Die Autorin ist studierte Psychologin und arbeitete rechtspsychologisch und klinisch. Das merkt man beim Lesen sehr gut, denn sie hat ihre Figuren mit viel psychologischer Tiefe gezeichnet. Besonders die vielen unterschiedlichen Emotionen von Isa stellt sie beeindruckend gut dar, so dass sie für mich nachvollziehbar waren. Auch wenn ich selbst keine Mutter bin, habe ich Isa abgenommen, dass sie irgendwie spürte, dass das zurückgekehrte Kind vielleicht nicht ihres ist.
Irgendwann war ich mir dann allerdings auch nicht mehr sicher, ob Isa sich da in etwas hineinsteigert oder ob da jemand ein fieses Spiel mit ihr spielt. Nur wer und vor allem warum?
Ich habe versucht mitzurätseln und Ideen zu entwickelt, was da vor sich geht. Aber ich war so erfolglos wie nie und kam nicht dahinter. Immer wieder gibt es neue Indizien, neue Fährten, die dann doch wieder falsch sind und dann erfolgt ein Twist, der mich fassungslos gemacht hat. Dadurch gab es dann noch bedrohliche Stimmungen, die zu der ohnehin beklemmenden Atmosphäre dazu kamen.
Isa habe ich bewundert, wie sie „dran geblieben ist“ und mit aller Macht und allen Mitteln versucht herauszufinden, was geschehen ist. Für mich stieg danach die Spannung immer weiter und ich war froh, dass ich das Buch im Urlaub gelesen habe, denn da waren halb durchgelesene Nächte kein Problem.
„Happy End“ ist ein wirklich hervorragender Psychothriller mit dramatischen Entwicklungen, einer besonderen Stimmung und viel Spannung! Mich hatte er sehr schnell gepackt und dann durchgehend gefesselt, daher eine unbedingte Leseempfehlung!
Fazit: 5 von 5 Sternen
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