Emotionaler, packender Roman über eine tragische Familiengeschichte
Die GezeitentochterDie 32-jährige Emma Miller ist Schriftstellerin und hat mit ihrem ersten Buch einen Erfolg gelandet. Nun hat sie sich von ihrem sehr dominanten Mann getrennt und sucht ein neues Zuhause.
Auf der Insel ...
Die 32-jährige Emma Miller ist Schriftstellerin und hat mit ihrem ersten Buch einen Erfolg gelandet. Nun hat sie sich von ihrem sehr dominanten Mann getrennt und sucht ein neues Zuhause.
Auf der Insel Orkney entdeckt sie ein altes Herrenhaus, das vom letzten Erbe der Familie verkauft wird.
Emma ist von dem Haus fasziniert und möchte es kaufen, damit sie dort ein neues Heim und einen ruhigen Platz zum Schreiben hat.
Als mit den Renovierungsarbeiten beginnt entdeckt sie in einer Trennwand, die nachträglich in einem großen Raum eingebaut wurde, einen Toten. Da dieser zwar vermutlich ermordet wurde aber das bereits vor etwa 200 Jahren, sichert die Polizei zwar Spuren, ermittelt aber nicht weiter. Dann geschehen merkwürdige Dinge und Emmas Neugier auf die früheren Besitzer und die Herkunft des Toten ist geweckt. Mit Unterstützung des letzten Erbes der Bloomsburys, dem smarten Anwalt Joey, geht sie auf Spurensuche und die beiden tauchen ein in eine tragische Familiengeschichte.
Wie auch schon im ersten Band der „Frauen der Inseln“ entführt uns die Autorin auf eine kleine rauhe Insel vor der Nordküste Schottlands, auf die Inseln Orkney.
Das Setting ist gut gewählt, interessant und bildhaft beschrieben, so dass ich mir vieles gut vorstellen konnte und auch interessiert im Internet nach Bildern der Inseln gesucht habe.
Erneut wurde ich schnell an die Handlung gefesselt, was auch dem mitreißenden Schreibstil der Autorin zu verdanken ist.
Sie erzählt auch diese Geschichte in zwei Handlungssträngen auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart erleben wir Emma, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist, nachdem sie ihren Mann verlassen hat. Ihre Eltern verstehen ihre Entscheidung nicht und stellen sich mehr auf die Seite ihres Schwiegersohns. Alle drei gemeinsam wollen Emma den Kauf des Anwesens ausreden, doch Emma lässt sich nicht beirren. Sie hat schon genaue Pläne, was sie dort machen möchte, damit sie sich den Unterhalt des großen Hauses langfristig leisten kann. Als ihr merkwürdige Dinge geschehen und Emma das Gefühl hat, beobachtet und verfolgt zu werden, denkt sie, dass sie jemanden stört und dieser sie vertreiben möchte. Aber sie hält tapfer durch.
Gemeinsam mit dem Anwalt Joey begibt sie sich auf Spurensuche und die beiden tauchen ein die Geschichte der Bloomsburys.
Im zweiten Handlungsstrang erleben wir in den 1840er Jahren die junge Abigail, eine der drei Töchter des Hauses, sowie den ebenso jungen Eszra.
Abigail wird zu ihrer Tante nach Glasgow geschickt, damit sie dort einen Ehemann finden soll. Sie findet auch schnell jemanden, der ihr gut gefällt und das Interesse scheint auch bei dem jungen Mann vorhanden zu sein. Doch ihre Tante verhindert die Verbindung, denn sie plant insgeheim etwas anderes. Ihr eigener Sohn, Abigails Cousin, wäre nämlich der nächste Erbe, solange die Töchter nicht verheiratet sind, denn in dieser Zeit durften nur Männer erben. Doch der Cousin stellt sich als Tyrann und gefährlich heraus. Abigail muss eine schwere Entscheidung treffen, denn sie möchte unter allen Umständen ihre Familie retten und ihre Mutter sowie die Schwestern schützen, so dass sie in eine völlig andere Rolle schlüpft.
Nicht nur die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen sorgen hier für viel Spannung. Der Teil in der Vergangenheit nimmt mehr Raum ein als die Gegenwart und entwickelt sich dramatisch und sehr fesselnd. In der Gegenwart kommen Emma und Joey Schritt für Schritt dem Geheimnis auf die Spur und kommen sich dabei, wie zu erwarten war, auch näher.
Auch die zweite Teil über „Die Frauen der Inseln“ hat mich begeistert und sehr gefesselt. Toll gezeichnete Charaktere, eine beeindruckende Handlung und dazu die tolle Landschaft und das alte Herrenhaus auf Orkney sind die Bausteine einer packenden Geschichte!
Fazit: 5 von 5 Sternen
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