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Veröffentlicht am 30.07.2021

Fesselnder Psychothriller mit interessanten Themen und unvorhersehbarem Twist

Die verschwundenen Studentinnen
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Mariana ist Trauma-Therapeutin und hat ihre große Liebe, ihren Mann Sebastian, durch einen Unfall verloren. Sie ist noch tief in ihrer Trauer gefangen arbeitet aber inzwischen wieder, überwiegend mit ...

Mariana ist Trauma-Therapeutin und hat ihre große Liebe, ihren Mann Sebastian, durch einen Unfall verloren. Sie ist noch tief in ihrer Trauer gefangen arbeitet aber inzwischen wieder, überwiegend mit Gruppentherapien.
Da erreicht sie der Anruf ihrer Nichte Zoe, die sie vor längerer Zeit zu sich nahm, als diese ihre Eltern verlor.
Eine Kommilitonin und Freundin von Zoe am College in Cambridge ist verschwunden und wird später bestialisch ermordet aufgefunden. Zoe bittet Mariana um Unterstützung. Und so reist Mariana an ihr ehemaliges College und sieht sich mit Erinnerungen aus der Vergangenheit und dem tragischen Tod von Zoes Freundin konfrontiert.
Schnell findet Mariana heraus, dass es rund um den Literatur-Professor einen mysteriösen „Geheimbund“ von Studentinnen gibt, der sich mit griechischer Mythologie beschäftigt. Und Hinweise auf die Mythologie gibt es auch bei der toten Studentin.
Der Professor steht schnell ganz oben auf Marianas Liste der Verdächtigen.
Da die Polizei sich nach Marianas Geschmack wenig Mühe bei den Ermittlungen gibt, beschließt Mariana in Cambridge zu bleiben und selbst zu ermitteln, da sie ihrer Nichte versprochen hat, herauszufinden was dort geschieht. Und es geschehen weitere Morde an Studentinnen…

Der Einstieg in die Geschichte ist relativ ruhig und wir erfahren einiges über Mariana und ihre aktuelle Situation. Im weiteren Verlauf werden auch die Details geschildert, wie ihr Mann Sebastian ums Leben kam.
Aber als Mariana am College in Cambridge eintrifft, beginnt die Spannung sich allmählich zu entwickeln.
Die Stimmung wird düster und teilweise auch bedrohlich. Die Geschichte begann, für mich einen Sog zu entwickeln.
Der undurchsichtige Professor ist schnell Marianas Hauptverdächtiger, auch wegen der mysteriösen Gruppe von Studentinnen, die er um sich versammelt. Ich konnte Marianas Denkweise nachvollziehen und habe ihren Verdacht zunächst geteilt, bis mir diese Lösung zu einfach erschien.
Als dann weitere Morde geschehen, steigert sich die Spannung merklich und Mariana lässt sich von ihren Nachforschungen nicht mehr abbringen. Es gibt einige Hinweise und weitere Personen, die verdächtig sind und die ganze Geschichte wird immer undurchsichtiger.
Dazu kommt das Thema der griechischen Mythologie, die ich einerseits interessant fand, andererseits trägt sie aber auch zur weiteren Verwirrung bei. Irgendwie passen die einzelnen Puzzleteilchen, die sich ergeben nicht zusammen und ich konnte auch kein Motiv für die Taten erkennen.
Aber unterschwellig gab es ständig diese bedrohliche Spannung, weil jederzeit ein weiterer Mord geschehen konnte und niemand wusste, wie man das verhindern könnte.
Gegen Ende dreht die Spannung noch mal kräftig auf und der Plot-Twist hat mich dann völlig überrascht und sprachlos gemacht.

Dieser Psychothriller braucht ein bisschen um in Schwung zu kommen. Warum das so ist, erkennt man erst am Ende.
Aber die Geschichte ist sehr fesselnd, punktet mit interessanten Charakteren und langsam ansteigender Spannung!
Für mich war das ein Pageturner!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2021

Unterhaltsame Familiengeschichte im Sommer 1969 mit Urlaubsflair

Der beste Sommer aller Zeiten
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Die Familie Levin ist eine Patchworkfamilie und verbringt regelmäßig ihre Sommer im Ferienhaus, das Großmutter und Matriarchin Exalta gehört, auf der Insel Nantucket.
Doch der Sommer 1969 soll anders werden, ...

Die Familie Levin ist eine Patchworkfamilie und verbringt regelmäßig ihre Sommer im Ferienhaus, das Großmutter und Matriarchin Exalta gehört, auf der Insel Nantucket.
Doch der Sommer 1969 soll anders werden, als die vorherigen.
Der einzige Sohn Tiger verrichtet Dienst in der US-Army im Vietnam-Krieg. Mutter Kate ist in großer Sorge um ihn ebenso wie die jüngste Tochter Jessie, die Tiger sehr nahe steht.
Kates Mann David arbeitet viel und erscheint, wenn überhaupt, nur an den Wochenenden auf Nantucket.
Die älteste Tochter Blair ist hochschwanger und reist deshalb nicht mit in die Ferien. Und die mittlere Tochter Kirby möchte sich von der Familie etwas abnabeln und nimmt einen Ferienjob auf der Nachbarinsel Martha’s Vineyard an.
Doch der Sommer wird turbulenter, als alle Familienmitglieder vorher geahnt haben.

In diesem Roman erzählt Elin Hilderbrand die Geschichte einer Familie im legendären Sommer 1969. Als Setting dient, wie so oft in ihren Romanen, die Insel Nantucket, die die Autorin gut kennt, da sie selbst dort lebt.
Diese schöne Insel bietet eine ideale Kulisse für einen Sommerroman und die bildhaften Schilderungen von Strand und Meer sorgen auch für ein schönes Sommer- bzw. Urlaubsfeeling.
Aber in der Familie Levin geht es so gar nicht sommerlich leicht zu. Überwiegend erzählen die weiblichen Familienmitglieder die Geschichte, kapitelweise jeweils aus ihrer Sicht. So ist man an allen nah dran und erlebt ihre Gefühle, Sorgen und Nöte mit.
Mutter Kate ist so in Sorge um ihren Sohn Tiger, der im Vietnam-Krieg dient, dass sie kaum Ruhe findet und ihren Kummer oft in Alkohol ertränkt.
Nesthäkchen Jessie ist das erste Mal verliebt, leidet aber auch unter den strengen Regeln ihrer Großmutter, die sie dazu nötigt Tennis spielen zu lernen und jeden Morgen recht früh mit ihr in den Tennisclub geht.
Tochter Kirby hat sich selbstständig gemacht und jobbt in einer Pension auf der Nachbarinsel, wo sie auch einige eindrückliche Erlebnisse hat.
Die älteste Tochter Blair sitzt hochschwanger zu Hause und ist in ihrer Ehe gar nicht so glücklich, da ihr Mann sie vernachlässigt.
So habe sie alle ihr Päckchen zu tragen.

Die Autorin thematisiert in dieser Geschichte vielfältige Themen, die in dieser Zeit aktuell waren. So geht es neben Sexualität und sexueller Belästigung auch um die Stellung der Frau, den Vietnamkrieg und Rassismus. Aber auch die Ereignisse dieses Sommers, wie die Mondlandung und das kommende Woodstock-Festival, bilden einen Hintergrund für die Handlung.

Mir hat es Freude gemacht, den Sommer mit der Familie auf Nantucket zu erleben und ihre vielen kleinen und großen Sorgen mitzuerleben. Die Angst um den Sohn Tiger konnte ich gut nachvollziehen und ich war gespannt, ob die Familie eine traurige oder eine gute Nachricht erreichen wird. Auch die Frage, wie sich die einzelnen Probleme der Protagonistinnen am Ende entwickeln würden konnte mich fesseln.

Auch wenn es in der Geschichte kaum Höhepunkte oder spektakuläre Ereignisse gibt, konnte mir der Roman den Sommer 1969 näher bringen und hat mich letztendlich auch gut unterhalten und Sommerfeeling vermittelt!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2021

Wunderbarer Frauenroman mit Tiefgang - nachdenklich und emotional!

Die Frau im Park
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Eva war am Beginn einer Karriere als Schauspielerin, als ihre Tochter nach einem Unfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Sie hat sich 15 Jahre lang intensiv um Alisa gekümmert, um ihrer Tochter ...

Eva war am Beginn einer Karriere als Schauspielerin, als ihre Tochter nach einem Unfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Sie hat sich 15 Jahre lang intensiv um Alisa gekümmert, um ihrer Tochter trotz Handicap eine unbeschwerte Kindheit und Jugend zu ermöglichen und hat dafür ihre Karriere aufgegeben.
Evas Mann Johannes leitet das Familienunternehmen, arbeitet daher viel, ist wenig zu Hause, ermöglicht aber durch sein Einkommen, dass Eva nicht arbeiten muss. Aus Eva und Alisa wird ein eingeschworenes Team, neben dem Johannes nur so daher lebt.
Als Alisa zum Studium nach Berlin geht und dort mit ihrem besten Freund in eine WG zieht, steht Eva plötzlich alleine da. Sie sorgt sich einerseits um ihre Tochter, ob sie denn nun wirklich alleine klar kommt und andererseits steht sie vor einer großen Leere.
Bei langen Spaziergängen im Englischen Garten trifft sie auf den Lehrer Ben, den sie immer wieder trifft und näher kennenlernt.
In vielen Gesprächen nähern sich die beiden an und Eva kann endlich über ihre Wünsche, Träume und Ängste sprechen.

Ella Janek ist ist das Pseudonym der Autorin Angelika Schwarzhuber, von der ich schon einige heitere Frauenromane gelesen habe.
Hier legt sie nun einen emotionalen Roman mit Tiefgang vor.

Eva ist eine sympathische Frau kurz vor ihrem 50. Geburtstag, die bisher nur für ihre Tochter gelebt hat und sich selbst und auch ihre Beziehung zu ihrem Ehemann völlig vernachlässigt hat.
Anfangs kam sie mir ein bisschen vor wie eine Helikopter-Mutter, aber im Verlauf der Geschichte wird klar, was sie antreibt.
Deshalb fällt sie auch in ein tiefes Loch, als ihre Tochter ausgezogen ist. Ihr Mann ist nach wie vor häufig auf Geschäftsreise und Eva muss sich erst mal überlegen, womit sie ihre Tage nun füllen möchte.
Als sie im Park Ben kennenlernt, der nicht weiß, wer sie ist, beginnt eine neue Zeit in Evas Leben. Mit Ben führt sie wirklich tolle Gespräche, denn sie kann ganz offen über alles reden, was sie bewegt und sie fühlt sich wieder als Frau wahrgenommen. Zwischen den beiden entwickelt sich zunächst eine lockere Freundschaft und bald beginnt es auch zu knistern.
Doch da gerät Eva erneut in einen Zwiespalt, denn da ist ja noch ihr Mann Johannes, der ihr auch noch etwas bedeutet, wenn sie sich auch völlig auseinandergelebt haben.

Es war wirklich schön, Eva in dieser Phase ihres Lebens zu begleiten. Eva überdenkt so ziemlich alles in ihrem Leben. Sie denkt auch darüber nach, ihre Karriere als Schauspielerin neu zu starten, denn das ist der einzige Beruf, den sie ausüben möchte.
Aber es wird auch schnell klar, dass sie sich zu Ben hingezogen fühlt und es genießt, als Frau begehrt zu werden.
Der Zwiespalt zwischen dem Genuss und der schönen Zeit mit Ben und dem schlechten Gewissen gegenüber ihrem Mann wird mehr und mehr deutlich. Und so geht es hier um grundsätzliche Fragen einer Frau, deren bisheriger Lebensmittelpunkt plötzlich nicht mehr da ist und die sich selbst neu finden muss.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie empathisch die Autorin Evas Geschichte erzählt. Die Handlung ist emotional, realistisch und tiefgründig und kommt dabei völlig ohne Kitsch aus.
Es gibt viele Stimmungen, mal traurig, mal fröhlich, mal nachdenklich und auch romantische Momente sind dabei. Dabei hat es mich sehr gefesselt zu beobachten, wie Eva sich verändert, weiter entwickelt und schließlich auch Entscheidungen trifft.

Dieser warmherzige Roman weckt vielfältige Emotionen und ist dabei aber wunderbar erzählt und dadurch auch kurzweilig und unterhaltsam. Deshalb empfehle ich ihn sehr gerne weiter!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2021

Unterhaltsame, kurzweilige Fortsetzung der Cedar Cove-Reihe

Gezeitenflüstern
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Bereits zum fünften Mal sind wir zu Gast in der charmanten Kleinstadt Cedar Cove. Es ist empfehlenswert, die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da die Geschichten aufeinander aufbauen ...

Bereits zum fünften Mal sind wir zu Gast in der charmanten Kleinstadt Cedar Cove. Es ist empfehlenswert, die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da die Geschichten aufeinander aufbauen und dabei nicht zu vergessen, dass die Reihe schon vor rund 20 Jahren geschrieben wurde.
Wer die vielen Figuren bzw. Bewohner von Cedar Cove noch nicht so gut kennt, findet am Anfang des Buches ein Personenverzeichnis.

In diesem Teil stehen der Privatdetektiv Roy McAfee und seine Frau Corrie im Mittelpunkt. Bereits im vorherigen Teil der Reihe bekamen die beiden mysteriöse Nachrichten, denen sie aber kaum Bedeutung beigemessen haben. Nun häufen sich die Nachrichten und Corrie wird von Sorgen geplagt. Die beiden versuchen herauszufinden, von wem die Nachrichten sind und was die Person damit bezweckt.
Daneben sind die beiden aber sehr glücklich, dass ihre Tochter, die Ärztin ist, eine Stelle in dem neu eröffneten Gesundheitszentrum bekommen hat und wieder nach Cedar Cove zieht.

Wie von dieser Reihe gewöhnt gibt es mehrere Handlungsstränge. Hier geht es einmal um Roy und Corrie und ihre Nachforschungen aber auch um Tochter Linnette und ihren Neustart in Cedar Cove. Daneben erleben wir auch die anderen Familien bzw. Paare, die schon in den vorherigen Bänden im Mittelpunkt standen.
Und genau das gefällt mir an dieser Reihe so, dass auch die vorherigen Figuren nicht in Vergessenheit geraten sondern ihre Geschichten nebenbei schlüssig weitergeführt werden.

Roys Nachforschungen gestalten sich kompliziert und mühsam, aber nach einer Weile kommt ihm und Corrie ein Verdacht, wer hinter den Botschaften stecken könnte. Mir ist dann auch gleich eine Person eingefallen und im späteren Verlauf stellte sich meine Vermutung auch als richtig heraus.
Dennoch konnte mich die Geschichte fesseln, weil es eben nicht nur interessant ist, den hauptsächlichen Handlungsstrang zu verfolgen sondern auch die Ereignisse um die weiteren Figuren.

Es war schön, wieder in Cedar Cove am bunten Leben in der netten Kleinstadt teilnehmen zu können und mehr über die liebenswerten Figuren und ihr Leben zu erfahren. Allmählich gestaltet sich die Reihe wie eine Fernsehserie, wozu auch der lebendige Schreibstil der Autorin beiträgt.
Es ist wie immer ein bunter Mix aus Themen, wie sie im wahren Leben vorkommen und es gibt überall Freud und Leid.

Auch der fünfte Teil der Reihe ist ein unterhaltsamer, abwechslungsreicher Wohlfühlroman und ich hoffe, dass auch die weiteren Teile der Reihe übersetzt werden und ich bald nach Cedar Cove zurückkehren kann!


Fazit: 4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 15.07.2021

Wunderbare warmherzige Geschichte über einen Neuanfang

Hier wohnt das Glück
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Sylvi ist Anfang 60 und gerade in den Ruhestand gegangen. Nach dem Tod ihrer Mutter, die sie jahrelang gepflegt hat, steht sie an einem Punkt, an dem sie sich überlegt, wie sie ihr Leben nun gestalten ...

Sylvi ist Anfang 60 und gerade in den Ruhestand gegangen. Nach dem Tod ihrer Mutter, die sie jahrelang gepflegt hat, steht sie an einem Punkt, an dem sie sich überlegt, wie sie ihr Leben nun gestalten soll.
Sie beschließt, dass es Zeit ist, einiges zu ändern und möchte jetzt mal etwas für sich selbst tun.
Über eine Haustauschbörse im Internet findet sie einen Zirkuswagen, der als Wohnung eingerichtet ist. Kurz entschlossen bietet sie ihre Berliner Wohnung im Tausch an und macht sich, nachdem Arne, der Besitzer des Zirkuswagens bei ihr eingetroffen ist, auf den Weg nach Angelsby an der Flensburger Förde.
Sie plant Waldbaden, Yoga, viel Ruhe und gesunde Ernährung, um zu sich selbst zu finden.
Aber alles kommt ganz anders …

Gereizt hat mich an diesem Roman, dass es hier um eine „ältere“ Protagonistin geht und nicht, wie so häufig um die jungen und schönen Frauen, denen alles nur so zufliegt.
Sylvi ist eine gestandene, lebenserfahrene Frau, die sich vorgenommen hat, in ihrem Leben zu Beginn ihres neuen Lebensabschnitts einiges zu ändern.
Aber ihr Start in Angelsby läuft zunächst gar nicht so, wie sie sich das gedacht hat. Ihr Waldbaden wird von Wildschweinen und einem ausgebüxten Hund samt Frauchen gestört und die Ruhe rund um den Zirkuswagen durch Ziegen, Katzen und einen Hund.
Jördis, die Nichte von Arne, wohnt mit ihren beiden Kindern in einem Haus gleich beim Zirkuswagen. Auch wenn sie Sylvi Unterstützung bei Anfangsschwierigkeiten bietet, stört Sylvi die direkte Nähe und die damit verbundene Unruhe doch sehr. Sie beschwert sich bei Arne, der häufig mal anruft, dass er ihr nichts davon erzählt hat.
Aber Sylvi arrangiert sich und will ihr Programm durchziehen.
Doch die vielen Ablenkungen von ihren Plänen und guten Vorsätzen tun Sylvi gut und bringen sie auf andere Gedanken. So ganz allmählich schleicht sich Wohlbefinden ein, Sylvi erkundet die Umgebung und schließt sogar Freundschaften mit Einheimischen und Jördis und den Kindern. Ihre ehrgeizigen Pläne geraten darüber in Vergessenheit und auch mit Arne versteht sie sich immer besser, so dass sich da sogar etwas romantisches Knistern einschleicht.

Es hat mir große Freude gemacht, Sylvi auf ihrem Weg in ihr neues Leben zu begleiten.
Durch den einfühlsamen und gleichzeitig lebendigen Schreibstil fühlte ich mich als stille Beobachterin an Sylvis Seite.
Und schnell fiel mir der Spruch ein: „Leben ist das, was passiert, während Du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.“
Denn genau das passiert hier mit Sylvi. Sie macht Veränderungen durch, lernt neue Dinge in ihrem Leben schätzen und setzt neue Prioritäten bis ihr sogar die Idee zu einem völligen Neuanfang kommt.
Das war sehr inspirierend und hat auch mich zum Nachdenken angeregt.
Aber es gibt auch viele humorvolle Momente durch Missgeschicke, die der Stadtpflanze Sylvi beim Leben auf dem Land geschehen und durch unerwartete Ereignisse.

Neben Sylvi und Arne gibt es noch eine Reihe wichtiger Nebenfiguren, wie Arnes Nichte und einige Dorfbewohner. Sie alle sind liebevoll und glaubwürdig gezeichnet und sind mir alle schnell ans Herz gewachsen.
Das Setting im Norden an der Flensburger Förde mit der Nähe zum Meer ist wunderschön beschrieben und macht Lust, in diese zauberhafte Gegend zu reisen.

Dagmar Hansen hat es mit ihrem neuen Roman wieder einmal geschafft, dass ich mich ganz in die Geschichte fallen lassen und wohlfühlen konnte. Es ist eine warmherzige Geschichte, wie sie das Leben schreiben kann und sie erzählt von Veränderungen, glücklichen und traurigen Momenten, Freundschaften und neuen Möglichkeiten.
Vor allem vermittelt sie aber auch die Botschaft, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang und auch nicht, sich zu verlieben. Das Glück wohnt überall, man muss es nur finden und zugreifen!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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