Profilbild von Fanti2412

Fanti2412

Lesejury Star
online

Fanti2412 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Fanti2412 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2020

Fesselnder Trilogie-Auftakt - wunderbar erzählt!

Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals
0

Das Buch ist der Auftakt einer historischen Trilogie um das Grandhotel Schwarzenberg in Bad Reichenhall.
Es beginnt im Jahr 1905 und deckt den Zeitraum bis 1911 ab.
Anna ist eine junge Frau, die in ärmeren ...

Das Buch ist der Auftakt einer historischen Trilogie um das Grandhotel Schwarzenberg in Bad Reichenhall.
Es beginnt im Jahr 1905 und deckt den Zeitraum bis 1911 ab.
Anna ist eine junge Frau, die in ärmeren Verhältnissen lebt und kurz hintereinander ihren Bruder und dann auch noch ihren Vater durch tragische Unglücke bei der Arbeit verliert.
Sie ist verliebt in Michael, einen Salzsieder, der gerade als er beginnt sich hochzuarbeiten, durch unglückliche Umstände seine Arbeit verliert. Er geht nach Amerika, um sein Glück zu suchen und möchte Anna nachholen oder als gemachter Mann zurückkehren.
Nach dem Tod des Vaters ist Anna gezwungen, eine Anstellung anzunehmen und landet im Haushalt der Familie von Feil, die durch die Saline im Wohlstand leben.
Ein schreckliches Verbrechen zwingt Anna dazu, eine arrangierte Notehe einzugehen. Ist ihre Liebe zu Michael damit verloren?

Die Geschichte spielt kurz nach der Jahrhundertwende im aufstrebenden Kurort
Bad Reichenhall. Der Ort ist durch die Saline zu Wohlstand gekommen und hat kürzlich den Status eines „Königlich bayerischen Staatsbades“ erhalten. Wohlhabende Mensch reisen dorthin, um Kuren zu machen und Hotels werden gebraucht.
Sehr deutlich macht die Autorin die unterschiedlichen Gesellschaftsstände zwischen den Arbeitern in den Salinen, Hauspersonal und den wohlhabenden Menschen, die durch das Salz zu Reichtum gekommen sind.
So lernen wir hier nicht nur Anna kennen, die aus einfachsten Verhältnissen stammt sondern auch Katharina, die Tochter des „Salzbarons“. Auch sie heiratet nicht den Mann, den sie liebt sondern einen standesgemäßen Geschäftsmann, was ihr nicht das erhoffte Glück bringt.
Besonders deutlich macht diese Geschichte, wie die einfachen Menschen von den reichen manipuliert und gelenkt wurden, damit sie ihnen nicht in die Quere kommen und der schöne Schein gewahrt wird.

Mit ihrem einnehmenden, lebendigen und mitreißenden Schreibstil hat mich die Autorin schnell in die Zeit zu Anfang des 20. Jahrhunderts versetzt und mich nach Bad Reichenhall reisen lassen.
Vor einigen Jahren war ich selbst dort und habe die Saline besichtigen und den Ort erkunden können.
Schnell sprang mein Kopfkino an, denn die Beschreibungen nicht nur des Orts sondern auch der Menschen und der damaligen Lebensweise sind detailreich und bildhaft.
Annas Schicksal ist mir zu Herzen gegangen, denn sie hat es nicht leicht und muss einen Weg gehen, den sie sich so nicht vorgestellt hat. Aber sie ist eine Kämpferin und macht das Beste aus ihrer Situation.
Nicht so sympathisch war mir Katharina, die reichlich überheblich wirkt und in Selbstmitleid versinkt, als ihr Leben nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt hat.
Die zahlreichen Figuren in diesem Roman sind alle gut ausgearbeitet und lebendig dargestellt, was mir sehr gut gefallen hat.

Es war für mich sehr fesselnd, Annas Geschichte zu verfolgen, die teilweise sogar dramatisch verläuft. Sie hat mich komplett in ihren Bann gezogen und das Buch in kürzester Zeit durchlesen lassen. Es hat sich fast zum Pageturner entwickelt, denn Sophie Oliver ist eine wunderbare Erzählerin.
Der Paukenschlag zum Ende ist ein kleiner Cliffhanger, den ich dann zwar fast so erwartet habe, der aber auch große Lust auf die weiteren Teile macht!
Das Personenverzeichnis zu Beginn ist hilfreich und ein Glossar am Ende erläutert bayerische Begriffe und Gepflogenheiten sowie die Unterschiede zwischen Realität und Fiktion bei den Örtlichkeiten.

Dieser Auftakt zur Trilogie um das Grandhotel Schwarzenberg hat mich begeistert und war ein besonderes Lesevergnügen!


Fazit: 5 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.com

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2020

Humorvoller Wohfühlroman mit sympathischen Figuren!

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
0

Lucy hat bei Ben eine Mitfahrgelegenheit, denn beide möchten an Heiligabend zu ihren Familien.
Doch ein Schneesturm lässt sie in einem kleinen Dorf stranden. Sie finden Unterkunft und Hilfe auf dem Hof ...

Lucy hat bei Ben eine Mitfahrgelegenheit, denn beide möchten an Heiligabend zu ihren Familien.
Doch ein Schneesturm lässt sie in einem kleinen Dorf stranden. Sie finden Unterkunft und Hilfe auf dem Hof der alten, alleinstehenden Dorle.
Als Dorle wenige Zeit später stirbt, vererbt sie den Hof und ihren Hund an Lucy und Ben. Ihre Bedingung: Die beiden sollen dort leben und Ben, der Arzt ist, soll sich um die medizinische Versorgung der Landbevölkerung kümmern.
Ben arbeitet in der Notaufnahme einer Klinik und leidet unter Panikattacken. Deshalb hat er seinen Job gekündigt.
Lucy ist Autorin und Übersetzerin und muss aus ihrer Wohnung in Hamburg raus. Ihre Arbeit kann sie überall machen, daher wagen die beiden das Experiment. Sie wollen als Wohngemeinschaft und Freunde dort leben. Wird das funktionieren?

Gespannt habe ich Lucys und Bens Neuanfang auf dem alten Hof am Rande eines kleinen Dorfs verfolgt.
Die Autorin hat mich mit dem Aufbau ihrer Geschichte überrascht, denn sie läuft nicht nach dem in Liebesromanen oft üblichen Schema ab.
Natürlich erahnt man, dass es zwischen den beiden irgendwann funken wird und ich habe auch ein Happy End erhofft, aber der Weg dahin ist anders als sonst.
Die beiden Städter müssen sich erst mal mit dem Landleben und ihrem Hof vertraut machen. Von Landwirtschaft und Tieren verstehen beide nichts. Lucy kann noch nicht mal kochen, glücklicherweise sorgt Ben für die Versorgung der beiden.
Unterstützung erfahren die beiden aber von den Nachbarn und Dorfbewohnern, die den Neuen offen gegenüber stehen.
Mit der Zeit lernt man so das ganze Dorf und seine Bewohner kennen, die alle so ihre Eigenarten haben aber insgesamt alle liebenswert sind. Sie haben auch teilweise ihre eigenen Geschichten, die das Geschehen bereichern.
Die Autorin stellt hier auch das typische Dorfleben dar, wo jeder jeden kennt und alle zusammenhalten und sich helfen.

Mit der Zeit öffnen sich Lucy und Ben einander und ihre Freundschaft vertieft sich. Wir erfahren den Grund für Bens Panikattacken und Lucy hilft ihm, damit umzugehen und sie zu überwinden.
Lucy dagegen schreibt an einem Liebesroman, hängt dem Abgabetermin sehr hinterher und ihre Figuren entwickeln ein Eigenleben und sich gar nicht so, wie Lucy sich das vorgestellt hat. Dadurch hat sie eine Schreibblockade. Die Autorin hat hier sicherlich sehr real geschildert, wie ein Autorenleben so sein kann.
Aber Ben gibt Lucy immer wieder Denkanstöße und sorgt für eine gute Schreibatmosphäre für Lucy.
Und so kommen die beiden sich immer näher und die Liebesgeschichte entwickelt sich dem Buchtitel entsprechend „auf Zehenspitzen“.
Das war mal ganz was anderes und schön zu lesen.

Dieser Roman punktet mit seinen sympathischen, liebenswerten Figuren, einer Wohlfühlatmosphäre und dem schönen Setting des ländlichen Dorfes. Eine etwas andere Liebesgeschichte, Humor und einige gefühlvolle Momente ergänzen das Gesamtpaket zu einem unterhaltsamen, warmherzigen Roman für schöne Lesestunden!


Fazit: 4 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.com

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2020

Unterhaltsamer Wohlfühlroman mit schönen Stimmungen

Das Beste, das uns je passiert ist
0

Das Buch ist die Fortsetzung über vier beste Freundinnen aus „Die beste Zeit unseres Lebens“.
Meiner Meinung nach kann man es aber auch ohne die Vorkenntnisse lesen, da auf frühere Ereignisse immer mal ...

Das Buch ist die Fortsetzung über vier beste Freundinnen aus „Die beste Zeit unseres Lebens“.
Meiner Meinung nach kann man es aber auch ohne die Vorkenntnisse lesen, da auf frühere Ereignisse immer mal wieder Bezug genommen wird.

Claudia, Ella, Laura und Sal sind seit über 40 Jahren beste Freundinnen und haben schon viel miteinander erlebt und gemeinsam durchgestanden.
Claudia ist mit ihrem Mann vor einiger Zeit aufs Land gezogen, weil ihre Eltern Hilfe und besonders ihr Vater auch Pflege benötigen.
Ella ist Witwe und lebt alleine in einem kleinen Häuschen, was ihren Töchtern gar nicht gefällt. Sie mischen sich ständig in ihr Leben ein.
Laura wurde von ihrem Mann wegen einer jüngeren Frau verlassen und muss jetzt das Haus verkaufen, in dem sie mit ihrer Familie so lange gelebt hat.
Sal ist nach einer schlimmen Erkrankung wieder in ihren Job als Redakteurin zurückgekehrt und hat mit ihrer neuen Chefin auch eine Freundin gefunden.
Als Claudia erfährt, dass in ihrer Nähe auf dem Land ein altes Herrenhaus, das zur Zeit ein Hotel ist, verkauft werden soll, kommt ihr die Idee, das Anwesen zu kaufen und daraus eine Art Senioren-WG zu machen. Dort sollen ältere und jüngere Menschen zusammen leben und sich gegenseitig unterstützen.
Doch nicht alle Freundinnen finden die Idee gut.

Es war so schön, die vier Freundinnen wieder zu treffen. Nachdem ich im ersten Band viel mit ihnen gebangt und gelitten habe, hoffte ich jetzt auf freudige Ereignisse.
Im Wechsel erzählt die Autorin jeweils von den regelmäßigen Treffen und Telefonaten der Freundinnen und auch immer aus der Sicht jeweils der einzelnen Frauen.
Dabei werden vielerlei Themen aufgegriffen, wie generell das Leben im Alter aber auch die Liebe, Online-Dating, Vertrauen und Zusammenhalt.
Alles das wirkte sehr authentisch und glaubhaft auf mich, denn es sind Geschichten, wie sie das Leben schreiben kann.
Auch die Figuren haben mich überzeugt, denn sie haben alle ihre Eigenarten, Ecken und Kanten und wirken ebenfalls glaubhaft.
Es gibt weitere Nebenfiguren, die die Geschichte anreichern und teilweise auch ein bisschen turbulent machen.
Es geschieht so allerlei und es gibt auch etliche humorvolle Momente.
Besonders gut gefallen hat mir die Idee, der Wohngemeinschaft von älteren und jüngeren Menschen. In dem großen Anwesen können sie nach dem Umbau alle gemeinsam leben. Jeder hat sein eigenes Häuschen oder die eigene Wohnung und damit seinen privaten Rückzugsbereich und trotzdem sind sie zusammen und können sich gegenseitig helfen und unterstützen.
Eine nette Idee war auch ein kleiner Roboter, wie sie inzwischen ja tatsächlich erfunden wurden, der bei der Pflege älterer Menschen helfen kann. Hier wurde er vielleicht etwas zu „intelligent“ dargestellt, hat mich aber auch oft zum Schmunzeln gebracht.

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Freundschaft durch die Geschichte und zeigt, wie wichtig wirklich gute Freunde im Leben sind.
Aber es gibt auch einige Lebensweisheit in diesem Roman, denn er zeigt, dass das Leben in jedem Alter lebenswert ist und man die Hoffnung nie aufgeben sollte. Nach jedem Regen kommt auch wieder die Sonne!

Ich hatte mit diesem unterhaltsamen Wohlfühlroman und seinen unterschiedlichen Stimmungen schöne, entspannte Lesestunden!


Fazit: 4 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.com

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2020

Emotionale Geschichte über Trauerbewältigung, die Liebe und das Leben!

Jeden Tag ein neuer Himmel
0

Charlottes kleine Tochter Daisy ist vor fast einem Jahr verstorben und Charlotte hat Daisys Leiden und ihren Tod noch nicht vollständig verarbeitet. Da sich der erste Todestag nähert, sucht Charlotte Ablenkung ...

Charlottes kleine Tochter Daisy ist vor fast einem Jahr verstorben und Charlotte hat Daisys Leiden und ihren Tod noch nicht vollständig verarbeitet. Da sich der erste Todestag nähert, sucht Charlotte Ablenkung und eine Aufgabe und beginnt in einem Kinderhospiz zu arbeiten.
In der Nähe ihres Hauses spielt regelmäßig der Straßenmusiker Sam. Eines Tages kommt sie dort vorbei und Sam spielt ein berührendes Lied namens „Daisy“, dass Charlotte mitten auf der Straße zum Weinen bringt, weil es sie so ins Herz trifft. Das kann Sam natürlich nicht ahnen, aber er ist beeindruckt von Charlottes heftiger Reaktion und wird durch dieses Ereignis inspiriert, ein Lied über die „Sad Woman“ zu schreiben.
Sam ist Musiker mit Leidenschaft und steht dazu, auch wenn er von seiner Musik noch nicht leben kann. Er lebt bei seinem Bruder, der Anwalt ist und Sam unterstützt.
Da Sam das Erlebnis mit Charlotte so berührt hat, nimmt er Kontakt mit ihr auf, weil er sie unbedingt näher kennenlernen möchte.
Charlotte gibt sich anfangs sehr zurückhaltend, erkennt aber bald, dass Sam ein gutes Herz hat und lässt den Kontakt zu.
Haben Sam und Charlotte eine Chance?

Die Geschichte wird wechselnd aus der Sicht von Charlotte und Sam erzählt, jeweils in der Ich-Form.
Das bringt zu beiden sehr viel Nähe und beide lassen uns tief in ihre Gedanken und Emotionen blicken.
Charlotte hat mich sehr beeindruckt. Sie hat ihr Kind verloren aber dennoch arbeitet sie nun in einem Kinderhospiz und begleitet Kinder in ihren letzten Lebenswochen oder –tagen.
Dazu gehört sicher viel Kraft und offenbar hilft es Charlotte, den Tod ihrer Tochter zu verarbeiten. Ich hatte sie schnell ins Herz geschlossen, denn sie ist sehr warmherzig und umsorgt ihren ersten Patienten liebevoll. Dennoch war ich gespannt, was passieren wird, wenn sie diesen dann verlieren wird.
Auch Sam war mir sehr sympathisch, denn er ist Musiker mit Leidenschaft und lässt sich nicht von seinem Weg abbringen. Er lebt für die Musik und ist dankbar, dass sein Bruder, der über ein gutes Einkommen verfügt, ihn unterstützt. Sam kann zu den Kosten nur das beitragen, was ihm freundliche Leute an Geld in seinen Gitarrenkasten werfen.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich sehr zart und langsam, denn es braucht Zeit, bis Charlotte sich öffnen kann und noch mehr Zeit, bis sie Sam anvertraut, was sie erleben musste.
Das hat auf mich sehr authentisch und glaubhaft gewirkt, denn die beiden ergänzen sich gut und können sich gegenseitig einiges geben.
Aber das Schicksal schlägt auch hier noch einmal dazwischen.

Ebenso berührend wie die Geschichte um Charlotte und Sam ist aber auch die Geschichte von Charlottes erstem Patienten, dem kleinen Hamish.
Er ist ein ganz reizender Junge, der schon viel erleiden musste und trotzdem seine Fröhlichkeit nicht verloren hat. Er weiß, dass er nicht mehr lange leben wird und ist dankbar für jede schöne Minute, die er, auch dank Charlotte, noch hat.

Weitere Nebenfiguren wie Sams Bruder und Charlottes beste Freundin Emily bereichern die Geschichte und dann ist da auch noch Stella, eine ganz besondere junge Frau, deren großes Herz man erst später erkennt.

In dieser Geschichte werden wirklich ernste Themen behandelt und viele Emotionen wurden in mir ausgelöst. Aber die Autorin behandelt diese Themen sehr sensibel, einfühlsam und liebevoll ohne künstliche Dramatik.
Die Geschichte vermittelt auch schöne Botschaften, Mut, Hoffnung und Liebe!
Deshalb habe ich das Buch gerne gelesen und empfehle es auch gerne weiter!


Fazit: 5 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.com

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2020

Humorvolle Geschichte über Ehe, Familienchaos und Erkenntnisse!

Von der Liebe und den Jahren dazwischen
0

Henriette Henkemeier liebt ihre Familie und umsorgt den Ehemann Patrick, drei Töchter und ihre eigene Mutter rund um die Uhr. Ich würde sie fast als Helikopter-Mutter bezeichnen und sie hat eine Art „Kontrollzwang“. ...

Henriette Henkemeier liebt ihre Familie und umsorgt den Ehemann Patrick, drei Töchter und ihre eigene Mutter rund um die Uhr. Ich würde sie fast als Helikopter-Mutter bezeichnen und sie hat eine Art „Kontrollzwang“. Alles muss immer geplant werden und alle Abläufe werden genau eingehalten. Allerdings lässt die Wertschätzung ihrer Familie zu wünschen übrig. Den Töchtern geht sie anscheinend nur auf die Nerven und Ehemann Patrick ist im Job stark gefordert und nur wenig zu Hause und am Familienleben interessiert.
Über all dem bleibt Henriette selbst auf der Strecke und Konflikte sind vorprogrammiert.
Da tritt der charmante Fotograf Max in das Leben von Henriette und ihrer Familie. Henriettes ältere Tochter Saskia, die nach dem Abitur noch in ihrer Findungsphase ist, erliegt dem Charme von Max und fährt mit ihm nach Frankreich an die Cote d’Azur.
Henriette ist alarmiert und setzt sich spontan ins Auto und folgt den beiden, denn sie will ihre Tochter unbedingt vor Schaden bewahren und dazu bewegen, wieder nach Hause zu kommen.
Henriettes überstürzte Abreise und ihr Aufenthalt in Frankreich hat schließlich Auswirkungen auf die gesamte Familie.

Frida Matthes erzählt hier eine sehr turbulente und auch humorvolle Geschichte mit viel Charme und auch Situationskomik.
Alleine die Schilderungen vom Familienleben der Henkemeiers haben mich oft schmunzeln lassen.
Die Geschichte ist aus Henriettes Sicht in der Ich-Form geschrieben und Henriette lässt uns ausführlich an ihren Empfindungen und Gedanken teilhaben und jedes Kapitel ist mit einer „Lebensweisheit“ von ihr überschrieben.
Zwischen all dem Chaos, dass in Henriettes Leben herrscht, findet sich aber immer auch ein Körnchen Wahrheit und ich denke, so manche Ehefrau und Mutter findet sich hier zumindest teilweise wieder.
Sicher ist auch manches überspitzt dargestellt und es werden auch ein paar Klischees bedient, aber gerade das macht in gewisser Weise auch den Charme des Romans aus.

Es war schön zu erleben, wie Henriette sich in Frankreich zu verändern beginnt. Plötzlich sind Dinge wie Pausenbrote, Einkaufszettel, Terminkalender gar nicht mehr so wichtig und sie beginnt ihren Aufenthalt dort etwas zu genießen, denn es dauert, bis es ihr gelingt, Kontakt zur Tochter herzustellen. Auch ihre Sicht auf manche Dinge verändert sich plötzlich, als sie sich mal um sich selbst und ihr Wohlbefinden kümmern kann.
Auch die Familie daheim spürt plötzlich wie es ist, wenn die sich immer kümmernde Mutter plötzlich nicht da ist. Auch hier findet offenbar allmählich ein Umdenken statt.
Und am Ende kommt es für alle dann so ganz anders als vermutet.

Frida Matthes hat hier eine humorvolle, kurzweilige und unterhaltsame Geschichte vorgelegt, die von einer Ehe, Familienchaos und Erkenntnissen erzählt und auch kleine Botschaften enthält.
Ich hatte amüsante Lesestunden!


Fazit: 4 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.com

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere