Unser heutiges Thema: Nachhilfe im Einführungskurs Dämonologie für Anfänger :)
Azure Black von Sebastian Kielmann
Das Buchcover ….. ja ich fange diesmal wieder mit dem Cover an………… gefällt mir sehr gut. Atmosphärisch düster zeigt es doch sehr gut Azure, die Hauptperson des Buchs. ...
Azure Black von Sebastian Kielmann
Das Buchcover ….. ja ich fange diesmal wieder mit dem Cover an………… gefällt mir sehr gut. Atmosphärisch düster zeigt es doch sehr gut Azure, die Hauptperson des Buchs. Ich finde das Cover ist gerade für jede Altersgruppe sehr gut gelungen. So macht es keine riesige Angst, aber es passt trotzdem zum Thema des Buches.
Zwischendrin laden Zeichnungen dazu ein, die Szenen im Buch noch genauer zu erfassen, und regen die Fantasie an.
Was laut Autor mit einer Geschichte auf einem Flug angefangen hat, die für seine beiden Kinder bestimmt war, wurde das Buch schnell ausgebaut, und zu einer fantasievollen Geschichte über Dämonen, einen Jungen, der vom Außenseiter zum Dämonenbändiger wird, und die Frage ob das Böse wirklich böse ist, oder nicht viel mehr auch gut sein kann.
In der Geschichte geht es also um den 14jährigen Azure, der seine Eltern nie kennengelernt hat. Statt im Heim oder in einer Pflegefamilie aufzuwachsen, hat er von Klein an gelernt, sich selbst auf der Straße als Obdachloser zu versorgen. Mit 14 merkt er dann plötzlich, während er in einer alten verlassenen Villa übernachtet, dass er Dämonen sehen kann. In diesem Fall Botis…… der ihm als Ratgeber zur Seite steht. Doch er kann sie nicht nur sehen, ihm wird gesagt er sei ein Dämonenbändiger. Diese können Dämonen befehligen, und diese müssen den Befehl dann ausführen. Da Dämonenbändiger normalerweise erst im Alter von 16 anfangen zu „sehen“, muss Azure auf den Rat von Botis hin, nun alle anderen Dämonen ignorieren, um seine Gabe nicht zu verraten und zu zeigen. So hat Azure einen Vorteil gegenüber allen anderen Bändigern. Doch wie immer im Leben, läuft es nicht so, wie man will….
Azure, und die anderen Figuren, wachsen einem sofort ans Herz, und man fiebert mit ihnen und ihren Abenteuern mit. Einige Stellen sind richtig schön und laden zum Schmunzeln ein, durch ihre Situationskomik. Teilweise konnte man das Buch gar nicht weglegen, weil man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Nur das „richtige Leben“, außerhalb meiner Bücher, hat mich aufgehalten, es in einem Rutsch zu lesen. Man fiebert mit.
Der Roman ist in der Leichtigkeit der Kindheit geschrieben, wo man noch auf Abenteuersuche war. Damit lenkt er perfekt von den Problemen des Erwachsenseins ab, und kann so gerne auch von Eltern und ihren Kindern zusammengelesen werden.
Die Schreibweise ist richtig unschuldig und lädt zum Träumen ein. In der heutigen Welt, wo alles sehr schwierig und kompliziert ausgedrückt wird, ist es eine Wohltat, eine Geschichte zu lesen, die sich aufs Wesentliche der Probleme beschränkt, und die Geschichte einfach mit ihren Worten erzählt, und nicht alles in Fakten unterteilt und seziert. Die Personen im Buch gehen herzlich miteinander um, und kümmern sich umeinander.
Die Geschichte ist eben nicht nur für Kinder geeignet, sondern viel mehr für jeden, der fantastische Geschichten liebt. So verbirgt sich hinter dem Buch, was eigentlich als Kinderbuch erscheint, doch eine Geschichte, die jede Altersgruppe ansprechen sollte. Immerhin geht es auch ein wenig darum, dass man bestimmte Leute ausgrenzt (Azure wird von seinen Schülern schon manchmal nicht gut behandelt, sie meiden ihn in fast schon einer leichten Art von Mobbing), und das, obwohl sich in diesem Jungen etwas ganz Besonderes verbirgt, das nur alle in ihm nicht sehen. Ebenso muss man sich die Frage stellen, ob Dämonen immer die Bösen sind, allein wegen ihrer Bezeichnung eines Dämons. Oder sind das auch nur Vorurteile, und die eigentlichen Bösen sind die Jäger der Dämonen? Sie unterscheiden nicht ob gut oder böse, und jagen einfach.
In der Geschichte schwingt sehr schön die Thematik des ausgegrenzt seins mit, und es wird darauf eingegangen. Sie zeigt uns wie ein Außenseiter, der von seinen Schulkameraden ausgegrenzt wird, auf einmal eine ganz besondere Aufgabe innehat, und wie unwichtig dazu die Schullästereien auf einmal werden.
In Azures Fall ist er nun der erste Dämonenbändiger seit Langem, und dann auch noch der erste seiner Art, der so früh berufen wurde.
Azure erscheint im Buch als Heranwachsender, der aber, vielleicht auch durch seinen Aufenthalt auf der Straße, schon sehr erwachsen wirkt im Umgang mit Problemen wirkt, auf der anderen Seite aber auch noch was sehr Kindliches an sich hat. Kurz gesagt, Azure ist sehr sympathisch.
Das Buch bekommt 5 Sterne, weil es alles hat, was ein Kinder-/Jugendbuch braucht, damit auch die Eltern Spaß am Lesen haben. Man wird von der Normalität des Alltags hin zu ganz anderen Problemen hineingezogen, und erlebt Freundschaft, Feindschaft, Ehrlichkeit, Familie, Vertrauen, Hinterhältigkeit und Verrat, und das alles in kindgerechter Form. Hier ist die Unschuld der Kindheit noch gegeben. Die Kinder im Buch spielen mit ihren 14 Jahren nicht ständig mit ihren Handys herum, sondern erleben Abenteuer, helfen Menschen, lernen.
Macht entwickelt in uns Menschen oft das „Böse“. Aber ab und an kann Macht auch für Gutes genutzt werden, wenn der Mensch, der die Macht besitzt, den Nutzen anerkennt, und ein gutes Herz hat. Azure hat so ein Herz. Ich rezensiere oft nach Gefühl und Spaß, und gehe darüber manchmal über den Schreibstil hinweg, aber dieses Buch hat mir unheimlich Spaß gemacht.
So kommt eine schöne Message rüber: Egal wie sehr andere einen nicht mögen, und Dinge über einen sagen, die vielleicht nicht mal stimmen ……. hinter unserer Fassade kann sich etwas völlig anderes, was Wichtiges und Besonderes verbergen. Und das sollten sich nicht nur Kinder und Jugendliche zu Herzen nehmen, sondern auch Erwachsene.