Täter oder doch Opfer?
Bergbauer Schorsch, fasst aus finanzieller Not heraus einen folgenschweren Entschluss: Er begeht einen Raubüberfall. Sein erstes Opfer – ein Deutscher mit Schwarzgeld – scheint ideal gewählt, da er den ...
Bergbauer Schorsch, fasst aus finanzieller Not heraus einen folgenschweren Entschluss: Er begeht einen Raubüberfall. Sein erstes Opfer – ein Deutscher mit Schwarzgeld – scheint ideal gewählt, da er den Überfall kaum anzeigen kann. Doch was als „perfektes Verbrechen“ beginnt, entwickelt sich rasch zur Abwärtsspirale. Schorsch versucht, mit weiteren Überfällen seine prekäre Lage zu stabilisieren, doch stattdessen gerät er tiefer in Schwierigkeiten. Als er schließlich an das Geld einer kriminellen Organisation gerät, eskaliert die Situation. Polizei und Unterwelt sind ihm auf den Fersen, und der Ausweg wird zunehmend aussichtslos.
Fazit / Meinung:
Das Buch hat 112 Seiten und ist in 6 Hauptteile, die alle noch in weitere Kapitel eingeteilt sind. Jeder Hauptteil hat eine Überschrift, aus der hervorgeht, um was es sich handelt. Auch die Länge der Kapitel ist gut gewählt. Es lässt sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig und spannend. Das Cover des Buches ist ein Hardcover, das mit einem Schutzumschlag aus bedrucktem Plastik umhüllt ist. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das eingearbeitete Lesezeichen in Form eines Fadens.
Erzählt wird es aus verschiedenen Handlungssträngen, die mit der Zeit zusammenwachsen. Zum einen handelt es von einem Brief, den Schorsch an seinen Sohn schreibt und zum anderen geht es um genau diesen Inhalt des Briefes was Schorsch erlebt hat und er für seinen Sohn aufgeschrieben hat. Die wörtliche Rede wird hier auch nicht „Gänsefüßen“ gesetzt, sondern der Text der wörtlichen Rede ist etwas eingezogen, was anfangs etwas verwirrend war.
Trotz des geringen Umfangs baut der Roman kontinuierlich Spannung auf. Jede neue Tat verschärft die Lage, jede Entscheidung bringt Schorsch näher an den Abgrund. Zumal er Täter und Opfer zugleich ist. Die Handlung folgt dabei einer klaren Eskalationslogik: vom kalkulierten Verbrechen zur unkontrollierbaren Gewaltspirale. Das sorgt für eine dichte, fast beklemmende Leseerfahrung.
Schorsch ist ein kompakter, intensiver Roman, der lange nachwirkt. Stefan Soder gelingt es, eine einfache Ausgangssituation in eine vielschichtige Geschichte über Schuld, Armut und gesellschaftliche Zwänge zu verwandeln. Wer kurze, aber eindringliche Literatur mit sozialkritischem Unterton und Western-Anklängen schätzt, wird hier fündig.
Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne !!