Lebendig, packend und voller Emotionen - Zwei Epochen, zwei Städte - beeindruckend!
"Verlorene Träume. Das Echo der Liebe" von Astrid Korten ist als Taschenbuch mit 304 Seiten erschienen und erzählt die Geschichte zweier junger Frauen aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen, ...
"Verlorene Träume. Das Echo der Liebe" von Astrid Korten ist als Taschenbuch mit 304 Seiten erschienen und erzählt die Geschichte zweier junger Frauen aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen, verbunden durch ein wundervolles Ballkleid in einer Museumsausstellung.
Nachdem Lillys Großmutter, bei der sie weitestgehend aufwuchs, verstorben ist und ihr Geliebter und Chef Max sie ewig hinhält und dann doch bei seiner Ehefrau verweilt, hält sie nichts mehr in ihrem derzeitigen Leben. Als sie die Ausstellung "Zarenpracht" besucht und dort einen Traum von einem Ballkleid aus Seide, Chiffon und Tüll entdeckt, das sie nicht mehr loslässt, beginnt Lilly zu recherchieren, wem dieses Meisterwerk gehörte - zuerst aus beruflichem Interesse, schließlich ist sie Journalistin, doch schnell lässt sie der Gedanke an die Gräfin Alexandra Oblenskaja aus Sankt Petersburg, der das Kleid gehörte, nicht mehr los und ihre Suche wird zu einer sehr persönlichen Mission.
Da Lillys Mutter in Sankt Petersburg mit ihrer neuen Familie lebt, beschließt Lilly, in München alles hinter sich zu lassen und zu ihrer Mutter zu reisen, um sich dieser wieder etwas anzunähern und um ihre Recherchen um Gräfin Alexandra vertiefen zu können.
Astrid Korten hat hier einen wundervollen, atmosphärisch dichten historischen Roman geschrieben, in dem sie Vergangenheit und Gegenwart in zwei Erzählsträngen zu einer ungemein fesselnden, gefühlvollen und authentisch anmutenden Geschichte spinnt, die man kaum wieder aus der Hand legen mag. Sowohl Lilly und Christian als auch Alexandra und Juri sind liebevoll und detailliert angelegte Figuren, die mich von sich eingenommen und überzeugt haben. Und auch der Zauber der vergangenen Zeit, der hier so schön herüberkommt, hat mich gefangengenommen.
Während man Lilly im Jahr 2020 bei ihrer Spurensuche in das vergangene Jahrhundert begeleitet, die bei ihren Nachforschungen von dem sympathischen Christian unterstützt wird, darf man Alexandra und Juri ab 1914 folgen und mit ihnen schwere Zeiten durchleben wie die russische Revolution ab 1917.
Ins traumhafte Paris führt uns die Autorin ebenfalls noch und nicht nur die tollen, abwechslungsreichen und so wunderbar bildhaft beschriebenen Schauplätze machen diesen Roman zu etwas ganz Besonderem, sondern auch die zahlreichen Unter- und Zwiscehntöne, die sich zwischen den Zeilen entfalten sowie die ganze Skala von Emotionen wie Melancholie, Trauer, Sehnsucht und der Suche nach Liebe, aber auch Hoffnung, Wärme, Geborgenheit und vieles mehr.
Ein unbedingt lesenswerter historischer Roman aus der Feder von Astrid Korten, die mir bisher vorrangig aus ihren packenden und nervenaufreibenden Thrillern bekannt war.