Ein immersiver Roman, der Gesellschaftskritik, poetische Erzählung und Selbstreflexion verbindet.
Ein Strand. Tropische Hitze. Dein Kopf dröhnt, dein Körper ist schwer. Kein Erinnern, nur das Wissen: Du gehörst hier nicht her. Neben dir sitzt eine Frau, deren Blick dich durchdringt, als kenne sie deine verborgenen Wege. Doch ihre Worte sind rätselhaft, ihr Verhalten befremdlich. Sie scheint zugleich verloren und wissend, nah und fern. Ehe du sie begreifst, ist sie verschwunden. Zurück bleibt nur die Ahnung, dass dein Auftauchen hier alles andere als Zufall ist.
Als du dich aufmachst, stößt du auf ein Dorf, das scheinbar genauso wenig an diesen Ort gehört wie du. Die Bewohner sprechen in seltsam gestelzten Formulierungen, höflich, beinahe theatralisch, und doch wirkt alles falsch. Gleich einem Echo, das nicht mehr zur Gegenwart passt.
Ihre Gesten wirken einstudiert, ihre Fragen und Handlungen übergriffig. Niemand beantwortet dir, warum du hier bist, niemand reicht dir die Hand um zurückzufinden. Und plötzlich bist du Teil dieser Gemeinschaft, die dich zugleich anzieht und abstößt. Wer meint es gut mit dir? Wer hält dich fest? Und was genau ist die Brandung? Die Insel wirkt wie Spiegel und Rätsel zugleich, die Bewohner wie Hüter einer Wahrheit, die du selbst erst erkennen musst.
Gestrandet entfaltet sich als mythisch-unheimliche Reise in eine Welt, die zugleich fremd und vertraut wirkt. Jeder Schritt auf der Insel wird zur Projektion deiner innersten Fragen. Zwischen den rätselhaften Bewohnern, ihren Andeutungen und dem unaufhörlichen Rauschen der Brandung entfaltet sich ein Sog, der dich immer tiefer hineinzieht. Eine verzweifelte Suche nach einem Weg zurück, bis du erkennst, dass du dich schon lange bevor du auf dieser Insel erwacht bist, verlaufen hattest.
Gestrandet ist ein stetes Wandeln zwischen Wirklichkeit und Spiegelbild. In der zweiten Person erzählt, wirst du selbst zur Hauptfigur, gestrandet auf einer Insel deiner eigenen Schatten und Sehnsüchte, bis du erkennst, dass die wahre Heimkehr nicht zurückführt.
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'Gestrandet' ist keine Unterhaltungs-Literatur im klassischen Sinne, obwohl es wohl keine bessere Unterhaltung gibt, als sich mit sich selbst und dem eigenen Inneren auseinanderzusetzen, sofern man sich ...
'Gestrandet' ist keine Unterhaltungs-Literatur im klassischen Sinne, obwohl es wohl keine bessere Unterhaltung gibt, als sich mit sich selbst und dem eigenen Inneren auseinanderzusetzen, sofern man sich darauf einlassen kann!
Die Autorin hat eine gleichermaßen intelligente als auch philosophische Erzählperspektive gewählt, die in der Lage ist, innerlich vieles in Bewegung zu bringen.
MEINE MEINUNG
Dieser Titel trägt schon so vieles in sich, das man erst so richtig sieht, wenn man das Buch gelesen hat.
Das Cover ist hier, für mich, schon sehr ansprechend, denn ich sehe hier zwei Theatermasken. ...
MEINE MEINUNG
Dieser Titel trägt schon so vieles in sich, das man erst so richtig sieht, wenn man das Buch gelesen hat.
Das Cover ist hier, für mich, schon sehr ansprechend, denn ich sehe hier zwei Theatermasken. Das erinnert mich als erstes mal daran, das das ganze Leben eigentlich eine Bühne ist, die man nur zu nutzen wissen muss. Jeder Mensch nutzt diese Bühne anders.
Die Autorin nimmt uns hier mit auf eine ganz besondere Reise und schon auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, diese Person zu sein, die hier gestrandet ist.
Man begibt sich auf ein Abenteuer und lernt dabei auch viel, wenn man sich drauf einlässt.
Die Autorin hinterlässt hier sehr viel Gefühl und man spürt die Liebe und Hingabe, mit der sie dieses Buch erschaffen hat. Man fühlt tiefer in sich hinein, was nicht viele Bücher schaffen. Man hört auf seinen Körper, man lauscht selbst beim lesen, ob das Buch noch intensiver mit einem spricht.
Ich habe dieses Buch gelesen als ich eine Diagnose bekommen habe, die man eigentlich nicht hören möchte. Das hat mir dann den Boden unter den Füßen weggerissen.
Dann kam dieses Buch:
Nun wusste auch ich, ich muss mich auf den Weg machen und ich muss den Weg gehen. Dieses Buch hat mir sehr geholfen, hier so einiges zu verstehen. Nun gehe ich meinen Weg und ich gehe ihn in meinem Tempo und ich bestimme die Richtung. Ich lasse mich auch auf Gespräche ein und schaue, ob sich daraus etwas für mich ergibt.
Dieses Buch sagt mir:
Nimm das Leben an, bestimme du den Weg, bestimme du was du wann machst. Höre auf deinen Körper denn oft gibt der das Tempo vor. Wende Dich nicht von deinen Mitmenschen ab, sondern teile deine Sorgen mit ihnen. Öffne dich, öffne dein Herz und lass neues zu.
Dieses Buch hinterlässt bei mir ein gutes Gefühl und ich bin beim lesen der Autorin so nahe, obwohl ich sie doch überhaupt nicht kenne. Es scheint, als würde im Moment eine Freundin mit mir sprechen. Sie spricht mir Mut zu und sie hält mich, obwohl sie doch überhaupt nicht hier ist.
Ich denke das dieses Buch bei jedem etwas anderes hinterlässt, doch wer gerade Halt braucht, der sollte sich auf dieses Buch einlassen und sollte sich fallen lassen.
Also ich kann hier auf jeden Fall die vollen 5 Sterne vergeben und eine klare Leseempfehlung aussprechen. Wenn man eine Freundin braucht, die eigentlich keine ist und die auch nicht körperlich anwesend ist, der sollte hier mal rein schauen.
Die Beschreibung des Romans deutet bereits darauf hin, dass es sich um etwas Besonderes, Innovatives handelt. Damit verspricht die Autorin wahrlich nicht zu viel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft ...
Die Beschreibung des Romans deutet bereits darauf hin, dass es sich um etwas Besonderes, Innovatives handelt. Damit verspricht die Autorin wahrlich nicht zu viel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und sprachgewaltig. Sie drückt aus, wofür andere Menschen keine Worte haben und bringt tiefgreifende Gefühle auf den Punkt. Auch unabhängig vom Inhalt würde es sich meiner Meinung nach allein aufgrund der Sprache schon lohnen, diesen Roman zu lesen.
Die Autorin empfiehlt, sich Zeit für den Genuss des Romans zu nehmen, um auch für sich selbst darüber nachdenken zu können, wie man in der im Buch beschriebenen Situation handeln und denken würde. Dies kann ich nur unterschreiben. Das Buch wäre viel zu schade dafür, einfach schnell am Stück durchgelesen und anschließend neben hundert anderen Büchern ins Regal gestellt zu werden. Dieser Roman will erlebt werden, nicht nur gelesen. Irgendwie schafft die Autorin es auch mit ihrer Sprache, das Lesetempo ganz automatisch zu reduzieren. Man genießt das Lesen, geht noch einmal zurück zu einem Satz, der hängengeblieben ist, denkt darüber nach und schreibt vielleicht seine Gedanken auf. Das kam bei mir ganz automatisch – liegt vielleicht auch daran, dass man ständig „Du“ liest. Ein Du-Erzähler ist außergewöhnlich, aber bei diesem Roman finde ich es sehr passend. Man fühlt sich dadurch viel stärker angesprochen und kommt schnell ins Reflektieren. Die tiefen Denkanstöße, welche die Autorin hier immer und immer wieder anbietet, können sehr aufschlussreich sein, wenn man sich darauf einlässt. Das Buch ist eine Einladung an alle, die sich trauen, über ihr Leben nachzudenken. Es kann einiges aufwühlen und man kann selbst entscheiden, an welcher Stelle man tiefer gräbt und wo man lieber an der Oberfläche bleiben möchte.
Das Cover ist relativ auffällig, der Schriftzug zieht sich über die gesamte Höhe des Buchcovers in einem knalligen Gelb, welches im Kontrast zu dem Pink des Hintergrundes steht. Ich empfinde es aufgrund des Themas und der Bedeutsamkeit und Eindringlichkeit des Romans als gut gewählt – ein schlichteres Cover wäre aus meiner Sicht nicht passend gewesen.
Mein Fazit: Dieser Roman ist absolut lesenswert und wer sich darauf einlässt, kann wirklich einiges daraus mitnehmen. Es ist ein besonderes Leseerlebnis, etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt. Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsbücher geworden.
Mandy Ahrenhold hat ein Buch geschaffen, so leicht wie eine Feder im Wind, voller Poesie und einem Zauber in der Sprache wie es seines gleichen sucht. Viele Stellen musste ich erst sacken lassen und habe ...
Mandy Ahrenhold hat ein Buch geschaffen, so leicht wie eine Feder im Wind, voller Poesie und einem Zauber in der Sprache wie es seines gleichen sucht. Viele Stellen musste ich erst sacken lassen und habe sie mehrmals gelesen.
Stell dir vor, du strandest - ja, genau du. Du weisst nicht wirklich, wie du dort hingekommen bist, noch ist dir klar, wie es nun weiter geht. Du versuchst, Zivilisation zu finden, um wieder Ordnung in dein Leben zu bringen. Und genau da setzt das Buch an: Braucht unser Leben Ordnung und Struktur? Müssen wir funktionieren? Ist es richtig, wenn wir möglichst alle gleich sind, oder liegt der Zauber nicht eigentlich in der Diversität? Du triffst unterschiedliche Charaktere auf dem Weg wie z. B. die Träumerin, den Wanderer oder den Steuermann. Jeder stellt dir andere Fragen, lässt dich weiterdenken, lässt dich dein eigenes Leben und Verhalten in Frage stellen.
Das Buch befreit, ist an manchen Stellen allerdings so unangenehm wie ein zu enger Schuh, bei dem wir spüren, dass er drückt, aber wir tragen ihn trotzdem. Ich habe dem Buch einen Stern abgezogen, weil es - vielleicht gerade durch die Poesie und das Spiel mit den Wörtern - ein wenig den Lesefluss bremst. Es lohnt sich aber alle Male, das Buch zu lesen und sich am Ende zu fragen, was jetzt für mich der Sinn ist oder ob ich ihn überhaupt brauche. Lebe ich ein erfülltes Leben, und was genau empfinde ich für mich als erfüllend? Ein Buch, das definitiv nachhaltt - nicht laut, sondern ganz leise und sanft.
Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen und einen ersten Eindruck bekommen habe, wusste ich zunächst nicht, wohin mich die Reise beim Lesen führt. Nun nach Beendigung der Geschichte weiß ich es eigentlich ...
Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen und einen ersten Eindruck bekommen habe, wusste ich zunächst nicht, wohin mich die Reise beim Lesen führt. Nun nach Beendigung der Geschichte weiß ich es eigentlich immer noch nicht so richtig, aber ich bin ihr auf jeden Fall ein Stück weit näher gekommen. Wer das Buch liest, dem sollte bewusst sein, dass sich hier nicht einfach so erklären lässt. Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise, auch ein bischen zu sich selbst. Es regt auch zum Nachdenken an. Wenn ich hier einen Stern Abzug gebe, dass dafür, dass es ein manchen Stelle in bisschen zu viel des Guten war, wie ich persönlich finde. Für mich hätte es manchmal ein wenig prägnanten sein dürfen. Doch das ist eine Kritik auf hohem Niveau, denn das Buch ist auf jeden Fall eine Reise wert und ich empfehle es auch gerne weiter.