Antisemitismus für Jugendliche erklärt
Let's talk about - Antisemitismus. Dein EintragebuchMarie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der ...
Marie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der Pike auf zu erklären. Das Eintragebuch, das auch Platz für eigene Gedanken lässt, ist in vier große Blockthemen aufgeteilt: Judentum, Antisemitismus, Shoah und Israel und Antisemitismus.
Im ersten Abschnitt wird grundsätzliches zum Judentum erklärt: Von der Entstehung des Judentums bis zum jüdischen Alltag. Hier kommen auch Mitglieder jüdischer Gemeinden zu Wort. Im zweiten Block zum Antisemitismus geht es vorab um Diskriminierung, Vorurteile und Mobbing an sich, bevor es direkt um Antisemitismus und seine zahlreichen Facetten geht. Der dritte Block beschäftigt sich mit der Shoah: Das große Unheil, welches das Judentum ertragen musste, aber auch der Hinweis darauf, dass grundsätzlich anders Denkende, Süchtige, Homosexuelle oder auch Menschen mit anderer Hautfarbe oder einer Behinderung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges eine Schreckenszeit durchmachen mussten, wenn sie diese denn überhaupt überlebten. Natürlich darf auch Anne Frank in dem Rückblick nicht fehlen, ebenso wenig wie ein zeitlicher Abriss über die schlimmen Geschehnisse zu der Zeit.
Der vierte Block berichtet darüber, wie Israel an sich entstanden ist und was zur heutigen Zeit im Staat Israel passiert und was es mit dem Nahost-Konflikt auf sich hat. Außerdem gibt es viele Hinweise darauf, wo man sich mehr Informationen zum Thema holen kann.
Mich hat es zum Beispiel sehr überrascht, dass z. B. auf die Wörter "mauscheln" und "schachern" eingegangen wird. Das Wörter antisemitisch sein können, war mir persönlich bislang noch nicht klar. Ich habe sie niemals mit dem Judentum in Verbindung gebracht. Und mehr oder weniger aus diesem Grund gebe ich dem Buch nur vier Sterne: Meiner Meinung nach reichen Hinweise darauf. Aber man möchte gefühlt alles auslöschen, und zwar mit erhobenem Finger. Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile gab es - leider - schon immer, und wir alle wünschen uns wohl eine Welt ohne. Ob man die jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger erlangt, wage ich zu bezweifeln. Das Buch an sich ist jedoch ein großer Schritt in die richtige Richtung.