Cover-Bild Der Würfel
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Atrium Verlag AG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 28.02.2019
  • ISBN: 9783855350599
Bijan Moini

Der Würfel

Gewinner des Deutschen Science-Fiction-Preises 2020 in der Kategorie »Bester deutschsprachiger Roman«

Unsere Wirklichkeit wird mehr und mehr von künstlicher Intelligenz geprägt. Dieser brillante Roman erzählt auf packende Weise, wohin uns diese Entwicklung führen kann.

Der Würfel, ein autonom agierender Algorithmus, ermöglicht den Menschen in Deutschland ein sorgenfreies Leben, zahlt ein Grundeinkommen und erstickt die Kriminalität im Keim. Um das zu leisten, sammelt er selbst intimste Daten der Bevölkerung. Berechenbarkeit ist zum höchsten Gut geworden. Einer der wenigen Rebellen gegen dieses System ist der 28-jahrige Taso. Er entzieht sich der Totalerfassung, indem er seine Entscheidungen ausschließlich durch Würfeln und das Werfen einer Münze trifft. Er ist ein ≫Gaukler≪, einsam, aber zufrieden. Bis zu dem Tag, an dem die Liebe Taso vor eine unmögliche Entscheidung stellt: Verrät er seine Ideale – oder eine ideale Welt?

Ausgezeichnet mit dem SERAPH 2020 als bestes Debüt

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2019

Für mich ein eindrucksvolles Werk, das zum nachdenken anregt

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Schon im Vorfeld hat mich “Der Würfel” ziemlich neugierig gemacht. Der Klappentext klang unheimlich interessant, aber auch beängstigend. Wodurch ich mehr darüber erfahren wollte.
Das Cover selbst hätte ...

Schon im Vorfeld hat mich “Der Würfel” ziemlich neugierig gemacht. Der Klappentext klang unheimlich interessant, aber auch beängstigend. Wodurch ich mehr darüber erfahren wollte.
Das Cover selbst hätte mich wohl eher nicht zum lesen animiert. Den roten Buchschnitt finde ich jedoch sehr schön und passend .
Am Anfang brauchte ich etwas um in die Geschichte hineinzufinden. Denn es ist doch sehr komplex in seinem Aufbau.
Zudem erschien mir Taso zunächst auch sehr unnahbar und wankelmütig. Was jedoch sehr gut zu seinem Wesen passt. Verzweifelt versucht sich Taso dem Würfel und damit dem System zu entziehen, was gar nicht mal so einfach ist.
Seine Alltagssituationen haben mir dabei geholfen seinen Handlungen zu verstehen und auch nachzuvollziehen. Aber erst als Dalia auftauchte, verstand ich ihn besser , er war greifbarer und ich konnte mich wirklich in ihn hineinversetzen.
Dalia ist eine Namische, bei uns bekannt als Amische. Mir hat ihr Charakter wirklich sehr gut gefallen. Ihre Impulsivität die sie an den Tag legt, hat mir enorm gut gefallen und mich einfach mitgerissen.
Im Laufe des Geschehen lernt man noch weitere Charaktere kennen, die jeder für sich sehr wichtig sind und sehr authentisch und greifbar für mich waren.

Die Handlung ist eher von ruhiger Natur, aber doch von unterschwelliger Spannung begleitet.
In einigen Situationen zeigt der Autor die Brisanz der Thematik auf sehr intensive Art und Weise auf. Das sind Momente, in denen man Ängste und pure Verzweiflung zu spüren bekommen.
Datenschutz ist ein hohes Gut.
Doch was wenn wir dessen beraubt werden?
Was ist mit Privatsphäre? Wie sehr verändert man sich durch den Algorithmus und das wichtigste, wie sehr bleibt man noch man selbst? Ist es erstrebenswert, vorgeschlagen zu bekommen , was das Richtige für uns wäre. Die Fragezeichen im Kopf stiegen immer mehr.
Ich mag es mir nicht vorstellen. Es ist beängstigend und schafft grauenvolle Zukunftsvisionen. Was aber gerade in der heutigen Zeit gar nicht mal so abwegig ist.
Doch nicht alle wollen sich dem Würfel unterwerfen. Was dies tatsächlich bedeutet bekommt man auf sehr deutliche Art und Weise zu spüren.
Demzufolge gibt es Offliner und Onliner.
Dadurch spalten sich die Alltagssituationen und Parteien. Ich empfand dies wirklich als sehr interessant. Taso ist ein sogenannter Offliner. Genauer gesagt ein Gaukler. Er wandelt zwischen beidem, was einen ziemlichen Drahtseilakt nach sich zieht und aufgrund seiner Perspektive, bekommt man gerade seine täglichen Herausforderungen sehr gut mit.
Taso macht hier eine ziemliche Entwicklung durch, die mir wirklich gut gefallen hat.
Sein Weg ist ziemlich steinig. Von Hochgefühl bis Tiefpunkt bekommt man einfach alles zu spüren.
Bis Taso beschließt das einzig richtige zutun.
Doch was wird das nach sich ziehen?
Der Autor hat einen sehr einnehmenden und leicht verständlichen Schreibstil, wodurch man sehr gut im Geschehen vorankommt. Es wird nicht mit komplizierten Begriffen um sich geworfen, weshalb man sich auch gut im Geschehen zurechtfindet.
Die Thematik selbst fand ich total interessant.
Es hat mich gleichermaßen schockiert, wahnsinnig gemacht und fasziniert.
Langweilig wird es zu keinem Zeitpunkt. Denn die Entwicklung ist die ganze Zeit zu spüren und wird von Höhen und Tiefen begleitet.
Charaktere sowie Handlung haben mich gleichermaßen bewegt und in Atem gehalten.
Oft wusste ich wirklich nicht ob ich lachen, weinen oder gegen die Wand schlagen sollte.
Eine emotionale Achterbahnfahrt die mich komplett mit sich riss.

Der Autor erörtert die Thematik sehr detailreich und anschaulich und man hat die Möglichkeit es aus verschiedenen Ebenen zu betrachten.
Mir hat es Schauer über den Rücken rieseln lassen. Es war beängstigend, verstörend realistisch. Umso mehr hab ich mit den Charakteren mitgefiebert.
Die sich im Laufe des Geschehen doch immer mehr öffnen und aus sich herauskommen.
Die Entwicklungen sind nachvollziehbar gestaltet und aufgrund der brisanten Thematik, hängt man auch völlig am Geschehen fest.
Es war für mich nicht vorhersehbar was sich herauskristallisierte und verfügte die ganze Zeit über sehr viel Ausdruck. Besonders das letzte Drittel hat mich immens gefordert und keine Ruhe gelassen. Meine Nerven waren gespannt wie Drahtseile und ich war einfach nur hochkonzentriert. Das Ende hab ich definitiv so nicht erwartet und bin wirklich gespannt ob es eine Fortsetzung geben wird.
Für mich ein sehr interessantes Buch, wovon ich nicht erwartet hätte, dass es mich so mitreißen würde.
Ein Werk das definitiv zum nachdenken bringt und das ich jedem nur ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Eine bessere Welt?

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In der nahen Zukunft leben die Menschen in einer besseren Welt, in einer optimalen Welt. Einer Welt die durch den „Würfel“ gesteuert wird, einer künstlichen Intelligenz. Auch Taso lebt in dieser Welt, ...

In der nahen Zukunft leben die Menschen in einer besseren Welt, in einer optimalen Welt. Einer Welt die durch den „Würfel“ gesteuert wird, einer künstlichen Intelligenz. Auch Taso lebt in dieser Welt, auch wenn er nicht viel vom Würfel und seinen Auswirkungen hält. Dann lernt er jemanden kennen und sein Leben wird auf den Kopf gestellt.

Bijan Moini legt mit „Der Würfel“ einen Science-Fiction-Roman vor, der eine Zukunft porträtiert, die gar nicht mal so weit entfernt erscheint. Die möglich erscheint. Eine Welt in der Smartphones und Social Media eine neue Stufe erklommen haben und so mit dem alltäglichen Leben verwoben sind, das sie als untrennbar erscheinen. Natürlich braucht so ein Buch auch eine kritische Gegenstimme, die nicht alles hinnimmt und Dinge hinterfragt.

Diese Rolle übernimmt Taso, aus dessen Sicht man die Geschehnisse verfolgt und dabei alle Seiten der Geschichte kennenlernt. Als Charakter weiß Taso zu überzeugen und seine Ansichten gut zu vermitteln. Auch wenn einige seiner Mitcharaktere natürlich anderer Ansicht sind. Auch Tasos Entwicklung im Laufe der Geschichte ist nachvollziehbar und bauen logisch aufeinander auf, auch wenn ich hier und da dachte, er hätte auch eine andere Abzweigung nehmen können.

Trotzdem fand ich das Buch spannend geschrieben, die Story hat mich mitgerissen und es war ein pures Lesevergnügen, das auch zum Nachdenken animiert. Ich kann das Buch nur empfehlen, ich fand es klasse.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Ein geniales futuristisches Szenario über die Entwicklung der KI

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Mehrere Jahre in der Zukunft haben die Menschen die politische, wirtschaftliche und soziale Herrschaft an die Künstliche Intelligenz, der Würfel genannt, abgegeben, die fortan das Leben bestimmt und die ...

Mehrere Jahre in der Zukunft haben die Menschen die politische, wirtschaftliche und soziale Herrschaft an die Künstliche Intelligenz, der Würfel genannt, abgegeben, die fortan das Leben bestimmt und die Menschen mittels virtueller Interaktionen leitet und belohnt/entlohnt und maßgeblich über den sozialen Auf- oder Abstieg entscheidet. Alle Prozesse sind auf größtmögliche Effizienz,Wirksamkeit und Optimierung ausgelegt und jedem stehen alle Möglichkeiten offen, solange man für das System ist. Obwohl die meisten Menschen sich fügsam zeigen und sich in das System eingliedern, ist den Widerständlern die KI ein Dorn im Auge. So auch Taso, der zwischen beiden Seiten steht, bis er sich gezwungen sieht, sich endlich zu entscheiden, denn eine Revolution nähert sich, die alles verändern soll.

Bereits die ersten Seiten haben mich total gefesselt und geflasht, sodass ich vollkommen und restlos begeistern von diesem total originellen System war und sich mir endlose Möglichkeiten eröffneten, die es so nicht gibt. Das System und die Reichweite und Aufgabe der KI ist sowohl erschreckend und unheimlich, wie auch faszinierend und unglaublich detailliert und schlüssig beschrieben, auch wenn es etwas Zeit benötigt sich in dieser neuartigen Welt einigermaßen zurechtzufinden. Man bemerkt sofort mit welcher Genauigkeit und Detailverliebtheit der Autor diese neue Welt geschaffen hat und wie viele Gedanken und Bemühungen dahinter stecken, damit es möglich authentisch futuristisch erscheint. Das hat mich absolut für sich eingenommen und überzeugt. Einfach fantastisch!

Im Vergleich zu anderen dystopischen Szenarien, sofern dies als Dystopie betrachtet werden kann, wird das System bzw. die KI umfassend beschrieben, sodass ich es rasch durchdringen konnte, und von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Es gibt nicht nur die Protagonisten in der Geschichte, die entweder dafür oder dagegen sind, sondern mehrere Sichtweisen mit ihren Argumenten werden umfangreich beschrieben und bieten einen großen Überblick über die Diskussion um die KI, sodass sich jeder Leser/jede Leserin seine/ihre eigene Meinung bilden kann. Dabei wird so gering wertend wie möglich vorgegangen. Vielmehr wird versucht, die Sichtweisen zwar individuell darzustellen, allerdings ohne dass der Autor selbst seine Meinung unterschwellig einfließen lässt. bzw. nur in sehr geringem Maße. Das schafft eine Komplexität und Eigendynamik, die jedem sein eigenes Urteil ermöglicht und dadurch macht es unglaublich viel Freude das Buch zu lesen.

Taso als Protagonist war mir sympathisch, auch wenn ich enttäuscht war als er seine Ideale in gewisser Weise verrät und dadurch sehr leicht beeinflussbar und wankelmütig in seinen Ansichten ist, was ich etwas Unrealistisch fand. Dabei ist sein größtes Problem doch dieses Schwanken zwischen der einen Seite und der anderen, dass ihn immer weiter runterzieht und die Freude am Leben nimmt. Dennoch konnte ich seine innere Zerrissenheit gut nachvollziehen.

Insgesamt wirft die Geschichte mehrere moralische Fragen auf, die wohl jeder für sich beantworten muss, die zum Nachdenken anregen, auch über die Entwicklung der Technologie und inwiefern jeder Einzelne bereit wäre sich dieser zu unterwerfen, wie es teilweise schon geschehen sein mag.

Das Ende hat für mich nochmal alles rausgerissen und war einfach wie das Platzen einer unerwarteten Überraschung und ich war total beeindruckt und wurde einfach umgehauen, WOW! Ein besseres und befriedigendes Ende, hätte es für mich nicht geben können.



Ein tiefgründiges, vielschichtiges, komplexes Buch, welches ein Szenario schildert, das einerseits viele neue und erweiternde Möglichkeiten schafft, andererseits den Menschen als Geisel der Technologie darstellt.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Eine Welt ohne Selbstbestimmung

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In diesem Buch begleiten wir Taso in eine Welt, in der ein scheinbar allwissender Algorithmus (Der Würfel) die Menschen in Deutschland lenkt. Mit entsprechender Hardware versehen bewegen sich die Menschen ...

In diesem Buch begleiten wir Taso in eine Welt, in der ein scheinbar allwissender Algorithmus (Der Würfel) die Menschen in Deutschland lenkt. Mit entsprechender Hardware versehen bewegen sich die Menschen in einer Augmented Reality, die sie nur das wahrnehmen lässt, was der Würfel ihnen zeigen möchte. Es wird sich darum bemüht seinen Pred-Score (predictability) möglichst zu steigern, indem man sämtliche Daten und sein eigenes Verhalten dem Algorithmus zur Verfügung stellt. Für manche ein Fluch, für andere ein Segen.

Moini greift in seinem Debütroman ein Thema auf, was für den heute lebenden Menschen schon bald zur Realität werden könnte. Deshalb ist die Thematik nicht oft genug in Büchern, wie auch diesem, immer wieder zu beleuchten, um hoffentlich ein Bewusstsein für das bereits schon jetzt vorherrschende System zu schaffen. Deshalb: ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.

Für den interessierten Leser, der sich häufiger mit diesem Themenbereich beschäftigt, bringt der Autor jedoch kaum neue Ideen ins Feld. Es geschieht nur selten Unvorhergesehenes, bis auf das Ende... aber das soll hier ja nicht verraten werden.
Der Protagonist Taso scheint als Mensch wenig psychologische Tiefe zu besitzen. Er wechselt leichtfertig Einstellungen und handelt kurzentschlossen mal in die eine, mal in die andere Richtung. Mehr Zeit zur Charakterentwicklung im Verlaufe des Buches, und somit ein Strecken des Zeitraumes, in dem das Buch spielt, hätte der Nachvollziehbarkeit und damit dem Roman gut getan. Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte erscheint flach, wenig empathisch nachvollziehbar und eher störend. Insgesamt konnte mich das Buch zuletzt, vor allem aufgrund des Endes dann doch noch positiv überzeugen.

Es wird beiden Seiten der Diskussion um Datenschutz die Möglichkeit eingeräumt, Argumente ins Feld zu führen und macht es dadurch schwerer in einfachem Schwarz-Weiß-Denken zu verharren. Ob man nun den Datensammel-Algorithmus-Affinen oder den -Zweiflern angehört, die Positionen der jeweiligen Gegenseite werden einem klarer. Hier kommt wahrscheinlich der juristische Hintergrund des Autors zum Tragen. Dies sieht man auch aufgrund der sehr realistischen Vision einer möglichen Rechtslage in dieser Zukunft, die Menschen, die sich für ein Leben offline entscheiden, trotzdem (noch) gewisse Sicherheit bietet.

Nicht zuletzt ist dieses Buch auch deshalb empfehlenswert für eine Lektüre. Leser, die sich häufiger in diesem Themenbereich bewegen, sollten aber nicht zu viel Neues vom Buch erwarten.

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Veröffentlicht am 19.05.2019

Anders als ich erwartet hatte, konnte mich aber dennoch fesseln

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Zu Beginn war die Geschichte etwas undurchsichtig, doch je weiter ich las, umso mehr Gefallen fand ich daran. Was genau ich mochte, erkläre ich euch in folgendem Text.

Meine Meinung zum Cover:
Das Cover ...

Zu Beginn war die Geschichte etwas undurchsichtig, doch je weiter ich las, umso mehr Gefallen fand ich daran. Was genau ich mochte, erkläre ich euch in folgendem Text.

Meine Meinung zum Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und doch hat der rote Würfel meinen Blick angezogen. Gerade deshalb wurde ich auf die Geschichte neugierig, weil wissen wollte, was dahintersteckt.

Meine Zusammenfassung des Inhaltes:
Taso ist ein Gaukler – das bedeutet, er tut alles, dass der Würfel keine Daten über ihn sammeln kann. Der Würfel kontrolliert das Leben der Menschen. Durch ihn sind Grundeinkommen und soziales Leben gesichert. Doch für Taso verhindert er Freiheit und Selbstbestimmung. Allerdings ändert sich Tasos Leben massiv, als die junge Dalia in sein Leben tritt. Er beginnt sich zu verändern, weil er mit ihr zusammen sein möchte. Doch kann er für sie seine Prinzipien aufgeben und seine Meinung über den sogenannten „Kubismus“ verdrängen? Eigentlich hat der Widerstand versucht, ihn für sich zu gewinnen. Dann geschieht etwas, dass ihn in seinen Entscheidungen bestärkt. Endlich weiß er, wohin er gehört.

Meine Meinung zum Inhalt:
Dieses Buch stellte mir vor eine ziemliche Herausforderung. Einerseits hat es mir ziemlich gefallen, andererseits hatte ich ein wenig zu kämpfen. Der Schreibstil des Autors ist sehr lebendig und gut strukturiert. Der Anfang ist sehr direkt. Aber ich benötigte einige Zeit, bis ich mich richtig orientiert hatte. Die Informationen, um die Welt zu verstehen, kam erst nach und nach.

Je mehr ich erfuhr, umso mehr erstaunte mich die Welt. Der Autor hat sie wirklich akribisch genau ausgearbeitet. Die Alltagsstruktur der Menschen, das System hinter dem Würfel, der Würfel selbst, die politischen Verstrickungen – all diese Dinge wurden präzise und wortgewandt dargestellt. Zwischendurch gab es allerdings kleine Passagen, die ich als “ fad und träge“ empfand. Ich wusste nicht so recht, wohin mich die Handlung führt.

Der Hauptprotagonist Taso ist eine vielschichtige Figur. Sein Denken und seine Persönlichkeit sind sehr komplex. Seine Überzeugungen und seine Zweifel waren glaubhaft. Das Gefühlschaos in ihm wegen seinem Leben als Gaukler und der Liebe zu Dalia war sehr intensiv. Ich fand es gut zu erleben, wie er zu sich selbst fand. Obwohl ich manche seiner Reaktionen vielleicht als etwas überzogen empfand. Aber sie gehörten einfach zu ihm. Überhaupt hatten Protagonisten, die häufig vorkamen, eine gute Tiefe.

Das Überragenste in dieser Geschichte sind allerdings die politischen Verstrickungen. Zuerst wirkten sie undurchsichtig und die Verflechtungen waren mir nicht ganz klar. Doch je mehr ich verstand umso beeindruckender war der Aufbau. Es ist erstaunlich, was sich der Autor hier alles ausgedacht hat.

Am besten gefielen mir die letzten circa 150 Seiten. Die Geschichte nahm nun massiv an Fahrt auf und zeigte eine ganz andere Seite. Allerdings wunderte es mich schon, dass Taso seine Gefühle derartig abstellen konnte. Er wirkte plötzlich zu gefühlskalt und ließ sich schneller als zuvor von allem überzeugen. Ganz gegen sein vorheriges Verhalten, lässt er so gut wie alles mit sich machen. Trotzdem fand ich den Verlauf richtig spannend. Endlich passierte etwas Konkretes. Zeitgleich war ich über die Mittel etwas verwundert, wünschte ihnen aber viel Glück.

All das konnte mich aber nicht auf das Ende vorbereiten. Die Spannung war in den letzten 30 Seiten besonders hoch. Ich fieberte mit und drückte ihnen so sehr die Daumen! Der Epilog hat mich aber doch schockiert. Nun frage ich mich, ob dies ein Einteiler ist oder ob noch mehr Teile erscheinen werden?

Mein Fazit:
Diese Geschichte war anders als ich erwartet hatte, konnte mich aber dennoch fesseln. Abgesehen von ein paar „trägen“ Passagen gefiel mir der Verlauf. Die politischen Verstrickungen gehören zu meinen Highlights, weil sie so gut ausgearbeitet waren. Überhaupt hat der Autor mit seinem strukturierten und lebendigen Schreibstil eine komplexe, aber faszinierende und intensiv erdachte Welt geschaffen. Die letzten 150 Seiten gefielen mir am besten. Mit dem Ende hatte ich nicht gerechnet, finde es aber richtig gut. Der Hauptprotagonist Taso ist eine vielschichtige Figur, mit der man auch gut moralische Diskussionen führen könnte.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!