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AureliaAzul

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2020

Unspektakulär, langweilig und ohne Sinn und Verstand

Die Wälder
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Schon seit Kindertagen hat die junge Ärztin Nina schreckliche Angst vor dem Wald in der Nähe ihres Heimatdorfes. Seitdem damals ein geheimnisvoller und furchteinflößender Mann mit seinem schwarzen Auto ...

Schon seit Kindertagen hat die junge Ärztin Nina schreckliche Angst vor dem Wald in der Nähe ihres Heimatdorfes. Seitdem damals ein geheimnisvoller und furchteinflößender Mann mit seinem schwarzen Auto durch das Dorf fuhr und anschließend ein jugendliches Mädchen spurlos verschwand, ist nichts mehr so wie zuvor. Nina und ihre drei ehemaligen Freunde David, Henri und Tim sind sich sicher, dass er etwas mit dem Verschwinden von Gloria zu tun und felsenfest entschlossen ihn zur Strecke zu bringen. Doch dann kommt es doch ganz anders und "eine andere Wahrheit" offenbart sich.

Nach den ganzen positiven Stimmen zu den Büchern von Melanie Raabe bin ich mit hohen Erwartungen an die Geschichte rangegangen, die leider ziemlich enttäuscht wurden. Zum einen sind die Charaktere für mich nicht greifbar, ziemlich blass und oberflächlich beschrieben, klammern sie sich doch an einen Irrglauben aus ihrer Kindheit ohne diese zu hinterfragen, einfach aus dem Grund heraus, dass sie ihn gerne glauben wollen. Es kamen keine Sympathien auf oder irgendwelche Emotionen.Da bin ich dann auch schon beim zweiten Punkt: Eigentlich basiert fast die gesamte Geschichte auf falschen "Tatsachen" bzw. auf einem Glauben heraus, der sich für die Charaktere zu unumstößlichen Fakten umgewandelt hat. Dabei berücksichtigen sie nicht einmal die subjektive und in die Irre führende Wahrnehmung, der sie womöglich als Kinder unterlagen. Es wird kaum ein Gedanke daran verschwendet oder zumindest in rationalem Maße gezweifelt, was mir ziemlich naiv und unglaubwürdig erschien. Die unheimliche Atmosphäre, die versucht wird zu erschaffen, kam bei mir überhaupt nicht an. Weder fand ich irgendwelche Situationen und Handlungen spannend, angsteinflößend oder mitreißend, noch fesselnd oder interessant. Da ist das Cover noch am besten gelungen, um zumindest eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen und Neugierde zu wecken. Der Schreibstil ist recht "gewöhnlich" und sticht in keinster Weise hervor. Manchmal erschienen mir einige Situationen aufgrund der Sprache als etwas zu platt und nicht vollkommen entfaltet. Da ist viel unausgeschöpftes Potential verloren gegangen.

Fazit: Eine größtenteils langweilige, vor sich hinplätschernde Geschichte ohne aufregende Momente, mit eintönigen, in die Irre geleiteten, wenig reflektierten Charakteren, die einem Irrglauben nachhängen und alles aufs Spiel setzen. Insgesamt leider sehr enttäuschend und nicht lesenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2020

Leider enttäuschend

Scheintod
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Saras Leben wurde aus der Bahn geworfen, nachdem sie einige geliebte Menschen in ihrem Umfeld verloren hat. Mühsam kämpft sie sich wieder ins Leben und trifft unverhofft auf neue Freunde und findet Verbündete ...

Saras Leben wurde aus der Bahn geworfen, nachdem sie einige geliebte Menschen in ihrem Umfeld verloren hat. Mühsam kämpft sie sich wieder ins Leben und trifft unverhofft auf neue Freunde und findet Verbündete in ihrem neuen Job. Doch trotz aller positiven Entwicklungen lässt die Vergangenheit Sara nicht los und auch die geheimnisvolle Organisation BSV macht ihr Leben zur Hölle...

Nach dem fulminanten und ungemein aufregenden Ende des ersten Bandes war ich mehr als heiß auf den Folgeband, da so viele Ungewissheiten vorhanden waren und ich endlich mehr erfahren wollte, vor allem wer hinter BSV steht und was genau sie von Sara wollen. Leider wurde ich diesbezüglich sehr enttäuscht.

Schon von Anfang an konnten mich weder die Handlung noch die Figuren packen.Irgendwie plätscherte die Situation so vor sich her ohne Sinn und Verstand. Wo mich Bellas warmherzige und offene Art in Saras Leben noch begeistern konnte, empfand ich die neuen Charaktere eher als fad und wenig interessant, wenngleich es da einige erfreuliche Überraschungen gab. Sara war auch wie im ersten Band für mich nicht greifbar und nachvollziehbar in ihren Handlungen. Sie lässt sich leicht in die Opferrolle drängen und kapituliert beinahe. So ist es für die Gegenseite ein Leichtes sie genau dort zu haben, wo sie sie haben wollen. Auch reagiert sie manchmal zu schwach auf schreckliche Ereignisse, so als hätte sie schon längst resigniert. Wirkte auf mich nicht glaubwürdig.

Zu BSV erfährt man leider kaum etwas Neues, worauf ich mich am meisten gefreut hatte. Sie stellen Sarah nach und machen eindeutig Psychoterror um etwas von ihr zu erhalten von dem Sara selbst nichts weiß. Also das klingt für mich nicht nach einem guten roten Faden. Da fehlte es mir eindeutig an Tiefgründigkeit und Hintergrundinformationen. Dann geschehen auch noch weitere unglückliche Dinge, die sich summieren und mir zu übertrieben erschienen. Das hätte man auch kürzen können, um es glaubwürdiger und dramatischer zu machen.So verliert es aufgrund der hohen Quantität an Schrecken und wirkte auf mich eher überzogen und überladen.

Fazit: Ein Buch welches größtenteils langatmig und fad war. Erst gegen Ende kam etwas Spannung auf, wenngleich kaum HIntergrundinformationen geliefert wurden und man als Leser*in genauso ahnungslos ist wie am Ende des ersten Bandes. Schade, hatte mir dahingehend wesentlich mehr erhofft.

Veröffentlicht am 01.02.2020

Beeindruckendes Debüt

Falling Skye (Bd. 1)
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Schon immer träumte Skye davon als Rationale erkannt zu werden und mit ihrem besten Freund Elias an der renommierten Cremonte-Uni zu studieren. Doch dafür benötigt sie auch die entsprechende Zuordnung ...

Schon immer träumte Skye davon als Rationale erkannt zu werden und mit ihrem besten Freund Elias an der renommierten Cremonte-Uni zu studieren. Doch dafür benötigt sie auch die entsprechende Zuordnung und tut alles um diese auch zu erhalten. Als die Testung der Zugehörigkeit zu den beiden Gruppen rational und emotional früher beginnt als normalerweise, fängt Skye an zu zweifeln und je mehr sie über das System herausfindet, desto sicherer ist sie sich, dass all das nicht mit rechten Dingen zugeht und unbedingt aufgehalten werden muss...

Der Schreibstil ist - gerade wenn man bedenkt, dass es sich um ein Debüt handelt - wirklich sehr gut und passend für ein Jugendbuch, dabei auch recht eloquent und abwechslungsreich. Manchmal fehlte mir Tiefe in den Charakteren und Handlungen und Emotionen sind bei mir auch kaum rüber gekommen, was ich am Schreibstil festmache. Manchmal plätscherten langgezogene Momente vor sich hin, ohne dass sie eine große, folgenschwere Bedeutung hatten.

Syke war mir manchmal etwas zu kindisch und albern, nicht unbedingt die Rationale, die sie so unbedingt sein möchte. Vermutlich liegt das aber auch an ihrem Alter. Die kleine Liebesgeschichte, die dann irgendwie doch keine richtige war, hätte nicht unbedingt sein müssen, hat sich glücklicherweise dann aber von alleine erledigt, bis der andere Höhepunkt hinsichtlich Liebesgeschichte kam, der auch unnötig, aber nicht störend war.

Am Anfang entwickelt sich die Geschichte recht langsam und schleppend. Nach und nach wird das System und die Bedeutung der beiden Gruppen rational und emotional hinsichtlich ökonomischer, beruflicher, sozialer und politischer Aspekte dargestellt. Dabei bleibt die Beschreibung, meiner Ansicht nach, jedoch ziemlich oberflächlich und wirkt mehr oder weniger einfach gestrickt, ohne besondere Tiefe. Vor allem in den ersten hundert Seiten empfand ich die Handlungen und Situationen oft als langweilig und fad, vor allem da sich alles so zieht und keine nennenswerten Dinge geschehen. Das Testverfahren ist ungemein abwechslungsreich und gefiel mir insgesamt ganz gut, wenngleich ich es mehr als deutlich fand in welche Richtungen die Fragen und Aufgaben abzielten und eine Manipulation der Ergebnisse oft einfach gewesen wäre. Ab der Hälfte, nachdem Sky die Geschehnisse in den Instituten hinterfragt und anfängt heimlich Informationen zusammeln, wird es wesentlich spannender und ab da konnte mich die Geschichte fesseln und in ihren Bann ziehen. Die politischen, wie sozialen, Entwicklungen gingen schon stark in diese Richtungen, sodass die Auflösung des ganzen Testverfahrens keine große Überraschung mehr war. Dennoch vermute ich, dass gerade jüngere Leser*innen begeistert davon sein könnten. Die Thematik rational vs. emotional an sich, verknüpft mit aktuellen Themen und Rollenbildern ,ist auf wundervolle Weise verbunden worden und war für mich sehr glaubwürdig und dystopisch! Da haben mir auch tiefere Gedankengänge sehr imponiert.

Aufgrund des aufregenden und ungewissen Endes möchte ich Band 2 trotz einiger Kritikpunkte unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 28.01.2020

Düster, gefährlich, barbarisch

1794
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Nach dem leidvollen Ableben von Cecil Winge bleibt Cardell alleine und ohne eine Aufgabe zurück, bis er unverhofft auf eine Frau trifft, die ihn mit dem tragischen Tod ihrer Tochter betraut. Wie vom Schicksal ...

Nach dem leidvollen Ableben von Cecil Winge bleibt Cardell alleine und ohne eine Aufgabe zurück, bis er unverhofft auf eine Frau trifft, die ihn mit dem tragischen Tod ihrer Tochter betraut. Wie vom Schicksal geleitet, kreuzen sich die Wege von Cardell und dem jungen Emil Winge, dem Bruder von Cecil. Während sie durch Umwege den Fall annehmen und Nachforschungen betreiben, sitzt irgendwo in der Nähe Stockholms ein junger Mann in einem Hospital und muss sich der Schuld stellen, die er sich selbst aufgeladen hat...

Die Geschichte ist wie schon der Vorgänger wieder in vier Abschnitte, nach Jahreszeiten, geordnet und wird quasi von hinten aufgerollt und antichronologisch erzählt. Den ersten Abschnitt Winter empfand ich als erfrischend und überaus interessant. Es handelt sich um den jungen Mann, der von anderen manipuliert, ausgenommen und seiner unschuldigen Naivität beraubt wird. Besonders die geschichtlichen Hintergründe einer unter schwedischer Krone geführten Insel konnten mein Wissen erweitern und Einblicke in Geschehnisse geben, die, wie mir scheint, nicht unbedingt so bekannt sind.

Der zweite Abschnitt befasst sich wieder mit Cardell und Winge, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Besonderes Interesse galt Winge, da er von eigenen Schatten geplagt wird und vom Charakter und Verhalten ganz anders ist als sein Bruder. Dadurch entstanden einige Reibungen und Konflikte, die den Ermittlungen nicht zuträglich waren und noch mehr Spannung in die Geschichte gebracht haben. Emils Anwandlungen und seine Wahrnehmung spielen nicht nur seine Spielchen mit ihm, sondern auch mit dem Leser und der Autor schafft es einen zielgerichtet auf die falsche Fährte zu führen, sodass einige Wendungen mich überraschen konnten.

Auch Anna Stina bekommt wieder ihren angestammten Platz in der Geschichte und wird schmerzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihr und sie verliert sich in den ganzen niederträchtigen Machenschaften der Mächtigen und muss schlussendlich eine folgenschwere Entscheidung treffen. Mit ihrem Teil habe ich nicht gerechnet, da ich sie als abgeschlossen empfunden habe. Nichtsdestotrotz wurde sie glaubhaft und passend in den Verlauf der Geschichte eingebettet und ihr Schicksal mit dem der anderen Protagonisten verwoben.

Im letzten Teil spitzt sich die Hauptgeschichte dramatisch zu und viele kleine Faktoren, böser Art oder nicht, führen letztendlich zu dem Ausgang. Auch wenn der Fall nicht gelöst wird im Sinne, dass der Täter seiner Strafe zugeführt wird, weiß das Ende zu überraschen und es tauchen Fragen nach Verantwortung und Schuld auf, die nicht so leicht zu beantworten sind. Da das Ende recht offen ist, spekuliere ich auf einen weiteren Band, in dem den Tätern endgültig das Handwerk gelegt wird.

Fazit: Wenngleich mich die Hauptgeschichte an sich nicht so begeistern konnte, wie in Band 1, fand ich das Buch insgesamt doch etwas Besser und Interessanter. Unter anderem aufgrund der weniger expliziten Darstellungen von Gewalt und Brutalität, die zwar dennoch vorhanden waren, aber nicht so detailliert geschildert wie im ersten Band. Ich freue mich schon auf den Nachfolger, sofern es denn einen geben wird.

Veröffentlicht am 25.01.2020

Spannungsgeladenes Meisterwerk

Der unsichtbare Freund
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Wieder einmal sind Christopher und seine Mutter auf der Flucht vor einem ihrer gewalttätigen Freunde und suchen sich einen Ort weit fernab um neu beginnen zu können. Nach einem schleppenden Start in der ...

Wieder einmal sind Christopher und seine Mutter auf der Flucht vor einem ihrer gewalttätigen Freunde und suchen sich einen Ort weit fernab um neu beginnen zu können. Nach einem schleppenden Start in der kleinen Stadt Mill Grove, werden Christopher und seine Mutter fortlaufend vom Glück geküsst und es könnte nicht besser laufen, bis Chris eines Tages spurlos verschwindet und nach sechs Tagen wiederkehrt, jedoch ohne Erinnerung. Auf einmal besitzt er übernatürlich Fähigkeiten und hat eine Mission, die er entschlossen angeht. Doch schnell wendet sich das Blatt und plötzlich befindet sich die ganze Stadt im Krieg gegen übermächtige Gegner, die nicht einmal auf dieser Seite der Welt leben. Die einzige Hoffnung: Christopher und die endlose Liebe seiner Mutter...

Das Buch ist mit stolzen 910 Seiten ein wahrer Klopper und so dauerte es eine Weile, bis ich mich in der Geschichte zurecht gefunden habe und bis sie sich entfaltete. Der Schreibstil ist auf das Wesentliche fokussiert und nicht ausschweifend. Dadurch kommt keine Langeweile auf, wenngleich es viele Nebenstränge gibt, die irgendwie alle miteinander und dem Hauptstrang zusammenhängen. Die Geschichte wird aus Perspektive verschiedener Personen der Stadt geschildert, allen voran Christopher. Dadurch und Dank der zahlreichen Nebenschauplätze, entsteht eine höhere Komplexität der Geschichte und die Auswirkungen der übernatürlichen Mächte werden eindrucksvoller und prägnanter dargestellt.

Nach Christophers Verschwinden geht es richtig los und die fantastischen Elemente nehmen überhand, während die meisten Menschen der Stadt von nichts wissen. Einzig eine ältere Frau hat Einblicke in die "andere Seite der Welt" und warnt die anderen, wird dabei allerdings nur belächelt und als Spinnerin bezeichnet. Das Spannungsniveau ist gleichmäßig hoch und meine zahlreichen Fragen nahmen immer weiter zu. Es bleiben so viele Geheimnisse im Verborgenen, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen und alle sofort wissen wollte. Ständig gibt es neue, unerwartete Wendungen, die den Ausgang der Geschichte so ungewiss machen. Aufgrund der Länge des Buches passiert so viel, dass schnell der Überblick verloren gehen kann und auch viele Vermutungen meinerseits widerlegt wurden oder sich gänzlich auflösten, da es neue Erkenntnisse gab. Bis zum Ende hin spitzt sich die Situation so eklatant zu, dass das, was dort geschieht, an unfassbaren Irrsinn grenzt und es auch ist. Wahnsinn wie der Autor eine so grandiose, vielschichtige und unglaublich komplexe Geschichte aus so vielen kleinen Charakteren, Schauplätzen und Handlungen basteln konnte, ohne den Überblick über das große Ganze zu verlieren.

Die religiösen Aspekte sind wunderbar in die Geschichte eingeflochten und passen gut zu den übersinnlichen und fantastischen Elementen. Sie geben den Handlungen eine größere Tiefe und den passenden "Touch". In diesem Zusammenhang stehen auch die sich wiederholenden Schlüsselsätze, die vor allem auf religiöse Hintergründe (Gott, Jesus) anspielen, sodass ich einige Vermutungen zu dem "Bösen" der Geschichte hatte, die nicht eindeutig aufgelöst werden, allerdings gibt es eindeutige Hinweise darauf.

Verständlicherweise kann angezweifelt werden, inwiefern die Handlungen realistisch sind und all die Taten von dem 7-jährigen Christopher. Da es sich jedoch um eine wilde Mischung aus Thriller, Horror, Fantasy und Mystery handelt, liegt der Schwerpunkt ohnehin nicht auf realistischen Aktionen.

Fazit: Ein unfassbar tolles Buch mit einer wahnsinnigen, eindrucksvollen Geschichte, die jeden hinters Licht führen wird und mit den Lesern spielt. Manchmal hätte es etwas aufregender und schneller sein können, da zwischendurch doch einige Längen auftauchen, die zwar interessant, aber nicht unbedingt spannend sind. Absolute Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere