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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2021

Jahreshighlight

Perfect Storm
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Sechs junge Leute treffen sich zufällig in einem Onlinespiel und teilen neben ihrer Leidenschaft für Computerspielen die fürs Hacken. Als einer von ihnen von Menschenrechtsverletzungen im Kongo berichtet, ...

Sechs junge Leute treffen sich zufällig in einem Onlinespiel und teilen neben ihrer Leidenschaft für Computerspielen die fürs Hacken. Als einer von ihnen von Menschenrechtsverletzungen im Kongo berichtet, die verstrickt sind mit einigen US-amerikanischen Unternehmen, sind sie sich sicher: Das muss ein Ende finden! Um das zu erreichen nutzen sie ihre Fähigkeiten, und versuchen an belastendes Material zu gelangen, damit sie die skrupellosen Machenschaften der Konzerne vor aller Welt offenlegen können. Doch ahnen sie nicht, dass die NSA das nicht zulassen wird und ihnen dicht auf der Spur ist...

Bereits der Anfang hat mich total in seinen Bann gezogen! Die Geschichte beginnt quasi fast ganz am Ende und es werden einige Tatsachen näher beschrieben, die dann langsam Schritt für Schritt von Anfang an aufgerollt werden, sodass es eine antichronologische Art des Erzählens der Geschichte ist. Es wird viel zwischen den Zeiten und damit verknüpften Geschehnissen hin und her gesprungen, was mich allerdings nicht gestört hat, die Geschichte aber wesentlich aufregender und fesselnder gemacht hat, da man einerseits Informationen hatte, die sich aus vergangenen Geschehnissen ergaben, andererseits nicht genau wusste wie diese sich ereigneten.

Zu den Charakteren gibt es ganz am Anfang aufwendige und sehr aufschlussreiche Charakterisierungen, die einem die Protagonisten näher bringen, obwohl man sie noch nicht kennenlernen konnte. In zahlreichen Chats zwischen den sechs Jugendlichen erfährt man wie sie ihre Pläne in die Tat umsetzen wollen und durch verschriftlichte Aufnahmen von einem der Jugendlichen erfährt man auch wie es sich dann tatsächlich abgespielt hat. Durch die verschiedenen Informationen, die auch noch sehr unterschiedlich dargestellt sind, ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild. Den Weg dahin finde ich sehr innovativ, da ich bisher kaum Bücher gelesen haben, die so facettenreich sind und von den Lesern verlangen die Stücke der Geschichte zusammenzusetzen, um ein stimmiges Bild zu erhalten.

Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung der Hackerszene und welche Arten von Hacks es gibt bzw. wie diese umgesetzt werden können. Da ich mich nicht damit auskenne, konnte ich mit dem Glossar am Ende sehr viel anfangen und habe nun einen besseren Eindruck davon gewonnen wie das tatsächlich funktioniert, wenn dieser auch eher oberflächlich ist.

Neben den höchstgefährlichen Aktionen der recht naiven Charaktere, fällt besonders ein Agent des amerikanischen Geheimdiensts (NSA) stark auf und es kommt zwischen den beiden Gruppen zu einem Katz und Maus Spiel, bei dem die Jugendlichen zunehmend in Gefahr geraten. Diese von Anfang an konstant gehaltene Spannung ließ mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Diese unmittelbare Bedrohung, die ständig über allem lag und das Wissen wie das am Ende augenscheinlich ausgehen wird, haben mich mitfiebern lassen und ich habe gehofft, dass es doch noch anders kommt. Und das tut es schlussendlich auch. Zwar hatte ich schon meine Vermutungen, die wurden am Ende dann doch übertroffen und haben sich teils bewahrheitet. Ein tolles fulminantes Ende.

Fazit: Ein besonders vielschichtiges, facettenreiches Jugendbuch um das zentrale Thema Hacken, aber auch um geldgierige und machthungrige Konzerne, die wortwörtlich über Leichen gehen und alles versuchen um zu vertuschen was sich hinter den Kulissen abspielt. Ein wahnsinnig tolles Buch in diesem Genre und mein (bisheriges) Jahreshighlight! Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 01.02.2021

Dunkle Geheimnisse im dunklen Dorf

Das dunkle Dorf
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Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödental zittert immer wieder die Erde, doch Commissario Grauner hat keine Augen für dieses Naturspektakel. Er hat es mit einem Toten in einer heruntergekommenen Villa ...

Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödental zittert immer wieder die Erde, doch Commissario Grauner hat keine Augen für dieses Naturspektakel. Er hat es mit einem Toten in einer heruntergekommenen Villa zu tun. Doch nicht nur die Ermittlungen machen ihm zu schaffen, auch seine achtzehnjährige Tochter Sara, die spurlos verschwunden ist. Als er erfährt, dass sein neapolitanischer Kollege Saltapepe untertauchen musste, weil der Mafiaboss Giorgio Garebani hinter ihm her ist, glaubt Grauner nicht mehr an einen Zufall. Irgendwie hängt alles zusammen und Grauner muss herausfinden wie...

Anfangs empfand ich den Schreibstil als holprig und die ständigen plötzlichen Perspektivwechsel, bei denen nicht klar war um wen es in den jeweiligen Abschnitten ging, haben mich etwas verwirrt und mich einige Abschnitte wiederholen lassen. Nach und nach kam ich besser in die Geschichte rein.

Das Dorf als Handlungsort ist sehr atmosphärisch und authentisch beschrieben. Dazu passt die etwas mürrische Art des Commissario Grauner, der die Lebenseinstellung eines Dorfbewohners überzeugend darstellt und den Flair gut übermittelt.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben und für mich bisweilen etwas anstrengend zu lesen und zu entschlüsseln waren. Teilweise kommen viele neue Informationen hinzu und diese zu sortieren und ordnen war für mich nicht ganz leicht, was womöglich daran liegt, dass ich die Vorgänger nicht kenne und nicht so vertraut mit den Charakteren und ihrer Vergangenheit bin. Die Spannung baut sich nur sehr langsam und gemächlich auf was gut zur Dorfidylle passt und insgesamt ein stimmiges Bild aufgibt. Am Ende führen alle Stränge zusammen und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild der Ermittlungen und Informationen, auch wenn es mir manchmal zu langsam voranging und der Spannungsbogen hätte höher sein können. Trotzdem konnte mich das Buch unterhalten, wenn auch nicht fesseln.

Veröffentlicht am 29.01.2021

LOVE - E wie Ella

A single kiss
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Ella hat ihr Leben als die französische Paris Hilton endgültig satt. Da kommt ihr die Idee eines Auslandsjahres in Plymouth sehr gelegen, um Abstand von ihrer Familie und der Pariser High Society zu nehmen. ...

Ella hat ihr Leben als die französische Paris Hilton endgültig satt. Da kommt ihr die Idee eines Auslandsjahres in Plymouth sehr gelegen, um Abstand von ihrer Familie und der Pariser High Society zu nehmen. Auch wenn sie sich fest vorgenommen hat ihre Beziehung zu Étienne zu kitten, verdreht ihr der gutaussehende Fotografiestudent Callum, dessen Äußeres nahezu nach Bad Boy schreit, ihr gehörig den Kopf und versteht sie auf eine Art und Weise, wie sie noch nie jemand verstanden hat...doch kommen sie aus zwei verschiedenen Welten. Kann ihre Liebe dennoch bestehen?

Nachdem ich den ersten Band der Love-Reihe geradezu verschlungen habe, war ich mehr als gespannt auf Ellas Geschichte, die ja glücklicherweise unabhängig von den anderen gelesen werden kann. Der Anfang war super. Ellas Leben in der Pariser High Society kennenzulernen und mit welchen gravierenden Problemen sie konfrontiert ist, war sehr aufschlussreich und verleiht ihr eine gewisse Tiefe, da sie im ersten Band eher oberflächlich beschrieben wird. Der Teil in Plymouth war anfangs auch noch ganz interessant, doch schon bald plätscherte die Geschichte vor sich hin und konnte mich leider nicht mehr fesseln. Ellas Perspektive fand ich dabei noch am aufregendsten, während ich Callum zwar sympathisch fand, seine Erlebnisse mich aber nicht fesseln konnten. Die Liebesgeschichte war auch eher fad und zäh und konnte mich leider gar nicht berühren. Da fand ich Libbys und Jaspers Geschichte bei weitem besser. Hier kamen einfach keine Gefühle auf und am Ausgang war ich auch eher desinteressiert. Der Schreibstil hingegen war ein Highlight, da er so schön locker und leicht zu lesen ist. Vor allem die eingeworfenen französischen Begriffe haben mich begeistern können und der Geschichte noch einen französischen Flair, der natürlich zu Ellas Geschichte passt, gegeben. Insgesamt war die Geschichte eine nette Unterhaltung für zwischendurch, aber nicht mehr.

Veröffentlicht am 28.01.2021

Back to "Night School"

Number 10
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Gray ist es leid sich immer an strenge Regeln zu halten und kein typisches Teenagerleben führen zu können, seitdem ihre Mutter britische Premierministerin ist. Nach einigen missglückten Eskapaden ihrerseits ...

Gray ist es leid sich immer an strenge Regeln zu halten und kein typisches Teenagerleben führen zu können, seitdem ihre Mutter britische Premierministerin ist. Nach einigen missglückten Eskapaden ihrerseits und einer neu aufgetauchten Bedrohung, bekommt Gray zwei Personenschützer an die Seite gestellt, die sie rund um bewachen. Doch die Gefahr ist näher als gedacht, denn anscheinend sind diejenigen, die ihrer Mutter und ihr schaden wollen, in ihrem unmittelbaren Umfeld und bereit zum Angriff.

Nachdem ich erfahren habe, dass es ein Spin-Opff der Night-School-Reihe ist, war ich hin und weg und musste dieses Buch unbedingt lesen. Zwar spielt die Geschichte des ersten Bandes nicht auf der Cimmeria Academy, nichtsdestotrotz gibt es einige Parallelen und altbekannte Charaktere.

Gray ist eine typische Jugendliche, die ihr Leben genießen möchte und gegen die strikten Regeln ihrer Mutter, die verständlicherweise wesentlich strenger sind als bei anderen ihres Alters, rebelliert. Ich fand sie im Großen und Ganzen recht sympathisch, auch wenn sie sich manchmal kindisch und naiv verhält. Ihre Probleme mit ihrer Mutter sind teils gravierend und es war manchmal anstrengend ihre Auseinandersetzungen und Kommunikationsprobleme zu lesen. Vor allem Grays Mutter nimmt meiner Meinung nach die Perspektive ihrer Tochter nur sehr eingeschränkt ein und geht nicht wirklich auf ihre Bedürfnisse ein, was dann zu Grays rebellischem Verhalten führt. Klären können sie ihre Probleme leider nicht und so schleppt sich das durch das ganze Buch. Jack ist der typische Love Interest und wesentlich verständnisvoller als Grays Mutter, was wohl auch an seiner ähnlichen Situation liegt. Auch Grays Freundin Chloe ist ein Schatz und für vieles zu haben.

Die Handlung entwickelt sich langsam und beständig und größtenteils passiert kaum etwas Spannendes. Erst als die Bedrohung allgegenwärtig wird und Gray das Gespräch mit anhört wird es fesselnder, bis es dann im Showdown am Ende zum ersten Übergriff kommt. Leider sind die wirklich aufregenden Situationen sehr kurz und schnell beruhigen sich die Situationen wieder, sodass die Spannung schnell abflacht. Im Vergleich zu Night School ist die Geschichte insgesamt etwas langweiliger und unspektakulärer. Die Thriller-Elemente kamen hier eindeutig zu kurz. Umso mehr freue ich mich auf den zweiten Teil, der endlich mehr Parallelen zu Night School aufweisen wird.

Veröffentlicht am 24.01.2021

Spannende Ermittlungen

Trauma - Kein Entkommen
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Die Münchner Ermittlerin Katja Sand wird mit einigen rätselhaften Todesfällen konfrontiert. Während ihre Kollegen und der Psychoanalytiker Dr. Hanning der die Opfer behandelt hat, fest davon ausgehen, ...

Die Münchner Ermittlerin Katja Sand wird mit einigen rätselhaften Todesfällen konfrontiert. Während ihre Kollegen und der Psychoanalytiker Dr. Hanning der die Opfer behandelt hat, fest davon ausgehen, dass es ein durch ihr Trauma ausgelöster Selbstmord war, zweifelt Katja stark und versucht alles, um eine Verbindung zwischen den Opfern herzustellen, denn etwas ist an all dem Faul. Doch nicht nur mit den Ermittlungen hat Katja zu kämpfen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, die dabei ist sie einzuholen...

Der Schreibstil ist angenehm und insofern ungewöhnlich und interessant, dass häufig analytische Elemente zu beispielsweise dem Verhalten einiger Verdächtiger oder den Absichten gewisser Handlungen der Ermittler eingebettet sind und eine neue Perspektive aufzeigen.

Von Anfang war mir die Ermittlerin Katja unsympathisch. Nicht nur aufgrund ihrer Handlungen, sondern auch wegen ihrer individuellen Art. Für mich war sie wie ein Buch mit sieben Siegel, so ganz verstehen und durchschauen konnte ich sie absolut nicht und ihre Gedanken und Handlungen erschienen mir oft widersprüchlich. Man erfährt einiges über ihre Probleme, auch wenn diese diffus beschrieben werden und größtenteils im Hintergrund bleiben. Einiges konnte ich mir zusammenreimen. Ihre familiäre Situation bot einen schönen Wechsel zwischen Arbeit und Familie und stellte Katjas Entscheidungen und ihren Charakter noch stärker dar. Ihren Kollegen hingegen fand ich mit seiner positiven Art und Weise sehr angenehm und sympathisch.

Die Todesfälle wirken unglaublich und ungewöhnlich. Die Ungewissheit, ob es ein Mord oder doch ei Suizid war, zieht sich durch die ganze Geschichte und bringt ungemein viel Spannung rein, sodass ich da gut mit fiebern konnte und bis zum Schluss angespannt und aufgeregt der Auflösung entgegenfieberte, die mich dann doch noch überraschen konnte.

Fazit: Fesselnder Kriminalfall mi undurchsichtigen Ermittlungen und uneindeutigen Todesfällen, hinter denen sich aber eine spannende Geschichte und einige Geheimnisse verbergen. Sehr empfehlenswert!