Cover-Bild Bible Bad Ass
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 12.11.2025
  • ISBN: 9783442775682
Edith Löhle

Bible Bad Ass

Roman - »Voller Fakten, Popkultur und Witz. Amen!« Carolina Moscato, emotion
Hier kommt der Chat mit den Frauen, die aus der Bibel gestrichen wurden. »Voller Fakten, Popkultur und Witz. Amen!« emotion

Klara hat die Schnauze voll. Ihre Arbeit als Redakteurin eines sogenannten Frauenmagazins, der allgegenwärtige Sexismus des Chefredakteurs, die Erwartungen ihres Boyfriends und die miserable Situation von Frauen überall auf der Welt bringen sie an den Rand eines feministischen Burn-outs. Als sie den Auftrag bekommt, eine Story über eine motorradfahrende Pastorin zu schreiben, führt die Recherche sie zu biblischen Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat. Auf einmal melden sich immer mehr unbekannte Nummern auf ihrem Smartphone, die sie zu einer Gruppe namens »Bible Bad Ass« einladen. Sie nennen sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith – was, zur Hölle, ist hier los? Bible Bad Ass ist eine Abrechnung mit den Lügen der Kirchenväter und der Anfang einer Vertöchterung. Ein hartes, smartes und durch und durch popkulturelles Debüt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Jede ist ihres Glückes Schmiedin: Ein Weckruf für jede Frau!

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Bible Bad Ass von Edith Löhle
Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem ich mir so viele Notizen gemacht habe wie in "Bible Ass" von Edith Löhle. Es ist für mich etwas ganz Besonderes – ein Werk, das den ...

Bible Bad Ass von Edith Löhle
Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem ich mir so viele Notizen gemacht habe wie in "Bible Ass" von Edith Löhle. Es ist für mich etwas ganz Besonderes – ein Werk, das den Zeitgeist nicht nur trifft, sondern ihn mit voller Wucht seziert.
Der Aufbau: Drei Akte und eine geniale Playlist
Das Buch ist in drei Akte unterteilt, was der Geschichte eine wunderbare Struktur gibt. Ein absolutes Highlight ist für mich die Playlist: Ich habe mir jeden einzelnen Titel angehört, und die Musik verstärkt die Atmosphäre des Textes ungemein. Es macht das Leseerlebnis modern und greifbar.
Abrechnung mit einem veralteten System
Edith Löhle schafft einen modernen Umgang mit dem Thema Kirche, der mir aus der Seele spricht. Ich selbst bin aus Frust und wegen der Geldgier ausgetreten – weg von Pastoren, die Schuldgefühle predigen, während die Institution Missbrauch vertuscht und sich „goldene Wasserhähne“ leistet. Die Autorin zeigt auf, was Kirche heute sein müsste: Ein Ort des Miteinanders, wie ihn meine Enkelkinder erleben (mit Theater, Lachen und Gemeinschaft), statt ein exklusiver „Männerclub“, der Lohnpfändungen betreibt.
Die Wut der Protagonistin ist auch meine Wut
Besonders getriggert haben mich die gesellschaftlichen Erwartungen an uns Frauen, die im Buch brillant analysiert werden:
Körperkontrolle: Warum werden Frauen auf Partys schräg angesehen oder mit „Babynews“ bedrängt, wenn sie keinen Alkohol trinken? Warum wird von uns ständig Perfektion verlangt, während man uns beim Friseur zu Permanent-Makeup oder Lippen-Aufspritzen rät?
Fremdbestimmung: Die traditionelle Brautübergabe fand ich schon immer schrecklich. Ich bin eigenständig und lasse mich nicht „übergeben“ – eine Ansicht, für die mein Vater sogar noch bei meiner zweiten Hochzeit mit 52 beleidigt war, weil mein Mann nicht „um meine Hand anhielt“.
* Unsichtbarkeit: Von den Gebrüdern Grimm, die die Lorbeeren für die Geschichten einer Dorothea Viehmann ernteten, bis hin zu Rosalind Franklin, deren Entdeckung der DNA-Struktur von Männern für den Nobelpreis geraubt wurde – das Buch benennt diese Ungerechtigkeiten klar beim Namen.
Modern, mutig und diskussionswürdig
Dass die biblischen Frauen mit der Protagonistin Klara per WhatsApp in Kontakt treten, mag „crazy“ wirken, ist aber ein genialer Schachzug, um diese uralten Stimmen in unsere technisierte Welt zu holen. Es macht die verleumdete Geschichte von Frauen wie Maria Magdalena (die erst 2016 (!) den Aposteln gleichgestellt wurde) endlich nahbar. Wortspiele wie „gynäkologische Gleitzeit“ oder die kritische Betrachtung des Wortes „Menstruation“ regen zum Nachdenken an.
Fazit
Dieses Buch ist ein Weckruf. Es thematisiert die bittere Realität: Solange Frauen über Schönheit definiert werden, solange Sex auf Macht basiert und solange wir weniger verdienen, sind wir alle unfrei. Auf Seite 72 findet sich mein Lebensmotto: „Jede ist ihres Glückes Schmiedin“.
Edith Löhle hat recht mit jedem Wort. Wer wissen will, warum wir im 21. Jahrhundert immer noch für echte Gleichberechtigung kämpfen müssen und warum der Glaube an etwas Größeres nichts mit „alten weißen Männern“ zu tun haben muss, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Ein absolutes Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Wirklich klasse

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Unglaublich gutes, ehrliches und vor allem feministisches Buch!
Ich hab's geliebt und unglaublich oft gelacht, aber auch gestaunt.
Man muss nicht gläubig sein, oder aber die Kirche hassen um das Buch ...

Unglaublich gutes, ehrliches und vor allem feministisches Buch!
Ich hab's geliebt und unglaublich oft gelacht, aber auch gestaunt.
Man muss nicht gläubig sein, oder aber die Kirche hassen um das Buch zu lesen... Es zeigt bloß, wie dominant die Welt voller Männer ist und wie die geschichtlichen Frauen aus der Bibel gestrichen wurden.
Wie passen biblische Frauen zur heutigen Zeit? Unsere Protagonistin Klara lernt aus den Geschichten der Frauen etwas uber sich selbst und findet durch jeder der Frauen ein Stück zu sich selbst und was sie eigentlich für Ziele hat.
Mir gefiel das Buch sehr gut! Der Schreibstil war flüssig, kurze aber auch spannende Kapitel und Nachweise auf Bibel Verse.
Sehr interessanter Denkanstoß!

Veröffentlicht am 02.01.2026

Feministische Marienerscheinung

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Worum geht’s?

Klara ist so wütend auf die ganzen patriarchalen Strukturen und kann doch nichts ändern. Aber dann wird sie aus heiterem Himmel in den Gruppenchat Bible Bad Ass aufgenommen – mit diversen ...

Worum geht’s?

Klara ist so wütend auf die ganzen patriarchalen Strukturen und kann doch nichts ändern. Aber dann wird sie aus heiterem Himmel in den Gruppenchat Bible Bad Ass aufgenommen – mit diversen diffamierten Frauenfiguren aus der Bibel.

Wie war’s?

Klingt verrückt? Ist es auch! Das Buch finde ich grandios geschrieben. Modern, zugespitzt und immer wieder übertrieben. Die Vergleiche und Metaphern, die Klara reißt, waren teilweise herrlich, teilweise drüber. Ein Sinnbild ihrer Wut. Insgesamt ist Klara zu Beginn des Buches schon krass in ihren Einstellungen, aber auch eingefahren und müde. Halt in einer Sackgasse angekommen. Insofern darf man nicht alles ganz so ernst nehmen.

Durch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Geschichten der Frauen aus der Bibel erlebt sie quasi eine 180-Grad-Wendung. Wie realistisch diese krasse Veränderung ist, sei dahingestellt. Die Message kommt an, auch wenn ich dem nicht voll und ganz zustimmen kann. Ich kann Female Rage klar etwas Positives abgewinnen.

Der Kern des Buches ist aber sehr spannend: Es setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Rolle der Frau in der Bibel und Kirche war und ist und damit einhergehend, ob es einen feministischen, modernen, dem Zeitgeist (oder der Zeitgeistin) entsprechenden Glauben geben kann.

Die Verbindung von Vergangenheit und Realität durch den Gruppenchat, quasi als modere Marienerscheinung, war als Idee ziemlich cool und gleichzeitig total wild. Einige Stellen fand ich etwas zu verklärt, zu esoterisch.

Da das Buch mit verschiedenen Theorien und Fakten arbeitet, gibt es an ein paar Stellen Verweise auf Bibelstellen oder Autoren, aber ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle mehr Quellen gewünscht oder ein Quellenverzeichnnis zum Schluss. Aber gut, es ist ja ein Roman. Und zum Nachdenken anregen, tut er.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Feministischer Aufstand der biblischen Frauenfiguren

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"In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Enttäuschung und Zorn, Hülsen voll Wut. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr habe ich eine Mitgliedschaft im Schießverein. So ein bewaffneter ...

"In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Enttäuschung und Zorn, Hülsen voll Wut. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr habe ich eine Mitgliedschaft im Schießverein. So ein bewaffneter Unterleib ist krass, der Rückstoß ist das Heftigste. Das merke ich auch heute wieder, morgens halb zehn in Deutschland. Mitten in Berlin, mitten im Patriarchat."

Die Protagonistin des Romans „Bible Bad Ass“ von Edith Löhle war mir von Anfang an sympathisch. Klara schreibt für ein feministisches Magazin, doch ihr Chef ist leider eher der „typische alte weiße Mann“, weshalb sie auch ständig aneinandergeraten.

„Du bist so alte Welt, Martin. Solange Frauen als Objekte gelten und ihre Körper als Waren gehandelt werden, solange Sex auf Macht basiert, solange das weibliche Geschlechtsorgan ein Schimpfwort ist, solange Frauen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als Männer, solange Frauen über Schönheit definiert werden, solange Frauen wegen ihres Geschlechts verfolgt und getötet werden, so lange sind wir alle unfrei. Und du bist sowas von Teil des Problems.“

Als Klara einen Artikel über eine Annina, eine queere Priesterin schreibt, den ich Chef so nicht veröffentlichen will, wird sie beurlaubt. Und landet plötzlich in einem ominösen WhatsApp-Chat mit Frauen, die sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith, …nennen. Klara weiß nicht, was hier los ist. Doch während sie weiter an ihrer Story schreibt und Stress mit ihrem Lebensgefährten Noah hat, melden sich immer mehr Frauen über WhatsApp bei ihr. Klara beginnt zu recherchieren und trifft auf biblische Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat oder deren Geschichten falsch wiedergegeben wurden. Klara ist Feuer und Flamme, die Lügen der Kirchenväter aufzudecken. Dass ihre Freunde und ihr Partner sich Sorgen angesichts ihres Verhaltens machen, ist gut nachvollziehbar.
Gegen Ende schwächelt das Buch ein wenig, manches driftete mir zu sehr in den esoterischen Bereich ab. Auch das Ende konnte mich nicht komplett überzeugen; hier hätte ich mir noch mehr „Sisterhood“ gewünscht. Dennoch zeigt es recht gut auf, wie man Wut in Mitgefühl und Liebe umwandeln kann, um eine Veränderung bzw. Verbesserung der Welt möglich zu machen. Wobei ich finde, dass es auch positive Aspekte von Wut gibt

"Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Ist sie weiblich? Ist sie non-binär ist sie menschlich? Was ich aber weiß, ist: In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Weisheit und Vertrauen, Hülsen voll Mitgefühl."

Edith Löhles Debütroman ist eine gelungene feministische Abrechnung mit den Lügen der Bibel und der Kirche, die auch jede Menge Wissenswertes über die weiblichen Figuren der damaligen Zeit bietet.
Die Autorin packt eine Vielzahl feministischer Themen (Rassismus, Sexismus, Heteronormativität, Intersektionalität, …) in ihr Buch, wobei es meiner Meinung nach nicht zu viel ist.

Edith Löhles Schreibstil ist modern und frech, witzige Kapitelüberschriften wie „Muschitation“ u.ä. lockern das Buch au. Die Erzählform mit dem Chatverlauf funktioniert sehr gut.

Das Buch ist einerseits ein feministischer Roman, jedoch auch eine klug recherchierte Auseinandersetzung mit einem patriarchalen System, welches über Jahrtausende hinweg weibliche Stimmen unsichtbar gemacht hat. Es bietet viel Stoff zum Nachdenken und ich habe während der Lektüre des Öfteren etwas nachgeschlagen, um mehr darüber zu erfahren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Autorin wirklich gründlich recherchiert hat, großes Lob!

Interessant fand ich übrigens auch die Version des aramäischen Vaterunsers nach Neil Douglas-Klotz (gerne mal nachlesen, ich fand es sehr erhellend - auch für alle, die mit der Kirche so ihre Probleme haben):

"Das Nichtglauben fühlt sich für mich so an wie ein leerer Magen. An nichts zu glauben, würde mich also mit einem Hungergefühl zurücklassen. Mit einem unbefriedigenden Nichts. Aber: Der Gedanke an die Kirche fühlt sich für mich an wie eine vergorene Milch, längst abgelaufen und so nicht mehr genießbar. 'Wahrscheinlich ist der Glaube gelernt. Das Vaterunser hat mich früher, als Kind, gebettet. Und heute habe ich ein Problem mit dem Inhalt, aber es fühlt sich trotzdem an wie Heimat.'"
Die Textstellen mit den Überschriften "Warum bin ich so geladen?" fand ich übrigens besonders gelungen!
Die zitierten Songtitel im Laufe des Buchs untermalen die Story auch musikalisch.

Das Buch wird sicher nicht die breite Masse ansprechen, mich hat es jedoch sehr angesprochen.
Meiner Meinung nach ist es nicht nur für religiöse Menschen zu empfehlen, da es zwar Themen anspricht, die oft mit der Bibel in Verbindung stehen, jedoch auch für die meisten weiblich gelesenen Personen von Bedeutung sind.

Trotz kleinerer Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!

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