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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Konnte mich leider nicht überzeugen

Hazel sagt Nein
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Der Roman „Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross, erschienen bei Bastei Lübbe, erzählt die Geschichte einer Schülerin, die mit einem simplen aber klarem „Nein“, eine Lawine von Ereignissen auslöst.

Hazel ...

Der Roman „Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross, erschienen bei Bastei Lübbe, erzählt die Geschichte einer Schülerin, die mit einem simplen aber klarem „Nein“, eine Lawine von Ereignissen auslöst.

Hazel ist neu auf ihrer Schule und hat sich ein festes Ziel gesetzt: einen guten Abschluss schaffen, um auf ihr Wunschcollege aufgenommen zu werden. Sie möchte irgendwann Schriftstellerin werden. Schon am ersten Tag ruft der Schulleiter sie in sein Büro und verkündet nicht weniger als, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin aussucht mit der er intim wird. Dieses Jahr fällt seine Wahl auf Hazel. Er verspricht ihr dadurch höhere Chancen für den Bewerbungsprozess um ihr Traumcollege, da er seine Kontakte hat. Aber Hazel sagt: Nein. Und damit wird der erste Dominostein einer sehr langen Reihe angestoßen.

Puh.. ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Gerade weil Geschichten, die über Konsens und Selbstbestimmung aufklären so wichtig sind. Männer im Patriarchat sind es gewohnt, sich zu nehmen was sie wollen, Grenzen zu überschreiten und rücksichtslos zu handeln. Die Idee, diesen Machtmissbrauch aufzugreifen und sich mit einer Protagonistin klar dagegen zu stellen, fand ich grundsätzlich richtig gut. Leider hat mir die Umsetzung nicht ganz zugesagt. So fand ich die Geschichte viel zu „Sitcom“-mässig und hätte mir mehr Ernsthaftigkeit gewünscht. Außerdem hat sich die Erzählung für mein Empfinden irgendwann zu weit vom Kern entfernt und ist in Richtungen abgedriftet, die zu weit von der ursprünglichen Realität waren. Ich hätte mir einen aufklärenden Ton gewünscht, der Probleme klar beleuchtet und aufzeigt. Auch konnte ich nicht viel mit den Nebenfiguren anfangen (zb Hazels Dad der „gecancelt“ wurde - hier hat mir einiges an Informationen und Einordnung gefehlt). Störend fand ich leider auch die teils fehlerhafte, holprige Übersetzung.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen, obwohl es von der Grundidee einen wirklich wichtigen Ansatz hatte. Hier wurde aus meiner Sicht viel Potenzial verschenkt.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein Buch wie eine gute Freundin

Zum ersten Mal
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Ein Buch wie eine gute Freundin
Im Buch „Zum ersten Mal“ von Gesina Demes und Annika Prigge, erschienen bei kiwi space, geht es ums Aufwachsen im Patriarchat, um Freundinnenschaft und die vielen ersten ...

Ein Buch wie eine gute Freundin
Im Buch „Zum ersten Mal“ von Gesina Demes und Annika Prigge, erschienen bei kiwi space, geht es ums Aufwachsen im Patriarchat, um Freundinnenschaft und die vielen ersten Momente im Leben einer Frau.

Ich sitze auf meinem Balkon, spüre die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings in meinem Gesicht. In der einen Hand ein eisgekühltes Spaßgetränk, ein „Kölchen“, in der anderen Hand das Buch. Aber anders als sonst, fühlt es sich gar nicht an als würde ich ein Buch lesen. Es fühlt sich viel mehr an, als ob auf dem Stuhl gegenüber von mir eine Freundin sitzt, die mir aus ihrem Leben erzählt. Ich höre gebannt zu und nicke immer wieder, denn viele dieser Erzählungen sind mir vertraut. Sie reihen sich ein in den kollektiven Erfahrungspool, den Frauen
teilen. Immer wieder denke ich deswegen: Ich check.

Durch die vielen persönlichen Schilderungen aus dem Leben der beiden Autorinnen entsteht eine ganz besondere, vertraute Atmosphäre. Dabei ist das Buch in verschiedene Oberthemen gegliedert wie z.B: „Zuhause“ oder „Körper“. Für mich war es der perfekte Mix aus Aufklärung und autobiografischen Einblicken. Dass „Zum ersten Mal“ zugleich das Debüt der Autorinnen ist, macht den Titel umso passender. Es ist eines dieser Bücher, die ich gerne meinem jüngeren Ich schenken würde. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

*Ich spreche in dieser Rezi von Frauen, aber unter dem Patriarchat leiden Menschen mit verschiedenen Geschlechtsidentitäten, insbesondere nicht cis-männliche Menschen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Heimat im Herzen, Krieg im Rücken

Zugwind
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„Zugwind“ ist ein Roman von Iryna Fingerova, erschienen im Rowohlt Verlag, der aufzeigt was es bedeutet aufgrund eines Krieges die eigene Heimat verlassen zu müssen. Ein Buch über den tiefen Schmerz, die ...

„Zugwind“ ist ein Roman von Iryna Fingerova, erschienen im Rowohlt Verlag, der aufzeigt was es bedeutet aufgrund eines Krieges die eigene Heimat verlassen zu müssen. Ein Buch über den tiefen Schmerz, die lähmende Angst, aber auch über das Aufkeimen von Hoffnung.
Inhaltlich begleitet man die ukrainische Hausärztin Mira bei ihrer täglichen Arbeit und ihrem Alltag mit ihrer Familie, während in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Dabei gibt das Buch viele Einblicke in Miras Gedanken, die von ihren Gefühlen erschlagen wird. Zwischen Trauer, Angst, Wut & Verzweiflung versucht Mira ihr Leben weiterzuführen, für ihre Familie (besonders die Tochter) da zu sein und nicht aufzugeben.
Das Buch kennzeichnet sich durch einen intensiven, rohen Schreibstil. Wie ein literarisches Ventil für all den Schmerz, der verarbeitet werden muss. Was ich hier besonders authentisch fand, war die Darstellung der vielen verschiedenen Geschichten von Geflüchteten (meistens Patient:innen von Mira), die aufzeigen wie schwer es ist in einem fremden Land anzukommen, wenn das Herz sich nach der Heimat sehnt.
„Zugwind“ ist dabei kein Buch was man mal ebenso „weglesen“ kann. Der Schreibstil hat mich stellenweise definitiv gefordert. Aber vielleicht ist auch genau das, ein wichtiger Aspekt des Buches. Es muss nicht „gemütlich“ und leicht lesbar sein. Es muss echt sein. Dabei zeigt der Roman immer wieder auf wie kompliziert, wirr und oft auch ermüdend es für die Protagonistin ist, am Leben und der Hoffnung festzuhalten, wenn jeden Tag neue schreckliche Meldungen aus der Ukraine kommen.
Ein wirklich starker Roman, den ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ganz okay, aber kein Highlight

Open Hearts
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Der Roman „Open Hearts“ von Roxy Dunn, erschienen im Pola Verlag, erzählt eine Geschichte rund um das Thema Polyamorie bzw. offene Beziehung/offene Ehe und behandelt das Leben einer Frau, die sich selbst ...

Der Roman „Open Hearts“ von Roxy Dunn, erschienen im Pola Verlag, erzählt eine Geschichte rund um das Thema Polyamorie bzw. offene Beziehung/offene Ehe und behandelt das Leben einer Frau, die sich selbst sucht.

Misty fällt aus allen Wolken, als ihr Partner die Verlobung aufhebt und sich von ihr trennt. Schnell stürzt sie sich wieder ins Dating Leben und lernt Christopher kenne, der allerdings in einer offenen Ehe lebt und dementsprechend keine monogame Bindung eingehen möchte. Schnell findet sich Misty in einer Situation wieder, in der sie ihre bisherige Vorstellung von Beziehungen und Liebe hinterfragt. Nach und nach werden die Gefühle zu Christopher immer intensiver und sie sich fragt sich: Was möchte ich eigentlich?

Ich mag es, wenn Bücher Diversität beleuchten und einen Diskussionsraum für gesellschaftliche Themen erschaffen. So hat „Open Hearts“ inhaltlich erstmal eine Grundlage gesetzt, die mich interessiert hat. Was mir jedoch nicht gefallen hat, war die Dynamik zwischen Misty und Christopher. Um als aufklärendes Beispiel für eine potenzielle Poly-Beziehung zu stehen, hatte diese mir zu viele „toxische“ Tendenzen und spielt stereotypischen Vorurteilen von offenen Beziehungen so in die Karten. So hatte ich oft das Gefühl Misty passt sich Christophers Erwartungen an und wird auch nur dann für ihn interessant, wenn sie seinen Ansprüchen gerecht wird. Mistys Bedürfnisse bleiben dabei meistens zweitrangig. Auch herrschte eine seltsame Hierarchie innerhalb der Beziehung, bei der Christopher ständig auf einem Podest stand und die „Richtung“ vorgegeben hat. Natürlich ist es realistisch, dass solche Verhaltensmuster eben in allen Beziehungsmodellen vorkommen können, aber dann hätte ich mir ein anderes Gesamtkonzept/ einen anderen Aufbau der Geschichte gewünscht.
Das letzte Drittel fand ich inhaltlich am stärksten, da Misty beginnt ihre eigenen Wünsche zu priorisieren und einen „gesünderen“ Weg einschlägt, der auf Selbstverwirklichung setzt statt auf zwischenmenschliche Abhängigkeit.
Schreibstil und Aufbau des Buches haben mir aufgrund der Leichtigkeit beim Lesen sehr gut gefallen. Für Zwischendurch finde ich das Buch durchaus lesenswert, auch wenn es für mich persönlich kein Highlight war.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Fernweh vorprogrammiert

Hidden Japan
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„Hidden Japan“ ist das richtige Buch für alle Menschen, die Einblicke in andere Kulturen mögen und sich von Tokyos Schönheit verzaubern lassen wollen. Man findet hier verschiedene wissenswerte Informationen ...

„Hidden Japan“ ist das richtige Buch für alle Menschen, die Einblicke in andere Kulturen mögen und sich von Tokyos Schönheit verzaubern lassen wollen. Man findet hier verschiedene wissenswerte Informationen über japanische Traditionen, Tipps für die Reise, sehenswerte Orte, Empfehlungen für Cafés usw. Ein moderner Reiseführer, der absolute Reiselust in mir geweckt hat und mir die Schönheit Japans gezeigt hat. Ich werde dieses Buch definitiv weiterempfehlen!

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