Konnte mich leider nicht überzeugen
Hazel sagt NeinDer Roman „Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross, erschienen bei Bastei Lübbe, erzählt die Geschichte einer Schülerin, die mit einem simplen aber klarem „Nein“, eine Lawine von Ereignissen auslöst.
Hazel ...
Der Roman „Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross, erschienen bei Bastei Lübbe, erzählt die Geschichte einer Schülerin, die mit einem simplen aber klarem „Nein“, eine Lawine von Ereignissen auslöst.
Hazel ist neu auf ihrer Schule und hat sich ein festes Ziel gesetzt: einen guten Abschluss schaffen, um auf ihr Wunschcollege aufgenommen zu werden. Sie möchte irgendwann Schriftstellerin werden. Schon am ersten Tag ruft der Schulleiter sie in sein Büro und verkündet nicht weniger als, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin aussucht mit der er intim wird. Dieses Jahr fällt seine Wahl auf Hazel. Er verspricht ihr dadurch höhere Chancen für den Bewerbungsprozess um ihr Traumcollege, da er seine Kontakte hat. Aber Hazel sagt: Nein. Und damit wird der erste Dominostein einer sehr langen Reihe angestoßen.
Puh.. ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Gerade weil Geschichten, die über Konsens und Selbstbestimmung aufklären so wichtig sind. Männer im Patriarchat sind es gewohnt, sich zu nehmen was sie wollen, Grenzen zu überschreiten und rücksichtslos zu handeln. Die Idee, diesen Machtmissbrauch aufzugreifen und sich mit einer Protagonistin klar dagegen zu stellen, fand ich grundsätzlich richtig gut. Leider hat mir die Umsetzung nicht ganz zugesagt. So fand ich die Geschichte viel zu „Sitcom“-mässig und hätte mir mehr Ernsthaftigkeit gewünscht. Außerdem hat sich die Erzählung für mein Empfinden irgendwann zu weit vom Kern entfernt und ist in Richtungen abgedriftet, die zu weit von der ursprünglichen Realität waren. Ich hätte mir einen aufklärenden Ton gewünscht, der Probleme klar beleuchtet und aufzeigt. Auch konnte ich nicht viel mit den Nebenfiguren anfangen (zb Hazels Dad der „gecancelt“ wurde - hier hat mir einiges an Informationen und Einordnung gefehlt). Störend fand ich leider auch die teils fehlerhafte, holprige Übersetzung.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen, obwohl es von der Grundidee einen wirklich wichtigen Ansatz hatte. Hier wurde aus meiner Sicht viel Potenzial verschenkt.